Samstag, 28. März 2015

Lese-Empfehlung: 'Lasst uns schweigen wie ein Grab' von Julie Berry

Julie Berry - Lasst uns schweigen wie ein Grab
Krimi-Komödie // Thienemann
304 Seiten // 12,99€


Als aus heiterem Himmel die Direktorin und ihr Bruder beim Sonntagsessen vor ihren Augen tot vom Stuhl fallen, haben die sieben Schülerinnen des St. Etheldra Mädcheninternats die Wahl: Entweder erzählen sie von den Todesfällen und werden nach Hause geschickt, oder sie vertuschen den Vorfall und haben die fantastische Chance, das Mädcheninternat selbst zu führen - ganz ohne die Kontrolle von Erwachsenen!

Also schaufeln sie den beiden ein Grab im Garten und pflanzen einen hübschen Kirschbaum darauf. Doch das ist erst der Anfang. Für ihren Traum von der eigenen Schule verstricken sich die Mädchen in ein fulminantes Netz aus raffinierten Lügen, während der Mörder noch frei herumläuft...


... So war's ...

Auf dem Klappentext steht: "Eine skurrile Krimi-Komödie mit viel schwarzem Humor"
Nun, das ist ist hier tatsächlich Programm. Lange fühlte ich mich nicht mehr so gut unterhalten.
Toll fand ich die Einleitung, in welcher die Herkunft der Mädchen und die Mädchen selbst beschrieben werden.
Ideal fand ich auch diese Idee: Zu jedem Namen gibt es einen Zusatz wie "ungeniert", "einfältig" oder "pockennarbig". Diese Zusätze werden in dem Buch bei jeder Erwähnung hinter den Namen geschrieben. So heißt Mary Jane nicht einfach nur Mary Jane, sondern Mary Jane Ungeniert. Das wurde das ganze Buch so gehalten. Insbesondere am Anfang empfand ich das sehr als hilfsreich, da es viele Protagonisten gab, es half den Überblick zu bewahren. Die Mädchen wirken durch den Namenzusatz aber nicht flach, da die Autorin sich trotzdem immer wieder die Mühe macht, die Eigenschaften und die Charaktere zu diffrenzieren.
Die Mädchen haben allerhand Probleme zu meistern und das machen sie sehr gut, manchmal wirken sie sehr viel älter, als sie wirklich sind. Manchmal passiert es, dass man irgendwann vor lauter Problemen genervt ist und denkt, dass es jetzt mal ein bisschen glatter laufen könnte. Dieses Gefühl hatte ich bei diesem Buch aber nicht. Die Probleme waren stets unterschiedlicher Natur und fügten sich gut in die Geschichte ein. 
Das Buch liest sich flüssig, baut einen Erzählsog auf. Es ist, obwohl es keine komplizierter Kriminalfall ist, trotzdem sehr spannend. Die Geschichte erinnert einen an einen soliden, englischen Krimi, ohne schwer zu sein. Julie Berrys Schreibstil ist authentisch und bildhaft.



Obwohl es auf eine vergangene Zeit rückschließen lässt, ist das Buch aber nicht steif und durchsetzt von damaligen Verhaltensformen, sondern diese fügen sich natürlich ins Geschehen ein.
Die Charaktere sind mir schnell ans Herz gewachsen. Ich wünschte, es gäbe einen zweiten Band.
Das Cover ist liebevoll gezeichnet und detailreich, wenn man sich mal die Mühe macht, es sich anzuschauen. Tatsächlich muss ich aber gestehen, dass ich das Buch nicht gekauft hätte, wenn ich nur das Cover gesehen hätte. Überzeugt hat mich ausschließlich der Klappentext.
Letztendlich überzeugt auch Julie Berry mit ihrer Geschichte!
Weiter so, Mrs. Berry!

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