Montag, 2. März 2015

Lese-Empfehlung: 'So finster, so kalt' von Diana Menschig

Diana Menschig - So finster, so kalt
Roman // Knaur
384 Seiten // 8,99€






Was geschah wirklich im Knusperhäuschen?
Als Merle Hänssler nach dem Tod ihrer Großmutter in deren einsam gelegenes Haus im Schwarzwald zurückkehrt, findet sie im Nachlass ein altes Dokument. Darin berichtet ein gewisser Johannes, der Ende des 16. Jahrhunderts im Haus lebte, über merkwürdige Geschehnisse rund um seine Schwester Greta. Merle tut diese Geschichte zunächst als Aberglaube ab. Doch dann passieren im Dorf immer mehr unerkläriche Dinge: Kinder verschwinden, und auch das alte Haus selbst scheint ein seltsames Eigenleben zu entwickeln. Langsam, aber sicher beginnt Merle sich zu fragen, ob an Johannes' Erzählung mehr dran ist, als sie wahrhaben wollte.






 

... Es war gut, weil ...

Aufmerksam wurde ich hauptsächlich durch das Cover auf das Buch, ich mag verwunschene Häuschen, die zum Teil heimelig, zum Teil gruselig anmuten. Als dann auch noch der Klappentext stimmte, wanderte das Buch in meinen Besitz.Das Cover legt schon die Vermutung nahe, dass es etwas gruseliger zugehen könnte.
Nun, es ist ganz und gar keine nette, süße Märchengeschichte, wenn auch diese Geschichte ein gutes Ende hat und die böse Hexe besiegt ist.
Ebenso wird sie zwar mit Hänsel und Gretel verglichen, aber tatsächlich wird das Märchen hier neu erzählt. Vom eigentlichen Märchen ist nur wenig übrig, dafür werden andere Märchen erwähnt. (Danke für die schöne Erinnerung an Jorinde und Joringel).
Hervorheben möchte ich, dass die Autorin ganz wunderbar eine wahnsinnige Spannung aufbauen kann. Ich wurde immer wieder auf die Folter gespannt und musste noch eine Seite lesen und noch eine und noch eine.
Manchmal beendet sie die Spannung abrupt, was ich aber nicht nachteilig fand. Sie hat ein gutes Sprachbild, kann gut die Umgebung beschreiben, ihr Stil liest sich flüssig und nicht schwer.
 Das Verwischen der Grenze zwischen Realität und Fantasie ist außerordentlich gut gelungen.
Toll fand ich auch die Zwischenerzählung von Johannes, dem Vorfahr von Merle, der Hauptprotagonistin. Die Erzählung rundete das Buch ab und war sehr spannend. Schritt für Schritt wurde hier die Geschichte aufgelöst.
Erstaunlich und mal was neues, fand ich, dass nicht immer die alte Frau, die Böse ist, sondern auch mal jemand anderst....

Was mich gestört haben, sind zwei Dinge. Erstens: Fr. Menschig ist eine tolle Märchenerzählerin, an ihrem Gefühl für Liebesromanzen muss sie allerdings noch arbeiten. Da ging es mir persönlich manchmal zu plump zu und insgesamt ging es mir persönlich ein wenig zu rasch mit der ganzen Sache. Zumal die Figur um Dr. Jakob Wolff zunächst sehr undurchsichtig war. Und, um ehrlich zu sein, manchmal fand ich die Liebesgeschichte um Merle und Jakob eher störend, als zur Geschichte passend.Auch das Getue von Merle gegen Ende ist nervig, erst will sie ihn, dann stößt sie ihn weg, um ihn dann wieder zu holen, um ihn dann wieder wegzustoßen... äh? Logik?
Außerdem gibt es eine Szene in der Merle den verschwundenen Jungen tot am Boden liegen sieht - später sagt Merle bzw. wird geschrieben, sie hat mitanschauen müssen, wie der Junge ermordert wurde. Das stimmt so aber nicht. Sicherlich ist es nicht wichtig, aber es stört mich irgendwie.

Dennoch war das Buch sehr gut und sehr spannend, so dass ich es an einem Abend ausgelesen hatte.
Ich möchte es Euch empfehlen. Gerade die, die gegenüber ein wenig Fantasy oder modernen Märchen aufgeschlossen sind, finden hier vielleicht eine gute Unterhaltung.

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