Donnerstag, 30. Juli 2015

Rezension: 'Die Lebenden und die Toten' von Nele Neuhaus

Nele Neuhaus - Die Lebenden und die Toten
Kriminalroman // ullstein
560 Seiten // 19, 99 €

Die Idylle täuscht: Hinter jeder Hecke lauert der Tod. 
Kriminalkommissarin Pia Kirchhoff will über Weihnachten und Silvester in die Flitterwochen fahren, als sie ein Anruf erreicht: In der Nähe von Eschborn wurde eine ältere Dame aus dem Hinterhalt erschossen. Kurz darauf ereignet sich ein ähnlicher Mord: Eine Frau wird druch das Küchenfenster ihres Hauses tödlich getroffen. Beide Opfer hatten keine Feinde. Warum mussten ausgerechnet sie sterben? Der Druck auf die Ermittler wächst schnell. Pia Kirchhoff und ihr Chef Oliver von Bodenstein fahnden nach einem Täter, der scheinbar wahllos mordet - und kommen einer menschlichen Tragödie auf die Spur.



... So war es ...


 Achtung - Spoiler....
Oh, wie sehr habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Oh und wie sehr war ich enttäuscht.
Nein, richtig schlecht war das Buch nicht, aber um ehrlich zu sein, bin ich besseres von Frau Neuhaus gewöhnt.
Die Grundidee fand ich gut, aber im Endeffekt war alles ein wenig zu lang rausgezogen und manches war einfach zu offensichtlich, hierbei musste ich dann gelegentlich wieder an der Intelligenz der Ermittler zweifeln und hätte sie am liebsten mit der Nase draufgestoßen.
Frau Neuhaus versucht eine Spannung aufzubauen, was ihr aber eher nicht so gelingt, denn immer wieder fängt sie erneut an zu erzählen. Mord um Mord ereignet sich, ehe die Ermittler endlich mal ihr Hirn einschalten. Und eigentlich ist relativ schnell klar, wer der Täter ist, auch wenn Frau Neuhaus versucht durch ständig neue Fakten die Nebel nicht zu früh zu lichten. Gelegentlich gelingt ihr das, aber meistens war es doch ein bisschen offensichtlich.
Total schlecht machen will ich das Buch nicht. Ich hab mich dennoch unterhalten gefühlt, wenn auch einfach nicht so, wie ich es eben sonst von ihr gewöhnt bin.
Gestört hat mich auch, was für ein schlechtes Licht Frau Neuhaus auf die Organspende wirft. Ständig wird einem suggeriert, dass man dafür umgebracht wird etc. Find ich schade, denn wenn auch leider oft genug damit Schindluder getrieben worden ist, dass man so potentielle Organspender vergrault. Ich halte Organspende für eine gute Sache. Man kann kritisch der Sache gegenüber stehen, aber hier wurde mir einmal zu oft erwähnt, wie schlecht die Sache im Grunde ist. Dabei ist ja nicht die Organspende an sich schlecht, sondern die Kontrollen darüber. Das hätte Frau Neuhaus durchaus deutlicher darstellen können.

Schade - ich bin wirklich ein Fan von Neuhaus' Büchern, aber das hier war ihr bisher schwächstes.
Ich hoffe, dass nächste Buch ist wieder besser.



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