Dienstag, 19. April 2016

Lese-Empfehlung: 'Bluternte' von Sharon Bolton

Sharon Bolton - Bluternte
Thriller //Manhattan
512 Seiten // 8,99€



Es gibt eine Zeit zu leben. 
Für die Familie Fletcher mit ihren drei Kindern müsste der Ort eigentlich das Paradies sein: das stille, von der Zeit vergessene Dorf in Lancashire. Sie ahnen nicht, dass dieses Paradies eine sehr dunkle Seite hat. 
Eine zu sterben. 
Für Gilian Royle ist die Idylle schon längst zerstört. Vor drei jahren kam ihre kleine Tochter bei einem Brand ums leben. Aber Gilian hofft noch immer, sie lebend wiederzufinden, selbst wenn man sie verrückt hält. Aber ist sie das wirklich?
Und eine zu töten.
Als durch ein Zufall ein Grab freigelegt wird, in dem die Überreste dreier Mädchen liegen, gibt es keinen Zweifel mehr: Der kleine Ort hütet ein tödliches Geheimnis.







... Es war toll, weil ...
Familie Fletcher, bestehend aus Mama, Papa und drei Kindern, ist ein kleines Dorf namens Heptonclough in Lancashire gezogen. Direkt neben die alte Abteiruine, die auch als die alte Kirche bezeichnet wird. Die beiden Söhne spielen immer wieder auf dem alten Friedhof, der ebenfalls an das Grundstück der Fletchers grenzt.
Außerdem zieht auch ein neuer Vikar in das Dorf, der die seit langer Zeit geschlossene zweite, neuere Kirche wieder öffnet.
Sowohl die Fletchers als auch der Vikar werden freundlich in der Dorfgemeinschaft aufgenommen und freunden sich auch miteinander an. Zunächst verläuft das Leben in dem Dorf ruhig, obwohl bald klar ist, dass in dem Dorf nicht alles mit rechten Dinge zu geht und eine unheimliche Stimmung erzeugt. Denn dann beginnen die Kinder Stimmen vom alten Friedhof zu hören und eine seltsame Gestalt zu sehen. Und dann stürzt auch noch die Mauer, die das Fletcher Grundstück zum Friedhof trennt, ein und offenbart die Leichen dreier Mädchen und damit verbunden eine Tragödie.

Also, Leute, ich muss schon sagen, dass Frau Bolton die Sache voll drauf hat!
Das kann ich nach einem Buch gewissenhaft behaupten.
Ich bin ja, wie schon oft erwähnt, ein Fan von subtilen Beschreibungen und mysteriösen Vorkommnissen, die sich anschließend in eine natürliche Erklärung auflösen.
Und genau darauf setzt Frau Bolton in diesem Buch.
In diesem Buch spinnt sie ihre Geschichte so feinsinnig und mit vollem Gefühl für die Sprache, sie drückt genau im richtigen Moment die richtigen Knöpfe und erzeugt so nur mit Worten genau das Gefühl, was gerade auch die Charaktere in diesen Momenten haben.
Meiner Meinung nach ist das große Kunst und es schafft nicht jeder, mir beim Lesen eine Gänsehaut zu verschaffen.
Sie spielt mit den Ängsten, die fast jeder Mensch kennt, und nutzt sie für sich um eine gruselige Stimmung zu erzeugen. Und so profan sich das anhören mag mit dem Grusel - es ist nichts anders, man gruselt sich, man schaut sich um, ob man wirklich allein ist, zieht die Bettdecke etwas enger um sich.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht des noch jungen Vikars Harry Laycock, der körperlich angeschlagenen Psychologin Evi Oliver und dem ältesten Kind der Fletchers, dem 10-jährigen Tom. Frau Bolton schafft es hierbei, jeder Person seinen Charakter zu geben, sie hat auch alle anderen Charaktere detailreich und gut ausgearbeitet. Sie vermittelt über die Erzähler deren Ängste und Gefühle, schafft es gut, sich in ein 10-jähriges Kind zu versetzten.

Sharon Bolton hat es geschafft - sie hat ein Buch geschrieben, welches man in möglichst kurzer Zeit zu Ende lesen muss, weil es so unglaublich spannend ist und in welchem man total versinken kann. Mir ging es tatsächlich so, dass ich mich in manchen Momenten an Stelle der Protagonisten gefühlt habe und statt ihnen ich durch die Nebel des Hochmoors gelaufen bin.

Frau Bolton - dazu kann man nur eines sagen: Gut gemacht!
Und an alle Leser:  Hier gilt - Unbedingt Lesen!

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