Dienstag, 17. Mai 2016

Rezension: 'Die Liebe, das Glück und ein Todesfall' von Kerry Fisher

Kerry Fisher - Die Liebe, das Glück und ein Todesfall
Roman // Goldmann
409 Seiten // 9,99€
* Dieses Buch wurde mir vom Goldmann-Verlag zu Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!




Maia stellt keine hohen Ansprüche ans Leben, aber etwas mehr als eine Sozialwohnung und ein Couchpotato-Mann wäre schön. Mit diversen Putzstellen versucht sie, ihre kleine Familie über Wasser zu halten – umso tiefer sitzt der Schock, als sie erfährt, dass ihre Lieblingskundin, eine nette Professorin, verstorben ist. Doch dann die Überraschung: Maia wurde im Testament bedacht, vielmehr: Maias Kinder. Aus dem Nachlass soll das Geld für eine teure Privatschule bestritten werden. Und plötzlich finden sich Maia und ihre Kinder in einer Welt wieder, in der ein Leben ohne Bio-Obst und Geigenunterricht undenkbar ist – und in der ein hinreißender Lehrer Maias Herz höher schlagen lässt ...

... So war's ...

Der Klappentext klang wirklich gut und wenn auch alles an diesem Buch nach Liebesgeschichte mit Happy End schrie, hoffte ich dennoch, dass es nicht so vor Kitsch triefte.
Ich habe das Buch rasch ausgelesen und fühlte mich gut unterhalten. Nach all den Krimis und so, dürstete mir mal nach einer fröhlichen Liebesgeschichte.
Die Geschichte bedient sich zwar unheimlich vieler Klischees, und das manchmal richtig übel, aber es gibt auch einige gute Szenen, die mich schmunzeln liessen.
Anfangs hatte ich ein wenig Probleme 'reinzukommen'. Das lag einfach ein bisschen an der Grundstimmung, aber das war nur die ersten paar Seiten. Die Protagonisten waren ganz gut ausgearbeitet, insbesondere der Wandel von der Hauptprotagonistin Maia hat mir gefallen. Anfangs wirkte sie sehr naiv, was sich im Laufe des Buches legte.
Ein wenig hat mich gestört, dass die Arbeiterschicht zum Teil als so blöd dargestellt wurde (wenngleich auch versucht wurde, durch den 'Helden' Tarants Ausgleich zu schaffen, was aber eher.... ne unnötige Seitenstory war).  Dargestellt als Säufer, Arbeitslosen etc. hatten die Menschen kaum die Chance aus der Scheiße rauszukommen. Es sei denn ein netter Lehrer erbarmte sich oder man erbte gut... Und nur weil man in der Arbeiterschicht lebt, heißt das automatisch, dass man sich nicht richtig ausdrücken kann??
Unsympathisch war mir am allermeisten die Tochter von Maia - manchmal so sehr, dass ich sie am liebsten beim Vater zurückgelassen hätte. So ein undankbares Ding!
Meiner Meinung nach war die Liebes-Story mit dem Lehrer ein bisschen platt. Ich hätte mir das irgendwie ein bisschen ausführlicher gewünscht, ein paar mehr Szenen. Denn dafür, dass es ein Liebesroman sein soll, hab ich dann doch viel mehr über die Liebe der Freundin mitbekommen und über die Dramen der Kinder, als über die Liebe der Hauptprotagonistin.

So negativ das hier klingt, wars aber nicht - man hätte die ganze Geschichte ein wenig mehr ausbauen und ein wenig echter machen können, den Ansatz den Kerry Fisher gewählt hat, fand ich aber schon unterhaltsam und solide. Und - mein größter Pluspunkt - es war nie kitschig!!

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