Dienstag, 31. Mai 2016

Lese-Empfehlung: 'Weiße Magie - mordsgünstig' von Steve Hockensmith

Steve Hockensmith- Weiße Magie - mordsgünstig
Kriminalroman // dtv
 348 Seiten // 9,95€




Hokuspokus mit Todesfolge
Als Alanis McLachlan erfährt, dass ihre Mutter ermordet wurde, hat sie sie seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen. Ihr seltsames Erbe: ein kleiner Laden für okkulten Bedarf aller Art. Das lässt nichts Gutes ahnen, denn Alanis' Mutter war eine Trickbetrügerin mit mehr als zweifelhafter Karriere. Offenbar war ihre neueste Masche das Tarotkartenlegen. Um den Mörder zu finden, übernimmt Alanis den Laden selbst. Was nicht ohne Risiko ist, denn vom Tarot hat sie nicht die geringste Ahnung...



... Es war gut, weil ...


Mit diesem Buch hatte ich schon länger geliebäugelt und es schließlich dann gekauft. Und welch ein Glück. Denn wenn es auch so gar nicht meinen Vorstellungen, welche ich durch den Klappentext hatte, entsprach, hat es doch sehr viel Sympathiepunkte meinerseits eingeheimst.

Das Buch fängt mit der Benachrichtigung Alanis' über den Tod ihrer Mutter an - und gleich von der ersten Seite an, haut der Autor so richtig rein.  Er schreibt mit Witz und Charme. Ohne Rücksicht auf Verluste. Dabei schreibt er aber keinen Irrsinn nieder, sondern es hat alles Hand und Fuß.  

Der Hauptcharakter Alanis ist ein wenig widersprüchlich. Denn obwohl sie ihre Mutter gewissermaßen für ihr Tun, ihre Trickbetrügereien, verabscheut, tut sie es selbst auch. Sie betrügt und lügt und ist eigentlich kein Deut besser - würde sie es nicht für die Aufklärung des Mords tun.
Und obwohl sie auch dieses Wissen, dass ihr angeeignet wurde, auch nutzt, tut sie es auf nettere Art, als ihre Mutter. Sie betreibt Schadensbegrenzung - oder versucht es zumindest.
Nervig fand ich hingegen die Mitbewohnerin der Mutter - ich konnte sie nicht richtig greifen und sie kam mir äußerst aufdringlich und flegelhaft vor. 


Apropos Mord - die Krimigeschichte ist zwar irgendwie nebensächlich und doch gerade mit ihrer Nebensächlichkeit rückt sie wiederum in Vordergrund, weil sie ein wichtiger Part der Geschichte ist. Insgesamt hat die Geschichte ein paar Schwächen, die mir aufgefallen sind, aber nicht weiter gestört haben. Nur die Auflösung der Geschichte empfand ich ein wenig als zu plump und zu einfallslos. 

Sehr gut gefallen hat mir vor allem die Sprache - denn was ich neben einer guten Geschichte am meisten bevorzuge? Das sind, ich gebe es ehrlich zu, auch mal derbe Sprüche. Und das hat Alanis am laufenden Band geliefert. Manch einem wird es zuviel sein, aber mir hat diese Schlagfertigkeit und diese Findungsphantasie total gut gefallen.
Aber obwohl es manchmal recht derb zugeht und es oft witzig ist, werden auch leise Töne angeschlagen. Denn so unterhaltsam die Geschichte auch ist, es ist immer ein ernster Hintergrund dabei.

Kurzum - das Buch ist gelungen und ich freue mich bereits darauf, nochmals etwas von Mr. Hockensmith zu lesen!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Ich danke dir von Herzen für deine Nachricht!
Ich versuche stets deinen Kommentar zu beantworten und einen Gegenbesuch zu starten.
Verzeih, wenn es gelegentlich ein wenig dauert!