Dienstag, 30. August 2016

Lese-Empfehlung: 'Die Arena' von Stephen King

Stephen King - Die Arena
Roman // Heyne
1296 Seiten // 12,99€





Wenn kein Gesetz mehr gilt, zählt nur der Kampf ums nackte Überleben...

Urplötzlich stülpt sich eines Tages eine unsichtbare Kuppel über Chester's Mill. Die Einwohner der neuenglischen Kleinstadt sind komplett von der Außenwelt abgeschnitten. Es gibt kein Entrinnen - als die Vorräte zur Neige gehen und kein herkömmliches Gesetz mehr gilt, beginnt ein bestialischer Kampf ums Überleben...




...Es war gut, weil...

Stephen King ist mit diesem Über-1000-Seiten-Werk ein Meisterwerk gelungen.
Denn, obwohl die Geschichte ganz anders ist, wie Kings üblichen Horror-Romane und auch anders daher kommt wie Kings gewohnter Schreibstil, ist sie gut. Bereits bei Joyland durfte ich einen anderen King kennenlernen, was mich (obwohl ein Fan der Beständigkeit) äußerst unterhalten und zm Glück auch nicht abgeschreckt hat. Hier bewies King bereits, das 'anders' gut sein kann.


Bei 'Die Arena' hat er nochmal aufs Gas gedrückt. Die Geschichte geht so: Eine Kleinstadt wird von einer durchsichtigen und undurchdringbaren Kuppel umschlossen. Es kann sowohl nicht durch die Luft als auch nicht durch die Erde ins Innere bzw. nicht nach draußen gekommen werden. Sehr anschaulich wird gleich zu Anfang die Szenerie beschrieben, was passiert, wenn sich urplötzlich eine unsichtbare Wand herabsenkt. Der eine stirbt, der nächste überlebt und wieder einer verflucht die Autofahrerin, die sich nicht entscheiden konnte, ihn, den Anhalter, mitzunehmen.
Der Horror ist zwar einerseits permanent präsent in Form der Kuppel, die sich über die Kleinstadt wölbt und nicht durchdrungen werden kann, und doch ist es ein ganz anderes Horror-Stilmittel, das King hier nutzt. Und es steht der Horror hier keineswegs im Vordergrund (außer vielleicht zum Schluss), er ist in größeren Teilen eher eine Randerscheinung. Schließlich kann so einen Kuppel verschiedene Ursachen haben (also nicht nur im Bereich des Mystischen... der USA traut man ja einiges zu).
King rückt bei seiner Geschichte aber nicht die Kuppel an und für sich ins Zentrum der Geschehnisse, sondern vielmehr wie die eingeschlossene Kleinstadt Chester's Mill damit umgeht.
Und, soviel muss ich sagen, das läuft alles ganz anders, als man erwarten würde.
Denkt man an Lebensmittelknappheit, Wassermangel etc., liegt man falsch, denn das wird auch hier nur am Rande bzw. gar nicht erwähnt.
In erster Linie geht es darum, wie Menschen ihre Macht verlieren, obwohl vom Präsidenten verliehen, und andere sie bekommen; wie Menschen sich in dieser Anarchie verhalten und sich unter ungewöhnlichen Umständen ändern und den gesunden Menschenverstand verlieren.
Vielleicht ist das, was King hier schildert, nicht das Typische, was man erwarten würde und manchmal rutscht er, was die Protagonisten angeht ein wenig zu sehr ins Gut-Böse-Schema ab. Andererseits bei den 'eingesperrten' Charakteren muss es so kommen und man kann mit dem archetypischen Gut-Böse auch klarkommen.

Wenn man bei 'Die Arena' einen klassischen Endzeit-Thriller erwartet, ist man falsch. Denn, obwohl anders als sonst, ist es dennoch ein King und wer King schon länger liest, weiß, dass King andere Ideen und Pläne hat. Die Geschichte hat mich absolut mitgerissen und innerhalb kürzester Zeit hatte ich diesen fetten Schmöker verschlungen! Das hat gut getan!

Ein Minuspunkt gibts, dieser geht aber an den Verlag und nicht an Herr King : Der deutsche Titel 'Die Arena' geht mal gar nicht, denn wenn es auch zu Kämpfen kommt und viele nur tatenlos zusehen und sich zum Teil noch daran erfreuen, ist der originale Titel 'Under the Dome' einfach viel zutreffender, weil viele Bewohner es auch sagen. 'Under the Dome' sagt schlicht und klar, was los ist.

Kommentare:

  1. Huhu
    Die Arena steht auch schon längst auf meine WuLi aber ich weiß noch nicht ob ich es lieber lesen oder hören soll
    Deine Rezi hat es sehr weit nach oben gepusht xD

    Liebe Grüße
    Lilly

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    1. Freut mich, wenn Dir meine Empfehlung gefällt und ich das Buch pushen konnte. Mir hat es wirklich Spaß gemacht, es zu lesen!

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