Dienstag, 6. September 2016

Lese-Empfehlung: 'Illuminati' von Dan Brown

 Dan Brown - Illuminati
Thriller // Bastei Lübbe
716 Seiten // 8,90€






Ein Kernforscher wird in seinem Schweizer Labor ermordet aufgefunden. Auf seiner Brust finden sich merkwürdige Symbole eingraviert, Symbole, die nur der Harvardprofessor Robert Langdon zu entziffern vermag.
Was er dabei entdeckt, erschreckt ihn zutiefst: Die Symbole gehören zu der legendären Geheimgesellschaft der 'Illuminati'. Diese Geschmeinschaft schein wieder zum Leben erweckt zu sein, und sie verfolgt einen finsteren Plan, denn aus dem Labor des ermodeten Kernforschers wurde Antimaterie entwendet.










... Es war gut, weil ...

Wer kennt Illuminati nicht? Spätestens seit es verfilmt wurde, müsste es doch einigen bekannt sein. Nun hab ich ja bekanntermaßen ein Problem mit gehypten Büchern. Ich mag sie nicht - der Hype ist für mich quasi ein Todesurteil - fragt nicht warum, es ist einfach so.
Das ich dann doch hin und wieder gehypte Bücher lese liegt daran, dass der Hype entweder schon hundert Jahre her ist oder ich, wie bei diesem Buch hier, in den Genuß komme mich als Buchretterin aufzuspielen. Dieses Buch kam also in den Müll, nachdem ein alter Mann verstorben war und ich hab es dort wieder rausgefischt. Und von da an stand es dann in meinem SuB-Regal. Schließlich überwand ich mich... und wie schon bei Harry Potter, bereue ich, dass ich nicht schon früher damit angefangen habe zu lesen.

Wo soll ich anfangen?
'Illuminati' erfüllt für mich alle wichtigen Kriterien, um ein gelungenes Buch zu sein. Es ist spannend, es ist menschlich / authentisch und vor allen Dingen ist es intelligent geschrieben. Es füttert mich permanent mit interessanten Informationen, die ich vermutlich nie wieder im Leben brauche, aber trotzdem gerne wahllos in mich hineinstopfe.
Auch wenn sich bei meiner Nachrecherche (die ich meist durchführe, wenn interessante Themen angesprochen werden) herausstellte, dass viele Ideen und Erzählungen Browns an den Haaren herbeigezogen sind, finde ich dennoch die Sachlichkeit und die Überzeugung, mit der Brown schreibt, gigantisch. Ich hab ihm all das aufs Wort geglaubt - und das macht für mich ein gutes Buch vor allem aus.
Gelungen fand ich auch die Beschreibung Roms. War ich selbst zwar nur einmal in Rom und hab da auch nicht so viel von der Schönheit der Architektur und der Archäologie mitbekommen (hey - immerhin war Abschlussfahrt!), weiß ich doch wie ein paar der Plätze aussehen. Brown hat neben seiner Sachlichkeit ein gutes Auge für Szenerien, ich kam mir oft so vor, als würde ich mich selbst gerade in Rom befinden.

Herr Brown beschreibt in seinem Buch nur einen einzigen Tag, hauptsächlich bespricht er die Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, die schon seit Jahrhunderten andauert und scheinbar nicht überbrückt werden kann. Eine Geheimorganisation, genannt Illuminati, sieht jetzt den Zeitpunkt für die Vernichtung der Religion gekommen. Im Sinne von 'Schlag der Schlange den Kopf ab' will sie Vatikanstadt mit einer von Wissenschaftler erfundene Antmaterie, die eigentlich die Kluft zwischen Wissenschaft und Religion schließen soll, vernichten. Illuminati sind eine im 16. Jahrhundert gegründete Organisation, als die katholische Kirche bzw. der Christentum übermächtig war und alle Wissenschaftler bestraft hatte, so dass diese im Geheimen bleiben und arbeiten mussten. Geht die Reise zuerst zu CERN in die Schweiz, folgt sogleich die Reise nach Rom. Dort machen sich die beiden Hauptprotagonisten Langdon und Vittoria auf die Suche nach der Antimaterie, bzw. nach den mittlerweile entführten Favoriten für die anstehende Konklave, weil gerade auch noch der Papst verstorben ist. Hierbei folgen sie dem Weg der Erleuchtung. Schließlich kommt es in Vatikanstadt und darüber zu einem dramatischen Showdown.

Herr Brown, ich ziehe meinen Hut! Sie habe eine neue Anhängerin, die mal eben Ihre sämtlichen Veröffentlichungen in einem Rutsch bestellt hat (und unter Umständen auch in einem Rutsch lesen wird!). Wenn ich es auch schade finde, dass hier nicht alles wahr ist, hat mich hier ein superspannende, ausgeklügelte Geschichte erwartet. Das Ende war super fulminat und meiner Meinung nach hätte auch weniger Kawumm gereicht - ja, dennoch bin ich begeistert!


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