Dienstag, 20. September 2016

Lese-Empfehlung: 'Je süßer das Leben' von Darien Gee

Darien Gee - Je süßer das Leben
Roman // blanvalet
490 Seiten // 8,99€

Nach einem Schicksalsschlag hat die Welt alle Freude und Farbe für Julia Evarts verloren. Doch eines Nachmittags finden sie und ihre kleine Tochter Gracie auf den Stufen ihres Hauses einen Teller mit einem selbstgebackenen Brot, einen Plastikbeutel mit einer unscheinbaren Kugel Teig, eine Backanweisung und ein gelbes Post-it, auf dem steht: "Ich hoffe, Sie möden es." Teilen und genießen? Julia macht die Probe aufs exempel und gibt den Teig an zwei Frauen weiter, die sie in der Teestube trifft. Noch ahnt sie nicht, dass diese Freundschaftsgesete der erste schritt ist, der sie zurück ins Leben brint, und dass ihre kleine Stadt eine zauberhafte Veränderung erleben wird...

... Es war gut, weil ...

Ein Buch über ein Freundschaftsbrot?
Anfangs dachte ich ja, dass kann nur ein Reinfall werde. Weil, ich mein, ein Buch über Freundschaftsbrot (Freundschaftsbrot ist eigentlich zunächst vielmehr ein Teig, der geteilt wird und einem Freund überreicht wird, dieser muss sich dann anch Rezept drum kümmern, also an einem Tag Mehl am anderen tag Zucker etc. zufügen und vor dem Backen wieder in mehrere Teile teilen und einen Teil selbst backen und die anderen Teile weiterreichen), dass kann ja nur schiefgehen. Ich kann mich noch gut daran erinnern, als ich damals in der Grundschule sowas bekommen habe. Erstens hat es mir überhaupt nicht geschmeckt und zweitens hab ich irgendwann vergessen, Zutaten hinzuzufügen. Vor allem wollte irgendwann keiner mehr Teig annehmen.

Äußerst skeptisch begann ich also zu lesen. Und siehe da... man kann ein gutes Buch schreiben, in welchem Freundschaftsbrot eine wesentliche Rolle spielt. Kaum zu glauben.
Julia findet mit ihrer Tochter besagtes Freundschaftsbrot vor der Tür. Julia, die nach einem schweren Schicksalschlag eher lethargisch daher kommt und eigentlich von nichts wissen will, wirft den Klumpen Teig tatsächlich nicht sofort weg (wie man eigentlich annimmt), sondern bäckt es. Zwar erst nachdem sie das schon fertige Brot probiert hat und alles aufgegessen hat, statt wie Tochter verlangt hat, was für den Ehemann aufzubewahren. Aber sie fängt dadurch tatsächlich an zu backen.
Durch dieses Freundschaftsbrot und ein paar äußere Umstände findet sie ins Leben zurück und nicht nur sie, auch andere vom Leben gezeichneten Frauen bekommen einen Auftrieb.
Schließlich wird Avalon vom Freundschaftsbrot überschwemmt (das kenn ich doch irgendwoher) und man glaubt schon, dass es jetzt knallt. Es knallt auch, aber anders, wie man denkt.

Darien Gee hat mit diesem Buch eine wunderbare Geschichte über das Leben geschrieben. Randvoll mit kleinen Details und Szenerien ist das Buch gepackt und macht Spaß auf mehr. Ich fühlte mich gut unterhalten. Es ist spannend, aber nicht im herkömmlichen Sinne - man möchte einfach wissen, wie es mit diesen Frauen weitergeht, ob sie zu Stärke und Kraft finden. Ein wenig Probleme hatte ich mit Julia. Dass sie sich so dermaßen zurückzieht, war mir suspekt. Andererseits hab ich noch kein Kind verloren, wer weiß, wie ich mich verhalten würde.
Natürlich ist ein Happy End vorprogrammiert und auch ganz anderes hätte zu diesem Buch gepasst. Das sind diese Geschichten, die Happy Ends brauchen. Und solche zuckersüßen Geschichten brauche auch ich hin und wieder neben meinen Mordgeschichten.

Ein Punkt fand ich besonders gut:
nämlich den Aspekt, dass die Autorin einerseits voll mit Klischees und an erwarteten Stellen wieder gegen die Klischees arbeitet und die Menschen mal auch vernünftig sein lässt. Das macht die Geschichte noch ein wenig liebenswerter, als sie eh schon ist.

Ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Lektüre von Darien Gee (obowohl ich leider gelesen habe, dass ihr zweites Buch leider überhaupt nicht an das erste rankommt. Mal sehen...)

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