Dienstag, 27. Dezember 2016

Lese-Empfehlung: 'Am Boden' von Lucie Flebbe

Lucie Flebbe - Am Boden
Kriminalroman // grafit
288 Seiten // 11,00€




Der Student Jonas steht in Verdacht, einem Freund beim Roofing einen tödlichen Stoß versetzt zu haben. Bei dem zweifelhaften Trendsport geht es darum, sich beim Klettern in schwindelerregender Höhe filmen zu lassen. Privatdetektivin Lila Ziegler und ihren Partner Ben Danner geht der Fall unerwartet nahe. Zugleich erklärt Lila ihrem Vater den Krieg: Sie stellt sich endlich ihren eigenen Problemen und zeigt ihn wegen häuslicher Gewalt an. Sie ahnt nicht, was sie damit auslöst ...





... Es war gut, weil ...

Ich lese die Krimis um Lila Ziegler und Ben Danner nun schon seit Anbeginn der Reihe, nämlich 2008. Dies ist der nunmehr achte Fall des ungleichen Duos und obwohl ich eher kein Wert auf Liebesgeschichten in Krimis lege, finde ich die bei Lila und Danner total passend.
Vielleicht muss ich vorweg noch sagen - man sollte die Reihe kennen, bevor man sich an Band 8 wagt, sonst fehlen einem ein paar Infos. 

Ach, was hab ich diese Schreib-Art vermisst. Frau Flebbe hats einfach drauf. Sie schreibt locker, leicht, einerseits jugendlich und andererseits aber eben genau das nicht. Sie lässt Humor miteinfließen, lässt aber an den richtigen Stellen auch Ernsthaftigkeit zu. Und sie lässt auch Wut und Trauer und auch Hilflosigkeit zu.
Gerade in diesem Buch finde ich all diese Gefühle und das macht das Buch zu etwas spannendem Rundem. Das Grundthema - Roofing - steht im Vordergrund, aber ohne als belehrend und als omnipräsent zu wirken. Es ist da; es wird gemacht und manch einer versteht, warum es einem einen Kick verleiht und ein anderer eben nicht - aber einer von der Studenten-Gruppe ist abgestürzt und tot und nun ist die sekundäre Frage: Wer wars? Jonas steht im Verdacht, weil der schon mal mit der Polizei zu tun hatte und außerdem hat er seine Aggressionen nicht im Griff.

Aber, doch etwas ungewohnt für Frau Flebbe (aber gut!), steht nicht nur das Whodunnit im Vordergrund, es gibt noch andere Nebenstränge. Der interessanteste ist sicherlich der um Lilas Familie, - auch ohne allzuviel zu spoilern kann ich sagen, dass es mit körperlicher Misshandlung zu tun hat - beziehungsweise primär um den Vater, dem Lila endlich zeigen will, dass er nicht einfach so davon kommt. Wenn dieser Nebenstrang auch etwas spärlich ist, er lässt auf einen weiteren Band hoffen. (Auch wenn es inoffiziel hieß, dass dies der letzte Band gewesen sein soll, aber dann fände ich das Ende echt mies für die Fans!)

Interessant fand ich auch den Aspekt, dass man glaubt, einen Menschen zu kennen, weil man ihn sehr gern hat und dann stellt man fest, dass man im Grunde gar nichts über ihn weiß, was er in der Vergangenheit erlebt hat.  Frau Flebbe hat sich sich seit ihrem ersten Buch schreiblich total verbessert, obwohl manche Bücher zwischendrin nicht so stark waren und mich eher enttäuscht haben. Dieses Buch ist aber wirklich ein Hammer!
Ich habe es nur so verschlungen und war, wie fast immer, enttäuscht, dass es schon wieder zu Ende war.  Weiter so, Frau Flebbe!!

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