Mittwoch, 29. März 2017

Rezension: 'Das Haus am Fluss' von Tanja Heitmann

Tanja Heitmann - Das Haus am Fluss
Roman // blanvalet
576 Seiten // 9,99€
* Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Blanvalet zur Verfügung gestellt.



Eine Liebe, die für immer ist - wie der Verrat der sie zerstört ...

Eines Morgens sitzt Marie im Auto und fährt - nach Norden. Gemeinsam mit ihrem Sohn will sie im alten Sommerhaus der Familie einen Neuanfang wagen, fernab der Geister ihrer Vergangenheit. Das heruntergekommene Anwesen liegt einsam in einem verwilderten Garten am Elbdeich und verspricht die ersehnte Ruhe. Doch während sie es renoviert, entdeckt Marie in den alten Mauern Spuren des Glanzes vergangener Zeiten. Sie erzählen eine Geschichte von Liebe und Verrat - und von der Hoffnung, dass es für das Glück nie zu spät ist.




... So war es ...

Ich gebe es zu - das Cover und auch der Klappentext haben schon Eindruck auf mich gemacht. Weil, wir hatten es letztens in den Montagsfrage davon, ich liebe Häuser auf dem Cover. Und wenn dann der Klappentext noch von renovieren spricht, dann kann es doch nur gut werden, oder?

Zuerst sind da Marie und ihr Sohn Valentin, die von Frankfurt nach Tidewall, also von Mitte Deutschland in den Norden hochziehen. Um einen Neuanfang zu wagen, nachdem etwas geschehen ist, dass nicht gleich zu Anfang erleutert wird. Auf jeden Fall wurde ihr das Sommerhaus von Gerald, einem Cousin ihres Vaters, zur Verfügung gestellt, nachdem man auf einer Hochzeit ins Plaudern geriet. Das Haus ist heruntergekommen und die vorherigen Besitzer haben das Haus wahrlich verschandelt. Und so kommt eins zum anderen - während Marie anfangs fast erschlagen ist, von der grauenvollen Einrichtung, lernt sie dank Valentin schließlich ihren Nachbarn kennen, der Schäfer und wie es dem Klischee entspricht, zunächst auch eher eigenbrötlerisch und schweigsam ist.
Doch gemeinsam erkunden sie das Haus (bis auf die obere Etage...) und tauchen in die Vergangenheit des Hauses, als es noch glanzvoll und voller Leben war, ein. 

Die Geschichte von Marie,Valentin und auch von Asmus, dem Schäfer, entwickelt sich langsam - schließlich hat das Buch über 500 Seiten.
Das Buch ist gemächlich und bietet eher selten Spannungshöhepunkte - für mich ist das allerdings okay. Denn auf seine Art ist es dennoch spannend gewesen. Und es muss ja auch nicht immer auf Vollgas erzählt werden.
Die Charaktere fand ich von Anfang an sympathisch und sind gut gezeichnet, und trotzdem merkt man, dass sie sich über die Zeitspanne, was über ein halbes Jahr hinweg (Gegenwart) geht, sich weiterentwickeln. Insbesondere Marie, die auch die Hauptperson darstellt.
Aber die Geschichte spielt nicht nur in der Gegenwart, sondern es wird auch von der Vergangenheit erzählt - die Geschichte von Mina und Johann, eine aus der High Society stammende Frau und ein von der Arbeiterklasse kommender Mann. In abwechselnden Episoden wird von Marie und von Mina geschrieben.
Zuerst dachte ich ja - och nö, nicht diese langweiligen Episoden von früher, ich möchte etwas von Marie und ihrer Hausrenovation erfahren - aber ich muss mich selbst korrigieren: die Ausflüge in die Vergangenheit waren toll erzählt.
Insgesamt muss ich sagen, dass Tanja Heitmann eine bildhafte Sprache hat, sie fängt einen ein und fesselt. Szenen waren toll beschrieben und ich konnte mir sehr gut vorstellen, wie es dort aussah, in Tidewall, damals und heute. 

Was mich dann aber doch gestört hat, war diese meiner Meinung nach, absolut vorhersehbare Szene kurz vor Ende um Marie und vor allem um Asmus, was die Geschichte in die Länge zog. Asmus' Geschichte hätte man viel besser verpacken können, dass kam irgendwie sehr flach und hingeschludert rüber - so als wäre das der Autorin kurz vor Ende wieder eingefallen und hätte sich noch schnell was aus den Finger gesaugt - schade.
Insgesamt war die Geschichte hier und da vorsehbar und führte nicht zu Überraschungseffekten. Das fand ich okay, aber ein bisschen mal so 'Wow'-Gefühl wäre doch nett gewesen. 


Ich hab mich wohlgefühlt in der Geschichte und fand im Gegensatz zu vielen anderen Rezensenten es gar nicht so schlimm, dass die Geschichte langsamer erzählt wurde. Es war eine nette Lektüre für zwischendurch und hat mich durchaus gut unterhalten.

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