Donnerstag, 20. April 2017

Rezension: 'Die neue Schrebergarten-Kultur' von Caroline Lahusen u. Sylvia Doria

Caroline Lahusen u. Sylvia Doria - Die neue Schrebergarten-Kultur
Lust auf Laube
Bildband // DVA
191 Seiten // 29,99€
* Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von DVA zur Verfügung gestellt!



 Das freie Leben im eigenen Grün
Die Schrebergarten-Kultur wandelt sich - spießig ist die eigene Datsche, Laube, Hütte schon lange nicht mehr, sondern Ausdruck einer neuen, individuellen Lebenskultur, die in den Städten immer mehr um sich greift. Hier findet man sowohl Freiraum für die eigene Gestaltung als auch Verbundenheit zur Natur und Integration in eine lebendige Gemeinschaft. 20 Gärten aus verschiedenen deutschen Großstädten zeigen die Vielfalt dieser neuen Kultur und der Menschen, die sie prägen - die auf sehr unterschiedlichen Lebenswegen zu ihrem ganz persönlichen Gartenglück gefunden haben.






... So war's ...

Das Buch ist ein Augenschmaus. Das kann ich gleich von Anfang an sagen.
Es wird darin von 20 verschiedenen Schrebergärten berichtet, die von ihren Schöpfern zum Teil veerbt, verkauft, verpachtet, etc. bekommen worden sind.
20 ganz unterschiedliche Gärten, die von ganz unterschiedlichen Paaren und Familien bewirtschaftet und geliebt werden.
Das Buch wartet mit vielen Bildern auf, diese zeigen nicht nur, wie unterschiedlich Schrebergarten gestaltet und hergerichtet werden können (und wie unterschiedlich die Vorgaben/ Umgebungen sind), sondern zeigen auch, wer hinter der Gestaltung und Bewirtschaftung steckt.
Neben den Bildern gibt es viele erklärende und erzählenden Texte, von ganz unterschiedlichen Ausgangspunkten ausgehend.

Jetzt muss ich ja gestehen, dass ich selbst noch nie einen Schrebergarten in echt gesehen, geschweige denn einen betreten habe. Ich mag aber die Idee und die Möglichkeiten, die da drin stecken. (Mal abgesehen davon, dass Schrebergärten eine gute Basis für Krimis bilden und auch, dass die erste Vorstellung von einem Schrebergarten so herrlich spießig ist - auch wenn das Buch mit diesem Vorurteil direkt aufräumt.)

Die vorgestellten Kleingärtner find ich überaus sympathisch, die zum Teil wirklich alles aus den Gärten rausgeholt haben. Die Gärten stellen sich als kleine Paradiese dar, die, obwohl sie mit einiger Arbeit verbunden sind, auch viel wiedergeben (und nicht nur erntefrisches Gemüse). Sie sind kleine Oase, geschaffen von ihren Gärtnern, die in diesem Buch auch zu Wort kommen und dabei ehrlich sagen, was sie über das Gärtnern und den Garten itself denken. Interessant find ich auch, wie manche zu den Gärten gekommen sind und dass es auch verschiedene Möglichkeiten des Besitzens des Schrebergartens geben kann.

Nach dieser Lektüre bekommt man direkt Lust, einen eigenen Schrebergarten aufzuziehen und loszugärtnern (trotz der abschreckend langen Wartezeiten, die es leider in vielen Städten gibt).

Als Bonus empfand ich die (hauseigenen) Tipps der Gärtner, die ich zwar nicht alle umsetzen kann (weil es mir (noch) an einem Garten fehlt), aber mir zeigen, dass sich viele wirklich mit ihrem Garten und was darin wachsen kann auseinandersetzen. Und wer weiß, der eigene Garten kommt vielleicht schneller, als geplant.

Das Buch ist viel mehr ein Porträt über Kleingärtner und ihre Gärten als ein Sachbuch über Schrebergärten (wer hier also konkrete Planungstipps oder Pflanz- und Bauanleitungen sucht, ist mit diesem Buch eher fehlbedient), das sehr liebevoll und detailreich ausgearbeitet wurde. Auch die Autorinnen selbst kommen mit ihren Gärten zu Wort. Die Texte sind sehr spannend geschrieben und werden auch beim 19. & 20. Schrebergarten nicht langweilig.
Insgesamt ist dies ein wunderbar inspirierendes Buch für alle, die ein Herz für Schrebergarten haben oder einfach auch mal schauen wollen, wie es sich mit so einem Kleingarten lebt.

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