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Samstag, 30. Dezember 2017

Rezension: 'Die Wolkenfischerin' von Claudia Winter

Claudia Winter - Die Wolkenfischerin
Roman // Goldmann
399 Seiten // 9,99€
* Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Goldmann zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!


 Charmant und gewitzt hat sich Claire Durant auf der Karriereleiter eines Berliner Gourmet-Magazins ganz nach oben geschummelt. Denn niemand ahnt, dass die Französin weder eine waschechte Pariserin ist noch Kunst studiert hat – bis sie einen Hilferuf aus der Bretagne erhält, wo sie in Wahrheit aufgewachsen ist: Ihre Mutter muss ins Krankenhaus und kann Claires gehörlose Schwester nicht allein lassen. Claire reist in das kleine Dorf am Meer und ahnt noch nicht, dass ihre Gefühlswelt gehörig in Schieflage geraten wird. Denn ihr Freund Nicolas aus gemeinsamen Kindertagen ist längst nicht mehr der schüchterne Junge, der er einmal war, und dann taucht aus heiterem Himmel auch noch ihr Chef auf. Claire muss improvisieren, um ihr Lügengespinst aufrechtzuerhalten – und stiftet ein heilloses Durcheinander in dem sonst so beschaulichen Örtchen Moguériec …

 

 

... So war's ...

Claire Durant ist Pariserin und so gibt sie sich auch, blöd nur, dass das eigentlich gar nicht stimmt. Eigentlich heißt sie Gwenaelle und stammt aus der Bretagne und all die Arbeits-Zertifikate sind nicht echt. Blöd, dass sie ihrem Chef vorgeflunkert hat, dass sie dringend nach Paris muss. Und blöd, dass ausgerechnet ihr Chef dann in ihrem Heimatort Urlaub machen muss, wo sie nach so langer Zeit endlich mal heimkehrt, weil ihre Mutter im Krankenhaus liegt und die gehörloses Schwester von Claire nicht allein zurecht kommt. Und das obwohl ihr Chef denkt, sie sei in Paris. Und klar, dass dann mit Claires kopfloser Lügerei so ein Wirrwarr entsteht.

Wirrwarr & Heilloses Durcheinander - das trifft's ziemlich gut. Die Geschichte hat Charme, aber ganz ehrlich? So richtig sprang der Funke nicht über. Erst dachte ich, dass liegt vielleicht am Anfang, aber mit der Zeit wurde klar - ich konnte mich mit den Charakteren nicht so recht anfreunden, auch nicht mit dieser sinnlosen Lügerei und erst recht nicht mit dem Durcheinander, dass letztendlich daraus entstand.
Claire Durant war für mich sehr widersprüchlich, oft war sie mir unsympathisch, obwohl sie eigentlich recht freundlich ist - aber diese Lügerei ging einfach gar nicht. Dieses Ding, dass sie plötzlich mit ihrem Chef hat, obwohl all die Jahre davor nichts passiert ist, empfand ich irgendwie zu plötzlich und wirkte für mich ein wenig an den Haaren herbeigezogen.  Die anderen Figuren bleiben verhältnismäßig flach, einzig zu Maelys konnte ich etwas Zugang finden, was aber vermutlich nur daran liegt, dass ich selbst schlecht höre. Denn ganz ehrlich, dieser tagtägliche Backwahnsinn find ich einfach nur... seltsam. Dabei nervt mich, dass Maelys am Anfang als so dämlich dargestellt wird - nur weil man gehörlos ist, heißt das nicht, dass man sein Leben nicht alleine meistern kann. Es wird schließlich deutlich, dass Maelys ganz und gar nicht doof ist, aber das dieses 'Behinderte kommen nicht allein zu Recht'-Klischee nervt mich einfach.

Insgesamt war die Geschichte schlüssig und nicht schlecht aufgebaut - leider konnte ich mich nicht so recht mit dem Durcheinander anfreunden. Diese Geschichte hat mich, weil ich auch nicht immer dranbleiben konnte, manchmal sehr verwirrt. Claudia Winters Schreibstil ist einfach nicht so mein Fall. Möglicherweise habe ich zuviel von dieser Geschichte erwartet.

Leider wurde ich mit diesem Buch nicht warm - die Geschichte an und für sich ist schon tausend Mal dagewesen und bringt leider auch keine große Überraschung. Durch die mir unsympathischen Figuren und dem Durcheinander fiel auch der Part Authentizität für mich weg. So schön eine Reise in die Bretagne sein kann, die Reise in dieses Buch war leider eher mühsam und enttäuschend.