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Dienstag, 7. März 2017

Rezension: 'Das Scherbenhaus' von Susanne Kliem

Susanne Kliem - Das Scherbenhaus
Psychothriller // carl's books
332 Seiten // 14,99€
DAS BUCH ERSCHEINT AM 20. März 2017.
* Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von carl's books zur Verfügung gestellt!





Jedes Haus hat seine Geheimnisse. Doch in diesem lauert der Tod. 

Carla erhält seit Monaten anonyme Drohbriefe und wird von Angstattacken geplagt. Als sich die Chance ergibt, in ein hochmodernes Wohnhaus nach Berlin zu ziehen, freut sie sich auf den Neuanfang. In ihrem perfekt abgesicherten Smart Home und der engen Hausgemeinschaft fühlt sie sich beschützt. Doch dann gibt es immer mehr alarmierende Vorfälle, und Carla ahnt, dass der Feind gar nicht von außen kommt. Er ist schon längst bei ihr ...






... So war's ...

Achtung - ich arbeite mit Spoiler!

Dieses Buch wurde mir angeboten und da mir der Klappentext sehr zusagte, war ich gleich Feuer und Flamme! Voller Freude machte ich mich daran, es zu lesen und wurde gleich mal enttäuscht.
Enttäuscht deswegen, weil ich, nachdem mir das Buch zum Lesen und anschließendem Rezensieren angeboten worden war, mich mit dem Klappentext beschäftigt habe und mir dachte - jau, das ist voll dein Ding: Ein hochmodernes Haus, total verkabelt und mit luxeriöser Technik ausgestattet - Hausschlüssel etc. sind eh völlig überbewertet, deswegen lassen sich die Haustüren mit dem Smartphone öffnen - und die Vorstellung, dass die vermeintliche Sicherheit zu einer einzigen, großen und tödlichen Falle wird... hach, da geht mir mein Herz auf. 
ABER - und hier kommt der erste Spoiler und gleichzeitig auch der größte Kritikpunkt - es war nicht so. Das Haus war zwar Thema und auch hochmodern, aber eine tödliche Falle war es eigentlich nicht. Es war allenfalls eine zugefallene Tür, die einen panischen Schreck-Moment hervorruft, weil sie verklemmt ist, ehe sie dann doch wieder aufgeht.
Ich bin mal wieder einer falschen Suggestion aufgesessen - der Klappentext hat mir etwas völlig anderes vermittelt, als dann tatsächlich geschah. 
ABER - und das musst ich wirklich betonen - DIE GESCHICHTE IST GUT. 
Auch wenn die Geschichte um ein tödliches Haus gut gekommen wär, will ich die Geschichte, die sich Susanne Kliem ausgedacht hat, nicht schlecht machen. Ganz im Gegenteil!!
Denn schreiben kann Frau Kliem echt gut.
Am Anfang fängt Frau Kliem langsam an, das gibt sich aber recht schnell und die Geschichte nimmt permanent an Fahrt auf ohne dabei allzuviel Lärm zu machen, dass gefällt mir sehr gut. Sie schreibt fesselnd, es ist wirklich spannend und auch psychologisch subtil augebufft, eine leichte Beklemmung kommt auf - allerdings muss ich hier sagen, da hätte Frau Kliem ruhig noch ein, zwei Schippen auflegen können, dann wäre es wirklich beklemmend gewesen und man hätte dieses Buch besser nicht mehr abends gelesen.
Die Umsetzung von psychologischen Feinheiten, wie Machtdemonstration und Manipulation, allerdings hat sie sehr gut ausgearbeitet. Chapeau!
Sie hat einen guten Erzählstil, sie erzählt detailreich und authentisch, ohne sich dabei zu verzetteln. Sie baut eine interessante, stimmige Geschichte auf, die einen immer mal wieder überlegen und rätseln lässt, wer denn nun wirklich der Böse ist (auch wenn man es insgeheim ahnt). Sie verzwirbelt die losen Enden und man bleibt kaum mit ungelösten Fragen zurück. 
 Ihre Charaktererstellung ist ordentlich und detailreich. Zu Anfangs war mir die Hauptprotaginistin, Carla, etwas unsympathisch - auf die andere Art, wer weiß wie ich mich verhalten würde, würde ich plötzlich Drohbriefe erhalten und nicht wissen, gegen wen ich etwas tun sollte. Auch hier und da hätte ich sie mir etwas unvernünftiger und nicht ganz so rational gewünscht - das hätte ihr mehr Tiefe und Authentizität gebracht. Ab Mitte des Buchs wird das besser und sie wird mutiger.
Interessant dargestellt fand ich auch die anderen Charaktere - gerade Milan hat mich gereizt, seine (Achtung Spoiler!) manipulative Art (Spoiler Ende!) war äußerst gut dargestellt - allerdings hätte ich mir gewünscht, dass das Warum gerade am Schluss noch etwas intensiver und verständlicher ausgearbeitet gewesen wäre - das hätte das Ende noch etwas runder gemacht.
Mal abgesehen von der Pleite mit dem Klappentext  und dem meiner Meinung nach etwas fehlenden Beklemmungsgefühl, ist hier also ein gut gelungenes Buch entstanden


Susanne Kliem hat sich sehr große Mühe gegeben und das merkt man der Geschichte an. Sie schreibt mit Herzblut und Hirn und hat den Dreh, Menschen mit ihren Geschichten zu fesseln, definitiv raus.
Deswegen: Weiter so! Und: Susanne Kliem werd ich mir definitiv merken.

 

Susanne Kliem lebt mit ihrer Familie derzeit in Berlin. Seit 2009 ist sie Autorin und hat bereits einige Krimis geschrieben und veröffentlicht (darunter 'Die Beschützerin' und 'Trügerische Nähe').
Über ihre  Romane sagt sie selbst, dass sie von dem Bösen, das im Alltäglichen lauert, schreibt - sie stelle lieber die Eskalation zwischenmenschlicher Beziehungen dar, als brutale Gewaltszenen.

Dienstag, 20. Dezember 2016

Rezension: 'Eisige Schwestern' von S.K. Tremayne

S.K. Tremayne - Eisige Schwestern
Psychothriller // Knaur*
400 Seiten // 14,99€


Kirstie oder Lydia?
Gut oder böse?
Lebendig oder tot?

Welches meiner Mädchen bist du?

Ein Jahr nachdem die sechsjährige Lydia durch einen tragischen Unfall ums Leben kam, sind ihre Eltern Sarah und Angus psychisch am Ende. Um neu anzufangen, ziehen sie zusammen mit Lydias Zwillingsschwester Kirstie auf eine atemberaubend schöne Privatinsel der schottischen Hebriden. Doch auch hier finden sie keine Ruhe. Kirstie behauptet steif und fest, sie sei in Wirklichkeit Lydia, die Eltern hätten den falschen Zwilling beerdigt.
Bald hüllen Winternebel die Insel ein, Angus ist beruflich oft abwesend, und bei Sarah schleicht sich das unheimliche Gefühl ein, etwas stimme nicht. Zunehmend fragt sie sich, welches ihrer Mädchen lebt. Als ein heftiger Sturm aufzieht, sind Sarah und Kirstie komplett isoliert und den Geistern der Vergangenheit ausgeliefert.



... So war's ...

Ich bin völlig entflammt! Ich glaube, ich habe einen neuen Lieblingsautor.
Hörst du meine Lobesgesänge? Hallelujah!
Hach - das war mal wieder so ein Thriller, wie er geschrieben werden sollte. Spannend, mysteriös, fesselnd - so mag ich das. In einem Tag hatte ich das Buch durchgelesen und wenn man andere Bewertungen anschaut, ging es nicht nur mir so.

Die Geschichte fängt im Prinzip mit einem Umzug an, die halbverwaisten Eltern und deren Tochter Kirstie ziehen auf die Donnerinsel, dort befindet sich ein Leuchturm und ein sehr marodes Cottage. Angus, der Mann und Vater, war als Kind schon oft hier, denn es ist das Haus seiner Großmutter. Sarah, die Frau und Mutter, treibt den Umzug voran, möchte sie doch den Tod ihres Kindes Lydia vergessen. Und dann ist da Kirstie, die ihren Zwilling Lydia verloren hat.

Kirstie und auch Lydia gebührt die meiste Aufmerksamkeit in diesem Buch und diese beiden stiften auch am meisten Verwirrung.
 Verwirrend ist auch die Geschichte, aber nicht so, dass man nicht mehr mitkommt, sondern genau im richtigen Maß - es bleibt spannend, auch wenn man nicht immer weiß, was da wirklich los ist.
Toll fand ich den Ausgangspunkt Zwillinge. Zwillinge bieten interessante Fakten und wundersame Phänomene. Herr Tremayne hat hier Fakten um die Zwillingsforschung einfließen lassen, ohne dabei belehrend zu wirken - das hat mir sehr gut gefallen.
Gefallen hat mir auch:  Tremayne hat eine bildhafte Sprache und als es in der Geschichte zum furiosen Sturm kommt, sieht man, wie sehr der Autor die Sprache beherrscht und fühlt sich, als würde man sich auf dieser sturmumwehten Insel sitzen, direkt neben den Hauptprotagonisten. Ich hatte öfters mal Gänsehaut!
Ich mag auch sehr, dass das die Grenzen von Realität und Mystik verwischen, wenn sich auch am Schluss manches aufklärt (und manches eben nicht). Mit dem Mystischen wird hier auf jeden Fall nicht zu knapp gespielt. Das verleiht der Geschichte das gewisse Extra.

Manches bleibt lange im Unklaren, anderes verdichtet sich schon nach wenigen Seiten, spannend bleibt das Buch bis zum Schluß und wenn dieses auch unerwartet endet, ist es stimmig! 
Ich bin sehr begeistert von dem Buch und werde definitiv noch mehr von diesem Autor lesen!


Dienstag, 25. Oktober 2016

Rezension: 'Die Vermissten' von Caroline Eriksson

Caroline Eriksson - Die Vermissten
Psychothriller // Penguin Verlag
271 Seiten // 13,00 €
*Dieses Buch wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt vom Penguin Verlag - Danke!





Und plötzlich kannst du dir selbst nicht mehr trauen...
Ein Bootsausflug an einem Sommerabend, das grünschwarze Wasser leuchtet geheimnisvoll in der untergehenden Sonne. Doch da verschwinden Alex und seine Tochter Smilla auf einer Insel - spurlos. In ihrer wachsenden Verzweiflung wendet sich Greta an die Polizei. Schnell wird klar, dass ihre Geschichte ebenso große Rätsel aufwirft wie das Verschwinden ihrer Lieben - und die Frage: Hat sie etwas damit zu tun?

 

 

 

 

 

 

... So war's...

"So spannend, dass es einen schier verrückt mach." - Aret Runt
"Der Alptraum, durch den Greta stolpert, entwickelt einen unausweichlichen Sog.“ - BRIGITTE
"Mit ihrem Roman 'Die Vermissten' hat sich Caroline Eriksson als eine der heißesten Spannungsautoren nach vorne geschrieben!" - Aftonbladet 

So lauten die Stimmen über den Roman von Caroline Eriksson. Schon eine Weile bin ich in Buchhandlung drumrumgeschlichen, es wurde mir quasi vorgehypt und mehrmals empfohlen. 'Wenn Sie den und den Autor mögen - ja, dann ist das Buch etwas für Sie!' und so weiter. Als es mir dann vom Penguin-Verlag zur Verfügung gestellt wurde, waren meine Erwartungen entsprechend hoch. Weil - erstens klang es sauspannend, der Klappentext suggeriert einem ja die wildesten Möglichkeiten, was passiert ist. Und zweitens - weil es so gehypt und so empfohlen wurde. 
Leider muss ich jetzt schon wieder sagen, dass ich ein wenig spoilern muss - aber es geht nicht anders. 

Und so saß ich dann gestern da und fing an zu lesen. Und kapierte nach den ersten beiden Kapiteln gar nichts mehr. Es ist ja schon möglich, dass man überfordert ist, wenn man entdeckt, dass die Lieben verschwunden sind - dass man aber so ineffektiv handelt...
So ineffektiv ging es weiter - mit der Hauptprotagonistin Greta, aus deren Sicht geschrieben wurde, bin ich überhaupt nicht warmgeworden. Mit Menschen, die sich selbst so klein machen und sich nicht wehren gegen Unrecht und nur duckmäuserisch werden, komm ich einfach nicht klar. Wie kann man sich selbst so egal sein? Ich würde nicht so kampflos aufgeben und alles über mich geschehen lassen. Außerdem hatte ich ja eine ganze Weile den Verdacht, dass Greta Drogen nimmt. Einfach weil sie so verquere Gedanken hat. Oder dass sie vielleicht in die Klappse gehört.
Ja und dann der Inhalt. Wenn man den Inhalt nüchtern betrachtet, dann ist das alles ja schon irgendwie an den Haaren herbeigezogen - das Verschwinden meine ich dabei nicht, dass wurde eigentlich wirklich eindrucksvoll geschildert, auch wie sie die beiden sucht, und man hat das Gefühl, dass da wirklich eine saustarke Geschichte dahinter steckt. 
Bei anderen Büchern, z.B. Dan Browns Illuminati, ist das ja auch, dass etwas so nicht gegeben haben kann, aber da wird es einem glaubhaft beschrieben, dass es doch so war und ich glaube in diesem Moment auch, dass es wirklich so gewesen sein könnte. Bei 'Die Vermissten' war irgendwie ab dem dritten Kapitel nichts mehr glaubhaft und man wusste einfach nicht, was los war. Es war äußerst verwirrend.
Es wurden ständig neue Puzzleteile aufgedeckt, immer wieder abwechselnd mit Rückblenden in die Vergangenheit, doch die neuen Details, die man erfährt, verwirren zusätzlich noch mehr, weil einfach nichts mehr Hand und Fuß zu haben scheint. Die Auflösung des Verschwindens von Alex und Smilla war so banal - ich war einfach geschockt. Lediglich das Ende war mal richtig spannend geschildert und hat dann einiges wieder wettgemacht. 
Um mal ein ganz kurzes Fazit zu ziehen: Das Buch ist für mich kein Psychothriller, sondern mehr eine Ansammlung verwirrender Schilderungen. 
Vielleicht lag es an meiner hohen Erwartung, vielleicht lag es am Buch - das war für mich eine herbe Enttäuschung. Schade!

Donnerstag, 7. Juli 2016

Rezension: 'Passagier 23' von Sebastian Fitzek

Sebastian Fitzek - Passagier 23
Psychothriller // Droemer*
426 Seiten // 19,99€


Denken Sie an einen Ort ohne Polizei.
Eine Kleinstadt, aus der Jahr für Jahr Dutzende Menschen verschwinden.
Spurlos.
Der Ort für das perfekte Verbrechen. 
Herzlich Willkommen auf Ihrer Kreuzfahrt!

Martin Schwartz, Polizeipsychologe, hat vor fünf Jahren Frau und Sohn verloren. Es geschah während eines Urlaubs auf dem Kreuzfahrtschiff  'Sultan of the Seas' - niemand konnte ihm sagen, was genau geschah. Martin ist seither ein Wrack und betäubt sich mit Himmelfahrtkommandos als verdeckter Ermittler. Mitten in einem Einsatz bekommt er den Anruf einer seltsamen alten Dame, die sich als Thrillerautorin bezeichnet: Er müsse unbedingt an Bord der 'Sultan' kommen, es gebe Beweise dafür, was seiner Familie zugestoßen ist.
Nie wieder wollte Martin den Fuß auf ein Schiff setzen - und doch folgt er dem Hinweis und erfährt, dass ein vor Wochen auf der 'Sultan' verschwundenes Mädchen wieder aufgetaucht ist. Mit dem Teddy seines Sohnes im Arm...



... So war's ...

Mein erster Fitzek.
Jap, das gebe ich öffentlich als selbsterklärte Thriller- und Krimi-Liebhaberin zu - ich habe bisher noch nie einen Fitzek gelesen. Schande über mein Haupt.
Als ich aber über dieses Werk zur damaligen Veröffentlichung stolperte, wusste ich, das werde ich einmal lesen. Denn diese wundervolle Grundidee mit dem Verschwinden eines Menschen an Bord... da stimmt doch schon alles drum rum. Das endlose, schwarze Meer, das nach Nahrung giehrt (findet ihr das Meer nicht auch manchmal sehr gruselig? (denkt jetzt bitte nicht an die weißen Sandstrände, bei denen das Meer sanft seine Wellen anrollt)) und dann ein riesengroßes Schiff, sehr eindrucksvoll als 'zusammengepferchte Kleinstadt' beschrieben... das alles bietet eine gute Basis.
Und tatsächlich - Herr Fitzek nutzt diese Basis und baut darauf eine eindrucksvolle Geschichte auf. Ich kenn mich zwar auf Kreuzfahrtschiffen nicht aus und habe keinerlei Ahnung, wie dort alles seinen Gang hat und wie so Riesen-Schiff aufgebaut ist, aber was Herr Fitzek da erzählt, klingt äußerst realistisch und authentisch und könnte genauso geschehen sein.
Fitzek fängt mit mehreren losen Enden an und verknüpft sie am Ende miteinander - soviel sei verraten, denn soviel kann man sich denken. Doch wie er sie miteinander verknüpft und was dabei rumkommt - hallelujah. Würde Fitzek nicht schon lange auf einem Thron sitzen, ich würde ihn aufdenselbigen heben.
Toll fand ich die Irrungen und Wirrungen, die er einbaute, so dass man mit seinen eigenen Grübeleien wieder im Nichts landete. Ich tappte recht ordentlich im Dunkeln, was den Mörder anging. Und auch was die Motive angingen. Üble Sache - aber wirklich spannend aufgebaut.

Nun hab ich schon in diversen Rezesionen gelesen, dass 'Passagier 23' eher ein 'schwaches' Buch von Herr Fitzek ist. Gut, ich hab jetzt noch keine anderen Bücher von ihm gelesen, kann aber mit Sicherheit sagen: Wenn das ein 'schwaches' Buch ist, dann bin ich definitiv auf seine anderen Bücher gespannt. Denn wenn das schon 'schwach' war, was ist dann 'stark' bei ihm?
Allerdings... ein Kritikpunkt habe ich: Ein wenig flach erschienen mir die Personen - eindimensional sagt man so schön. Ich glaube, dass ist auch, was andere (professionelle Fitzek-) Leser als 'schwach' bezeichnen. Und wenn es auch ein wenig an der Charaktertiefe fehlt, der Spannung und dem Plot tut es im wesentlichen kein Abbruch.

Dies ist eine Lobeshymne und mein Gott - das hat das Buch mehr als verdient. Es beinhaltet alles, was mir Spaß macht und ist im Schreibstil ein wenig anders, aber nicht abwegig, und authentisch und doch wiederum nicht.
Auf jeden Fall weiß ich, dass ich, sollte ich mal mit einem Kreuzfahrtschiff fahren, mich umsehen werde (wenn das auch nicht heißen soll, dass ich in das Beuteschema diesen Mörders gefallen wäre), man weiß ja nie.
Danke, Herr Fitzek, für dieses erste Lese-Erlebnis Ihres Buches!

Dienstag, 29. März 2016

Rezension: 'Ihr liebt sie nicht' von Belinda Bauer

Belinda Bauer - Ihr liebt sie nicht
Psychothriller // Manhattan
396 Seiten // 14,99 €



Es ist Jagdsaison im englischen Exmoor. Doch die Beute ist nicht das Wild. Es sind die Kinder.
Erst die dreizehnjährige Jesse, dann der neunjährige Pete. Innerhalb kurzer Zeit verschwinden zwei Kinder aus dem Auto ihrer Eltern. Zurück bleibt in beiden Fällen nur eine handgeschriebene Notiz: »Ihr liebt sie nicht.« Mitten im Hochsommer fallen dunkle Schatten über Exmoor. Irgendjemand scheint Kinder zu stehlen – Jesse und Pete waren nur der Anfang. Es gibt keine Spuren, keine Erklärung, keine Lösegeldforderungen und keine Hoffnung. Der Polizist Jonas Holly versucht, sich in den Kopf des Entführers zu versetzen, um ihm auf die Spur zu kommen. Doch zumindest einer in dem kleinen Örtchen Shipcott ist überzeugt, dass der psychisch instabile Holly der Letzte ist, dem man vertrauen sollte …





... So war's ...

Heidewitzka - da hat die Frau Bauer aber mal eine Geschichte vorgelegt. Da hatten mich schon der Titel und vor allem der Klappentext auf die Folter gespannt. Und als ich endlich anfangen konnte zu lesen, konnte ich auch fast nicht mehr aufhören.
Was ich zunächst nicht wusste, es ist der Band in einer Reihe um den Polizisten Jonas Holly.
Trotzdem hab ich, bis auf ein paar kleine Anspielungen, alles gut verstanden. Es tut der Spannung in der Geschichte also keinen Abbruch.
Der Anfang war etwas holperig. Manchmal hat mich auch das Geplänkel um Holly und einen zweiten Protagonisten, Steven, gestört. Er ist derjenige, der Holly für nicht vertrauenswürdig hält. An sich fand ich die Dialoge interessant, aber hier waren die Anspielungen, die ich nicht immer bzw. erst nach und nach verstanden habe; das hat ein bisschen gestoppt, aber wie gesagt - es schadet der Spannung nicht.
Ungewöhnlich fand ich das Motiv, aus welchem die Kinder entführt wurden - und auch diese Ausarbeitung darum fand ich klasse. War der Anfang holperig, kommt Frau Bauer hier ordentlich in Fahrt und fährt gutes sprachliches Geschütz auf. Ohne viel Blut, erzeugt sie hier eine intensive Situation, in der man nicht mehr in der Lage ist, das Buch mal kurz sinken zu lassen geschweige denn wegzulegen.
Das Ende ist wahrlich fulminant und unglaublich befreiend. 
Frau Bauer hat mir gut gefallen und ich werde mir ihre anderen Bücher auf jeden Fall für meinen Wunschzettel notieren!

Wer also einen kurzweiligen Thriller sucht, der mit ungewöhnlichen Motiven daherkommt und am Blut spart, ist hier sehr gut bedient!

Mittwoch, 18. November 2015

Rezension: 'Das Dornenkind' von Max Bentow


Max Bentow - Das Dornenkind 
PsychoThriller // Goldmann
444 Seiten // 14,99 € 
Ich habe den 5. Band (Das Dornenkind) freundlicherweise vom Goldmann-Verlag zur Verfügung gestellt bekommen (Vielen Herzlichen Dank dafür!), davor musste ich ungelogen, noch schnell Band 3 & 4 lesen.






Der Federmann kehrt zurück. Und seine Heimtücke kennt keine Gnade...
Der Berliner Kommissar Nils Trojan und sein Team stehen vor einem Rätsel, als man drei Todesopfer auffindet, denen eines gemeinsam ist: in ihre Haut wurden mysteriöse Botschaften tätowiert. Trojan gerät unter Druck, denn es ist nur eine Frage der Zeit, bis der nächste Mord geschieht. Doch dann wird plötzlich sein schlimmster Alptraum wahr - denn er bekommt den Anruf einer jungen Frau, die behauptet, die Tochter des 'Federmannes' zu sein, jenes infamen Serienmörders, der Trojan einige Jahre zuvor schwer verletzt entkommen war. Zu seinem Entsetzen schwört sie, dass ihr Vater noch am Leben ist, und Trojan spürt, dass die Stunde der Vergeltung gekommen ist...


... So war's ...


Wer Max Bentow und damit verbunden, Nils Trojan kennt, weiß, was ihn hier erwarten wird (und das ist auch absolut erforderlich, Quereinsteiger werden es schwer haben).
Doch - und das muss ich gleich zu Anfang sagen - war kein bisheriges Buch der Reihe so fulminant, wie dieses hier.
Die anderen Bücher der Reihe sind natürlich gut und unterhaltsam, aber dieses hier hat dem ganzen noch eine Krone aufgesetzt (vor allem nach dem doch etwas schwachen 4. Band).

 Im 5. Band, Das Dornenkind betitelt, erzählt Max Bentow von der Rückkehr des Federmannes, der Trojan bereits im ersten Band heftig zugesetzt hatte und auch in diesem Band Trojan wieder zusetzen wird. Denn das ist sein Plan - Rache nehmen...
Langsam steigernd und trotzdem nicht zäh kommt die Spannung auf;
Bentow hat hier mehrere gute und ausgebuffte Wendungen eingebaut um die Leser bei Stange zu halten - sein Plan geht voll auf. Ist es zum einen die Tochter des Federmannes etwas wankelmütig und man weiß nicht, ob sie auf der guten oder auf der bösen Seite steht oder ist es zum anderen doch die Unklarheit, ob es einen Nachahmungstäter gibt oder nicht - egal, Bentow hat es in diesem Buch voll drauf. 
Er spinnt einen Erzählstrang in den anderen, dabei vergisst er die Charaktere nicht, und baut eine komplexe Geschichte auf, die einen voll in seine Krallen nimmt. Ich gebe es ehrlich zu - ich musste schnell lesen und viel, weil es spannend war.
Das Finale kommt quasi mit Pauken und Trompeten und es werden eigentlich alle, im ersten Band aufgeworfenen Fragen, gelöst. Hach - was für ein Leseerlebnis!

Eine kleine Kritik hab ich dann aber doch (aber ich muss fairerweise sagen, dass die mich schon seit Anfang der Reihe stört): Die Sache mit Jana, der ehemaligen Psychologin und Jetzt-Freundin von Trojan,... - für eine Psychologin erscheint sie mir etwas unausgereift und eher nicht so gut in ihrem Job. Auch dieses ewig Hin und Her, ob jetzt oder ob jetzt doch nicht, nervt mich. Ich weiß, dass die Liebe nicht einfach ist, aber diese vorgeschobenen Gründe ('Trojan bringt das Schlechte in ihr Leben') find ich schon ein bisschen... blöd. Mal weist sie ihn ab, mal zieht sie ihn zu sich hin. Wenn man es mal übertrieben betrachtet, zeigt sie genauso psychisch gestörte Anwandlungen wie die Täter auch. So. Jetzt ist es raus.

Trotzdem tut Jana der Spannung und dem Lesefluss der Geschichte glücklicherweise keinen Abbruch und man kann sie getrost ignorieren.
Wer also ein großer Freund von Trojan ist, sollte hier unbedingt zu schlagen.
Und wer mit Trojan noch nichts anfangen kann,  sollte schleunigst anfangen die Reihe zu lesen (das erste Buch heißt 'Der Federmann').

Ich habe das Buch nur so verschlungen und möchte es unbedingt weiterempfehlen!