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Montag, 20. August 2018

Kurzrezension: 'Totenlied' von Tess Gerritsen

Tess Gerritsen - Totenlied
Thriller // blanvalet // 2016
314 Seiten // 9,99 € // Taschenbuch


 

Wenn das Totenlied erklingt,
gibt es kein Entkommen....

Von einer Italienreise bringt die Violinistin Julia Ansdell als Souvenir ein altes Notenbuch mit. Es enthält eine handgeschriebene, bislang unbekannte Walzerkomposition. Julia ist fasziniert von dem Stück, doch jedes Mal, wenn sie die aufwühlende Melodie spielt, geschehen merkwürdige Dinge. Etwas Bösartiges geht von dem Walzer aus; es scheint das Wesen von Julias dreijähriger Tochter zu verändern. Weil niemand ihr Glauben schenkt, reist Julia heimlich nach Italien, um nach der Herkunft der mysteriösen Komposition zu forschen...




... So war's ...

Julia Ansdell ist aus beruflichen Gründen in Italien und beschließt, nicht nur ihrem Mann und ihrer Tochter ein Souvenir mitzubringen, sondern auch sich selbst zu beschenken.
Sie entdeckt in einem kleinen Abtiquitäten eine Mappe mit Zigeuner-Melodien. Aus diesem flattert eine Partitur eines Walzers, welche handschriftlich verfasst wurde.
Julia nimmt sich dieses Andenken mit.
Doch als sie zuhause das erste Mal diese Noten spielt, passiert etwas schreckliches. Und als sie das Lied nochmals spielt passiert erneut schreckliches - und jedes Mal ist die kleine Tochter von Julia die Täterin.
Julia kann nicht glauben, dass ihre Tochter so bösartig sein, bekommt aber dennoch Angst vor ihr. Und vor dieser bösartigen Melodie.

Tess Gerritsen war mir primär nur durch die TV-Serie Rizzoli & Isles bekannt und ich wusste nicht, ob sie mir so zusagt - der Klappentext des Buches fand ich allerdings superspannend.
Superspannend ist auch das Buch.
Parallel zur Geschichte von Julia wird auch in die Geschichte von Lorenzo eingegangen, der zur Zeiten des Nazi-Regimes in Italien lebt und leidenschaftlicher Geiger ist.
Jedoch ist er auch Jude. Nun kann man sich vorstellen, was, da die Nazis auch in Italien wüteten, mit Lorenzo passiert.

Gerritsen baut hier durch zunächst zwei Handlungssträngen eine Geschichte auf, die nicht das ist, was sie scheint. Sie ist zunächst sehr mystisch und das gefällt mir sehr, auch das völlig unerwartete Ende find ich gelungen. Gerritsen kann die Spannung bis zum Schluss halten.

Sehr gelungenes Buch und sehr zu empfehlen!

Sonntag, 12. August 2018

Kurzrezension: 'Monsieur Blake und der Zauber der Liebe' von Gilles Legardinier

Gilles Legardinier - Monsieur Blake und der Zauber der Liebe
Roman // Goldmann // 2014
410 Seiten // 8,99€ // Taschenbuch




Andrew Blake, erfolgreicher Geschäftsmann aus London, hat den Tod seiner geliebten Frau diane nicht überwunden. Er braucht dringend eine Veränderung. Und so lässt er sein altes Leben hinter sich und nimmt in einem Herrenhaus in Frankreich inkognito eine Stelle als Butler an. Dort arbeiten mit ihm: die feldwebelhafte Köchin Odile, der exzentrische Gärtner Phillipe und das junge Hausmädchen Manon. Bald schon bringt Andrew die entfremdeten Bewohner des Hauses durch seine weise, humorvolle Art einander näher. Und wer weiß, vielleicht erlebt auch er selbst noch einmal den Zauber der Liebe?






... So war's ...

Schön war's.

Andrew Blake, alternder Geschäftsmann, der aber irgendwie die Nase voll von Geschäften hat, braucht eine Auszeit. Die nimmt er sich nicht, wie man annehmen würde an einem Ort, an dem er von vorne bis hinten bedient wird, sondern an einem Ort, an dem er bedienen wird.
Er lernt dort die resolute, aber durchaus warmherzige Köchin und Haushälterin Odile kennen, außerdem den Gärtner Phillipe mit seinem Hund Youpla und das Zimmermädchen Manon, die in Schwierigkeiten gerät. Und natürlich die Dame des Hauses, allgemein nur Madame genannt, die selten aus ihren Zimmer kommt, aber jeden Morgen mit Andrew voller Ernst sämtliche Post, die eigentlich fast nur aus Werbung besteht, zu sortieren.


Primär ist das Buch für mich ein richtiges Wohlfühlbuch - es ist ein Liebesroman, die Liebe hat einen großen Stellenwert, aber eben nicht nur, es geht um Freundschaft, das Verzeihen können und das Zulassen können. Es geht um das einander helfen - und das man nicht immer geben muss, um etwas zu bekommen.
Das Buch versprüht gekonnt französischen Flair, gemischt mit englischer Sturheit.
Ich mag insbesondere die Figuren, die unterschiedlich sind und doch all miteinander an das Gute glauben.
Andrew wiederspiegelt den typisch britischen Humor, den ich so schätze & der erstaunlicherweise überraschend gut mit dem französischen Humor, hier insbesondere durch Phillipe, harmoniert.
Odile ist ein überraschender Sidekick. Aber auch die anderen Charaktere kommen interessant daher.
Ich mag, wie die Bewohner des Anwesens sich dort miteinander eingerichtet haben und würde direkt einziehen, wenn ich könnte.
Gilles Legardinier hat hier den richtigen Ton getroffen und mich immer wieder lachen und auch in Gedanken versinken lassen.
Vielen Dank dafür.

Dienstag, 7. August 2018

Kurzrezension: 'Origin' von Dan Brown

Dan Brown - Origin
Thriller // Bastei Lübbe // 2017
670 Seiten // 28,00€ // Hardcover


Die Wege zur Erlösung sind zahlreich. 
Verzeihen ist nicht der Einzige. 

Als der Milliardär und Zukunftsforscher Edmond Kirsch drei der bedeutendsten Religionsvertreter der Welt um ein Treffen bittet, sind die Kirchenmänner zunächst skeptisch. Was will ihnen der bekennende Atheist mitteilen? Was verbirgt sich hinter seiner 'bahnbrechenden Entdeckung', das Relevanz für Millionen Gläubige auf diesem Planeten haben könnte? Nachdem die Geistlichen Kirschs Präsentation gesehen haben, verwandelt sich ihre Skepsis in blankes Entsetzen.

Die Furcht vor Kirschs Entdeckung ist begründet. Und sie ruft Gegner auf den Plan, denen jedes Mittel recht ist, ihre Bekannt,achung zu verhindern. Doch es gibt jemanden, der unter Einsatz des eigenen Lebens bereit ist, das Geheimnis zu lüften und der Welt die Augen zu öffnen: Robert Langdon, Symbolforscher aus Harvard, Lehrer Edmond Kirschs und stets im Zentrum der größten Verschwörungen.

Band 5 der Robert-Langdon-Reihe


... So war's ...

Robert Langdon ist erneut unterwegs, diesmal im schönen Spanien. Er wurde von seinem ehemaligen Studenten, Edmond Kirsch, seines Zeichens Genie auf seinem Gebiet Zukunftsforschung, zu einer Präsentation, die die gesamte Menschheit und vor allem aber die Gläubigen auf den Kopf stellen soll, eingeladen.  Die Präsentation läuft anders wie vermutet und Robert Langdon ist mal wieder auf der Jagd und selbst auch Gejagter.
Diesmal wird er von der zukünftigen Königin Spaniens begleitet.

Hier hat mich die Geschichte um die Enthüllung des Kirschs itself enttäuscht - allerdings fand ich das Drumherum, der Ablauf der Präsentation, der Wille von Langdon Kirschs Präsentation zu veröffentlichen und auch die Verfolgungsjagd wieder sehr gelungen.  Bei Laune gehalten hat mich insbesondere Winston, über den ich aber noch nicht allzuviel verraten will.

Die Geschichte ist sehr spannend & flüssig geschrieben und hat mich auch sehr zum Weiterlesen angetrieben, über das Hauptthema, dass aber dann glücklicherweise doch nicht zu sehr breitgetreten wurde, nämlich, wie Kirsch die Religion vernichten und insbesondere die Gläubigen aufmischen will, war ich hingegen sehr enttäuscht und auch die Antwort, die Brown serviert hat, war irgendwie... lasch.
Auf die andere Art, wie will ein Dan Brown aufklären, woran sich schon seit Jahrhunderten die Geister den Kopf zerbrechen? Das schafft auch Brown nicht und damit kann ich letztendlich leben.


Unabhängig davon finde ich das Buch sehr gelungen und kann es nur empfehlen.

Montag, 6. August 2018

Kurzrezension: 'Inferno' von Dan Brown

Dan Brown - Inferno
Thriller //Bastei Lübbe // 2013
685 Seiten // 26,00€ // Hardcover



Mein Geschenk ist die Zukunft. 
Mein Geschenk ist die Erlösung. 
Mein Geschenk ist ... Inferno


Dante Alighieris 'Inferno', Teil seiner 'göttlichen Komödie', gehört zu den geheimnisvollsten Schriften der Weltliteratur. Ein Text, der vielen Leser noch heute Rätsel aufgibt. Um dieses Mysterium weiß auch Robert Langdon, der Symbolforscher aus Harvard. Doch niemals hätte er geahnt, was in diesem siebenhundert Jahre alten Text schlummert. Gemeinsam mit der Ärztin Sienna Brooks macht sich Robert Langdon daran, das geheimnisvolle 'Inferno' zu entschlüsseln. Aber schon bald muss er feststellen, dass die junge Frau ebenso viele Rätsel birgt wie Dantes Meisterwerk.

Und erst auf seiner Jagd durch halb Europa, verfolgt von finsteren Mächten und skrupellosen Gegnern, wird im klar: Dantes Werk ist keine Fiktion. Es ist eine Prohpezeiung. Eine Prophezeiung, die uns alle betrifft. Die alles verändern kann. Die Leben bringt. Oder den Tod.

Band 4 der Robert-Langdon-Reihe

... So war's ...

Robert Langdon ist in Florenz gelandet. Wie & warum, weiß er selbst nicht mehr so genau, aber es war auf jeden Fall gefährlich, schließlich liegt er im Krankenhaus. Gefährlich geht es auch weiter, denn im Krankenhaus kann er nicht bleiben und wird von der Ärztin Sienna gerettet. Doch warum ist jemand hinter ihm her und warum spielt Dantes 'Inferno' darin so eine große Rolle?

Dan Brown hat mich mit 'Inferno' mal wieder total in seinen Bann gezogen. Wenn die Geschichte in etwa gleich moderiert ist wie die vorherigen Bücher, fand ich es trotzdem total spannend und mochte auch insbesondere diese Schnitzeljagd durch Italien.
Dante Alighieris 'Die göttliche Komödie' hab ich nie gelesen und wusste auch nicht so wirklich, worum es ging. Das ist aber absolut kein Hindernis, sondern es wird ausreichend zur Sprache gebracht beziehungsweise erklärt.

Interessant fand ich die Ausgangsposition, in der Langdon diesmal startet, die hatten wir so bei Dan Brown noch nicht und machte die ganze Sache auch gleich nochmal ein bisschen spannender. Das Ende fand ich sehr überraschend, hätte mir da aber gerne noch eine etwas genauere Erlärung erbeten. Es war mir etwas zu abrupt.

Ein rasanter Thriller, der einen durch Italien, insbesondere Florenz und Venedig jagt und einfach nur Spaß macht!

Donnerstag, 2. August 2018

Kurzrezension: 'Kluftinger' von Volker Klüpfel & Michael Kobr

Volker Klüpfel & Michael Kobr - Kluftinger
Kriminalroman // Ullstein // 2018
477 Seiten // 22,00€ // Hardcover




Endlich Opa! Kommissar Kluftingers Freude über sein erstes Enkelkind wird schnell getrübt: Auf dem Friedhof entdeckt er eine Menschentraube, die ein frisch aufgehäuftes Grab umringt, darauf ein Holzkreuz - mit seinem Namen. Nach außen hin bleibt Kluftinger gelassen. Als jedoch eine Todesanzeige für ihn in der Zeitung auftaucht, sind nicht mehr nur die Kollegen alarmiert - sein ganzes Umfeld steht Kopf. Um dem Täter zuvorzukommen, muss der Kommissar tief in seine eigene Vergangenheit eintauchen. Doch die Zeit ist knapp, denn alles deutet darauf hin, dass Kluftingers angekündigter Tod unmittelbar bevorsteht.

Band 10 der Kluftinger-Reihe




... So war's ...


 Dies also der nunmehr 10.Band der Reihe um den ehrenwerten Herrn Kluftinger, seines Zeichens Kommissar aus dem schönen Allgäu. Als Jubiläumsband deklariert geht es diesmal richtig zur Sache.
Jemand hat es auf den unfreiwillig komischen Kommissar abgesehen, ein Kreuz, eine Todesanzeige und schließlich auch noch Sterbebildchen, alle mit Kluftis Namen, tauchen auf und versetzen den Kommissar in Unruhe. Schließlich will doch der frischgebackene Opa sein Butzele aufwachsen sehen!
Auf der Suche nach demjenigen, der Klufti an den Kragen will, versinkt er immer wieder in Episoden aus der Vergangenheit und tatsächlich kommt er dem Täter schließlich näher... 

Kluftinger muss nun also mal ein paar Federn lassen und endlich (immerhin über 15 Jahre hinweg verschwiegen!) werden einige seiner größten Geheimnisse aufgedeckt - nur aber um gleich neue Geheimnisse zu schaffen. Die Fans werden also durchaus bei Laune gehalten.


Gewohnt humorig mit einem größtenteils sinnstiftenden Fall machte dieser Band wieder richtig Spaß und war in kürzester Zeit ausgelesen.
Sehr hevorzuheben ist meiner Meinung nach auch, der diesmal etwas nachdenkliche, ja, vielleicht sogar ein bisschen melancholische Aspekt, der zwar eine gewisse Ernsthaftigkeit in den Roman bringt, aber dem Buch durchaus gut tut. Vielleicht hab ich nicht ganz so sehr gelacht wie beim letzten Buch, gut unterhalten gefühlt hab ich mich trotzdem.
Das Buch hatte ich rasch ausgelesen und freue mich bereits jetzt auf den nächsten Band!



Freitag, 30. März 2018

Kurzrezension: 'Die verschwundene Dienerin' von Tarquin Hall

Tarquin Hall - Die verschwundene Dienerin
Roman // Heyne // 2010
8,95€ // 384 Seiten // Taschenbuch




Vish Puri, der indische Privatdetektiv aus Neu-Delhi, hat einen besonders schwierigen Fall: Ein hoch angesehener Anwalt wird des Mordes an seinem Hausmädchen verdächtigt. Puri soll nun für ihn herausfinden, wohin das Mädchen verschwunden ist und ob es vielleicht tatsächlich ermordet wurde. Keine leichte Aufgabe bei einem Volk von über einer Milliarde Menschen. Aber Puri hat bisher alle seine Fälle gelöst.










... So war's ...

Das Buch lockte mich mit der Aussage, dass es sich hier um den indischen Hercule Poirot handeln soll. Zunächst war ich etwas skeptisch, da das Buch von einem Engländer geschrieben wurde, aber ich muss schon ehrlich sagen, dass Tarquin Hall seine Sache gut gemacht hat. Er vermischt das typische Poirot-Gehabe ganz gut mit der indischen Kultur.
Der Fall an und für sich fand ich nicht als das große Highlight & manchmal fand ich die Nebengeschichten des Buches etwas unpassend, aber das Drumherum, insbesondere das verdeutlichen der indischen Kultur,  machte das Buch zu einer leicht zu lesenden und unterhaltsamen Lektüre. Gut gefallen haben mir auch die Charaktere, obwohl ich gelegentlich den ein anderen oder anderen 'Namen' durcheinander geworfen habe.
Und letztendlich hat mich dann doch auch der Fall in seinen Bann fangen können.
Das Buch ist auf jeden Fall für Fans von Agatha Christie's Hercule Poirot geeignet.

Freitag, 16. März 2018

Kurzrezension: 'Karwoche' von Andreas Föhr

Andreas Föhr - Karwoche
Kriminalroman // Knaur* // 2013
414 Seiten // 9,99€ // Taschenbuch





Autorennen am Achenpass: Mit 150 km/h rauschen Polizei­obermeister Kreuthner und sein Spezl Kilian Raubert den Pass Richtung Tegernsee hinab. Bei einem halsbrecherischen Überholmanöver fegt Kreuthner fast ein entgegenkommendes Auto von der Straße – am Steuer ausgerechnet sein Chef, Kommissar Wallner. Kreuthner versucht, die Wettfahrt als dienstliche Aktion zu tarnen, und führt spontan eine Straßenkontrolle durch. Dabei bietet sich den Polizisten ein schockierendes Bild: Im Laderaum von Rauberts Lkw kniet eine Tote, das Gesicht zu einer grotesken Fratze verzerrt …
Band 3 der Wallner & Kreuthner-Reihe

 

 

 

... So war's ...


Weil der letzte Wallner & Kreuthner-Band Lust auf mehr gemacht hat, hab ich gleich noch zu Band 3 gegriffen.
Dieser Band hat mir auch von der Geschichte her & vom Fall her definitiv mehr zugesagt.
Insbesondere Kreuthner fand ich in dieser Geschichte richtig klasse: ich mag, dass er um keine Ausrede verlegen ist. Dieses Slap-Stickhafte von Kreuthner wechselt sich in der richtigen Dosis mit der Ernsthaftigkeit durch Wallner & des Ermittleralltags ab und macht so richtig Spaß zum Lesen. Föhr findet hier das richtige Maß und das ist, was ihn in meinen Augen zu einem guten Autor macht.
Dieses Buch wartet mit einem gut durchdachten Plot sowie vielen Wendungen auf und birgt Spannung von der ersten bis zu letzten Seite. Das Finale ist nochmals so richtig spannend, obwohl man den Täter erahnen kann.
Einzig ein Punkt hab ich zu kritisieren: Manfred, Wallners Opa, hat wieder eine ähnliche Geschichte wie bereits in Schafkopf bekommen, ohne das beide aufgeklärt wurden - ich hoffe, dass das in Band 4 sich endlich auflöst, sonst wirds langweilig. 

Man merkt einmal mehr, dass Föhr ein talentierter Geschichtenerzähler ist und legt mit diesem dritten Band auf jeden Fall die Messlatte wieder ein Stück höher. Ich finds klasse, wie sich Föhr auch immer wieder selbst herausfordert.


Donnerstag, 15. März 2018

Kurzrezension: 'Schafkopf' von Andreas Föhr

Andreas Föhr - Schafkopf
Kriminalroman // Knaur* // 2012
448 Seiten // 9,99€ // Taschenbuch



Polizeiobermeister Kreuthner hat sich in einer durchzechten Nacht auf eine unselige Wette eingelassen: Er muss das Polizeisportabzeichen machen! Um seinen alkoholgeschwängerten Körper vorzubereiten, joggt er nun – noch nicht ganz ausgenüchtert – auf den Riederstein. Als er dem Kreislaufkollaps nahe am Gipfel ankommt, wird dem Bergwanderer neben ihm der Kopf weggeschossen. Kommissar Wallner und sein Team stoßen bei ihren Ermittlungen auf einen geheimnisvollen Vorfall, der zwei Jahre zurück liegt. Ein weiterer Mord geschieht, und allmählich laufen die Fäden an jenem Juniabend zusammen, an dem eine legendäre Runde Schafkopf gespielt wurde …

Band 2 der Wallner & Kreuthner-Reihe

 

 

... So war's ...


Das war mal wieder ein guter Krimi, wobei ich von Vornerein sagen muss, dass er im Vergleich zu anderen bereits gelesenen Wallner & Kreuthner - Büchern von Andreas Föhr eher etwas schwach erscheint.
Das lag in meinen Augen daran, weil die Geschichte etwas konstruiert wirkte - hier und da wurde etwas zu viel gewollt und manchmal hatte ich auch ein bisschen Probleme mit den Protagonisten - die waren nicht alle sympathisch und manche konnte ich überhaupt nicht verstehen. Desweiteren sagte mir auch die Thematik nicht immer so zu. 
Ein paar Fehler sind mir außerdem aufgefallen, allerdings fallen die nicht dramatisch ins Gewicht & ich kann sie getrost verschmerzen.
Trotz dieser zwei Kritikpunkte hat Föhr aber durchaus eine solide Geschichte aufgebaut & hatte einen ordentlichen Spannungsbogen aufgebaut, der einen durchgehend bei Laune hält. An diesen Krimis mag ich besonders Kreuthner sehr gern, der bringt die nötige Abwechslung zu dem ernsthaften Kriminaler-Alltag. Kreuthner hat es nämlich faustdick hinter den bayrischen Ohren. Aber überhaupt mag ich den Blick in das bayrische Dorfleben.
Auch wenn man nach einer Weile ahnen kann, wer der Täter ist, fand ich das Ende sehr gelungen.

 'Schafkopf' ist ein leicht zu lesender Krimi, welcher bayrisches Lokalkolorit excellent rüber bringt, er hat seine Schwächen, macht aber dennoch Spaß und Lust auf mehr.


Donnerstag, 29. Juni 2017

Lesetipp für den Sommer



Ich mache mit bei der Aktion von Tanja von Der Duft von Büchern und Kaffee. Es geht dabei darum, dir ein Buch für den Sommer zu empfehlen. Klickst du hier, kommst du zur Übersicht der Aktion und kannst auch noch andere Lesetipps für den Sommer entdecken oder sogar selber mitmachen.

Mein Lesetipp

 Simona Morani - Ziemlich alte Helden



Ein Bergdorf in Italien, fünf alte Freunde und ein turbulenter Sommer...
In einem Dorf im Apennin treffen sich seit (gefühlt) vierzig Jahren täglich eine Handvoll Männer in einer Bar. Sie spielen Karten, rauchen (unerlaubt) Zigaretten, und der 96-jährige Gino brettert - obwohl fast blind - nocht täglich mit seiner Ape durch die engen Gassen. Als ein junger Polizist seinen Dienst antritt, möchte er die greise möglichst schnell in das neu gebaute Altersheim umquartieren. Doch die Alteingesessenen rebellieren auf ganz eigene Weise...

Diese Geschichte war für mich höchst unterhaltsam und ich habe sie rasch ausgelesen (wäre noch schneller gewesen, wenn ich nicht immer hätte arbeiten müssen). 
Zwar, dass muss ich sagen, geht es verhältnismäßig wenig darum, wie der Polizist gegen die Alten 'kämpft', sondern es geht vielmehr auch darum, was die Alten gedanklich umtreibt - hierbei steht auch der Tod im Vordergrund. Das ist allerdings bei so Hochaltrigen nicht unbedingt verwunderlich, sondern wird auch recht amüsant dargestellt. 
Simona Morani greift viele Themen auf; hier die neu entfachte Liebe, dort das Verhältnis zum Hausarzt, hier wiederum der Zweifel im Glaube und so weiter und so fort. 
Dabei verliert sie aber nicht den roten Faden und verzettelt sich auch nicht in Erzählungen, sondern erzählt diese auch zu Ende. 
Ich fand das deswegen auch so interessant, weil ich ja tagtäglich mit alten Menschen zu tun habe und hab so manches Gefühl der Alten wiedererkennen können. 

Ob man nun permanent mit Älteren zu tun hat oder nicht:
 Herausgekommen ist eine charmante und liebenswerte Geschichte, die mich immer wieder lachen und schmunzeln lies und die trotz seiner mitunter ernsten Themen nicht deprimierend wirkt. 
Simona Moranie hat eine sehr schöne und bildhafte Sprache und  obwohl das Buch nicht dick ist, hat sie mir doch viel erzählt. 

Wenn also Du noch eine Geschichte über große und kleine Abenteuer in der italienischen Provinz lesen möchtest, dann greif unbedingt zu diesem Buch. 




Dienstag, 14. Februar 2017

Kurzrezension: 'Welche Farbe hat die Angst?' von Barbara Rose

Barbara Rose - Welche Farbe hat die Angst?
Jugendroman // Boje
270 Seiten //12,99€




Eigentlich soll es für die fünfzehnjährige Katta ein ganz normaler Sommermalkurs werden. Doch dann macht ihr Lehrer sie darauf aufmerksam, dass ihre Bilder auf fast unheimliche Weise dem Stil von Miriam ähneln. Sie hat vor vielen Jahren ebenfalls bei ihm gelernt, ist dann jedoch unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Was ist damals wirklich passiert? Katta fühlt eine starke Verbundenheit mi dem fremden Mädchen und taucht immer tiefer in ihre Vergangenheit ein. Aber was ist, wenn sie dem Täter von damals dabei zu nahe kommt?

 

 

 

... In ein paar Sätzen ...

Vorneweg - Spoilergefahr!

Ach man - ich will gleich von Anfang an ehrlich sein - ich bin enttäuscht.
Denn obwohl es nicht schlecht war, war es einfach etwas komplett anderes, als ich erwartet hatte.
Erwartet hatte ich einen Jugendkrimi, sogar einen Jugendthriller, der mit den Ängsten der jungen Leute spielt; der einen fesselt und unter Umständen von einer ungewöhnlichen Beziehung (egal, ob sexuell oder nicht) zwischen Katta und Josef, dem Mallehrer, erzählt; ja, etwas unterschwellig Böses bereithält und einen erschaudern lässt - schließlich ist der Klappentext ja auch schon sehr spannend.

Nun, dass Buch war einerseits gut geschrieben, es war bestimmt nicht langweilig. Aber wenn auch Spannung aufgebaut wurde und man lange nicht wusste, wer nun der Täter ist, ist mir persönlich das Buch doch zu oft vom Thema 'Krimi' abgerutscht. Mal ging es ewig um die Liebe und dann ging es wieder um Übersinnliches, was ich ja an und für sich mag (gerade das mystische), das hier aber leider total fehlplatziert wirkte und mich kurz auflachen lies.
Ich bleibe leider sehr enttäuscht zurück. Für einen Teenie sicher okay, aber ich hätte da noch mehr Potential gesehen. Es liegt vermutlich daran, weil ich mit einer völlig falschen erwartung an das Buch hingegangen bin. Schade.

Donnerstag, 12. Januar 2017

Kurzrezension: 'Phantastic Beasts and Where to find them. The Original Screenplay' von J.K. Rowling

J.K. Rowling - Phantastic Beasts and Where to find them. The Original Screenplay
Drehbuch // Little Brown & Co
304 Seiten // 16,99€



When Magizoologist Newt Scamander arrives in New York, he intends his stay to be just a brief stopover. However, when his magical case is misplaced and some of Newt's fantastic beasts escape, it spells trouble for everyone...
Inspired by the original Hogwarts textbook by Newt Scamander, Fantastic Beasts and Where to Find Them: The Original Screenplay marks the screenwriting debut of J.K. Rowling. A feat of imagination and showcasing a cast of remarkable characters, this is epic, adventure-packed storytelling at its very best. Whether an existing fan or new to the wizarding world, this is a perfect addition to any film lover's or reader's bookshelf.


... In ein paar Sätzen ...

Nun - es ist, was es ist.
Nämlich ein Drehbuch und dementsprechend ist es zu lesen. Es fehlen die natürlichen Beschreibungen, wie sich jemand bewegt, etwas tut, die Umgebungsbeschreibungen etc.
Aber nichtsdestotrotz - es war eine schöne Wiederholung, weil ich bereits den Film kannte.
Manches war mir nicht so detailmäßig in Erinnerung blieb und das Buch einfach nochmals ein Versinken in die Zaubererwelt ermöglichte.
Ich finde, an so einem Drehbuch sieht man auch mal, wieviel ein guter Schauspieler aus einem banalen Text rausholen kann. 
Das Buch ist wunderschön aufgemacht, mit der goldenen Schrift auf dunkelblauen Untergrund und auch im Buch sind einige verschnörkelte Tiernachbildungen zu finden.
Wenn es auch nicht mit dem Film zu vergleichen ist, finde ich das Buch für mich persönlich eine Bereicherung, ich finde aber fast, dass man den Film zuvor gesehen haben sollte. 

Dienstag, 10. Januar 2017

Kurzrezension: 'Wolfsschlucht' von Andreas Föhr

Andreas Föhr - Wolfsschlucht
Kriminalroman // knaur*
394 Seiten // 14,99 €



Ende April am Tegernsee: Kommissar Clemens Wallner ermittelt in gleich zwei mysteriösen Fällen: Ein Bestattungsunternehmer versinkt mitsamt seinem Leichenwagen in der Mangfall, während gleichzeitig eine junge Frau verschwindet. Ihr Wagen wird kurz darauf im Gebirge gefunden – aufgespießt von einem Maibaum. Im Lauf der Ermittlungen stellt sich heraus, dass beide Ereignisse auf eigenartige Weise zusammenhängen – und dass bei beiden Wallners anarcho-bayerischer Kollege Leonhardt Kreuthner seine Finger im Spiel hat, dem diesmal ein genialer Plan für einen Maibaumklau aus dem Ruder gelaufen ist.





... In ein paar Sätzen ...


Andreas Föhr hat mit 'Wolfsschlucht' bereits seinen 6. Band um Kommissar Wallner und seine Kollegen Kreuthner und Co. herausgebracht. Ich habe damals den 1. Band gelesen und fand ihn okay, aber nicht so überragend, dass er im Kopf blieb. Als ich dieses Buch anfing zu lesen, war mir das gar nicht so bewusst.
Aber - obwohl ich vier Bände zwischen drin nicht gelesen habe, bin ich sofort in den 6. Band reingekommen, es waren ein paar kurze Insider drin, die aber nicht störten und teilweise sogar nochmals erklärt wurden.
Der Krimi war spannend, aber auch gemütlich und typisch bayrisch geschrieben. Ich hab mich wohl gefühlt, weil er so irgendwie gerade durch die Maibaum-Geschichte mich so an mein Heimatdorf erinnerte. Die Szenerie wurde sehr eindrucksvoll beschrieben und auch die einzelnen Kapitel endeten zwar mit Cliffhanger, wurden aber im nächsten Kapitel aufgelöst, so dass man zwar dran blieb, aber auch nicht den Überblick verlor. Gerade Charaktermäßig sind zwar ein paar eher flach geblieben, einfach weil sie Randfiguren waren, aber im Wesentlichen kamen bei mir die Charaktere gut an.
Mit 'Wolfsschlucht' ist Föhr einen unterhaltsamen, teils humorvollen, teils ernsten Krimi geschrieben. 'Wolfsschlucht' hat mir richtig Spaß gemacht und ich werde mir sicherlich auch die anderen verbliebenen Bände noch einverleiben.

Freitag, 16. Dezember 2016

Kurzrezension: 'Sternschnuppenstunden' von Rachel McIntyre

Rachel McIntyre - Sternschnuppenstunden
Roman // magellan
303 Seiten // 16,95€


Ganz ehrlich: Manchmal wäre er dich ganz praktisch, dieser Ritter in straglender Rüstung, der mit senem weißen Ross um die Ecke kommt, wenn es mal brenzlig wird. Bei mir hätte der Kerl jedenfalls täglich Gelegenheit, sich nützlich zu machen, so oft, wie Molly mir mit ihren Lästerschwestern auflauert. Aber wer hätte gedacht, dass der Ritter in Gestalt meines Englischlehrers bei mir auftaucht?
Gut, das Pferd hatte er nicht dabei, aber Mollys dämliches Gesicht werde ich nie vergessen, als er mir zugelächelt hat. Mir, Lara, Königing der Unberührbaren! Danke, Mr. Jagger! Hätte nie geglaubt, dass ich das mal sage: Ich freue mich richtig auf die Schule morgen...





... In ein paar Sätzen ...


Mein kleines romantisches Herz war von der Grundlage dieses Romans vollauf angetan. Die große Liebe zwischen Lehrer und Schülerin - hach, lässt einen in Erinnerungen schwelgen (nicht, dass da je mehr war als eine Schwärmerei für den Chemie-Lehrer, aber trotzdem) und lässt einen auch verstehen, was da zunächst so vor sich geht. Leider war auch ich damals nicht völlig frei von Mobbing und gehörte den Außenseitern an, aber ich war wenigstens nicht ganz ohne Freunde und mich hat es mit der Mobberei auch nicht so hart getroffen. Ich konnte trotzdem sehr gut nachvollziehen, wie sich die Hauptprotagonistin gefühlt hat.
Frau McIntyre hat eine fesselnde Sprache, ein bisschen jugendlich, aber durchaus verständlich und witzig. Mit dieser Geschichte fühlte ich mich trotz allem wohl.

Mein letzter Rest Pubertät (was da eben noch so mit 27 Jahren vorhanden ist), war von dem Ende allerdings so überhaupt nicht begeistert. Auch wenn es vernünftig klingt und es warscheinlich die Beste Art ist, mit etwas abszuschließen, wehrt sich mein kleine romantisches Herz mit der noch verbliebenen Unvernunft einer pubertierenden 16-Jährigen dagegen. So darf es nicht enden. Nein!
Dennoch ein wunderbares Jugend-Buch, welches ich innerhalb eines Vormittags ausgelesen hatte. 

Montag, 24. August 2015

Kurzrezension: 'Das wilde Buch' von Juan Villoro

Juan Villoro - Das wilde Buch
Kinderbuch // Hanser
Seiten // €



In den Ferien bekommt der 13-jährige Juan von seinem belesenen Onkel Tito einen seltsamen Auftrag: er soll das sogenannte wilde Buch finden, ein rebellisches Buch, das sich dem Gelesenwerden widersetzt. Juan, der nicht gerade ein Büchernarr ist, macht sich etwas widerwillig auf die Suche. Doch dann erwartet ihn in der riesigen Bibliothek seines Onkels eine Überraschung: Zwischen raumhohen Regalen mit sonderbaren Spiegel-, Raub- und Schattenbüchern entdeckt er Exemplare, die sich bewegen, ja lebendig scheinen und ihn auf immer neue Wege und Gedanken bringen. Plötzlich erlebt Juan tatsächlich ein aufregendes (Bücher-)Abenteuer. Nur das wilde Buch bleibt verboren. Zu ihm kann nur Zugang finden, wer eine Verbindung zum echten Leben herstellt...


 

... So war's ...

Wow! Ein tolles Buch!
Hauptsächlich vom Klappentext und ein wenig von der Aufmachung eingefangen, fing ich an zu lesen und hab mich total schnell in die Geschichte eingefunden. Da ist der leicht verrückte Onkel, der sein Haus zu einer riesigen Bibliothek umgewandelt hat und da ist Juan, der mit Büchern zunächst nicht viel anfangen kann. Mit malerischen Worten und einem Feingefühl erbaut Herr Villoro eine wunderbare Szenerie, in der die Geschichte stattfindet. Eine Szenerie voller Bücher, voller Magie und einer beneidenswert großen Haus-Bibliothek.
Herr Villoro hat sich wirklich viel Mühe mit diesem Werk gegeben und es ist ein Buch, welches ich ganz bestimmt mal meinen Kindern vorlegen werde. Einfach, weil es so schön geschrieben ist.  Ein bisschen verrückt, mit jeder Menge Witz und eine üppigen Prise Mysteriosität.
Mit allerlei Umwandlungen (Beispiel: 'man verlegt sein Buch, es wandert von selbst' wird umgewandelt in 'die Bücher sind lebendig, bewegen sich selbst in ihrer Bibliothek'), die die große Liebe zur Literatur bezeugen, hab ich auch einige wahre Sätze in diesem Kleinod gefunden.
Am allerbesten gefällt mir dieser kurze Abschnitt, der mich eine Weile innehalten und lächeln lies:
"Es stimmt schon, komplett normal bin ich nicht, aber wer will schon so gewöhnlich sein wie ein Putzlappen? Nur Menschen, die sich durch irgendetwas unterscheiden sind interessant."

Ich finde es ein ganz wunderbares Buch und ich bin wirklich froh, dass ich darüber gestolpert bin. 

 

Und was denkt ihr?

Freitag, 7. August 2015

Kurzrezension: 'Die Drei' von Sarah Lotz

Sarah Lotz - Die Drei
Thriller // Goldmann
512 Seiten // 14,99 €



"Sie sind hier. Der Junge, sieh dir den Jungen an, sieh dir die Toten an, o Gott, es sind so viele... sie kommen jetzt, mich zu holen. Wir alle müssen jetzt gehen. Wir alle. Pastor Len, sie müssen sie warnen, dieser Junge, dieser Junge... Man darf ihm nicht..."
Letzte Worte von Pamela May Donald (1961 - 2012)

Der Tag, an dem es passiert, geht als 'Schwarzer Donnerstag' in die Geschichte ein. Der Tag, an dem vier Passagierflugzeuge abstürzen, innerhalb weniger Stunden, an vier unterschiedlichen Orten.  Es gibt nur vier Überlebende. Drei davon sind Kinder, die fast unverletzt aus den Flugzeugwracks steigen. Die Vierte ist Pamela May Donald, die gerade noch so lange lebt, dass sie eine Nachricht auf ihrem Handy hinterlassen kann. Eine Nachricht, die die Welt verändern wird. Eine Nachricht, die eine Warnung ist...



... So war's ...

 Ja. Da hat Mrs. Lotz mal eine Geschichte vorgelegt. Noch nie von einer ähnlichen Geschichte gehört, fing ich begeistert an zu lesen. Zunächst hatte ich etwas Angst, dass es sich allzu politisch auswirkt, aber das ist überhaupt nicht der Fall.
Sehr spannend geschrieben in einer höchst ungewöhnlichen Weise - ein ganzes Buch voller Zeitungsberichte, Chattranskribtionen, Interwies etc., gesammelt von einer fiktiven Journalistin. Quasi ein Buch im Buch - hatte ich so auch noch nicht. Das machte auf jeden Fall die ganze Sache gleich nochmal spannender, zumal immer wieder andere Perspektiven, andere Geschichten erzählt wurden und es sich vieles zu einer Geschichte zusammengebunden hat.
Mit immer mehr Informationen gespickt, ging es Artikel um Artikel vorwärts und zog mich total in seinen Sog. 

Und obwohl sich das alles so lobend anhört, bin ich dennoch etwas zwiegespalten.
Hatte ich hier einen mordsguten Thriller erwartet, erwies sich das Buch gegen Ende hin doch eher als Horrorgeschichte (oder vielleicht warens doch Aliens?).
Unglücklich war ich auch etwas über das Ende (auch wenn ich inzwischen erfahren habe, dass das Buch wohl der Auftakt zu einer Triologie ist), dass hätte durchaus besser gemacht werden. Einige viele Fragen blieben für mich offen (ich mag das, wenn Bücher innerhalb einer Reihe geschlossen sind), dass fand ich schade, hat irgendwie die Begeisterung etwas zunichte gemacht.

Trotzdem fand ich die Idee hinter dem Buch und auch die beispielhafte Beschreibung, wie einzelne Menschen, ganze Menschenmassen bewegen und zu Unsinn anstiften können, absolut gelungen.
Und deswegen lass ich das zweite Buch nicht aus dem Blick und bin interessiert.

Habt ihr das Buch schon gelesen? Was meint ihr dazu?

Freitag, 10. Juli 2015

Kurzrezension: 'Schattenfreundin' von Christine Drews

Christine Drews - Schattenfreundin
Roman // Bastei Lübbe
288 Seiten // 8,99 €


Wenn deine beste Freundin zu deinem schlimmsten Feind wird...

Die Rückkehr in ihren Heimatort Münster steht für Katrin unter keinem guten Stern. Der neue aufreibende Job verlangt ihrem Mann alles ab, und auch die plötzliche Nähe zu ihren reservierten Eltern ist nicht einfach. Zum Glück hat sie ihren kleinen Sohn Leo - und ihre neue beste Freundin Tanja.
Als Katrins Vater überraschend stirbt, erweist sich Tanja als Retter in der Not: Sie erklärt sich sofort bereit, auf Leo aufzupassen. Doch Tanja meint es nicht gut mit Katrin. Ohne zu zögern, setzt sie einen perfiden Plan in Gang: Während der Beerdigung verschwindet sie spurlos - zusammen mit Leo.

Band 1 der Reihe um Charlotte Schneidmann und Peter Käfer



... So war's ...

Der Klappentext ein wenig zu übermütig, dass ist zwar ein bisschen ärgerlich, wenn  man sich etwas anderes davon verspricht, aber das ist eben so. Das Buch ist für ein Debüt gelungen. Es ist spannend, unterhaltsam und erzählt auch ein bisschen über die Haupt-Charaktere (die vor allem menschlich und sympathisch sind und keine Überhelden, die alles super managen). Toll fand ich auch, dass es ein deutscher Krimi ist, er spielt in Münster. Wenn ich auch nie da war, kann ich mir durch die Beschreibung durchaus vorstellen, wie es dort so aussieht, ihr Schreibstil ist flüssig und sehr bildhaft.
Die Geschichte ist zwar genau genommen nichts Neues (Kindsentführung) und hätte mir durchaus auch andere Ideen vorstellen können, wer der Täter ist bzw. was der Grund für die Entführung ist etc., aber dennoch ist es ganz gut umgesetzt und mal was anderes wie die ewigen Lösegeldforderungen.
Anfangs waren die Figuren gut gezeichnet, im Laufe des Buches aber wurden sie gelegentlich etwas platt und manche Sachen wurden angesprochen, aber nicht wirklich zu Ende geführt, was mich gestört hat. Die Geschichte ist recht spannend, aber man hätte durchaus mehr Spannung rein bringen können.
Dennoch hab ich das Buch verschlungen, war nicht absolut hochkompliziert, eher mal ein Krimi für zwischen durch. Ich freu mich auf weitere Bücher von dieser Autorin.

Zu empfehlen!



Dienstag, 7. Juli 2015

Kurzrezension : 'Das Haus der Lügen' von Stephanie Lam

Stephanie Lam - Das Haus der Lügen
Roman // Page & Turner
480 Seiten // 12,99 €
*Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Page & Turner zur Verfügung gestellt. Danke!


 

Eine alte Villa an der Südküste Englands - und in jedem Zimmer schlummert ein dunkles Geheimnis...

1924: Der 19-jährige Robert Carver verbringt den Sommer bei seinem Cousin Alec Bray im Castaway House, einer Villa auf den Klippen des kleinen Küstenstädtchens Helmstone. Robert genießt eine unbekümmerte Zeit. Doch schon bald ziehen dunkle Wolken am Horizont auf...

1965: Die 18-jährige Rosie Churchill mietet sich in dem etwas heruntergekommenen, aber noch immer imposanten Castaway House ein. Sie ahnt nicht, dass die alte Villa ein lang gehütetes Geheimnis verbirgt, das auch ihr eigenes Leben betrifft...

Nichts ist, wie es scheint. Und jeder wähnt sich sicher in seinem Kokon aus Lügen...



 ... So war's ...


Voller Freude startete ich das Buch und - ich wurde nicht enttäuscht.
Zunächst war ich etwas sekptisch, als ich las, dass der Roman in den beiden Zeitebenen 1924 und 1965 spielt. Aber ich wollte nicht so sein und gab dem Buch eine Chance, zum Glück.
Die Geschichte ist sehr ruhig und flüssig geschrieben, deswegen aber nicht minder spannend. Abwechselnd wird in die beiden Jahre geblickt, immer für ein Kapitel lang, dabei kann man richtig tief in die Geschichten eintauchen und sich ein Bild machen. Die Geschichten der beiden Jahre werden langsam im Buch miteinander verknüpft und nichts ist so wie es scheint.
Es sind einige Charaktere wichtig für die Geschichte, von daher sind die Kapitel in der richtigen Länge geschrieben um zu verstehen, wer wer ist. Sie hat den Charakteren interessante Eigenschaften zugewiesen, die die Geschichte beleben. Außerdem hat sie es bemerkenswert präzise geschafft, die damalige Zeit und damalige Gesellschaft zu beschreiben.
Der Schreibstil von Fr. Lam ist toll, flüssig und bildhaft. Sie erzählt viel, ohne groß Terz zu machen und das mag ich unheimlich.
Es ist absolut fesselnd und es fiel mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Lediglich der Eingang war ein bisschen holprig, aber er machte es einem nicht schwer in die Geschichte zu kommen. Auch der Schluss kommt ein wenig abrupt und ich hätte gerne noch ein bisschen mehr erfahren und auch ein paar kleine Fragen (die nicht relevant für die Geschichte sind) blieben bei mir offen.
Sicher hat es die Geschichte in der ein oder andere Form schon so gegeben, aber Fr. Lam hat hier trotzdem ein tolles Debüt hingelegt.
Absolut zu empfehlen!

Freitag, 3. Juli 2015

Kurzrezension: 'Phönixkinder' von Christine Drews

Christine Drews - Phönixkinder
Kriminalroman // Bastei Lübbe
368 Seiten // 8,99€


Wenn die Vergangenheit wie Phönix aus der Asche steigt...
Der Geruch nach Feuer liegt noch in der Luft, als Charlotte Schneidmann und Peter Käfer im Seniorenstift Sonnenschein ankommen. Einer der Bewohner, der demente Ludger Steinkamp, ist bis zur Unkenntlichkeit verkohlt. Alle Indizien deuten auf Brandstiftung, aber nicht nur das - das Opfer wurde regelrecht zu Tode gefoltert. Grausame Rache? Oder ein letzter Versuch, Informationen von Steinkamp zu erpressen? Die brandgefährlichen Spuren führen Charlotte und Käfer tief in die Vergangenheit des Münsterlandes.

Band 2 in der Reihe um Charlotte Schneidmann und Peter Käfer




... So war's ...


Wow - ich meine, Wow!
Das bisher beste Buch von Christine Drews. Nach dem guten Debüt-Buch, das aber kleine Schwächen aufwies, war ich hier, beim zweiten Buch von ihr, absolut gefesselt. Interessante Story, tolle Personenzeichnung, teilweise überraschende Mörder und vor allen Dingen ein Spannungsbogen, der sich bis zum Schluss hält. Hier hat die Autorin alles richtig gemacht! Gut find ich auch, dass die Bücher in sich geschlossene Geschichten haben, nur das Privatleben entwickelt sich weiter, ist aber nicht so schwer zu verstehen, wenn man das erste Buch nicht gelesen hat.
Der Schreibstil liest sich flüssig, die Sprache ist sehr bildhaft, so dass man, wenn man auch noch nie in Münster und Umgebung war, sich die Szenerie vorstellen kann.
Gut gelungen fand ich auch, wie Frau Drews die Sache mit den Demenzkranken angeht. Arbeite ja selbst in dem Bereich und ich finde, es ist ihr ganz gut gelungen, die Bewohner zu beschreiben.
Gut fand ich auch die eingeschobenen Kurzkapitel, die aus Sicht des Zündlers geschrieben wurden. Die anderen Kapitel wurden aus Sicht von Schneidmann oder Käfer geschrieben.Die Personen war durchweg interessant, diesmal konnte die Autorin vermeiden, dass die Protagonisten zwischendurch eindimensional wurden.

Ein durchweg gelungener Krimi, den ich innerhalb eines Nachmittags ausgelesen hatte (das will was heißen!).
Absolut zu empfehlen!!!