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Samstag, 8. September 2018

Rezension: 'Im Visier des Mörders' von Sharon Bolton

Sharon Bolton - Im Visier des Mörders
Thriller // Goldmann // 2018
478 Seiten // 10,00€ // Klappbroschur
* Werbung // Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Goldmann zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!







Eigentlich müsste sie tot sein, wie die elf anderen. 
Doch sie hat überlebt und sie kann niemandem mehr trauen.
Friedliche Morgenstimmung liegt über der Moorlandschaft des Northumberland National Park.Zwölf Menschen genießen die prachtvolle Aussicht, die ihnen der Ausflug mit einem Heißluftballon bietet - und müssen plötzlich am Boden einen Mord mitansehen. Wenige Stunden später sind elf der Ballonfahrer tot. Nur eine Frau hat den Absturz offensichtlich überlebt. Sie wird von der Polizei gesucht. Doch noch jemand hat großes Interesse daran, sie zu finden. Denn sie hat das Gesicht des Mörders gesehen...









... So war's ...

Zum Geburtstag schenkt Jessica ihrer Schwester eine Ballonfahrt. Isabell lebt als Nonne in einem Kloster.
Doch statt einen schönen Geburtstag zu erleben, geht es für die zwei Schwestern richtig schief. Der Ballon stürzt letztendlich ab und Jessica ist plötzlich allein, ganz allein auf sich gestellt. Sie kann der Polizei nicht trauen und flieht daher auf eigene Faust.
Und sie muss sich beeilen, denn der Mörder, dessen Gesicht sie gesehen hat, ist ihr immer dicht auf den Fersen. 

Gleich auf den ersten 10 Seiten wird die Geschichte in die Vollen gefahren. 
Bolton versucht schnell Spannung aufzubauen und das gelingt es ihr auch, dennoch rückt sie zu lange mit der Sprache nicht raus, was für mich persönlich die Stimmung nimmt.

Halten konnte Bolton die Spannung leider trotz Verfolgungsjagd nicht.  Insbesondere der Mittelteil empfand ich als langatmig. Erst zu Ende hin nimmt das Ganze wieder Fahrt auf.
Es gibt viele Wendungen, was ich selten für etwas Schlechtes halte, die, die aber hier passieren, fand ich als zu gewollt, als das sie gelungen waren.

Die Protagonistin war mir leid unsympathisch. Ich verstand auch lange Zeit ihre Handlungen und ihre Haltung nicht. Es fiel mir schwer nachzuvollziehen, warum Jessica, selbst Polizistin, nicht zur Polizei will und deswegen lieber Hals über Kopf flieht.
Nach und nach wird die Geschichte zwar entblättert, aber dies ist mir etwas zu zögerlich und auch, da es sich zieht, wird mit der Zeit etwas verwirrend.  

Das Buch war zwar irgendwie spannend, so richtig mitgerissen hat mich die Story aber nicht.
Sharon Bolton ist eine gute Autorin und ich habe schon wirklich viele Bücher von ihr gelesen, das hier ist leider eines ihrer weniger gelungeneren Bücher.
Schade. 

Montag, 20. August 2018

Kurzrezension: 'Totenlied' von Tess Gerritsen

Tess Gerritsen - Totenlied
Thriller // blanvalet // 2016
314 Seiten // 9,99 € // Taschenbuch


 

Wenn das Totenlied erklingt,
gibt es kein Entkommen....

Von einer Italienreise bringt die Violinistin Julia Ansdell als Souvenir ein altes Notenbuch mit. Es enthält eine handgeschriebene, bislang unbekannte Walzerkomposition. Julia ist fasziniert von dem Stück, doch jedes Mal, wenn sie die aufwühlende Melodie spielt, geschehen merkwürdige Dinge. Etwas Bösartiges geht von dem Walzer aus; es scheint das Wesen von Julias dreijähriger Tochter zu verändern. Weil niemand ihr Glauben schenkt, reist Julia heimlich nach Italien, um nach der Herkunft der mysteriösen Komposition zu forschen...




... So war's ...

Julia Ansdell ist aus beruflichen Gründen in Italien und beschließt, nicht nur ihrem Mann und ihrer Tochter ein Souvenir mitzubringen, sondern auch sich selbst zu beschenken.
Sie entdeckt in einem kleinen Abtiquitäten eine Mappe mit Zigeuner-Melodien. Aus diesem flattert eine Partitur eines Walzers, welche handschriftlich verfasst wurde.
Julia nimmt sich dieses Andenken mit.
Doch als sie zuhause das erste Mal diese Noten spielt, passiert etwas schreckliches. Und als sie das Lied nochmals spielt passiert erneut schreckliches - und jedes Mal ist die kleine Tochter von Julia die Täterin.
Julia kann nicht glauben, dass ihre Tochter so bösartig sein, bekommt aber dennoch Angst vor ihr. Und vor dieser bösartigen Melodie.

Tess Gerritsen war mir primär nur durch die TV-Serie Rizzoli & Isles bekannt und ich wusste nicht, ob sie mir so zusagt - der Klappentext des Buches fand ich allerdings superspannend.
Superspannend ist auch das Buch.
Parallel zur Geschichte von Julia wird auch in die Geschichte von Lorenzo eingegangen, der zur Zeiten des Nazi-Regimes in Italien lebt und leidenschaftlicher Geiger ist.
Jedoch ist er auch Jude. Nun kann man sich vorstellen, was, da die Nazis auch in Italien wüteten, mit Lorenzo passiert.

Gerritsen baut hier durch zunächst zwei Handlungssträngen eine Geschichte auf, die nicht das ist, was sie scheint. Sie ist zunächst sehr mystisch und das gefällt mir sehr, auch das völlig unerwartete Ende find ich gelungen. Gerritsen kann die Spannung bis zum Schluss halten.

Sehr gelungenes Buch und sehr zu empfehlen!

Dienstag, 7. August 2018

Kurzrezension: 'Origin' von Dan Brown

Dan Brown - Origin
Thriller // Bastei Lübbe // 2017
670 Seiten // 28,00€ // Hardcover


Die Wege zur Erlösung sind zahlreich. 
Verzeihen ist nicht der Einzige. 

Als der Milliardär und Zukunftsforscher Edmond Kirsch drei der bedeutendsten Religionsvertreter der Welt um ein Treffen bittet, sind die Kirchenmänner zunächst skeptisch. Was will ihnen der bekennende Atheist mitteilen? Was verbirgt sich hinter seiner 'bahnbrechenden Entdeckung', das Relevanz für Millionen Gläubige auf diesem Planeten haben könnte? Nachdem die Geistlichen Kirschs Präsentation gesehen haben, verwandelt sich ihre Skepsis in blankes Entsetzen.

Die Furcht vor Kirschs Entdeckung ist begründet. Und sie ruft Gegner auf den Plan, denen jedes Mittel recht ist, ihre Bekannt,achung zu verhindern. Doch es gibt jemanden, der unter Einsatz des eigenen Lebens bereit ist, das Geheimnis zu lüften und der Welt die Augen zu öffnen: Robert Langdon, Symbolforscher aus Harvard, Lehrer Edmond Kirschs und stets im Zentrum der größten Verschwörungen.

Band 5 der Robert-Langdon-Reihe


... So war's ...

Robert Langdon ist erneut unterwegs, diesmal im schönen Spanien. Er wurde von seinem ehemaligen Studenten, Edmond Kirsch, seines Zeichens Genie auf seinem Gebiet Zukunftsforschung, zu einer Präsentation, die die gesamte Menschheit und vor allem aber die Gläubigen auf den Kopf stellen soll, eingeladen.  Die Präsentation läuft anders wie vermutet und Robert Langdon ist mal wieder auf der Jagd und selbst auch Gejagter.
Diesmal wird er von der zukünftigen Königin Spaniens begleitet.

Hier hat mich die Geschichte um die Enthüllung des Kirschs itself enttäuscht - allerdings fand ich das Drumherum, der Ablauf der Präsentation, der Wille von Langdon Kirschs Präsentation zu veröffentlichen und auch die Verfolgungsjagd wieder sehr gelungen.  Bei Laune gehalten hat mich insbesondere Winston, über den ich aber noch nicht allzuviel verraten will.

Die Geschichte ist sehr spannend & flüssig geschrieben und hat mich auch sehr zum Weiterlesen angetrieben, über das Hauptthema, dass aber dann glücklicherweise doch nicht zu sehr breitgetreten wurde, nämlich, wie Kirsch die Religion vernichten und insbesondere die Gläubigen aufmischen will, war ich hingegen sehr enttäuscht und auch die Antwort, die Brown serviert hat, war irgendwie... lasch.
Auf die andere Art, wie will ein Dan Brown aufklären, woran sich schon seit Jahrhunderten die Geister den Kopf zerbrechen? Das schafft auch Brown nicht und damit kann ich letztendlich leben.


Unabhängig davon finde ich das Buch sehr gelungen und kann es nur empfehlen.

Montag, 6. August 2018

Kurzrezension: 'Inferno' von Dan Brown

Dan Brown - Inferno
Thriller //Bastei Lübbe // 2013
685 Seiten // 26,00€ // Hardcover



Mein Geschenk ist die Zukunft. 
Mein Geschenk ist die Erlösung. 
Mein Geschenk ist ... Inferno


Dante Alighieris 'Inferno', Teil seiner 'göttlichen Komödie', gehört zu den geheimnisvollsten Schriften der Weltliteratur. Ein Text, der vielen Leser noch heute Rätsel aufgibt. Um dieses Mysterium weiß auch Robert Langdon, der Symbolforscher aus Harvard. Doch niemals hätte er geahnt, was in diesem siebenhundert Jahre alten Text schlummert. Gemeinsam mit der Ärztin Sienna Brooks macht sich Robert Langdon daran, das geheimnisvolle 'Inferno' zu entschlüsseln. Aber schon bald muss er feststellen, dass die junge Frau ebenso viele Rätsel birgt wie Dantes Meisterwerk.

Und erst auf seiner Jagd durch halb Europa, verfolgt von finsteren Mächten und skrupellosen Gegnern, wird im klar: Dantes Werk ist keine Fiktion. Es ist eine Prohpezeiung. Eine Prophezeiung, die uns alle betrifft. Die alles verändern kann. Die Leben bringt. Oder den Tod.

Band 4 der Robert-Langdon-Reihe

... So war's ...

Robert Langdon ist in Florenz gelandet. Wie & warum, weiß er selbst nicht mehr so genau, aber es war auf jeden Fall gefährlich, schließlich liegt er im Krankenhaus. Gefährlich geht es auch weiter, denn im Krankenhaus kann er nicht bleiben und wird von der Ärztin Sienna gerettet. Doch warum ist jemand hinter ihm her und warum spielt Dantes 'Inferno' darin so eine große Rolle?

Dan Brown hat mich mit 'Inferno' mal wieder total in seinen Bann gezogen. Wenn die Geschichte in etwa gleich moderiert ist wie die vorherigen Bücher, fand ich es trotzdem total spannend und mochte auch insbesondere diese Schnitzeljagd durch Italien.
Dante Alighieris 'Die göttliche Komödie' hab ich nie gelesen und wusste auch nicht so wirklich, worum es ging. Das ist aber absolut kein Hindernis, sondern es wird ausreichend zur Sprache gebracht beziehungsweise erklärt.

Interessant fand ich die Ausgangsposition, in der Langdon diesmal startet, die hatten wir so bei Dan Brown noch nicht und machte die ganze Sache auch gleich nochmal ein bisschen spannender. Das Ende fand ich sehr überraschend, hätte mir da aber gerne noch eine etwas genauere Erlärung erbeten. Es war mir etwas zu abrupt.

Ein rasanter Thriller, der einen durch Italien, insbesondere Florenz und Venedig jagt und einfach nur Spaß macht!

Freitag, 3. August 2018

Kurzrezension: 'Ewige Schuld' von Linda Castillo

Linda Castillo - Ewige Schuld
Thriller // Fischer // 2018
365 Seiten // 10,99€ // Taschenbuch



"Sie sagen, ich sei vom rechten Weg abgekommen.
Sie glauben, dass jetzt nur noch Gott mir helfen kann."

Seit zwei Jahren sitzt Joseph King wegen des Mordes an seiner Frau Naomi hinter Gittern. Er gilt als ein 'gefallener' Amischer, einer der ständig mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Doch diese Tat hat er immer vehement bestritten. Jetzt ist er ausgebrochen, hat seine fünf Kinder als Geiseln genommen. Als Kate Burkholder die Kinder auf eigene Faust befreien will, wird sie von King überwältigt. Seine Forderung lautet: Du kannst gehen, aber finde den Mörder meiner Frau!

Band 9 der Kate-Burkholder-Reihe




... So war's ... 

Joseph King ist ein Kindheits-Freund von Kate Burkholder, der Polizeichefin von Painters Mill. Ehemals amisch findet sie oft eher den Zugang zu den Amischen, als die restliche Polizei. Doch diesmal benötigt sie eher den Zugang zur den anderen Polizeibehörden, der ihr aber, aufgrund Vorurteilen, verwehrt bleibt. Schließlich wird sie vom Fall abgezogen.
Kate versucht, die Forderung von King allein zu erfüllen, denn der Rest zeigt kein Interesse, und macht sich auf einen gefährlichen Weg.

Schon im Vorfeld war ich vom Klappentext nicht so sehr überzeugt, denn noch ein gefallener Amischer (Kate ist ja gewissermaßen auch eine)... war das nicht zu viel?
Tatsächlich fand ich die Geschichte zwar recht flüssig und gewissermaßen auch spannend geschrieben, zumindest konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, allerdings fehlte für mich ein bisschen das Herzblut, dass man sonst in den anderen Geschichten von Castillo entdecken kann. Auch das Ende kam mir etwas zu abrupt.
Auf die andere Art, beim mittlerweile 9. Band einer Reihe, darf es ja auch mal etwas schwächeln - letztendlich sind es Kleinigkeiten, die mich stören, und sie sind verzeihbar.

Kate-Burkholder-Anfänger empfehle ich in jedem Fall den Start mit Band 1 - zuviele nützliche Informationen fehlen sonst. 

Freitag, 22. Juni 2018

Rezension: 'Blutbuche' von Ule Hansen

Ule Hansen - Blutbuche
Thriller // Heyne< // Mai 2018
479 Seiten // 17,00€ // Taschenbuch
* Werbung // Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Heyne< zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!



"Bitte helft mir! Er sagt, er reißt mich in Stücke." Das und noch Schlimmeres steht in den drei Briefen, die der polnischen Polizei zugespielt werden. Sie sind auf Deutsch verfasst, und der Fall landet auf dem Tisch von Emma Carow, die ein Gutachten erstellen soll. Wird hier jemand unter grausamsten Bedingungen gefangen gehalten, oder sind diese Briefe nur ein übler Scherz?
Bei dem Versuch, das Rätsel zu lösen, wird Emma nicht nur mit den abgekarteten Spielchen ihrer Vorgesetzten sondern auch mit ihren eigenen Dämonen konfrontiert.

Dann wird eine Leiche gefunden...




... So war's ...

Emma Carow ist bei der Operativen Fallanalyse angestellt und tituliert sich Fallanalystin - was heißt, dass sie für Gutachten und Analysen zuständig ist, aber selbst nicht vor Ort (Tatorten wohlgemerkt) tätig wird.
Ihr wird nun die Aufgabe übertragen, die drei eingetroffenen Briefe zu analysieren. In den Briefen stehen Dinge wie 'du kleiner Wixer Kackratte' oder 'Bittebitte helft mir - er hat mir den Kessel gezeigt.' oder Wauwau igittigitt wauwau', diese Briefe wurden vom Täter aufgegeben und es gilt nun herauszufinden, ob diese Briefe echt sind oder nur ein böser Scherz.
Eigentlich sollte Emma dazu 'nur' ein Gutachten erstellen, beginnt aber schließlich selbst zu ermitteln und sich einzumischen. Schließlich taucht die erste Leiche auf.
Emma hat nebenbei noch mit ihrer eigenen Vergangenheit zu kämpfen. Sie wurde vor 10 Jahren vergewaltigt und gleich zu Beginn des Buches stellt sie sich ihrem Vergewaltiger in einer TV-Show und stellt ihn bloss. Ob das eine gute Idee war?
Unterstützung bekommt sie von ihren Kollegen, insbesondere von Felix.

Emma Carow ist eher so der Typ 'Kaputter Ermittler', normalerweise werde ich mit denen ja nicht so warm, weil mich das selbstzerstörerische und mir zum Teil unmenschlich erscheinende daran einfach nervt. Emma mochte ich trotzdem irgendwie.
Trotz das sie gewissermaßen sehr selbstzerstörerisch handelte, wirkte sie dabei menschlich.
Die anderen Charaktere kratzen zwar nur an der Oberfläche, aber tief genug, um dabei nicht durcheinander zu kommen & genug von ihrer Art zu zeigen.

Der Fall an und für sich war spannend, wirkte aber manchmals etwas konstruiert und zusammen geschustert. Manchmal hatte ich das Gefühl, es wurde versucht, diese Unebenheiten mit Grausamkeit wieder wett zu machen. Das hat für mich nicht so gut funktioniert. Nur weil etwas besonders brutal ist, heißt das nicht, dass es deswegen besser ist.

Aber - das Buch ist definitiv spannend, anfangs war ich etwas skeptisch - eben weil Emma so kaputt daher kam und das Buch gleich mit etwas sehr Persönlichem von ihr losging. Da hatte ich kurz Angst, dass es mehr um das Innenleben unserer Emma geht, als um den Fall - es geht zwar auch öfters um Emma, aber weniger als gedacht.
Doch man kommt in einen Erzählsog und man will wirklich wissen, wie es weiter geht und wer der Täter ist - wobei ich hier ehrlich gesagt, schon recht früh auf den Trichter kam, wer es sein könnte.
Auch die äußeren Umständen fand ich interessant und emfpinde sie auch, als nicht Betroffener, nachvollziehbar niedergeschrieben. 

Ule Hansen ist ein Autorenduo, was ich während dem Lesen nicht wusste, aber doch manchmal merkte. Hin und wieder handelte Emma etwas widersprüchlich oder gab sich im nächsten Kapitel plötzlich etwas anders - dies tritt aber kaum ins Gewicht und störte mich nicht sonderlich.

Bei 'Blutbuche' handelt es sich um Band 2 der Reihe um Emma Carow.
Vielleicht sollte man auch zuerst Band 1 lesen, manches Mal wird auf den vorherigen Band zurückgegriffen ohne genauer zu erklären, so dass ich nicht alles lückenlos verstanden habe.
Für den Fall an und für sich ist das aber nicht notwendig.

Kurzum: 'Blutbuche' ist ein sehr spannender Krimi - zwar mit leichten Schwächen, dennoch schafft er es mich auf Linie zu halten und hat mich trotz seiner Brutalität sehr unterhalten. Ule Hansen werde ich definitiv im Blick behalten.

Mittwoch, 18. April 2018

Rezension: 'The Brutal Telling' von Louise Penny

Louise Penny - The Brutal Telling
Thriller // sphere // 2013
506 Seiten // 7,99 £ // Taschenbuch





In the heart of the forest, in the dead of the night, two men sit before a growling fire. A few hours later, one is dead, his secrets following him to the grave.
Without a weapon, a motive, or a suspect, Chief Inspector Armand Gamache soon uncovers clues to the victim's life of lies. But even after his death, a web of deception is still being woven...





... So war's ...

The Brutal Telling ist der 5. Band in der Reihe um Chief Inspector Armand Gamache und seinen Mitarbeitern, die seit einer Weile immer wieder in Three Pines, einem versteckt liegendem kleinen Örtchen mitten in den Wäldern Kanadas, zu tun haben - in keiner anderen idyllischen Ortschaft wird so oft gemordet wie hier.
Diesmal trifft die Ermittlergruppe ein harter Fall. In Oliviers Bistro wird eine Leiche gefunden. Und es kommt noch schlimmer...


Ich liebe die Reihe um Three Pines und war wahnsinnig enttäuscht, als diese Reihe nicht mehr übersetzt wurde, weil sich (angeblich) zu wenig Leser dafür interessierten.
Schon vor langer Zeit hab ich mir den 5. Band auf englisch geholt (weil auf englisch geht die Reihe weiter und hat bereits insgesamt 12 veröffentlichte Bände), aber bisher hab ich ihn nie gelesen, weil ich es mir nicht zugetraut habe. Seitdem ich nun öfters zu englischer Literatur greife und ein bisschen Übung habe, war es an der Zeit.
Der Eingang fiel mir sehr schwer, obwohl die Sprache sehr melodisch erscheint und ich das meiste auch verstanden habe.
Ich fand den Anfang etwas zäh. Unabhängig von der Sprache. Die Ermittler kommen nicht so recht vom Fleck, nach dem die Leiche in Oliviers Bistro gefunden wurde, und eiern hilflos in der Gegend rum. Diese sinnlosen Überlegungen & dieses ewige Rumgeschwafel machten mich etwas mürbe. Und gerade als ich aufgeben wollte, wurde das Buch besser und dann sogar richtig spannend. Die Spannung hielt bis zum Schluss und machte das Buch dadurch noch zu einem richtigen Leseereignis.

Das Ende lies mich sprachlos zurück und, ich muss es leider sagen, hat eine tiefgreifende Änderung in Three Pines hinterlassen. Ja, da ist so ein richtig fieser Cliffhanger mit dabei und ich hoffe sehr, dass im nächsten Buch das Thema nochmals aufgegriffen wird.

Ich werde mir die anderen Bände definitiv besorgen und es mir endlich wieder in Three Pines, dem mörderischstem Dorf in Kanada, so richtig gemütlich machen.

Samstag, 7. April 2018

Rezension: 'Totenfang' von Simon Beckett

Simon Beckett - Totenfang
Thriller // rororo // 2017
556 Seiten // 10,99€ // Taschenbuch


Hunter is Back!
Leo Villiers ist spurlos verschwunden. Der Spross der einflussreichen Familie soll eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben - und wird verdächtigt, sie und sich selbst umgebracht zu haben. Als man an einer Flussmündung eine stark verweste Männerleiche findet, scheinen die Vermutungen bestätigt. Doch dem forensischen Anthropologen David Hunter kommen Zweifel. Denn tags darauf treibt ein einzelner Fuß im Wasser, der definitiv zu einer anderen Leiche gehört. Während seiner Nachforschungen kommt Hunter in einem abgeschiedenen Bootshaus der Familie Trask unter, die ihm mit unverhohlener Feindseligkeit begegnet. Und sie scheinen nicht die Einzigen im Ort zu sein, die etwas zu verbergen haben.


... So war's ...

Sehnsüchtig erwartet und dann doch etwas abgeschreckt von den negativen Rezensionen wagte ich mich erst jetzt an das Buch.
Ja, es stimmt. Das Buch ist nicht zu vergleichen mit seinen Vorgängern. Und ja, es hat seine Längen.
Aber... es ist nicht so schlecht. Ich mochte die Geschichte an und für sich gerne.

Hunter wird zu einer verwesten Leiche gerufen, die in den Backwaters gefunden wurde - während alle davon ausgehen, dass sich dabei um Leo Villiers handelt, ist sich Hunter da nicht so sicher. Zumindest scheint ihm nicht alles koscher zu sein.
Nach einer unangenehmen Begegnung mit dem englischen Regen und damit verbundenen mit einem unfreiwilligen Bad kommt er bei den Trasks unter - ausgerechnet der Familie, die sicher nichts dagegen hat, Villiers tot zu sehen. Schließlich gilt Villiers dafür verantwortlich, Trasks Ehefrau Emma Darby umgebracht zu haben und irgendwo verschwinden lassen zu haben.
Hunter beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und sticht damit wahrlich in ein Wespennest. Sind Trasks wirklich schuldig? Ist Villiers an Emmas Tod schuldig? Was ist eigentlich mit Leos Vater?

Sehr gelungen fand ich die Kulisse - zum einen in den Backwaters, eine verschlungene Flusswelt & der dort wohnenden Familie Trask. Zum anderen die Szenerie auf dem Meer mit den Maunsell Sea Forts. Das hat mir wahnsinnig zugesagt. Aber auch sonst hatte Beckett ein Händchen für die Kulisse und die Szenerie in diesem Buch.

Anfangs fand ich die Geschichte etwas schleppend, ja, gemächlich - ich wusste nicht so recht, wo mich die Reise hinführen soll. Doch dann nimmt die Geschichte langsam Fahrt auf, kommt immer wieder mit neuen Wendungen um die Ecke und hält so die Spannung am Laufen.
Es ist ein langer Weg, bis klar ist, wer der Täter ist und der hat mich durchaus überrascht, aber es bleibt wie gesagt spannend. Überhaupt fand ich die ganze Geschichte gut durchdacht, sie hat im Grunde bis aufs i-Tüpfelchen gestimmt. 
In zwei Dingen schwächelt die Geschichte:
Mit dem Ende war ich nicht ganz glücklich, obwohl es schlüssig war, aber das ist eine persönliche Sache.
Und sie ist gut und sie ist spannend, aber eben nicht ganz so gut, wie ich die ersten Bücher um Hunter fand.

Letztendlich ist das Buch für die lange Durststrecke, die wir seit dem letzten Hunter-Buch hatten, aber absolut ein Durstlöscher und hat definitiv eine Tatsache ganz klar bewiesen:  Hunter is back!

Dienstag, 27. Februar 2018

Rezension: 'Der Tod so kalt' von Luca D'Andrea

Luca D'Andrea - Der Tod so kalt
Thriller // DVA // 2017
14,99€ // 480 Seiten // Klappbroschur

Südtirol, 1985. Tagelang wütet ein gewaltiges Gewitter über der Bletterbach-Schlucht. Drei junge Einheimische aus dem nahegelegenen Siebenhoch kehren von einer Wanderung nicht zurück – schließlich findet ein Suchtrupp ihre Leichen, aufs Brutalste entstellt. Den Täter vermutet man im Bekanntenkreis, doch das Dorf hüllt sich in eisiges Schweigen.
Dreißig Jahre später beginnt ein Fremder unangenehme Fragen zu stellen. Jeder warnt ihn vor den Konsequenzen, allen voran sein Schwiegervater, der die Toten damals gefunden hat. Doch Jeremiah Salinger, der seiner Frau in ihr Heimatdorf gefolgt ist, lässt nicht locker – und wird schon bald seine Neugier bereuen. Ein Fluch scheint alle zu verfolgen, die sich mit den Morden beschäftigen. Ist dort unten am Bletterbach etwas Furchtbares wieder erwacht? Etwas, so uralt wie die Erde selbst ...


... So war's ...

Phuuuu - das war wieder mal ein Buch!
Salinger, der Amerikaner, der mit seiner von hier stammenden Frau und dem gemeinsamen Kind in  Siebenhoch wohnt, erfährt von einem Unglück, dass sich in Siebenhoch damals 1985 zugetragen hat. Da ist er selbst von einem Unglück gezeichnet, für das er teilweise mitverantwortlich ist und bei dem mehrere Menschen starben - nur er nicht.
Salinger beginnt sich für das sogenannte Bletterbachschlucht-Massaker zu interessieren und beginnt außerdem darüber nachzuforschen. Obwohl er es seiner Frau mehrmals verspricht und hin und wieder auch Prügel einstecken muss, kann er von diesem Fall nicht ablassen und erhält immer neue Hinweise, bis er schließlich der Wahrheit immer näher kommt. Und diese Wahrheit, nämlich dass da etwas sein soll, was schon seit Millionen von Jahren da lebt, kommt auch Salinger näher...

Kurzum: Es war wahnsinnig spannend!
Sehr spannend und sehr nervenaufreibend. D'Andrea fährt hier meiner Meinung nach großes Geschütz auf: der Einstieg ist schon recht spannend & erklärt, dass die Siebenhochner dem Zugezogenen nicht so ganz grün sind, dann auch die vielen Bewohner von Siebenhoch (die möglicherweise den ein oder anderen straucheln lassen, ob der vielen Namen), die für mich charakterlich zwar größtenteils nur an der Oberfläche gekratzt haben, aber genug, um zu sehen, was hinter der Stirn in etwa vorgeht. D'Andrea spielt auch gern auf der psychologischen Schiene. Das hat mir gut gefallen, auch dieses Mystische, dass da etwas ist, was wir uns nicht erklären können....
Der Reiz dieses Buches liegt meiner Meinung primär auch am Setting und dem Ort des Geschehens.

Die Sprache, mit der D'Andrea erzählt, gefällt mir sehr gut, er kann sehr gut die Szenerien beschreiben, aber und vor allem die Gefühle der Menschen. Er schafft es die jeweiligen Stimmungen einzufangen und nicht selten hab ich geschaudert, weil er die Stimmung auf den Punkt getroffen hat.
Der Autor lässt viele Themen in die Geschichte einfließen - dass ist meiner Meinung in den meisten Fällen keine gute Idee, hier aber funktioniert das erstaunlich gut. Möglicherweise, weil er jedem Thema den notwendigen Raum lässt, ohne sich zu sehr darauf zu fixieren.

Aber: Obwohl es die Spannung einerseits über die meiste Zeit des Buches halten kann & wirklich interessant ist, ufert es mir zwischendurch zu sehr aus. Da durch hat es trotz der Spannung seine Längen - man denkt sich hin und wieder: 'Komm mal zum Punkt.'
Das liegt für mich mitunter auch an dieser Besessenheit, die Salinger an den Tag legt. Die ist für mich sehr schwer nachvollziehbar. Warum versteift er sich so sehr auf diese Geschichte? Wenn man als Fremder interessiert ist, okay; wenn man vielleicht auch mal etwas mehr wissen will, als üblicherweise im Ort erzählt wird, okay. Aber Salinger steigert sich da richtig rein. Das wirkte manchmals recht unglaubwürdig; dass hinderte mich manchmal etwas in meinem Lesefluss.

Überraschend fand ich das Ende, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet und ich persönlich finde es als sehr gelungen. Für mich war das Finale das I-Tüpfelchen auf dem Strich/ Buch.

Ich habe das Buch trotz seiner Längen wahnsinnig gern gelesen und möchte es jedem auch ans Herz legen. Lasst Euch nicht von den Ausuferungen abschrecken!

Samstag, 13. Januar 2018

Rezension: 'SOG' von Yrsa Sigurðardóttir

Yrsa Sigurðardóttir - SOG
Thriller // btb // 18.9.2017
444 Seiten // 20,00€ // Hardcover
* Werbung // Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von btb zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!



Zwölf Jahre nach dem Tod und der Vergewaltigung eines Mädchens wird eine Zeitkapsel in Reykjavik gehoben. Darin enthalten: 10 Jahre alte Briefe von Schülern, die beschreiben, wie sie sich Island im Jahre 2016 vorstellen. Darunter findet sich noch etwas anderes: eine unheimliche Botschaft, die akribisch genau die Initialen von zukünftigen Mordopfern auflistet. Kurz danach werden zwei abgetrennte Hände in einem Hot Tub in der Stadt treibend gefunden. Doch noch hat keiner eine Vermisstenanzeige bei der Polizei gestellt. Ein Fall für Kommissar Huldar, der sich beweisen muss: von seinen Leitungsaufgaben entbunden, wird er von den meisten seiner früheren Untergegebenen gemieden, die Beziehung zur Kinderpsychologin Freyja ist ebenfalls ruiniert, was er zu reparieren hofft, indem er sie in die jetzigen Ermittlungen mit einbezieht ...

 

 

... So war's ...

Spannend war's - von der ersten Seite an. 
Das ist meiner Meinung nach der große Pluspunkt dieses Buches. Es ist spannend von der ersten bis zur letzten Seite, vieles wirft Fragen auf, wirft Vermutungen auf, die aber nach und nach gelöst werden  - die Autorin schafft es den Spannungsbogen durchgängig zu halten. 

Aber - und das ist leider ein großes Aber: 
Mir stießen einige Dinge ziemlich auf.
Da wären vor allem die Charaktere, die mir zum Ende des Buches wahnsinnig unsympathisch werden - ja auch Freyja, die dieses Mal eher eine Randfigur zu spielen scheint.
Huldar dreht zum Ende hin komplett ab - und diese Geschichte ist ein Part der Story, der nicht hätte sein müssen. Klar, kann ich die Wut und die Hilflosigkeit nachvollziehen - dass ihm dafür noch auf die Schultern geklopft wird, finde ich völlig falsch. 
Und Erla - ja, mit der wurde ich von Anfang an nicht so warm, aber in diesem Buch wirds noch schlimmer. Einerseits stößt sie Huldar weg und andererseits muss sie bei Freyja aber ständig ihr Revier abstecken, was Huldar angeht. 
 Ich mag dieses widersprüchliche Verhalten der Charaktere nicht. 
Freyja wird aus dieser Geschichte irgendwie rausgehalten, obwohl Huldar sie zu genügend Verdächtigen mitschleppt. Damit Freyja aber nicht komplett außen vor ist, bekommt sie noch eine kleine Familiengeschichte verpasst - so scheint mir. Das war zwar irgendwie nett, aber fand ich manchmal etwas hinderlich.
Und dieses Hin und Her zwischen Freyja und Huldar... nervt einfach nur. 

Aber nicht nur die unsymapthischen Charaktere stießen mir auf, es waren auch ein paar kleine Ungereimtheiten - zumindest waren sie das für mich. Da war die Sache mit den Initialen - vielleicht bausche ich das zu sehr auf, aber ich erwartete hier irgendwie noch den großen Knall - ohne zu sehr zu spoilern... der Knall kam nicht. 
 Dann dieses derart negative Bild von Polizei- und Justizsystem fand ich abschreckend und unrealistisch zugleich. Island steht immerhin auf Platz 14 von 176 Länder, die auf Korruption getestet wurde. Deutschland hat Platz 10. Es ist zwar nicht supergut, aber bei 176 Plätzen ist Platz 14 ganz ordentlich.  Hier ein Link zu dieser Aussage.
Doch dieser Polizeiverein erschien mir wie ein Kindergarten. Da war kein Pfennig Professionalität.

Und zu guter letzt bemängle ich auch in diesem Buch, was ich bereits bei 'DNA' bemängelt habe. Mir fehlt das Mystische, was in den anderen Büchern von Sigurðardóttir auftaucht und sie von anderen Thrillern abhebt.

Ich lese Yrsa  Sigurðardóttir wirklich gerne, aber mit ihrer neuen Reihe macht sie es mir nicht leicht.




Freitag, 15. Dezember 2017

Rezension: 'DNA' von Yrsa Sigurðardóttir

Yrsa Sigurðardóttir - DNA
Thriller // btb
479 Seiten // 10,00€







 
Er schlägt erbarmungslos zu. Wie aus dem Nichts.
Zwei tote Frauen innerhalb kürzester Zeit. Ermordet zu Hause, im Schutz der eigenen vier Wände, auf brutalste Weise.
Kommissar Huldar muss sich beweisen - doch die Zusammenarbeit mit der jungen Psychologin Freyja wird zur Herausforderung.







... So war's ...

Als eine junge Mutter ermordet wird, liegt ihre kleine Tochter unter dem Bett der Mutter und hört alles mit an. Kurz darauf treffen Huldar, Kommissar der Polizei und Freyja, Psychologin im Kinderhaus aufeinander und müssen zusammen arbeiten - dass sie sich nicht allzulang zuvor schon mal unter ganz anderen Voraussetzungen getroffen haben, macht die Sache nicht besser.
Dann wird noch eine Frau ermordet, ähnlich brutal, aber ohne jede weitere Verbindung zur jungen Mutter.
Und dann ist da noch Karl, Student der Chemie, der aber nach dem Tod der Mutter seinem liebsten Hobbie, nämlich dem Funkgerät, frönt und einer mysteriösen Zahlensendung gegenüber steht, die er zunächst nicht zu lösen vermag. 

Die Geschichte wird hauptsächlich aus der Sicht von drei Protagonisten geschildert - aus der Sicht des Studenten Karl, des Kommissars Huldars und der Kinder-Psychologin Freyja.
Dabei wird, obwohl von Anfang an voll im Geschehen (und auch von Anfang an ziemlich brutal), die Spannung langsam aufgebaut. Ich gestehe sogar, dass ich über etwa das erste Drittel des Buches mal kurz dachte: 'Toll, haste mal wieder einen '0815-tausendmal schon da gewesen - Krimi' erwischt - und das ausgerechnet von Yrsa Sigurðardóttir!' Aber es wird spannender und irgendwann war ich so richtig drin und wollte unbedingt sofortjetzt wissen, wie es endet.

Der Fall ist gut ausgeklügelt und hat sich eigentlich erst im letzten Drittel des Buches verdichtet und wenn man auch ein bisschen ahnt, worauf es hinauslaufen könnte (und zwar durch den Prolog), ist das Ende aber doch extrem unerwartet. Mit meinem Tipp auf den Täter lag ich falsch und das ist auch gut so. 


Trotz dieser Lobeshymnen kommt nun das große Aber: Dieses Buch hat mich eines ganz arg vermissen lassen - das Sigurðardóttirsche. Damit meine ich, z.B. das Mystische. Ich mag, dass Frau Sigurðardóttir sich gern ein wenig dem Mystischen zuwendet, manches wirkt nicht von dieser Welt und manchmal lässt sie den Gedanken daran auch bestehen, ohne aufzuklären, ob nun ein Mensch seine Finger drin hatte, es einen rein physikalischen Grund gibt oder ob es doch ein Gruß aus dem Jenseits ist. Das kam hier viel zu kurz.
Und ich glaube, dass ist auch mein Haupt-Problem mit diesem Buch. Denn obwohl ich es empfehlen kann und es auch spannend fand, hat mir über lange Zeit dieser typische Sigurðardóttir-Stil gefehlt. Stellenweise hätte das Buch auch von jedem anderen Autor sein.
Das finde ich sehr schade, weil sich Frau  Sigurðardóttir gerade durch ihren Stil in der manchmal doch sehr einheitlichen Masse der Krimis & Thriller hervorhebt.

Würde ich Sterne vergeben, würde dieses Buch (schweren Herzens) nur 3 Sterne bekommen. Da ist definitiv und eindeutig Luft nach oben.



Samstag, 21. Oktober 2017

Rezension: 'Todesreigen' von Andreas Gruber

Andreas Gruber - Todesreigen
Thriller // Goldmann
572 Seiten // 9,99€
* Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Goldmann-Verlag zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!



Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen haben, wird Sabine Nemez – Kommissarin und Ausbilderin beim BKA – misstrauisch. Vieles weist auf eine jahrzehntealte Verschwörung und deren von Rache getriebenes Opfer hin. Sabine bittet ihren ehemaligen Kollegen, den vom Dienst suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder, um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der dringenden Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfüllten Mörder in die Quere kommt, sondern auch seinen einstigen Freunden und Kollegen, die alles tun würden, um die Sünden ihrer Vergangenheit endgültig auzulöschen ...




... So war's ...


Nach dem etwas enttäuschenden dritten Band um Sabine Nemez und Maarten Sneijder (Verzeihung, ich meinte natürlich, Maarten S. Sneijder), hat es Andreas Gruber mit diesem 4. Band geschafft, wieder zur Höchstform aufzulaufen! 
Es gibt eine merkwürdige Anhäufung von Selbstmorden und vermeintlichen Unfallopfern bei Sabine Nemez Kollegen. Sie fängt an sich danach zu erkundigen, wird auch einem Fall zugeteilt, als ihr noch mehr Merkwürdigkeiten auffallen, wird sie skeptisch und beginnt richtig zu ermitteln, wenn ihr auch permanent Steine in den Weg gelegt werden. Es zeigt sich, dass die vermeintlich Guten nicht immer die Guten sind und die Bösen nicht ausschließlich böse sind. 
In diesem Fall ist vieles mehr Schein als Sein und Korruption ist ein großes Thema.

Bereits im Prolog geht es los mit der Spannung und die reißt auch das gesamte Buch über nicht ab, im Gegenteil, die Spannung steigt sogar immer weiter an und man kann das Buch kaum zur Seite legen. Dabei - und das muss ich wirklich mal sagen - wirkt die Spannung aber keinesfalls erzwungen, sondern eins ergibt sich aus dem anderen.
Gruber hat einen sehr flüssigen Schreibstil in diesem Buch und das ist auch, was die Spannung mitaufrechthält. Der Krimi ist sehr komplex gehalten, man wird gleich zu Beginn mit einer Vielzahl an Personen überhäuft, was mich persönlich nicht störte, weil die Charaktere sich doch recht von einander abheben. 
Interessant fand ich dabei die Zeitsprünge, die Gruber eingebaut hat, anfangs war ich zwar noch etwas skeptisch, schließlich aber doch überzeugt davon, sprang ich gemeinsam mit den Charakteren zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin un her. Bei den Vergangenheitsrückblenden handelt es sich um Rückblicke von ein paar Tage bis zu 20 Jahren. Man sieht also, der Grundstein für diesen Fall wurde bereits vor langer Zeit gelegt. 
Sehr gelungen war, wie Gruber die Grenzen verschleiert hat. Ist der, der der vermeintlich Gutes tut, tatsächlich gut? Ich habe hier auch ein Wechselbad der Gefühle erlebt, weil ich nicht wusste, wie ich manches empfinden soll. Es zeigt sich einmal mehr, dass eben nicht alles ausschließlich schwarz und weiß ist, sondern es viele Grauzonen gibt.

Dieses Buch ist wahrlich rasant erzählt und erhält von mir sämtliche Daumen nach oben.
Einziger Kritikpunkt: Nemez ist mir am Schluss etwas zu ausdauernd, zu Übermensch - aber andererseits angesichts des ansonsten perfekten Krimis ist das eigentlich nicht der Rede wert.

Alle Sneijder-Fans - eine unbedingte Leseempfehlung!!!
Und für alle Krimi-Liebhaber (und die, die es noch werden wollen), die bis dato noch nicht mit Maarten S. Sneijder in Berührung gekommen sind - lest unbedingt die Reihe! Es lohnt sich wahrlich!

Mittwoch, 16. August 2017

Rezension: 'Blutebbe' von Derek Meister

Derek Meister - Blutebbe
Thriller // blanvalet
396 Seiten // 9,99€
*Dieses Buch wurde mir freundlichweise von Blanvalet zur Verfügung gestellt! Vielen Dank dafür!





Auf einem Geisterschiff im Watt werden die Leichen zweier Frauen gefunden. Sie sind grausam zugerichtet, wie Fische aufgehängt und ausgenommen worden. Ihre Lungen fehlen, und der Mörder hat eine seltsame Rune hinterlassen. Ein Ritualmord? Die Ermittlungen führen Knut Jansen und Helen Henning zu einem weiteren todesfall, der bereits Jahrzehnte zurückliegt. Treibt der Täter seitdem unbemerkt an der Küste sein Unwesen? Bevor Knut und Helen die schaurige Wahrheit herausfinden können, werden sie selbst zu Gejagten...







... So war's ...

Dies ist der dritte Band um Helen Henning und Knut Jansen. Wieder müssen die beiden sich mit einem Serienkiller rumschlagen, der mit sehr brutalen Methoden ans Werk geht. Der Kommissar und die Profilerin stehen dabei sehr unter Druck, denn die böse Seite beobachtet sie und macht sogar Jagd auf die beiden. 

Vorneweg: Die Krimis von Meister sind nichts für schwache Nerven, denn es geht sehr blutig, brutal und definitiv nicht mit detaillierten Beschreibungen gespart.
Auch in diesem Buch hat der Autor in 'liebevoller' Weise auch den letzten dunklen Schatten im Gehirn ausgeräumt, so dass man sich bildlich sehr genau vorstellen kann, was passiert ist und wie das Opfer daliegt. 

Derek Meister macht es in diesem Buch von Anfang an richtig, indem er langsam steigernd die Spannung aufbaut und dabei erzeugt er eine spannende Atmosphäre, bei der man regelrecht darauf lauert, was als nächstes passiert. 

Geschickt lässt Meister die Nebenhandlungen in das Hauptgeschehen einfließen und lässt ihnen zwar Raum zum wirken, reizt es aber zum Glück nicht zu sehr aus ( denn das hätte mich wirklich gelangweilt - dabei sind die Nebenhandlungen nicht uninteressant). Hierbei wird auf Ereignisse aus den beiden ersten Bänden zurückgegriffen und zum Teil auch zu Ende erzählt. Das find ich gut, denn zu langes Ziehen über mehrere Bände wird mit der Zeit anstrengend.

Den Fall an und für sich find ich gut durchdacht. Da passt ein Stein auf den anderen. 
Nach dem für mich irgendwie enttäuschenden Band 2 hat hier der Autor doch wieder einen recht soliden und außerdem sehr spannenden Krimi vorgelegt. Ich war während dem Lesen sehr gefesselt und hatte das Buch innerhalb kürzester Zeit durch.

Allerdings gibt es eine Sache, die mich sehr aufgeregt hat. Bitte markieren für den Spoiler: Es gibt einen Cliffhanger der übelsten Sorte. 
Aber damit kann ich irgendwie leben. Es gibt noch eine Sache, bei der ich es total schade finde, dass sie vorbei ist, weil es gerade anfing Spaß zu machen - aber so ist das eben. 
Manchmal hat ein Autor anderes im Kopf wie seine Leser.

Insgesamt bin ich sehr gut unterhalten worden und ich bin schon sehr gespannt auf den 4. Band!

 Da

Dienstag, 18. Juli 2017

Rezension: 'Murder Park' von Jonas Winner

Jonas Winner - Murder Park
Thriller // Heyne<
414 Seiten // 12,99 €
* Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Heyne-Verlag zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!



Willkommen im Murder Park
Zodiac Island vor der Ostküste der USA ist ein beliebter Freizeitpark - bis dort ein Serienmörder drei junge Frauen auf bestialische Weise tötet. 20 Jahre später: Die Insel soll zur Heimat werden für den Murder Park - eine Vergnügungsstätte, die mit unseren Ängsten spielt. Paul Greenblatt wird zusammen mit elf weiteren Personen auf die Insel geladen. Dann beginnen die Morde. Ein Killer ist auf der Insel... keiner kann dem anderen trauen... die nächste Fähre kommt erst in drei Tagen...





... So war's ...

Ich habe in einer Rezension gelesen, dass man dieses Buch entweder liebt oder hasst. Mit dieser Erwartung ging ich wohl auch an dieses Buch hin.
Nach dem Lesen blieb ich erst mal überfordert zurück - es war ganz und gar nicht das, was ich erwartet hatte. Aber es war, und das muss ich leider auch schon gleich sagen, nicht besser als das, was ich erwartet hatte.
Ich habe ziemlich lange für das Lesen dieses Buches gebraucht und habe auch zwischendurch ein anderes Buch gelesen. Schuld daran war zum einen meine eigene Fantasie, die sich wohl an diesem Buch aufgeilte und mir merkwürdige Träume und hin und wieder Schlaflosigkeit schenkte, aber andererseits auch eine gewisse Langeweile, die mich zwang, etwas anderes zu lesen.
Hr. Winner hat irgendwie fesselnde Art zu schreiben und doch fehlt ihm was. Vielleicht lag es auch am Plot, der schon bei der ersten Zusammenkunft der Protagonisten auf dem Boot eine sehr unrealistische Note bekam und mich abstieß - nicht fasziniert abstieß, sondern eher: 'Wie kommt man den auf sowas?' abstieß.
Und das ging so weiter - einer nach dem anderen kam ums Leben, man hatte kaum einen Mord verdaut, lag da schon die nächste Leiche vor einem - bei 11 Personen in knapp 3 Tagen könnt ihr Euch vorstellen, wie es da zuging.
Ich empfand das als too much. Und obwohl Herr Winner die Leute wie die Fliegen sterben lies und auch hin und wieder die neue Einrichtung (nämlich Rekonstruktionen der Tatorte der vor 20 Jahren ermordeten Frauen) mystisch beschrieb und auch eine Gestalt mit Baby-Maske und glühenden Augen auftauchte, kam für mich hier nicht so richtig Spannung auf (trotz meiner Albträume). Der Wille des Autors war definitiv da und am Anfang war es auch noch etwas unterhaltsam und rätselhaft und auch etwas spannend, aber vor lauter Morden hat man irgendwann den Überblick verloren und ist vielleicht auch ein bisschen abgestumpft - manchmal ist weniger eben doch mehr.
Immer wieder wird auch Bezug auf Charaktere genommen, in dem zwischen den Kapiteln immer wieder Interview-Auszüge zu finden sind, die vom Psychiater mit den jeweiligen Personen geführt werden.
Hier werden hin und wieder falsche Spuren vom Autor gelegt und man ist hin und her gerissen, ob jetzt einer der vorhandenen Personen der Mörder ist oder ob doch noch eine zusätzliche Person sein Unwesen auf dieser Insel treibt. Letztendlich gibt das alles aber keinen Hinweis darauf, wie das Ende abläuft.
Tatsächlich bin ich auch über das Ende sehr zwiegespalten.
Einerseits wurde mir ein paar Seiten vor Schluss (und noch bevor man eine Ahnung bekommen kann, was da eigentlich lief) mit einem Schlag klar, was hier läuft und da war ich dann doch sehr auf die Reaktion des Hauptprotagonisten gespannt. Und andererseits bin ich über das, was dann alles noch kam, doch recht enttäuscht - es war meiner Meinung nach zuviel, ja direkt unnötig und auch total unauthentisch. Wäre ich in dieser Situation gewesen, ich wäre saumäßig wütend gewesen - und nicht später noch fröhlich mit der neuen Tussi mit dem Boot weggefahren.

Meine Rezension ist vielleicht hier und da ein wenig kryptisch, aber es ist sehr schwer, dieses Buch zu beurteilen, ohne zu spoilern. Und Spoilern ist hier wirklich nicht drin, sonst ist das meiner Meinung nach eh schon schwächliche Buch endgültig dahin.

Vielleicht hatte ich eine zu hohe Erwartung und vielleicht hab ich mir zu viel unter 'Murder Park' vorgestellt und vielleicht lag es auch daran, dass ich schon selbst über eigene Ideen zu einem Thriller in einem Vergnügungspark nachgedacht hatte - egal, woran es lag: Ich wurde schon recht enttäuscht zurück gelassen. Herr Winner hatte ein paar gute Ansätze und ich will ihm auch nicht absprechen, dass er schreiben kann - leider finde ich 'Murder Park' einfach nicht gelungen. Die Idee find ich, wenn ich im Nachhinein drüber nachdenke eigentlich nicht schlecht, aber vielleicht hätte man dann nicht so sehr auf den 'Murder Park' pochen sollen und man hätte vielleicht noch mehr Bezug auf die Reaktionen des Hauptprotagonisten nehmen sollen.
So wirkt es für mich ein bisschen zusammen gewürfelt.


Dienstag, 2. Mai 2017

Rezension: 'Hochland' von Bragi Steinar

Bragi Steinar - Hochland
 Thriller // DVA
302 Seiten // 14,99 €

 

 

Sie hatten das Gefühl, dass jemand draußen auf sie wartete, in der Dunkelheit ihre Namen flüsterte ...

Eigentlich wollten sie nur der Hektik des Großstadtlebens entfliehen und ein paar Tage in der Einsamkeit des kargen isländischen Hochlands campen. Doch als die vier jungen Leute im dichten Nebel vom Weg abkommen und mit ihrem Jeep ein entlegenes Haus rammen, sind sie gezwungen, die Nacht dort zu verbringen. Die Bewohner, ein verschrobenes altes Paar, verhalten sich seltsam, und schon bald erkennen die Städter mit Grauen, dass ihr vermeintlicher Zufluchtsort zum Gefängnis wird...


... So war's...

 Ich bin im Buchladen eher zufällig über Hochland gestolpert. Es hat mich allerdings vom Klappentext gleich so gefesselt, weil der Klappentext schon so herrlich mystisch klang. Und wenn man an die anderen isländischen Krimis denkt, die ich schon gelesen und genossen hatte. Und das tolle Cover. Ein Träumchen.
Es fing ja dann auch wirklich spannend an, zwei Paare fahren miteinander auf eine Bergtour, drei sind betrunken und der vierte, der fahrer, verliert im Nebel die Orientierung und setzt das Auto gegen ein Haus.
Das Auto ist hin, ein Telefon gibt es nicht - man sitzt hier also erst einmal fest. Und wäre es nicht schon seltsam genug, dass dieses Haus in der absoluten Einöde bewohnt ist und die Bewohner sich auch äußerst seltsam verhalten, passieren auch noch seltsame Dinge.

Doch dann, als die mysteriösen Dinge anfangen, wird man unterbrochen - von einer ellenlangen Erzählung (Gelaber im Prinzip schon, weils keinen interessiert), wer wer ist, was er denkt und fühlt, die Kindheit wird ausführlichst erwähnt, der Werdegang, wie man sich kennengelernt hat (und dies zum Teil sehr, sehr ausführlich) und blah und blubb. Am Anfang wars ja noch interessiert, aber diese Kapitel werden mit dem jeweiligen Namen überschrieben, über welchen Protagonist es gerade geht und man ahnt schon, dass es mehrere davon gibt, weil es ja immerhin 4 Hauptprotagonisten gibt. Manchmal fühlten sich diese Kapitel an, als würde der DJ man am höchsten Punkt der Stimmung einfach die Musik abdrehen - das unterbricht so dermaßen, dass man es noch nicht mal mehr als gelungenen Cliffhanger bezeichnen kann.

Dann passieren immer seltsamere Dinge, auf die die Freunde unterschiedlich reagieren. Und die vier Freunde verhalten sich dann, in meinen Augen, auch immer unrealistischer... klar, jeder geht anders mit so einer Situation um, aber trotzdem.  Manches passt einfach nicht zusammen. Überhaupt auch die Charaktere der Protagonisten fand ich so... unglaublich lahm und lächerlich. So kindisch kann man das im Grunde nur nennen.

Und wenn man dann all das hintersich hat und denkt, jau - das Ende macht das bestimmt wieder wett, dann, ja, dann hat man sich mal so richtig saumäßig geschnitten. Das Ende hat das Buch noch schlimmer gemacht, wirklich. Ich wusste nicht, dass Enden ein Buch so dermaßen versemmeln können, dass eigentlich eh schon versemmelt ist, aber - Gratulation, Herr Steinar, Sie habens geschafft!

Kurzum: Der Autor fängt großartig an und es hätte so gut werden können. Denn Herr Steinar hat es eigentlich drauf, hier und da eine mystische Atmosphäre aufkommen zu lassen und Spannung zu erzeugen. Aber diese endlosen Kapitel über Vergangenheit und Gefühle etc. haben meiner Meinung nach nichts mit der eigentlichen Geschichte zu tun und statt das es als nette Zusatzinfo gilt (oder manches erklären würde), machen sie Kaugummi aus der Geschichte und walzen die (eh schon geringe) Spannung platt. Und dann dieses unsinnige, blöde (entschuldige die deutlichen Worte) Ende... schade, dass war leider nix!

Dienstag, 22. November 2016

Rezension: 'Schlangenhaus' von Sharon Bolton

Sharon Bolton - Schlangenhaus
Thriller // Manhattan
506 Seiten // 19,95€



Die Wahrheit tut nicht weh. Sie tötet. 

Eine rätselhafte Schlangenplage, mysteriöse Todesfälle und die Rückkehr eines Alptraums, der längst vergessen schien...
Der Schrecken beginnt an einem friedlichen Morgen in einem idyllischen englischen Dorf: Im Kinderbett eines schlafenden Babys wird eine Schlange entdeckt und die junge Tierärztin Clara Benning zu Hilfe gerufen. Doch das ist erst der Anfang. Eine wahre Schlangenplage sucht den Ort heim, und es kommt zu rätselhaften Todesfällen. Clara versucht, eine Erklärung für die Vorgänge zu finden, und stößt auf eine Spur, die fünzig Jahre in die Vergangenheit führt. Doch die Menschen, die wissen, was damals geschah, schweigen eisern. Bis die Wahrheit mit tödlicher Macht ans Licht drängt...


 
 
 
... So war's ...

Eine Schlangenplage bricht in einem kleinen Dorf aus und die dort ansässige Tierärztin, Clara, die eher introvertiert ist, weil sie nach einem Unfall as Baby ein entstelltes Gesicht hat, versucht, die Ursachen aufzudecken.

Vielleicht sollte ich auch gleich zu Beginn erwähnen, dass man als Schlangenphobiker das Buch vielleicht besser nicht lesen sollte - denn Frau Bolton schreibt sehr detailreich, spielt manchmal mit der Sprache und manchmal mit der Fantasie des Menschen. Die Schlangen hingegen reichen von giftig zu ungiftig und sind obwohl Opfer als doch auch Mörder.


Gleich von Anfang, wie ich es bei Sharon Bolton so sehr mag, spinnt sie eine düstere und dichte Atmosphäre, man wird direkt mit hinein gezogen in die Geschichte und taucht hinterher geflasht wieder auf. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich das Buch gelesen, ja schon direkt durchgesuchtet (wie man so schön neudeutsch sagt) und war absolut gefangen.
Sehr gut gelungen empfand ich, dass die Schlangen nicht nur Randfigur waren, sondern auch ein paar interessante Fakten genannt wurden;
auch die Charakter waren ganz gut ausgearbeitet, hier und da sind sie leider ein bisschen platt geraten, aber - wie gewohnt sind die Menschen bei Bolton einerseits nett und gute Nachbarn, andererseits auch äußerst undurchschaubar.
Interessant fand ich auch, was Clara sich da zusammenreimt, weil sie einzelne Puzzlestücke nur zusammentragen kann und einige wesentliche Teile fehlen. Auch deswegen interessant für mich, weil ich bis zum Schluss nicht wirklich eine Ahnung hatte, wer der Täter nun ist.
Auch was denn nun tatsächlich alles war, damals wie heute, finde ich als gelungen beschrieben.
Lediglich das Ende ist in Hinsicht der Geschichte ein bisschen fad geraten, schade - aber dennoch überwiegt die gute Story und macht das Ende wieder wett.

Dennoch muss ich auch noch sagen:
Obwohl ich das Buch nur so verschlungen habe und es mich durchweg gut unterhalten hat, finde ich nicht, dass das hier eins ihrer besten Bücher ist. Das kann sie besser!

Freitag, 21. Oktober 2016

Rezension: 'Federgrab' von Samuel Bjork

Samuel Bjork - Federgrab
Thriller // Goldmann
478 Seiten // 12,99€
*Dieses Buch wurde mir freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Goldmann - Danke!



Man findet das Mädchen tot im Wald, gebettet auf die Federn einer Eule - dem Vogel des Todes

Aus einem Jugendheim bei Oslo verschwindet ein siebzehnjähriges Mädchen. Einige Zeit später wird sie tot im Wald gefunden - gebettet auf Federn, von Lichtern umkränzt und mit einer weißen Blume zwischen den Lippen. Die Ermittlungen des Teams um Kommissar Holger Munch und seine Kollegin Mia Krüger drehen sich im Kreis, bis sie von einem mysteriösen Hacker kontaktiert werden. Er zeigt ihnen ein verstörendes Video, das neue Details über das Schicksal des Mädchens enthüllt. Und am Rande der Aufnahme ist der Mörder zu sehen, verkleidet als Eule...







... So war's...

Lieber Leser!
Ich habe die Befürchtung, dass das hier ein kleiner Verriss werden könnte. Nicht weil das Buch an und für sich so schlecht war - dass war es nämlich nicht, es war spannend und durchaus unterhaltsam. Nein, es wird deswegen eine herbe Beurteilung geben, weil viel falsch gemacht wurde.
Ich versuche ohne Spoiler zu arbeiten, einen wird es aber definitiv geben.


Mit gemischten Gefühlen hab ich auf diesen Band gewartet. Mit gemischten Gefühlen deswegen, weil meist der erste Band hervorragend ist und der zweite Band schwächelt. Ich muss gleich sagen, dass mein Gefühl mich nicht getrogen hat.

Vielleicht ist es besser, wenn ich meine Beurteilung aufteile. Nämlich einmal in die Sprache und einmal in den Inhalt.

Sprachlich war, meiner Meinung nach, der Herr Bjork hier voll on top! Wirklich stark hat er einige Szenerien geschildert, gerade die kurzen Einblendungen am Anfang und auch gegen Ende waren wirklich gut geschrieben, mit Gänsehautfaktor und allem. Sehr ansprechend erzählt.
Auch während der Geschichte selbst fühlte ich mich durch seine Sprache gefesselt und hab mich auch damit wohl gefühlt, weil eigentlich jedes Wort am rechten Fleck zu sitzen schien.

Bei ein paar Dialogen allerdings hat er unglaublich gepatzt - ich meine, es gibt ja durchaus Menschen, mit denen man aneinander vorbei reden kann. Und vielleicht lag da das Problem an Mia Krüger. Weil diese Dialoge immer mit ihr stattfanden. Die Gesprächsperson war verwirrt, Mia war verwirrt und ich auch. Sätze wurden wiederholt, es wurde wirklich hanebüch aneinander vorbei palavert - also, echt... und dieses ständige 'Verstehn Sie? Versteht ihr? Verstehst du? Ich weiß nicht, versteht ihr?' war wohl der Hit - kein anderer Beisatz kam so oft vor, wie dieser.

Bis auf ein paar kleinere Patzer war Bjork sprachlich also super!

Kommen wir zum Inhalt.
Ja - und da gehts los. Der Anfang fing spannend an, mit zwei verschiedenen Szeneneinwürfen von früher, die gleich eindrucksvoll beweisen, dass Bjork eine große Geschichte erzählen will.

Es geht auch recht spannend weiter - doch dann kommt der erste Punkt, der mir gallig aufstieß - zunächst nicht so, im Verlauf des Buches aber immer mehr. Und Achtung - hier wird gespoilert: Mia Krüger denkt immer noch über Selbstmord nach, versucht es sogar. Nicht dass ich das als Unding abtun will - Suizid und Suizidversuche sind eine ernste Sache und ich will das keineswegs unter den Tisch fallen lassen, aber ach man - irgendwann im Laufe des Buchs denkt man: Dann mach halt.
Da war auch einfach der fade Beigeschmack von Wiederholung dabei. 



Wenn das Buch auch logisch erzählt wurde und ich sogar der Meinung bin, dass dieses Buch mindestens, wenn nicht noch mehr fesselnder war wie der erste Band, geht es trotzdem weiter mit den Schwächen:
Manchmal hatte ich den Eindruck, dass der Fall eher an den Rand verschwindet, auch während darüber geredet wurde oder einer Spur nachgegangen wurde. Ich weiß nicht, wie ich das erklären soll - der Fall war präsent und wieder nicht.

Am meisten ist mir aber erst nach dem Lesen aufgefallen, was eigentlich nicht passte.
Gerade die vielen angefangenen Fäden, die nicht fertig erzählt wurden oder ohne eine weitere Erklärung im Nichts verschwinden, machen mir zu schaffen. Da sind so viele unbeantwortete Fragen bei, über den Fall, über die Ermittler, von anderen tragenden Personen etc.
Auch der Fall selber, ist am Ende irgendwie total platt und eindimensional. Man erfährt kaum etwas über die Hintergründe, das Ende kam so abrupt und in der verschwommenen Sicht von der benebelten Mia Krüger, so dass man auch gar nicht richtig kapierte, was da eigentlich passiert war.

Es wurde außerdem ein paar Fäden angefangen, um den Leser zu verwirren, leider hat man die einfach fallen lassen und nie mehr angesprochen. Finde ich blöd.
Da hat Bjork meiner Meinung nach geschludert und unsauber gearbeitet. Man muss ja nicht für jedes Fitzelchen eine Auflösung haben, aber... da war ja gar nichts. Also, dass war im ersten Band definitiv besser ausgearbeitet und vor allen Dingen besser erklärt. 
In der Hinsicht schwächelt das Buch ganz schön.
Einen Spoiler muss ich leider noch sagen: Nervig fand ich außerdem, dass 'schon wieder' Munchs Familie in den Fall reingezogen wurde - beim dritten Buch kommt dann die Exfrau dran, oder?

So - das wars. Das Buch war einerseits spannend geschrieben und ich hatte es auch rasch ausgelesen. Wenn man aber mal ein bisschen drüber nachdenkt, merkt man, dass da ganz schön geschludert wurde. Schade. Das geht wirklich besser!


Dienstag, 6. September 2016

Rezension: 'Illuminati' von Dan Brown

 Dan Brown - Illuminati
Thriller // Bastei Lübbe
716 Seiten // 8,90€






Ein Kernforscher wird in seinem Schweizer Labor ermordet aufgefunden. Auf seiner Brust finden sich merkwürdige Symbole eingraviert, Symbole, die nur der Harvardprofessor Robert Langdon zu entziffern vermag.
Was er dabei entdeckt, erschreckt ihn zutiefst: Die Symbole gehören zu der legendären Geheimgesellschaft der 'Illuminati'. Diese Geschmeinschaft schein wieder zum Leben erweckt zu sein, und sie verfolgt einen finsteren Plan, denn aus dem Labor des ermodeten Kernforschers wurde Antimaterie entwendet.










... So war's ...

Wer kennt Illuminati nicht?
Spätestens seit es verfilmt wurde, müsste es doch Vielen bekannt sein.
Nun hab ich ja bekanntermaßen ein Problem mit gehypten Büchern. Ich mag sie nicht - der Hype ist für mich quasi ein Todesurteil - fragt nicht warum, es ist einfach so.
Das ich dann doch hin und wieder gehypte Bücher lese liegt daran, dass der Hype entweder schon hundert Jahre her ist oder ich, wie bei diesem Buch hier, in den Genuß komme mich als Buchretterin aufzuspielen. Dieses Buch kam also in den Müll, nachdem ein alter Mann verstorben war und ich hab es dort wieder rausgefischt. Und von da an stand es dann in meinem SuB-Regal. Schließlich überwand ich mich... und wie schon bei Harry Potter, bereue ich, dass ich nicht schon früher damit angefangen habe zu lesen.

Wo soll ich anfangen?
'Illuminati' erfüllt für mich alle wichtigen Kriterien, um ein gelungenes Buch zu sein. Es ist spannend, es ist menschlich / authentisch und vor allen Dingen ist es intelligent geschrieben. Es füttert mich permanent mit interessanten Informationen, die ich vermutlich nie wieder im Leben brauche, aber trotzdem gerne wahllos in mich hineinstopfe.
Auch wenn sich bei meiner Nachrecherche (die ich meist durchführe, wenn interessante Themen angesprochen werden) herausstellte, dass viele Ideen und Erzählungen Browns an den Haaren herbeigezogen sind, finde ich dennoch die Sachlichkeit und die Überzeugung, mit der Brown schreibt, gigantisch. Ich hab ihm all das aufs Wort geglaubt - und das macht für mich ein gutes Buch vor allem aus.
Gelungen fand ich auch die Beschreibung Roms. War ich selbst zwar nur einmal in Rom und hab da auch nicht so viel von der Schönheit der Architektur und der Archäologie mitbekommen (hey - immerhin war Abschlussfahrt!), weiß ich doch wie ein paar der Plätze aussehen. Brown hat neben seiner Sachlichkeit ein gutes Auge für Szenerien, ich kam mir oft so vor, als würde ich mich selbst gerade in Rom befinden.

Herr Brown beschreibt in seinem Buch nur einen einzigen Tag, hauptsächlich bespricht er die Kluft zwischen Wissenschaft und Religion, die schon seit Jahrhunderten andauert und scheinbar nicht überbrückt werden kann. Eine Geheimorganisation, genannt Illuminati, sieht jetzt den Zeitpunkt für die Vernichtung der Religion gekommen. Im Sinne von 'Schlag der Schlange den Kopf ab' will sie Vatikanstadt mit einer von Wissenschaftler erfundene Antmaterie, die eigentlich die Kluft zwischen Wissenschaft und Religion schließen soll, vernichten. Illuminati sind eine im 16. Jahrhundert gegründete Organisation, als die katholische Kirche bzw. der Christentum übermächtig war und alle Wissenschaftler bestraft hatte, so dass diese im Geheimen bleiben und arbeiten mussten. Geht die Reise zuerst zu CERN in die Schweiz, folgt sogleich die Reise nach Rom. Dort machen sich die beiden Hauptprotagonisten Langdon und Vittoria auf die Suche nach der Antimaterie, bzw. nach den mittlerweile entführten Favoriten für die anstehende Konklave, weil gerade auch noch der Papst verstorben ist. Hierbei folgen sie dem Weg der Erleuchtung. Schließlich kommt es in Vatikanstadt und darüber zu einem dramatischen Showdown.

Herr Brown, ich ziehe meinen Hut! Sie habe eine neue Anhängerin, die mal eben Ihre sämtlichen Veröffentlichungen in einem Rutsch bestellt hat (und unter Umständen auch in einem Rutsch lesen wird!). Wenn ich es auch schade finde, dass hier nicht alles wahr ist, hat mich hier ein superspannende, ausgeklügelte Geschichte erwartet. Das Ende war super fulminat und meiner Meinung nach hätte auch weniger Kawumm gereicht - ja, dennoch bin ich begeistert!


Mittwoch, 24. August 2016

Rezension: 'Todesmärchen' von Andreas Gruber

Andreas Gruber - Todesmärchen
Thriller // Goldmann
540 Seiten // 9,99€
*Dieses Buch wurde mir vom Goldmann-Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!




Und wenn sie nicht gestorben sind...
In Bern wird die kunstvoll drapierte Leiche einer Frau gefunden, in deren Haut der Mörder ein geheimnisvolles Zeichen geritzt hat. Sie bleibt nicht sein einziges Opfer. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneidjer und die BKA-Kommissarin Sabine Nemez lassen sich auf eine blutige Schnitzeljagd ein - doch der Killer ist ihnen immer einen Schritt voraus. Währenddessen trifft die junge Psychologin Hannah in einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher auf Piet van Loon. Der wurde einst von Sneidjer hinter Gitter gebracht. Und wird jetzt zur Schlüsselfigur in einem teuflischen Spiel...








... So war's ...

Vorneweg - ich bin ein großer Fan von dem Ermittlerpaar Sneidjer und Nemez, die beiden ersten Bände von ihnen hab ich nur so verschlungen und habe außerdem sehnsüchtig auf diesen dritten Band gewartet. Andreas Gruber hat seine Sache bisher gut gemacht und hat mich voll in seinen Fängen.

Und dann bekam ich diesen Band.
Voller Neugierde und Spannung begann ich zu lesen. Die beiden Ermittler werden unfreiwillig als Team eingeteilt und zu einem in Bern geschehenen Mord geschickt. Gruber verknüpft hier von Anfang die Stränge ohne dem Leser zuviel zu verraten, führt den Leser auf falsche Fährten. Es werden nach und nach die Morde miteinander verbunden, ohne das man genau ahnt, was die Ursache der Gemeinsamkeit ist.
Als zunächst zweiten Hauptstrang erzählt Gruber die Geschichte der jungen Psychologin Hannah, die sich Arbeit in einem Gefängnis gesucht hat - nicht ohne Hintergrundgedanken.
Es ist klar, dass die beiden Geschichten in eine große Geschichte verlaufen - aber wie sie es tun? Hammerhart.
 Das Grundgerüst und die Plotidee sind Bombe und auch die detailreiche Ausarbeitung, die Gruber geleistet hat, ist schlüssig und greift ineinander. Er hat volle Lotte auf die Spannungsdüse gedrückt und auch dabei Intelligenz walten lassen. So wie ich das mag. Eigentlich.

Und doch... bin ich irgendwie enttäuscht. Dieser Band liest sich nicht so flüssig wie die anderen beiden Bände; ich habe wirklich lange gebraucht, obwohl es spannend war und obwohl die bekannten Charaktere sich nur geringfügig verändert haben (verändern müssen sie sich ja auch) und wieder hervorragend ausgearbeitet sind, ebenso die neuen Charaktere. Obwohl das Buch eigentlich eine Super-Story verbirgt und sich sehen lassen kann.
Was mich gehindert hat, kann ich nicht genau sagen - leider muss ich aber sagen, dass vom rein subjektiven Gefühl her, das hier für mich der schwächste Band der (vorläufigen) Triologie ist.

Das tut meiner Liebe zu Andreas Grubers Ermittler aber keinen Abbruch, jeder hat eben mal schlechte Tage. Und das Buch kann sich trotz allem sehen lassen und verspricht einige spannende Stunden!




Mittwoch, 6. Juli 2016

Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Hass, Mord....

Der Versuch einer Erklärung, warum das Verbrechen am Mensch meine liebste Lesesparte ist.


Jeder Leser hat ja so seine bevorzugte Lesesparte, sein Lieblingsgenre. Der eine bervorzugt Fantasy, der andere eher diese Herzschmerzgeschichten. Auch ich habe ein Lieblingsgenre.
Ich schnuppere gerne mal in andere Genres rein, aber mein Herz schlägt für das Verbrechen. Das Verbrechen am Menschen - Mord und so weiter.
 'Warum?', wirst du dich vielleicht fragen. Vielleicht schleicht sich auch ein Unterton in diese Frage ein, ein Unterton mit der Note Ekel oder Unverständnis oder auch schlicht Angst.
Beantworten kann ich die Frage in einem einfachen Satz nicht.

Um Dich ein wenig zu beruhigen, denn es klingt doch ein wenig psychotisch:
Es sind auch nicht die Taten an sich, die mich so faszinieren, sondern der Mensch, der die Tat verübt. Was denkt er dabei? Warum tut er das? Was bewegt ihn dazu? Möchte er es rückgängig machen? Oder ist alles genauso gelaufen, wie er es schon von langer Hand geplant hat? Und warum plant jemand so ein Vebrechen? Wie kommt er auf die Idee?

Es ist der menschliche Abgrund, der mich an all den Geschichten fasziniert.
Ebenso ist es immer wieder verblüffend für mich, dass ein Mensch (nämlich der Autor), der noch nie mit einem Verbrechen in Berührung gekommen ist, ich meine einem realen Verbrechen, sich so bildhaft ausmalen kann, was einen Mörder bewegt und dies auch noch niederschreibt.
Manchmal frage ich mich - steckt nicht insgeheim in jedem ein kleiner Mörder?
Allein die Tatsache, dass man es sich vorstellen und ein Stück weit auch nachvollziehen kann, ist doch fast schon Beweis genug. Oder ist die Menschheit einfach zu verkommen?

Irgendwer sagte einmal: Das Gute kann ohne das Böse nicht existieren, sowie das Böse nicht ohne das Gute existieren kann.
Oder er sagte auch sowas wie: In jedem Menschen ist beides vereint.

Aber das ist natürlich nicht nur der einzige Grund:
Ich liebe die Spannung und den Nervenkitzel, der so ein Buch erzeugt.
Und ich liebe es, sofort gleich diese Spannung zu haben, ohne dass ich großartig etwas dafür tun muss.
Und ich mag es, das zu lesen und mir vorzustellen und zu wissen, dass alles nur Phantasie ist und nicht der Realität entspricht - zumindest meiner nicht. 

Letzendlich ist es unerheblich für meinen Lese-Geschmack. Vielleicht lese ich deswegen so gern Krimis und Thriller, weil man sich eben vieles ausmalen kann und aber trotzdem nicht anfängt zu morden.
Oder vielleicht brauch ich auch einfach den Kick. Wer weiß das schon so genau.



*Der Titel stammt übrigens aus der Bibel und zwar so:

Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Hass, Mord

-        Galater 5.20