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Donnerstag, 2. August 2018

Kurzrezension: 'Kluftinger' von Volker Klüpfel & Michael Kobr

Volker Klüpfel & Michael Kobr - Kluftinger
Kriminalroman // Ullstein // 2018
477 Seiten // 22,00€ // Hardcover




Endlich Opa! Kommissar Kluftingers Freude über sein erstes Enkelkind wird schnell getrübt: Auf dem Friedhof entdeckt er eine Menschentraube, die ein frisch aufgehäuftes Grab umringt, darauf ein Holzkreuz - mit seinem Namen. Nach außen hin bleibt Kluftinger gelassen. Als jedoch eine Todesanzeige für ihn in der Zeitung auftaucht, sind nicht mehr nur die Kollegen alarmiert - sein ganzes Umfeld steht Kopf. Um dem Täter zuvorzukommen, muss der Kommissar tief in seine eigene Vergangenheit eintauchen. Doch die Zeit ist knapp, denn alles deutet darauf hin, dass Kluftingers angekündigter Tod unmittelbar bevorsteht.

Band 10 der Kluftinger-Reihe




... So war's ...


 Dies also der nunmehr 10.Band der Reihe um den ehrenwerten Herrn Kluftinger, seines Zeichens Kommissar aus dem schönen Allgäu. Als Jubiläumsband deklariert geht es diesmal richtig zur Sache.
Jemand hat es auf den unfreiwillig komischen Kommissar abgesehen, ein Kreuz, eine Todesanzeige und schließlich auch noch Sterbebildchen, alle mit Kluftis Namen, tauchen auf und versetzen den Kommissar in Unruhe. Schließlich will doch der frischgebackene Opa sein Butzele aufwachsen sehen!
Auf der Suche nach demjenigen, der Klufti an den Kragen will, versinkt er immer wieder in Episoden aus der Vergangenheit und tatsächlich kommt er dem Täter schließlich näher... 

Kluftinger muss nun also mal ein paar Federn lassen und endlich (immerhin über 15 Jahre hinweg verschwiegen!) werden einige seiner größten Geheimnisse aufgedeckt - nur aber um gleich neue Geheimnisse zu schaffen. Die Fans werden also durchaus bei Laune gehalten.


Gewohnt humorig mit einem größtenteils sinnstiftenden Fall machte dieser Band wieder richtig Spaß und war in kürzester Zeit ausgelesen.
Sehr hevorzuheben ist meiner Meinung nach auch, der diesmal etwas nachdenkliche, ja, vielleicht sogar ein bisschen melancholische Aspekt, der zwar eine gewisse Ernsthaftigkeit in den Roman bringt, aber dem Buch durchaus gut tut. Vielleicht hab ich nicht ganz so sehr gelacht wie beim letzten Buch, gut unterhalten gefühlt hab ich mich trotzdem.
Das Buch hatte ich rasch ausgelesen und freue mich bereits jetzt auf den nächsten Band!



Freitag, 16. März 2018

Kurzrezension: 'Karwoche' von Andreas Föhr

Andreas Föhr - Karwoche
Kriminalroman // Knaur* // 2013
414 Seiten // 9,99€ // Taschenbuch





Autorennen am Achenpass: Mit 150 km/h rauschen Polizei­obermeister Kreuthner und sein Spezl Kilian Raubert den Pass Richtung Tegernsee hinab. Bei einem halsbrecherischen Überholmanöver fegt Kreuthner fast ein entgegenkommendes Auto von der Straße – am Steuer ausgerechnet sein Chef, Kommissar Wallner. Kreuthner versucht, die Wettfahrt als dienstliche Aktion zu tarnen, und führt spontan eine Straßenkontrolle durch. Dabei bietet sich den Polizisten ein schockierendes Bild: Im Laderaum von Rauberts Lkw kniet eine Tote, das Gesicht zu einer grotesken Fratze verzerrt …
Band 3 der Wallner & Kreuthner-Reihe

 

 

 

... So war's ...


Weil der letzte Wallner & Kreuthner-Band Lust auf mehr gemacht hat, hab ich gleich noch zu Band 3 gegriffen.
Dieser Band hat mir auch von der Geschichte her & vom Fall her definitiv mehr zugesagt.
Insbesondere Kreuthner fand ich in dieser Geschichte richtig klasse: ich mag, dass er um keine Ausrede verlegen ist. Dieses Slap-Stickhafte von Kreuthner wechselt sich in der richtigen Dosis mit der Ernsthaftigkeit durch Wallner & des Ermittleralltags ab und macht so richtig Spaß zum Lesen. Föhr findet hier das richtige Maß und das ist, was ihn in meinen Augen zu einem guten Autor macht.
Dieses Buch wartet mit einem gut durchdachten Plot sowie vielen Wendungen auf und birgt Spannung von der ersten bis zu letzten Seite. Das Finale ist nochmals so richtig spannend, obwohl man den Täter erahnen kann.
Einzig ein Punkt hab ich zu kritisieren: Manfred, Wallners Opa, hat wieder eine ähnliche Geschichte wie bereits in Schafkopf bekommen, ohne das beide aufgeklärt wurden - ich hoffe, dass das in Band 4 sich endlich auflöst, sonst wirds langweilig. 

Man merkt einmal mehr, dass Föhr ein talentierter Geschichtenerzähler ist und legt mit diesem dritten Band auf jeden Fall die Messlatte wieder ein Stück höher. Ich finds klasse, wie sich Föhr auch immer wieder selbst herausfordert.


Donnerstag, 15. März 2018

Kurzrezension: 'Schafkopf' von Andreas Föhr

Andreas Föhr - Schafkopf
Kriminalroman // Knaur* // 2012
448 Seiten // 9,99€ // Taschenbuch



Polizeiobermeister Kreuthner hat sich in einer durchzechten Nacht auf eine unselige Wette eingelassen: Er muss das Polizeisportabzeichen machen! Um seinen alkoholgeschwängerten Körper vorzubereiten, joggt er nun – noch nicht ganz ausgenüchtert – auf den Riederstein. Als er dem Kreislaufkollaps nahe am Gipfel ankommt, wird dem Bergwanderer neben ihm der Kopf weggeschossen. Kommissar Wallner und sein Team stoßen bei ihren Ermittlungen auf einen geheimnisvollen Vorfall, der zwei Jahre zurück liegt. Ein weiterer Mord geschieht, und allmählich laufen die Fäden an jenem Juniabend zusammen, an dem eine legendäre Runde Schafkopf gespielt wurde …

Band 2 der Wallner & Kreuthner-Reihe

 

 

... So war's ...


Das war mal wieder ein guter Krimi, wobei ich von Vornerein sagen muss, dass er im Vergleich zu anderen bereits gelesenen Wallner & Kreuthner - Büchern von Andreas Föhr eher etwas schwach erscheint.
Das lag in meinen Augen daran, weil die Geschichte etwas konstruiert wirkte - hier und da wurde etwas zu viel gewollt und manchmal hatte ich auch ein bisschen Probleme mit den Protagonisten - die waren nicht alle sympathisch und manche konnte ich überhaupt nicht verstehen. Desweiteren sagte mir auch die Thematik nicht immer so zu. 
Ein paar Fehler sind mir außerdem aufgefallen, allerdings fallen die nicht dramatisch ins Gewicht & ich kann sie getrost verschmerzen.
Trotz dieser zwei Kritikpunkte hat Föhr aber durchaus eine solide Geschichte aufgebaut & hatte einen ordentlichen Spannungsbogen aufgebaut, der einen durchgehend bei Laune hält. An diesen Krimis mag ich besonders Kreuthner sehr gern, der bringt die nötige Abwechslung zu dem ernsthaften Kriminaler-Alltag. Kreuthner hat es nämlich faustdick hinter den bayrischen Ohren. Aber überhaupt mag ich den Blick in das bayrische Dorfleben.
Auch wenn man nach einer Weile ahnen kann, wer der Täter ist, fand ich das Ende sehr gelungen.

 'Schafkopf' ist ein leicht zu lesender Krimi, welcher bayrisches Lokalkolorit excellent rüber bringt, er hat seine Schwächen, macht aber dennoch Spaß und Lust auf mehr.


Donnerstag, 8. März 2018

Rezension: 'Das Inselhaus' von Leonora Christina Skov

Leonora Christina Skov - Das Inselhaus
Kriminalroman // btb // 9.1.2018
416 Seiten // 10,00€ // Taschenbuch
* Werbung // Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von btb zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!




"So sieht Bosheit aus, las sie. Ihr Herz klopfte zu schnell. Ich dachte, früher oder später würdest du deine wohlverdiente Strafe schon bekommen, doch du bliebst verschont. Und daran hast du dich gewöhnt, nicht wahr?"

Sieben Menschen, die einander noch nie getroffen haben. Ein gemeinsamer Arbeitsaufenthalt auf einer einsamen Insel .
Wer hat die Einladung verschickt und warum wohnen sie in einem Haus aus Glas?
Welches Spiel wird hier gespielt?
Wer steckt hinter den unerklärlichen Vorfällen, die sich plötzlich auf der Insel ereignen?




 

... So war's ...


Ohje - ich merk jetzt schon, dass ich mich mit dieser Rezension nicht leicht tue.
Bisher hat das Buch überwiegend eher schlechte Rezensionen und lediglich im Schnitt 2,5 Sterne.
Und ich glaube, wir alle hatten das gleiche Problem: Der Klappentext sprach uns wahnsinnig an, lies automatisch das Kopfkino in die Vollen gehen. Ich meine: Hallo?
Eine einsame Insel, draußen im stürmischen Meer - lediglich ein Gebäude steht hier und das ist Glas. Komplett aus Glas. Sieben Menschen, die sich nicht kennen, die aber alle ein Geheimnis haben, sind gezwungen, hier vier Wochen auszuhalten - wohl unter dem Deckmantel, ihre künstlerische Karriere und Arbeit voranzutreiben. Regelmäßigen Fährbetrieb? Internet? Festnetztelefon? 'Wir arbeiten daran' sagt Herr Winter, der Verwalter, den gibts nämlich immerhin, samt Koch Igor, von dem man im Grunde aber nur Geschirrgeklapper hört.
Draußen vor den Fenstern befindet sich die Natur, deren ungeballte Kraft allein schon mein Kopfkino angekurbelt hat, es gibt nämlich ein Moor, Wald und die stürmische See...

Ja - und da sind wir schon bei meinem ersten Problem, was ich mit diesem Buch habe: Statt ein bisschen mit zum Beispiel der sich schon förmlich aufdrängenden Natur zu spielen und sie zum Spannungsaufbau zu nutzen, wird sie zwar erwähnt, aber erscheint seltsam matt.
Auch überhaupt, vieles bleibt seltsam matt. Als die erste Person verschwindet, ist die Reaktion eher... träge, emotionslos, schulterzuckend? Ich meine, wenn auch alle Protagonisten gewissermaßen einen ähnlichen Charakter aufweisen (noch so ein Punkt, der mir aufstieß), gibt es doch Abstufungen - doch irgendwie scheint das Verschwinden der Person allen irgendwie egal zu sein. Schließlich nervte die verschwundene Person ja auch total. So logisch.

Dann auch diese versteckten Andeutungen, die nicht weiter ausgeführt wurden und man einfach nur dachte: 'Was will die Autorin damit sagen? Was bezweckt sie damit? Sollte das ein Versuch zum Spannungsaufbau sein? Warum wird er nicht weiter geführt?"


Allgemein finde ich, dass so viel Potential in dieser Geschichte steckt - so viel Potential, welches schulterzuckend registriert, aber nicht genutzt wurde.
Gerade auch beim Aspekt, dass die Personen verschwinden / sterben, werden wenig Worte verloren - man hätte all das viel mehr psychologischer aufbauen können. In dieser Geschichte wäre so viel Spannung drin, wenn man nur die richtigen Knöpfe bedienen würde.

Obwohl die Autorin mich doch auf Kurs halten konnte und ich mich nicht durch dieses Buch gequält habe, fehlt mir doch dieses gewisse Etwas. Die Spannung, das Besondere - etwas, was dieses Buch ausmachen und unter anderen Büchern hervorheben würde.
Ich finde das persönlich schade, denn irgendwie mochte ich Skovs Art zu schreiben. Es machte Spaß, die Geschichte nach und nach zu verstehen, aber da ist definitiv viel Luft nach oben.

Ebenso war mir das Ende zu lasch und ich hatte noch viele Fragen, die nicht beantwortet wurden.

Alles in allem muss ich sagen, dass die Geschichte schon langsam verblasst in meinem Kopf. Mir tut es leid um die vielen verpassten Chancen, denn es hätte eine richtig gute Geschichte werden können, eine, die sich mit Agatha Christies 'Und dann gabs keines mehr' nahezu auf eine Stufe hätte stellen lassen können. So aber bleibt sie weit unter diesem Niveau.

Freitag, 23. Februar 2018

Rezension: 'Und am Morgen waren sie tot' von Linus Geschke

Linus Geschke - Und am Morgen waren sie tot
Kriminalroman // Ullstein // 2016
394 Seiten // 9,99 € // Taschenbuch



Oktober 1997: Zwei junge Pärchen zelten im deutsch-belgischen Grenzgebiet. Zwei Tage später wird eines der Paare tot im Wald gefunden, das andere bleibt verschwunden.
Der Journalist Jan Römer berichtet Jahre später über den Fall. Gemeinsam mit Kollegin Stefanie Schneider will er herausfinden, was in jener Nacht  wirklich geschah. Er stößt dabei auf einen Gegner, der ebenso grausam wie manipulativ vorgeht - und auf ein Geheimnis, das weit in die deutsche Vergangenheit reicht ...


Band 2 der Jan-Römer-Reihe






... So war's ...

Hach, das war mal wieder so ein richtig guter Krimi!
Spannend, überraschend und sehr kurzweilig.
Gerade die Spannung hielt sich für mich von der ersten bis zur letzten Seite. Es werden zwischen durch zwar Fragen beantwortet, aber immer wieder neue aufgeworfen und man kommt nicht umhin, mitzurätseln, was passiert und wer verantwortlich ist. Es tauchen viele neue Wendungen auf und ich finde diese keineswegs hinderlich, sondern sogar das, was diesen Krimi ausmacht.

Sehr gelungen fand ich auch die Charaktere, manche wurden zwar nur grob skizziert, aber das reichte völlig aus, um ein Bild zu erhalten - diese Charaktere agierten nicht zusammenhanglos, sondern es wirkte insgesamt sehr stimmig und authentisch. In den jeweiligen Szenen fand ich auch die Stimmungen recht gut eingefangen. Überhaupt fand ich, dass Linus Geschke eine sehr einnehmende & erzählerische Sprache hat und nebenbei einige kluge Aussagen macht.

Zwischendurch hatte ich mal ein bisschen Angst, dass es ein plumper Neonazi-Krimi wird, aber diese Angst war völlig unbegründet. Im Gegenteil, hier wurde ein Teil der deutschen Geschichte aufgeworfen, von der ich so auch noch nicht gewusst habe und ich bin mir sicher, dass es einigen anderen Lesern auch so geht - ich hab dazu sogar noch privat weiter recherchiert, weil ich es so interessant fand.

Obwohl dies Band 2 einer Reihe ist, hab ich aber keine Verständnisprobleme gehabt - Infos aus dem Vorbuch wurden kurz angerissen, dennoch konnte man sich problemlos zusammenreimen, was zuvor geschah und was für den Fortverlauf wichtig ist.  

Insgesamt ist das Buch sehr spannend und auch unterhaltsam, in meinen Augen aber keineswegs seicht. Wenn ich auch etwas anderes erwartet hatte, bin ich doch sehr angetan vom Verlauf der Geschichte.  
Linus Geschke bleibt auf jeden Fall in meinem Blickfeld (und auch dessen Reihe um Jan Römer) und dieses Buch kann ich jedem Krimiliebhaber ans Herz legen!

Dienstag, 16. Januar 2018

Rezension: 'Giftgrün' von Bettina Plecher

Bettina Plecher - Giftgrün
Kriminalroman // Rowohlt // 2013
294 Seiten // 9,99€ // Taschenbuch



Friedas erste richtige Stelle als Stationsärztin an einem Münchner Klinikum beginnt mit einem Paukenschlag: Schon am zweiten Tag ist ihr Doktorvater tot. Kolchizin-Vergiftung, stellt Friedas Mitbewohner, der Toxikologe Quast, schnell fest. Für die Klinikleitung ist der Fall damit geklärt – nicht das erste Mal, dass ein Hobbykoch beim Kräutersammeln im Englischen Garten Bärlauch mit der hochgiftigen Herbstzeitlose verwechselt hat. Doch Frieda und Quast hegen Zweifel. Und tatsächlich stellt sich heraus, dass der Tote selbst einige Leichen im Keller hatte – und dass Professor Naders Ableben mehr als einem Kollegen an der Eisbachklinik durchaus gelegen kommt ...




... So war's ...

Um ehrlich zu sein, das Cover hat mich ja ein bisschen vermuten lassen, das wäre so ein Krimi alá Kluftinger. Ist er aber gar nicht .
Im Gegenteil - er ist zwar durchaus amüsant, verkommt aber nicht zur Komik & ist nebenbei überwiegend gut durchdacht.

Spannend von der ersten bis fast zur letzten Seite empfand ich die Geschichte - die Auflösung des Falles kommt leider im Vergleich etwas lasch daher & hat mich etwas enttäuscht.
Hierbei fand ich, dass die Auflösung zu plötzlich und zu lustlos daherkam und irgendwie auch fast von allein, ohne das Zutun unserer Protagonisten, was ich irgendwie unnötig finde - das Ende wirkt einfach irgendwie dahingeschmiert und lässt bei mir noch Fragen offen.

Klasse fand ich die zwei Hauptfiguren, Quirin Quast und Frieda May, beides Ärzte in einer großen Klinik. Etwas unfreiwillig wohnen sie zusammen, arrangieren sich aber miteinander und manches Mal brizzelt es auch etwas zwischen den beiden. Hin und wieder verhalten sich die beiden kindisch & manchmal spielte mir Frau Plecher etwas zu sehr mit Klischees und Plattitüden. Kann man sich drübert aufregen, da dieses Buch aber keine hohe Literatur beansprucht, muss man sich nicht drübert aufregen.

Schön hätte ich es gefunden, wenn noch mehr der bayrische Dialekt seinen Weg ins Buch gefunden hätte. Das hätte das ganze etwas abgerundet.
Frau Plecher hat einen flüssigen Erzählstil, der einen zum Lesen antreibt, und festigte nebenbei das Bild, gerade im Krankenhaus, durch ein bisschen Fachwissen ab, ohne dabei aber zu schwadonieren. Das fand ich als sehr gelungen.

Wenn man also über die kleinen Makel hinweg sieht, hat man hier einen unterhaltsamen, leichten Krimi der Art Whodunit vorliegen & auch ich fühlte mich gut unterhalten.

Donnerstag, 11. Januar 2018

Rezension: 'Tragödie auf einem Landfriedhof' von Maria Lang

Maria Lang - Tragödie auf einem Landfriedhof
Kriminalroman // btb
235 Seiten // 10,00€
* Werbung // Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von btb zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!

 

 

Schwedische Spannung zu Weihnachten.

Schneeflocken fallen. Kamine prasseln. Im Dörfchen Västlinge wird Weihnachten gefeiert. Einzig die Leiche im örtlichen Lebensmittelladen stört die Idylle ...
Für alle Fans von Miss Marple und Hercule Poirot! Und natürlich Inspector Barnaby - Maria Lang, die schwedische Agatha Christie!









... So war's ...

Als schwedische Agatha Christie wird sie beworben.
Ich bin ein großer Agatha-Christie-Fan und bin mit anderen ähnlich beworbenen Büchern schon ein paar Mal in ein Fettnäpfchen getappt. esmal mit anderen, als ähnlich beworbenen Titel skeptisch. Dennoch las ich das Buch und tatsächlich, eine gewisse Ähnlichkeit kann man ihr nicht absprechen.
ABER:
Maria Lang muss sich bestimmt nicht hinter Christie verstecken. Sie hebt sich durchaus von ihr ab.
Dieses Buch erschien 1954 in Schweden- aber, obwohl die Sprache hier und da etwas gezierter ist, ist es durchaus gut in unserer Zeit zu lesen (das ist, was Maria Lang auch mit Christie verbindet).


Der Fall ist raffiniert und gut überlegt. Ich hatte lange meine Mühe, herauszufinden, wer der Mörder sein könnte. Die Seiten sind rasch runter gelesen, weil die Geschichte auf eine ruhige Art spannend ist. Der Fall ist eher gediegener Art und dennoch macht es Spaß. Es muss auch nicht immer so extrem brutal sein.
Ein bisschen flach ist die eine oder andere Figur, aber in Anbetracht der Dicke des Buches ist das durchaus in Ordnung - sie weisen dennoch genügend Tiefe für Authentizität und sogar Skurillität auf.

Toll fand ich auch die Zeichnung, gleich am Anfang des Buches, das eine Übersicht der Straße zeigt, sowie die Zeichnung am Ende des Buches, welches eine Übersicht der Wohnung des Ermordeten zeigt. Dies macht das ganze etwas plastischer.

Ich habe den Krimi am zweiten Weihnachtsfeiertag angefangen zu lesen und fande, er passte hervorragend - allerdings kann man das Buch meiner Meinung nach auch gut außerhalb der Weihnachtszeit lesen.

Klare Leseempfehlung!

Samstag, 23. Dezember 2017

Rezension: 'Himmelhorn' von Volker Klüpfel und Michael Kobr

Volker Klüpfel und Michael Kobr - Himmelhorn
Kriminalroman // Knaur*
492 Seiten // 10,99 €




Kluftingers neunter Fall

Ein abgelegenes Tal in den Allgäuer Alpen. Zwei jahrhundertalte Bergführerfamilien. Drei tote Bergsteiger. Ein dunkles Geheimnis. Di Ermittlungen führen Kluftinger zu schwer zugänglichen Höfen in den Aplen und zu deren starrköpfigen Bewohnern. Der Kommissar stößt an seine Grenzen, denn die Bergbauern sind noch wortkarger als er. Da hilft es nicht gerade, dass zu Hause ein nervöser Markus und die hochschwangere Yumiko sitzen und Doktor Langhammer auf amouröse Abwege gerät.






... So war's ...


Vom letzten Buch war ich ja ein bissle enttäuscht, nicht, weil es nicht witzig gewesen wäre und auch nicht, weil es zu kurz war, sondern einfach, weil der Kriminalfall so hanebüchen und an den Haaren herbeigezogen war. Ich meine, klar, rückte angesichts der Hochzeit vom Markus und der Yumiko der Rest der Welt in den Hintergrund, aber ein bissle mehr Mühe hätten sich die beiden Autoren schon geben können.

Bei diesem Buch, das merk ich als passionierter Kluftinger-Leser sofort, haben sie sich etwas mehr Mühe gemacht. Der Kriminalfall rückt zwar auch ein bisschen nach hinten, angesichts des Butzele (oder Max, wie ja der Klufti felsenfest überzeugt ist), das bald herniederkommt  - allerdings haben hier die Autoren alles richtig gemacht (einschließlich sich selbst aufs Korn zu nehmen - find ich richtig klasse!).

Da sind nun also die drei Toten am Hang, abgestürzt und es ist klar, dass über die natürlich wieder unser Klufti  stolpert. Zusammen mit Kluftis 'Freund' Langhammer, der wie üblich daherkommt, als sie bei einer E-Bike-Tour sind. Und klar, dass Klufti gleich wieder riecht, dass hier etwas nicht ganz mit rechten Dingen zu gegangen ist. Schon ist Klufti dabei, sich näher mit den Einzelheiten zu dem Fall zu beschäftigen und findet heraus - dass war defnitiv kein Unfall.
Aber natürlich hat er nicht nur berufliche Sorgen, auch privat läuft einiges nicht so rund, wobei es diesmal eher weniger Klufti selbst trifft, als die anderen bekannten Charaktere und Klufti, der dank seiner neuen Lieblings-Soap nun über eine nicht gerade kleine Floskel-Weisheit verfügt, steht immer mit einem Rat zur Seite.

Durchweg spannend kommt das Buch daher - lies mich immer wieder laut auflachen, mal ob der Tatsache, dass wieder granatenmäßig aneinander vorbeigeredet wird, wie auch ob der Tatsache, dass sich scheinbar alle verlieben und wieder einiges schiefgeht.
Ein bisschen gestört hat mich, dass manche Punkte zum Schluss hin, ein bisschen unter den Tisch gefallen lassen wurden, aber wer weiß - das neue Buch  steht schon in den Startlöchern (heißt ' Kluftinger' und erscheint am 27.April 2018).

Fakt ist, der Slapstick ist hier wieder ziemlich am Mitmischen und alles in allem will ich sagen: Des war mal wieder so ein richtig guter Kluftinger!