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Samstag, 24. Februar 2018

Rezension: 'Schweig wie ein Grab' von Tessa Korber

Tessa Korber - Schweig wie ein Grab
Krimi // btb // 12.2.18
256 Seiten // 10,00€ // Taschenbuch
* Werbung // Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von btb zur Verfügung gestellt!
Vielen Dank dafür!





Ein einsames Kloster im Wald...
 ... und Nonnen, die zum Schweigen verdammt sind.

Mitten in der Nacht liegt Nebel über dem alten Kirchhof der Kartäuserinnen in der Fränkischen Schweiz. Auf dem klostereigenen Gottesacker des Schweigeordens machen sich seltsame Gestalten zu schaffen - das Grab für eine Verschiedene soll ausgehoben werden, doch kommt plötzlich eine Leiche zum Vorschein, die dort nicht hingehört.

Band 3 der 'Viktor-Anders-Reihe'






... So war's ...

Viktor Anders ist Mitarbeiter der Firma 'Anders & Anders'; welche Bestattungen anbieten. Viktors Onkel hat mit den Kartäuserinnen ein Abkommen - stirbt eine Nonne, wird sie von den verbliebenen Nonnen gewaschen und hergerichtet und am Altar zurechtgelegt, wo dann der Bestatter sie übernimmt, in einen Sarg legt und im klostereigenen Friedhof vergräbt. Da Wolfgang bereits unterwegs ist, übernimmt dieses Mal Viktor diesen Job - er nimmt gezwungenermaßen seinen autistischen Cousin Tobias mit. Doch durch diverse Umstände, verursacht durch Tobias, finden die beiden eine weitere Leiche, eine die aber mit Sicherheit nicht dahingehört.
Schließlich wird Viktor, der zwar vorher schon ein bisschen in der Sache rumgestochert hat, von Julia, der Freundin des Toten, in die Geschichte reingezogen.

Wo soll ich anfangen?

Tessa Korbers erzählerische Sprache mochte ich sehr - gerade die Dialoge, die sie zwischen Bestatter und Hinterbliebenen führen lässt, sagten mir größtenteils zu, Viktor hat da ein Händchen für die richtigen Worte. Überhaupt fallen hier oft die richtigen Worte finde ich. Korbers Erzählstil zieht einen auf jeden Fall in seinen Bann.

Der Fall an und für sich fand ich gelungen und hat Spaß gemacht. Auch die Auflösung fand ich recht überraschend, das war für mich nicht vorhersehbar. Wenngleich das Buch etwas langsamer beginnt, fand ich die Geschichte überwiegend spannend.
 Ein paar Punkte in der Geschichte haben mich etwas gestört, meiner Meinung nach hätte es die so nicht gebraucht, zum Beispiel diese Sache mit den Russen. Das fand ich etwas schade.

Schade fand ich auch dieses Liebesgedöns von Viktor, das hat mich persönlich ein bisschen gestört, zum einen, weil Viktor immer gerade das liebt, was er nicht haben kann, aber auch, weil ich nicht immer verstanden habe, worum es geht - erst nach einer Weile wurde mir klar, dass es sich hierbei um den dritten Band der Reihe um Viktor Anders dreht. Das war manches Mal etwas hinderlich.

Auch nervten mich auch ein bisschen die einzelnen Personen, z.B. die Thematik um Miriam fand ich eher uninteressant, ebenso fand ich den ein oder anderen Charakter eher nicht so gelungen zum Beispiel Karoline oder Julia.
Ich konnte nicht alle Handlungen der Protagonisten als authentisch empfinden, im Gegenteil: manches Mal fand ich die Handlungen der Protagonisten sogar eher kindisch und verquer.


Alles in allem: Das Buch hat mich gut unterhalten! Ich fand es spannend und auf seine Art gelungen, leider waren mir manche Handlungsstränge unpassend und einige Charaktere unsympathisch & zu wenig authentisch (ich würde sogar soweit gehen und sagen, dass sie für dieses Buch ganz und gar unnötig waren).
Dennoch würde ich dieses Buch empfehlen, allerdings mit dem Zusatz: Besser mit Band 1 beginnen!

Donnerstag, 16. November 2017

Rezension: 'Schwarzwasser' von Andreas Föhr

Andreas Föhr - Schwarzwasser
Kriminalroman // Knaur*
391 Seiten // 14,99€




In einer Winternacht wird Klaus Wartberg erschossen. Der Sechzigjährige lebte in einem abgelegenen Haus und galt als unzugänglich und menschenscheu.
Am Tatort verhaften Kommissar Wallner und seine Leute eine verstörte junge Frau. Hat sie Wartberg ermordet? Auch der Tote selbst gibt den Ermittlern Rätsel auf: Denn einen Klaus Wartberg hat es nie gegeben seine Papiere sind gut gemachte Fälschungen, der Lebenslauf ist frei erfunden, Freunde oder Familie gibt es nicht. Wer also ist der Tote? Und warum musste er eine andere Identität annehmen?

Band 7 der Wallner- & Kreuthner-Reihe





... So war's ...


Kreuthner hat's faustdick hinter den Ohren. Diesmal ist er ohne Führerschein unterwegs und braucht so Manfred, den Vater von Wallner, als Fahrer - der sieht zwar nichts mehr, hat aber immerhin noch den Lappen. Außerdem ist Kreuthner endlich der Hundsgeigerin näher gekommen, die gerne mit zu ihm nach Hause möchte - allerdings malt sie sich ein großes Haus mit vielen Büchern und keinen Mängel aus. Kreuthner hat zwar ein Haus, aber das ist klein und sehr angeranzt und Bücher findet man auch eher keine drin. Doch Kreuthner ist ja nicht doof - er nimmt einfach das Haus vom Wartberg, der ist ja nicht zuhause.
Doch - ist er. Allerdings mausetot - und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Den Erzählstil von Föhr mag ich inzwischen gern, ich erinnere mich noch, dass ich beim ersten Buch nicht so überzeugt war, aber dass ist inzwischen 8 Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe und ich meine mich zu erinnern, dass Kreuthner damals eher eine Randfigur war und daran mags vielleicht auch gelegen haben. Kreuthner ist meiner Meinung nach eindeutig die stärkste Figur in der Reihe und auch wieder in diesem Buch.
Nun hab ich ja die Bücher nicht alle gelesen und schon gar nicht in der richtigen Reihenfolge, aber das fand ich jetzt nicht hinderlich, weil die wichtigsten Sachen in den Büchern nochmals kurz angesprochen werden - so zum Beispiel die Situation mit Wallners Schwester, es war zwar nicht super ausführlich, aber das notwendigste wird erwähnt.

Der Krimi war sehr spannend aufgebaut, man tappt eine Weile im Dunkeln und ehrlich gesagt hatte ich mit dieser Auflösung nicht gerechnet. Föhr hält die Spannung im richtigen Maße aufrecht, verliert sich nicht in Privaterzählereien über die Ermittler, obwohl man trotzdem die wichtigsten Dinge über das Privatleben der Ermittler weiß, und schreibt in herrlichem Dialekt (zumindest, wenn der Kreuthner spricht). Das mag ich sowieso sehr.

Der Krimi spricht sowohl meine humoristische Seite (das eher durch Kreuthner) an, sowie auch meine - Achtung, jetzt kommt's - intellektuelle & ernste Seite (dies dann eher durch Wallner) - der Krimi hat also komödiantische Einwürfe, ohne dabei aber die Logik und die Ernsthaftigkeit zu verlieren - das kann er wirklich gut, der Herr Föhr. Chapeau!

Alles in allem ein wirklich zu empfehlender Krimi über die Miesbacher Ermittler. Kreuthner und Wallner sind zwar sehr unterschiedlich, harmonieren aber trotzdem perfekt zusammen. Das gibt dem Krimi die richtige Würze!

Freitag, 19. Mai 2017

Rezension: 'Hohes Tier' von Nadja Quint

Nadja Quint - Hohes Tier
Ein Fall für Lilo Gondorf
Krimi // btb
315 Seiten // 9,99 €
* Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von btb zur Verfügung gestellt - Herzlichen Dank dafür!




Tierische Zustände an der Ostseeküste.
Razzia auf Rügen: Auf dem Anwesen eines ehemaligen Ministers entdecken die Behörden unzählige Katzen - und eine Frauenleiche. Selbstmord, ergibt die Obduktion. Ex-Polizistin und Pensionswirtin Lilo Gondorf wittert jedoch mehr und ermittelt auf eigene Faust. Dabei stößt sie auf eine mafiöse Verbindung, die Hundewelpen ins Land schmuggelt...







... So war's ...


Das Buch fängt gleich auf Vollgas an, denn einem Ex-Minister wird ein Behördenbesuch abgestattet, da er hunderte von Katzen horten soll. In Mitten der Katzenmengen und des verunstalteten Garten wird die Leiche einer Frau gefunden, allerdings kann nicht direkt herausgefunden werden, wer sie ist. Der ehemalige Minister muss in die Klapse und Frau Gondorf, ihres Zeichens ehemalige Polizistin und jetzt Pensionswirtin fängt an zu kriminalisieren und zu schnüffeln und mit vereinten Kräften von Tochter und Nachbar kommt man der Lösung immer näher.

Ein bisschen erinnerte mich die Hauptprotagonistin und ihr Nachbar an die Miss Marple und an Mr. Stringer aus dem Film, wenn die beiden im Buch nicht ganz so schrullig und etwas jünger waren. Da ich die Filme aber mag, hat mir auch das hier gefallen. Von mir aus muss es nicht immer blutig zugehen in einem Krimi.
Mir hat außerdem gut gefallen, dass zwar Lilo Gondorf zwar Hauptperson war, es aber nicht nur aus ihrer Sicht geschildert wird, dass lockert auf und bringt andere Perspektiven mit ein. Gut fand ich es auch, dass auch ein bisschen über Banales wie Gartenarbeit und Hausarbeit geschrieben wurde, denn mal ganz ehrlich - das gehört zu einem ganz normalen Leben/ Tagesablauf dazu. Allerdings nie so, dass man das Gefühl hat, man liest in einer Hausfrauenklitsche.

Was mir allerdings überhaupt nicht zugesagt hat, waren diese von Anfang an unhaltbaren Verdächtigen von Lilo - dafür, dass sie mal Ermittlerin war, wirkt das äußerst stümperhaft.
Auch insgesamt wirkte das ganze Fall im Nachhinein betrachtet sehr zusammengeschustert - anfangs fiel mir das während dem Lesen nicht so auf, aber als ich im Nachhinein drüber nachgedacht habe, fand ich das alles doch sehr an den Haaren herbei gezogen.
Auch, dass die Tochter, die Polizistin ist und in diesem Fall ermittelt, das alles toleriert und sogar noch fördert durch Deckelung und ähnliches, finde ich eher nicht so gelungen. Das wirkt unecht.
 Eigentlich echt schade, weil die Autorin einen flotten und fesselnden Schreibstil hat.

Fazit: Während dem Lesen fühlte ich mich gut unterhalten und war auch gefesselt, was vor allem dem flüssigen Schreibstil und den Charakteren geschuldet ist, aber die Geschichte an und für sich ist leider eher für die Tonne, da gibts zu viele Ungereimheiten und zuviel Gewolltes.
Schade.

Dienstag, 10. Januar 2017

Kurzrezension: 'Wolfsschlucht' von Andreas Föhr

Andreas Föhr - Wolfsschlucht
Kriminalroman // knaur*
394 Seiten // 14,99 €



Ende April am Tegernsee: Kommissar Clemens Wallner ermittelt in gleich zwei mysteriösen Fällen: Ein Bestattungsunternehmer versinkt mitsamt seinem Leichenwagen in der Mangfall, während gleichzeitig eine junge Frau verschwindet. Ihr Wagen wird kurz darauf im Gebirge gefunden – aufgespießt von einem Maibaum. Im Lauf der Ermittlungen stellt sich heraus, dass beide Ereignisse auf eigenartige Weise zusammenhängen – und dass bei beiden Wallners anarcho-bayerischer Kollege Leonhardt Kreuthner seine Finger im Spiel hat, dem diesmal ein genialer Plan für einen Maibaumklau aus dem Ruder gelaufen ist.





... In ein paar Sätzen ...


Andreas Föhr hat mit 'Wolfsschlucht' bereits seinen 6. Band um Kommissar Wallner und seine Kollegen Kreuthner und Co. herausgebracht. Ich habe damals den 1. Band gelesen und fand ihn okay, aber nicht so überragend, dass er im Kopf blieb. Als ich dieses Buch anfing zu lesen, war mir das gar nicht so bewusst.
Aber - obwohl ich vier Bände zwischen drin nicht gelesen habe, bin ich sofort in den 6. Band reingekommen, es waren ein paar kurze Insider drin, die aber nicht störten und teilweise sogar nochmals erklärt wurden.
Der Krimi war spannend, aber auch gemütlich und typisch bayrisch geschrieben. Ich hab mich wohl gefühlt, weil er so irgendwie gerade durch die Maibaum-Geschichte mich so an mein Heimatdorf erinnerte. Die Szenerie wurde sehr eindrucksvoll beschrieben und auch die einzelnen Kapitel endeten zwar mit Cliffhanger, wurden aber im nächsten Kapitel aufgelöst, so dass man zwar dran blieb, aber auch nicht den Überblick verlor. Gerade Charaktermäßig sind zwar ein paar eher flach geblieben, einfach weil sie Randfiguren waren, aber im Wesentlichen kamen bei mir die Charaktere gut an.
Mit 'Wolfsschlucht' ist Föhr einen unterhaltsamen, teils humorvollen, teils ernsten Krimi geschrieben. 'Wolfsschlucht' hat mir richtig Spaß gemacht und ich werde mir sicherlich auch die anderen verbliebenen Bände noch einverleiben.

Dienstag, 27. Dezember 2016

Rezension: 'Am Boden' von Lucie Flebbe

Lucie Flebbe - Am Boden
Kriminalroman // grafit
288 Seiten // 11,00€




Der Student Jonas steht in Verdacht, einem Freund beim Roofing einen tödlichen Stoß versetzt zu haben. Bei dem zweifelhaften Trendsport geht es darum, sich beim Klettern in schwindelerregender Höhe filmen zu lassen. Privatdetektivin Lila Ziegler und ihren Partner Ben Danner geht der Fall unerwartet nahe. Zugleich erklärt Lila ihrem Vater den Krieg: Sie stellt sich endlich ihren eigenen Problemen und zeigt ihn wegen häuslicher Gewalt an. Sie ahnt nicht, was sie damit auslöst ...





... So war's ...

Ich lese die Krimis um Lila Ziegler und Ben Danner nun schon seit Anbeginn der Reihe, nämlich 2008. Dies ist der nunmehr achte Fall des ungleichen Duos und obwohl ich eher kein Wert auf Liebesgeschichten in Krimis lege, finde ich die bei Lila und Danner total passend.
Vielleicht muss ich vorweg noch sagen - man sollte die Reihe kennen, bevor man sich an Band 8 wagt, sonst fehlen einem ein paar Infos. 

Ach, was hab ich diese Schreib-Art vermisst. Frau Flebbe hats einfach drauf. Sie schreibt locker, leicht, einerseits jugendlich und andererseits aber eben genau das nicht. Sie lässt Humor miteinfließen, lässt aber an den richtigen Stellen auch Ernsthaftigkeit zu. Und sie lässt auch Wut und Trauer und auch Hilflosigkeit zu.
Gerade in diesem Buch finde ich all diese Gefühle und das macht das Buch zu etwas spannendem Rundem. Das Grundthema - Roofing - steht im Vordergrund, aber ohne als belehrend und als omnipräsent zu wirken. Es ist da; es wird gemacht und manch einer versteht, warum es einem einen Kick verleiht und ein anderer eben nicht - aber einer von der Studenten-Gruppe ist abgestürzt und tot und nun ist die sekundäre Frage: Wer wars? Jonas steht im Verdacht, weil der schon mal mit der Polizei zu tun hatte und außerdem hat er seine Aggressionen nicht im Griff.

Aber, doch etwas ungewohnt für Frau Flebbe (aber gut!), steht nicht nur das Whodunnit im Vordergrund, es gibt noch andere Nebenstränge. Der interessanteste ist sicherlich der um Lilas Familie, - auch ohne allzuviel zu spoilern kann ich sagen, dass es mit körperlicher Misshandlung zu tun hat - beziehungsweise primär um den Vater, dem Lila endlich zeigen will, dass er nicht einfach so davon kommt. Wenn dieser Nebenstrang auch etwas spärlich ist, er lässt auf einen weiteren Band hoffen. (Auch wenn es inoffiziel hieß, dass dies der letzte Band gewesen sein soll, aber dann fände ich das Ende echt mies für die Fans!)

Interessant fand ich auch den Aspekt, dass man glaubt, einen Menschen zu kennen, weil man ihn sehr gern hat und dann stellt man fest, dass man im Grunde gar nichts über ihn weiß, was er in der Vergangenheit erlebt hat.  Frau Flebbe hat sich sich seit ihrem ersten Buch schreiblich total verbessert, obwohl manche Bücher zwischendrin nicht so stark waren und mich eher enttäuscht haben. Dieses Buch ist aber wirklich ein Hammer!
Ich habe es nur so verschlungen und war, wie fast immer, enttäuscht, dass es schon wieder zu Ende war.  Weiter so, Frau Flebbe!!

Dienstag, 29. November 2016

Rezension: 'Blumenkinder' von Meike Dannenberg

Meike Dannenberg - Blumenkinder
Kriminalroman // btb
460 Seiten // 9,99€



Jemand hat zwei Mädchen getötet. 
Und wird es wieder tun. 
Sehr bald.

Im beschaulichen Lüneburg grassiert die Angst vor einem Mörder. Ein Mädchen wurde vor vier Wochen getötet. Und das große Waldgebiet Drawehn birgt noch mehr Schreckliches unter dem Laub des Vorjahres - wird es bald ein weiteres Opfer geben? BKA-Sonderermittlerin Nora Klerner und Fallanalytiker Johan Helms läuft die Zeit davon...






... So war's ...

Ach, was hab ich an diesem Buch rumgelesen. Zwei Wochen? Hat mir meine ganze Statistik für den November versaut.
Dabei war das Buch gar nicht mal so übel, aber ich bin einfach nicht richtig reingekommen, die Geschichte konnte mich von Anfang an nicht so ganz packen und fesseln, bin leider immer ein wenig abgeschweift.

Das Buch hat mich ein wenig zwiespältig zurückgelassen. Denn einerseits hab ich so lange gebraucht, hab nicht gleich Zugang gefunden und obwohl ich nicht sagen will, dass mich das Buch gelangweilt hat, muss ich doch auch sagen, dass es mich auch nicht so richtig gefesselt hat.
Hauptcharakter Nora kommt ein wenig als typisch 'kaputte Ermittlerin daher, die nix und niemanden an sich ranlässt', während der andere Hauptcharakter, Johan, einerseits Gefühle und Menschlichkeit zeigt, aber manchmal gegen Nora wie ein Weichei wirkt (obwohl er das gewiss nicht ist). Leider sind die beiden Charakter sehr undurchsichtig, immer wieder werden versteckte Andeutungen gemacht, die dann  gar nicht aufgelöst werden. Gut, das Buch ist der Auftakt zu einer Reihe, aber ein bisschen mehr Info wäre schon nett gewesen, denn so blieb mir der Zugang gerade zum Hauptcharakter Nora versperrt.
Die Geschichte selbst ist von der Grundstimmung her nicht direkt düster, aber auch nicht fröhlich, heiter - kleine Witze vermisst man hier eher. Die Geschichte dümpelt ein wenig vor sich hin, obwohl ich lange nicht wusste, wer der Täter ist (und man das eigentlich auch erst am Ende erkennen kann).
Die Ermittler tappen lange im Dunkeln, trotz gelegentlicher Spurenfindung, die sie sogar bis nach Tschechien auf ein 'Festival' bringt. Immer wieder tun sich neue Verdächtige auf, doch nichts fruchtet so richtig. Frau Dannenberg hat dabei eine bildhafte Sprache, die Szenerien konnte ich mir gut vorstellen.

Leider war ein Großteil des Buches für meinen Geschmack eher... etwas lahm. Es ist spannend, ja, aber so richtig in Fahrt kommt es über große Strecken auch nicht. Immer wenn ich denke, jetzt wirds mal ein bisschen flotter, wurde der Wind wieder aus den Segeln genommen. Für mich dümpelte die Geschichte eher ein wenig vor sich hin.
Das Ende hingegen ging dann plötzlich auf die Vollen und da war ich dann auch in den Bann gezogen, so dass ich die letzten 150 Seiten nur so verschlungen habe.
Schade, dass das erst so spät kam. Ich werde die Autorin auf jeden Fall auf dem Radar behalten, so richtig überzeugt hat mich das Buch aber noch nicht.

Dienstag, 1. November 2016

Rezension: 'Schwarze Federn' von Nina Malik

Nina Malik - Schwarze Federn
Kriminalroman // blanvalet
475 Seiten // 14,99 €
*Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von blanvalet zur Verfügung gestellt - Danke!




Auf Federn gebettet. Zum Tod verurteilt. 
Als Marlis Seelers aus einem Albtraum erwacht, muss sie feststellen, dass die Realität tausendmal schrecklicher ist. Ihr Hasu wurde verwüstet und mit Teer beschmiert. Als sie den Wintergarten betritt, stockz ihr endgültig der Atem: In einem Nest aus Federn liegt dort ein totes Liebespaar.
Die Rerricker Mordkommission steht vor einem Rätsel. Während Chefermittler Simon Ackermann der Spur des plötzlich verschwundenen Ehemann verfolgt, durchleuchtet seine junge Kollegin Franka Jahnsen die scheinbar heile Welt der Familie Seelers. Sie stößt auf einen Strudel dunkler Geheimnisse, der sie unausweichlich anzieht. Denn Franka hat mit ihren eigenen Abgründen zu kämpfen...




... So war's ...

Zufällig darauf gestoßen und gleich vom Cover und vom Klappentext gebannt, fing ich nach Erhalt an zu Lesen. Eigentlich hatte ich schon gleich anfangs ein gutes Gefühl.
Denn gleich von Anfang an, zeichnet sich eine düstere Spannung aus, die einen fesselt und man kann gar nicht anders, als weiter zu lesen und mitzufiebern.

Die Autorin bildet nach und nach eine Geschichte mit einer gut durchdachten Storyline und einer gehörigen Portion Spannung. Die Charaktere, allen voran Franka Jahnsen, sind interessant. Manche wirken zwar etwas blass im Gegenzug zu andern, aber von den wichtigsten Charakteren bekommt man einen guten Eindruck. Ich blieb zwar hier mit ein paar Fragen zu den Hauptcharakteren zurück, aber immerhin bildet das Buch den Auftakt zu einer Reihe, so dass man sich denken kann, dass man noch mehr erfahren wird. Und ich sage gleich schon - ich hoffe, dass das bald sein wird.

Ich gebe zu, dass ich bis fast zum Schluss im Dunkeln getappt bin, was den Mörder anging. Das fand ich sehr gut. Frau Malik legt es darauf an, dass man falsche Schlüsse zieht, ohne dabei zu sehr zu verwirren. Im Gegenteil, dass macht es noch spannender. Die Lösung war ausgebufft und spektakulär, aber nicht zu übertrieben.


Es gab zwei-drei Stellen, die ich etwas zäh und zu lang gezogen fand. Ich finde, da hätte ruhig weniger um den heißen Brei herumgeredet werden können, dass hätte der Geschichte nicht geschadet. Und ein bisschen mehr auf die Vergangenheit der Hauptcharaktere hätte schon eingegangen werden können, dass hätte der Spannung keinen Abbruch getan.

Das Buch hat mich sehr gut unterhalten und bildet einen soliden, spannenden Auftakt. Ich bin auf jeden Fall schon sehr auf Neues der Autorin gespannt!


Mittwoch, 6. Juli 2016

Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Hass, Mord....

Der Versuch einer Erklärung, warum das Verbrechen am Mensch meine liebste Lesesparte ist.


Jeder Leser hat ja so seine bevorzugte Lesesparte, sein Lieblingsgenre. Der eine bervorzugt Fantasy, der andere eher diese Herzschmerzgeschichten. Auch ich habe ein Lieblingsgenre.
Ich schnuppere gerne mal in andere Genres rein, aber mein Herz schlägt für das Verbrechen. Das Verbrechen am Menschen - Mord und so weiter.
 'Warum?', wirst du dich vielleicht fragen. Vielleicht schleicht sich auch ein Unterton in diese Frage ein, ein Unterton mit der Note Ekel oder Unverständnis oder auch schlicht Angst.
Beantworten kann ich die Frage in einem einfachen Satz nicht.

Um Dich ein wenig zu beruhigen, denn es klingt doch ein wenig psychotisch:
Es sind auch nicht die Taten an sich, die mich so faszinieren, sondern der Mensch, der die Tat verübt. Was denkt er dabei? Warum tut er das? Was bewegt ihn dazu? Möchte er es rückgängig machen? Oder ist alles genauso gelaufen, wie er es schon von langer Hand geplant hat? Und warum plant jemand so ein Vebrechen? Wie kommt er auf die Idee?

Es ist der menschliche Abgrund, der mich an all den Geschichten fasziniert.
Ebenso ist es immer wieder verblüffend für mich, dass ein Mensch (nämlich der Autor), der noch nie mit einem Verbrechen in Berührung gekommen ist, ich meine einem realen Verbrechen, sich so bildhaft ausmalen kann, was einen Mörder bewegt und dies auch noch niederschreibt.
Manchmal frage ich mich - steckt nicht insgeheim in jedem ein kleiner Mörder?
Allein die Tatsache, dass man es sich vorstellen und ein Stück weit auch nachvollziehen kann, ist doch fast schon Beweis genug. Oder ist die Menschheit einfach zu verkommen?

Irgendwer sagte einmal: Das Gute kann ohne das Böse nicht existieren, sowie das Böse nicht ohne das Gute existieren kann.
Oder er sagte auch sowas wie: In jedem Menschen ist beides vereint.

Aber das ist natürlich nicht nur der einzige Grund:
Ich liebe die Spannung und den Nervenkitzel, der so ein Buch erzeugt.
Und ich liebe es, sofort gleich diese Spannung zu haben, ohne dass ich großartig etwas dafür tun muss.
Und ich mag es, das zu lesen und mir vorzustellen und zu wissen, dass alles nur Phantasie ist und nicht der Realität entspricht - zumindest meiner nicht. 

Letzendlich ist es unerheblich für meinen Lese-Geschmack. Vielleicht lese ich deswegen so gern Krimis und Thriller, weil man sich eben vieles ausmalen kann und aber trotzdem nicht anfängt zu morden.
Oder vielleicht brauch ich auch einfach den Kick. Wer weiß das schon so genau.



*Der Titel stammt übrigens aus der Bibel und zwar so:

Abgötterei, Zauberei, Feindschaft, Hader, Neid, Zorn, Zank, Zwietracht, Rotten, Hass, Mord

-        Galater 5.20

Dienstag, 31. Mai 2016

Rezension: 'Weiße Magie - mordsgünstig' von Steve Hockensmith

Steve Hockensmith- Weiße Magie - mordsgünstig
Kriminalroman // dtv
 348 Seiten // 9,95€





Hokuspokus mit Todesfolge
Als Alanis McLachlan erfährt, dass ihre Mutter ermordet wurde, hat sie sie seit zwanzig Jahren nicht mehr gesehen. Ihr seltsames Erbe: ein kleiner Laden für okkulten Bedarf aller Art. Das lässt nichts Gutes ahnen, denn Alanis' Mutter war eine Trickbetrügerin mit mehr als zweifelhafter Karriere. Offenbar war ihre neueste Masche das Tarotkartenlegen. Um den Mörder zu finden, übernimmt Alanis den Laden selbst. Was nicht ohne Risiko ist, denn vom Tarot hat sie nicht die geringste Ahnung...








... So war's ...


Mit diesem Buch hatte ich schon länger geliebäugelt und es schließlich dann gekauft. Und welch ein Glück. Denn wenn es auch so gar nicht meinen Vorstellungen, welche ich durch den Klappentext hatte, entsprach, hat es doch sehr viel Sympathiepunkte meinerseits eingeheimst.

Das Buch fängt mit der Benachrichtigung Alanis' über den Tod ihrer Mutter an - und gleich von der ersten Seite an, haut der Autor so richtig rein.  Er schreibt mit Witz und Charme. Ohne Rücksicht auf Verluste. Dabei schreibt er aber keinen Irrsinn nieder, sondern es hat alles Hand und Fuß.  

Der Hauptcharakter Alanis ist ein wenig widersprüchlich. Denn obwohl sie ihre Mutter gewissermaßen für ihr Tun, ihre Trickbetrügereien, verabscheut, tut sie es selbst auch. Sie betrügt und lügt und ist eigentlich kein Deut besser - würde sie es nicht für die Aufklärung des Mords tun.
Und obwohl sie auch dieses Wissen, dass ihr angeeignet wurde, auch nutzt, tut sie es auf nettere Art, als ihre Mutter. Sie betreibt Schadensbegrenzung - oder versucht es zumindest.
Nervig fand ich hingegen die Mitbewohnerin der Mutter - ich konnte sie nicht richtig greifen und sie kam mir äußerst aufdringlich und flegelhaft vor. 


Apropos Mord - die Krimigeschichte ist zwar irgendwie nebensächlich und doch gerade mit ihrer Nebensächlichkeit rückt sie wiederum in Vordergrund, weil sie ein wichtiger Part der Geschichte ist. Insgesamt hat die Geschichte ein paar Schwächen, die mir aufgefallen sind, aber nicht weiter gestört haben. Nur die Auflösung der Geschichte empfand ich ein wenig als zu plump und zu einfallslos. 

Sehr gut gefallen hat mir vor allem die Sprache - denn was ich neben einer guten Geschichte am meisten bevorzuge? Das sind, ich gebe es ehrlich zu, auch mal derbe Sprüche. Und das hat Alanis am laufenden Band geliefert. Manch einem wird es zuviel sein, aber mir hat diese Schlagfertigkeit und diese Findungsphantasie total gut gefallen.
Aber obwohl es manchmal recht derb zugeht und es oft witzig ist, werden auch leise Töne angeschlagen. Denn so unterhaltsam die Geschichte auch ist, es ist immer ein ernster Hintergrund dabei.

Kurzum - das Buch ist gelungen und ich freue mich bereits darauf, nochmals etwas von Mr. Hockensmith zu lesen!

Mittwoch, 11. Mai 2016

Rezension: 'Giftiges Grün' von Elsemarie Maletzke

Elsemarie Maletzke - Giftiges Grün
Gartenkrimi // Schöffling & Co
205 Seiten // 12,00€




Linas Onkel ist als vermeintlich armer Mann gestorben. Doch dann stellt sich heraus, dass er ihr und zwei weiteren Erben eine Aufgabe hinterlassen hat ‐ und demjenigen ein kleines Vermögen, der einen Fall lösen kann, der dreißig Jahre zuvor das Leben des Onkels aus der Bahn geworfen hat. Gleich drei Amateurdetektive suchen den Schauplatz des mutmaßlichen Verbrechens, die Villa Buchfinkenschlag. Als Lina das verwüstete Haus in einem verwilderten Park findet, begegnet sie dem ehemaligen Gärtner Johann, einem attraktiven, aber undurchsichtigen Mann mit einer Vorliebe für schöne, giftige Pflanzen. Ausgerechnet er muss Lina zu Hilfe kommen, als sie sich vertrauensselig in Gefahr bringt.








... So war's ...

Mit dem Tod fängt die Geschichte an.
Zunächst findet die Geschichte den Ausgangspunkt bei einer Testamentseröffnung. 3 Erben bekommen die Aufgabe ein langvergangenes Verbrechen zu lösen - der, der es zuerst löst, bekommt das Vermögen. Drei, sich nicht grüne Personen machen sich auf, aus den unterschiedlichsten Motiven, die Aufgabe zu lösen.
Und so nimmt die Geschichte ihren spannenden Lauf.

Frau Maletzke hat ein Händchen für Krimi, unaufgeregt mit wenig Blut, dennoch böse; verpackt mit wunderschönen Blumen und verborgen hinter idyllischen Gartenszenen.
Das war ein Buch völlig nach meinem Geschmack - wirre Familiengeschichte, in der jemand tragisch zu Tode kommt, verfallene Häuser und Gift. Und Gärten. Ich liebe Gärten und Blumen und Pflanzen und Frau Maletzke hat dies wunderbar in die Geschichte eingebaut. Dennoch hatte man nicht das Gefühl, sich einem Garten-Lehrbuch wiederzufinden. Ihr Schreibstil ist nicht außergewöhnlich, macht aber Lust auf mehr, denn sie schreibt unterhaltsam und authentisch.
Ihr Schriftbild ist ausführlich, aber nicht überladen. 
Die Geschichte spielt teilweise in einer alten, verfallenen und durch Vandalismus beschädigten Villa, die als eindrucksvolle Szenerie dient, ebenso wie der dazugehörige Garten in seiner vollen Pracht. Den Titel find ich hier übrigens passend wie die Faust aufs Auge - manche wissen gar, was da so für Giftzeug im Garten wächst. Und manche wissen es eben sehr gut...

Zu dem verfallenen Haus gibt es übrigens hinten im Buch einen interessanten Hinweis auf die Fabrikantenvilla in Finkenbach-Gersweiler. Wer also schöne leerstehende Häuser genauso sehr mag wie ich, sollte das mal googlen.

Das Buch ist meiner Meinung nach nicht nur für Garten- und Blumenfreunde eine unterhaltsame Lektüre und ich freue mich auf mehr Literatur dieser Autorin. 

Dienstag, 5. April 2016

Rezension: 'Milchsblut' von Clara Weiß


Clara Weiß - Milchsblut
Kriminalroman // Goldmann
477 Seiten // 9,99 €



Ist eine alte Heiligen-Legende der Schlüssel zu einer blutigen Mordserie?
Ein abgeschiedenes Dorf in den Bergen, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint: Seit Generationen ist das Haus nahe der Kapelle die Heimat von Elviras Familie, Das ruhige Leben der Bäuerin wird aber für immer zerstört, als sie eines Tages einen schrecklichen Fund auf dem Nachbarshof macht - ein Toter, auf ein Wagenrad gebunden, grausam hingerichtet. Und dies ist erst der Anfang eines entsetzlichen Mordens, das kein Ende zu nehmen scheint. Da entdeckt Elvira, dass eine akte Heiligenlegende der Schlüssel sein könnte. Doch während sie noch verzweifelt versucht, die Logik des Täters zu begreifen, schneiden Schnee und Eis das kleine Dorf von der Außenwelt ab. Nieman kann mehr entkommen - und Elvira ahnt, dass der Mörder auch sie nicht verschonen wird...






... So war's ...

Wow - das Buch hier hat absoluten Wow-Effekt, denn genauso lässt es mich zurück. Das Buch war eines dieser Bücher, die von Anfang bis Ende spannend sind.
Der Klappentext und auch der ungewöhnliche Titel lockten meinen Blick auf das Buch - Danke für meine gute Intuition, dass muss ich schon sagen!
Von Anfang an leuchtet Frau Weiß auf das Leben auf einem Bauernhof in einem abgelegenen Weiler und auf das Familienleben der Frau, aus deren Sicht geschrieben wird. Das ist Elvira, etwa 50 Jahre alt, sehr introvertiert und etwas dicklich. Sie hasst große Menschenansammlungen, doch die Gesellschaft ihres treuen Hundes Ludwig schätzt sie sehr.
Doch dann, nachdem man verstanden hat, wie es in einem Weiler in etwa zugeht und glaubt zu wissen, was mit den Menschen los ist, geht's los.
Es passieren grausige Morde (und da sollte man nicht unbedingt zartbesaitet sein), zusammen mit der Einsamheit und der verstockten Menschen, die da wohnen, ergibt das ein unglaublich spannendes Bild.
Frau Weiß spart nicht an Blut und Grausamkeiten, drückt aber auch immer wieder auf die psychologische Angst-Schiene, so dass man völlig von der Geschichte gefesselt wird.
Ich kenne andere Autoren, die zwar bildhafter schreiben, aber das braucht Fr. Weiß gar nicht, sie weiß ganz genau, welche Knöpfe sie drücken muss, um eine unbehagliche oder geladene Situation entstehen zu lassen, sie lässt der eigenen Fantasie genug Spielraum.
Nach einer Weile kam ich zwar drauf, wer da nicht richtig spielt, aber dennoch war es spannend bis zur letzten Seite und die Motive und Beweggründe, was den Täter zu Tat bewegt haben und auch andere Auflösungen waren sehr stimmig und überhaupt nicht hanebüchen.

Ich war bestens unterhalten und hätte ich nicht in diesen Tage immer um 5 Uhr schon müssen aufstehen, wäre das Buch eines von denen gewesen, welches man in einer Nacht durchliest!

Frau Weiß, da haben Sie aber mal ein außerordentliches Debüt hingelegt!  Das ist ein Kriminalroman genau nach meinem Geschmack gewesen und ich freue mich sehr auf Neues von Ihnen!

Mittwoch, 10. Februar 2016

Rezension: 'Moorfeuer' von Nicole Neubauer

Nicole Neubauer - Moorfeuer
Kriminalroman // blanvalet
413 Seiten // 9,99 €
* Zur Verfügung gestellt vom blanvalet-Verlag - Herzlichen Dank dafür!




Wenn die Osterfeuer brennen, ist es zu spät...
In der Einsamkeit eines alten Moors verbrennt eine Frau wie auf einem Scheiterhaufen, um den Hals trägt sie ein Mysteriöses Amulett. Hauptkommissar Waechter und sein Team von der Münchner Mordkommission werden zu dem Fall hinzugezogen und müssen feststellen, dass die bisherigen Indizien mehr als dürftig sind: eine Brandstelle. Eine Leiche. Hinweise auf Fremdverschulden. Die einzige Spur führt sie schließlich zu einem verfallenen Bauernhaus, aus dem die Tote tags zuvor verschwunden war und in dem der Geist eines kleinen Mädchens spuken soll. Wer hasste die Frau so sehr, um sie derart grausam zu töten?




... So war es ...

Bücher mit gruseligen Elementen (die sich dann ganz banal auflösen oder eben nicht) mag ich ja. Und Krimis und Thriller mag ich auch. Also, ganz gute Vorraussetzungen für das Buch.
Trotzdem bin ich jetzt schon ehrlich und sage - das Buch hat mich nicht fesseln können.

Die Idee zur Geschichte (mit Hexenverbrennung und mit dem 'Geister-Mädchen') fand ich eigentlich nicht schlecht und insgesamt war das Buch ganz nett geschrieben, aber um ehrlich zu sein - nichts, was lange im Gedächtnis bleibt und nichts, was ich unbedingt nochmals lesen muss.

Was ich allerdings nicht schlecht fand, dass man nicht sofort nach ein paar Seiten schon wusste oder ahnte, wer der Mörder sein könnte, sondern dass es einem wirklich erst zum Schluss hin klar wurde.
Es gab auch sonst ein paar Höhepunkte, wo ich gedacht habe 'Ja, jetzt hat sie die Kurve bekommen', nur um dann anschließend wieder ähnlich vor sich hinplätschernd zu schreiben. Schade!

Die Ermittlerfiguren waren ganz gut ausgearbeitet, auch die Hintergrundgeschichten fand ich nicht übel (gerade die um Waechter hat es mir angetan), was mich aber anfangs unglaublich irritiert hat, war 'Der Hüter des Schweigens' - zuerst dachte ich, es wäre eine Ausgeburt der Fantasie des Ermittlers Hannes, bis sich irgendwann rausstellte, dass es ein Polizeimitarbeiter aus Fleisch und Blut war, der aber einfach nie was sagte und nur selten bei seinem richtigen Namen genannt wurde - diese Figur war unglaublich platt und für mich überhaupt nicht fassbar (vielleicht hätte man auch den ersten Teil lesen sollen, aber es war nicht ersichtlich, dass dies bereits eine Reihe ist).

Gut gelungen fand ich auch die Umgebungsbeschreibungen, die waren wirklich bildhaft dargestellt und brachten Flair in die Szenerie.

Insgesamt bin ich etwas zwiegespalten mit meiner Meinung - würde ich Sterne vergeben, gäbe es für dieses Buch solide 3 Sterne.

Freitag, 28. August 2015

Rezension: 'Prinzenjagd' von Lucie Flebbe

Lucie Flebbe - Prinzenjagd
Kriminalroman // grafit
Seiten // 9,99 €

 

Je schöner der Mann, desto brutaler der Mord

Zwei prominente Tote innerhalb kürzester Zeit auf dem Gelände des Allee-Hotels - ist dies der Beginn einer Mordserie? Manager Hans Flegenfeld fürchtet um den Ruf seines Hauses und will weitere Leichen verhindern. Daher beauftragt er die Privatdetektive Ben Danner und Lila Ziegler, undercover zu ermitteln.
Auch wenn sie dabei die Rolle der dekorativen Blondine an Danners Seite spielen soll, kommt Lila der Auftrag gerade recht. Kann sie doch so auch unauffällig an die Fersen von Hauptkommissar Lennart Staschek heften. Dessen Tochter Lena vermutet nämlich, dass ihr Vater mal wieder fremdgeht.
Was Lila dann aber herausfindet, hat sie so nicht wissen wollen...











... So war's ...

Ja, voller Freude hab ich dieses Buch erwartet und als es ankam, schnell ausgepackt und angefangen zu lesen. Toll wars.
Auch wenn es für mich nicht an den ersten Band hinkommt (hat bisher auch nur eins geschafft - Das fünfte Foto), war es aber trotzdem ein Highlight. Nach dem ein bisschen schwachen letzten Band(Tödlicher Kick), bin ich hier eigentlich wieder voll auf meine Kosten gekommen.
Frau Flebbe schreibt im Prinzip immer nach dem gleichen Schema, ein bisschen Verbrechen, ein bisschen Ermittlung, ein bisschen Streit, ein bisschen Liebe, ein bisschen Drama und Gefahr und noch diverse andere Zutaten ergeben die Geschichten um Lila und Danner.
Ich mag diese Zutaten, vor allem die Zutat, die Fr. Flebbe von anderen Autoren abhebt: feinsinniger Humor.
Die Protagonisten sind authentisch, menschlich und könnte ebenso gut Nachbarn sein.
Die Geschichten um die einzelnen Protagonisten sind stimmig und alltäglich, ohne sich in einen Einheitsbrei zu verwandeln. Die Charaktere sind teils liebenswert, teils verachtenswert - so wie mans aus dem Leben eben kennt.
Eine Befürchtung hatte ich zu Anfang des Buches, hat sich zum Glück aber nicht bestätigt (ja - das böse S-Wort!) - phuuu!

Im Wesentlichen hat Fr. Flebbe hier eine saubere und solide Arbeit geleistet und mich gut unterhalten!
Weiter so! Ich freu mich schon auf das nächste Buch. 

Donnerstag, 30. Juli 2015

Rezension: 'Die Lebenden und die Toten' von Nele Neuhaus

Nele Neuhaus - Die Lebenden und die Toten
Kriminalroman // ullstein
560 Seiten // 19, 99 €

Die Idylle täuscht: Hinter jeder Hecke lauert der Tod. 
Kriminalkommissarin Pia Kirchhoff will über Weihnachten und Silvester in die Flitterwochen fahren, als sie ein Anruf erreicht: In der Nähe von Eschborn wurde eine ältere Dame aus dem Hinterhalt erschossen. Kurz darauf ereignet sich ein ähnlicher Mord: Eine Frau wird druch das Küchenfenster ihres Hauses tödlich getroffen. Beide Opfer hatten keine Feinde. Warum mussten ausgerechnet sie sterben? Der Druck auf die Ermittler wächst schnell. Pia Kirchhoff und ihr Chef Oliver von Bodenstein fahnden nach einem Täter, der scheinbar wahllos mordet - und kommen einer menschlichen Tragödie auf die Spur.



... So war es ...


 Achtung - Spoiler....
Oh, wie sehr habe ich mich auf dieses Buch gefreut. Oh und wie sehr war ich enttäuscht.
Nein, richtig schlecht war das Buch nicht, aber um ehrlich zu sein, bin ich besseres von Frau Neuhaus gewöhnt.
Die Grundidee fand ich gut, aber im Endeffekt war alles ein wenig zu lang rausgezogen und manches war einfach zu offensichtlich, hierbei musste ich dann gelegentlich wieder an der Intelligenz der Ermittler zweifeln und hätte sie am liebsten mit der Nase draufgestoßen.
Frau Neuhaus versucht eine Spannung aufzubauen, was ihr aber eher nicht so gelingt, denn immer wieder fängt sie erneut an zu erzählen. Mord um Mord ereignet sich, ehe die Ermittler endlich mal ihr Hirn einschalten. Und eigentlich ist relativ schnell klar, wer der Täter ist, auch wenn Frau Neuhaus versucht durch ständig neue Fakten die Nebel nicht zu früh zu lichten. Gelegentlich gelingt ihr das, aber meistens war es doch ein bisschen offensichtlich.
Total schlecht machen will ich das Buch nicht. Ich hab mich dennoch unterhalten gefühlt, wenn auch einfach nicht so, wie ich es eben sonst von ihr gewöhnt bin.
Gestört hat mich auch, was für ein schlechtes Licht Frau Neuhaus auf die Organspende wirft. Ständig wird einem suggeriert, dass man dafür umgebracht wird etc. Find ich schade, denn wenn auch leider oft genug damit Schindluder getrieben worden ist, dass man so potentielle Organspender vergrault. Ich halte Organspende für eine gute Sache. Man kann kritisch der Sache gegenüber stehen, aber hier wurde mir einmal zu oft erwähnt, wie schlecht die Sache im Grunde ist. Dabei ist ja nicht die Organspende an sich schlecht, sondern die Kontrollen darüber. Das hätte Frau Neuhaus durchaus deutlicher darstellen können.

Schade - ich bin wirklich ein Fan von Neuhaus' Büchern, aber das hier war ihr bisher schwächstes.
Ich hoffe, dass nächste Buch ist wieder besser.



Freitag, 10. Juli 2015

Kurzrezension: 'Schattenfreundin' von Christine Drews

Christine Drews - Schattenfreundin
Roman // Bastei Lübbe
288 Seiten // 8,99 €


Wenn deine beste Freundin zu deinem schlimmsten Feind wird...

Die Rückkehr in ihren Heimatort Münster steht für Katrin unter keinem guten Stern. Der neue aufreibende Job verlangt ihrem Mann alles ab, und auch die plötzliche Nähe zu ihren reservierten Eltern ist nicht einfach. Zum Glück hat sie ihren kleinen Sohn Leo - und ihre neue beste Freundin Tanja.
Als Katrins Vater überraschend stirbt, erweist sich Tanja als Retter in der Not: Sie erklärt sich sofort bereit, auf Leo aufzupassen. Doch Tanja meint es nicht gut mit Katrin. Ohne zu zögern, setzt sie einen perfiden Plan in Gang: Während der Beerdigung verschwindet sie spurlos - zusammen mit Leo.

Band 1 der Reihe um Charlotte Schneidmann und Peter Käfer



... So war's ...

Der Klappentext ein wenig zu übermütig, dass ist zwar ein bisschen ärgerlich, wenn  man sich etwas anderes davon verspricht, aber das ist eben so. Das Buch ist für ein Debüt gelungen. Es ist spannend, unterhaltsam und erzählt auch ein bisschen über die Haupt-Charaktere (die vor allem menschlich und sympathisch sind und keine Überhelden, die alles super managen). Toll fand ich auch, dass es ein deutscher Krimi ist, er spielt in Münster. Wenn ich auch nie da war, kann ich mir durch die Beschreibung durchaus vorstellen, wie es dort so aussieht, ihr Schreibstil ist flüssig und sehr bildhaft.
Die Geschichte ist zwar genau genommen nichts Neues (Kindsentführung) und hätte mir durchaus auch andere Ideen vorstellen können, wer der Täter ist bzw. was der Grund für die Entführung ist etc., aber dennoch ist es ganz gut umgesetzt und mal was anderes wie die ewigen Lösegeldforderungen.
Anfangs waren die Figuren gut gezeichnet, im Laufe des Buches aber wurden sie gelegentlich etwas platt und manche Sachen wurden angesprochen, aber nicht wirklich zu Ende geführt, was mich gestört hat. Die Geschichte ist recht spannend, aber man hätte durchaus mehr Spannung rein bringen können.
Dennoch hab ich das Buch verschlungen, war nicht absolut hochkompliziert, eher mal ein Krimi für zwischen durch. Ich freu mich auf weitere Bücher von dieser Autorin.

Zu empfehlen!



Samstag, 4. Juli 2015

Rezension: 'Tod nach Schulschluss' von Christine Drews

Christine Drews - Tod nach Schulschluss
Krimi // Bastei Lübbe
382 Seiten // 8,99€



Ein neuer Fall für Schneidmann und Käfer: Die Kommissare aus Münster treffen auf die eiskalte Elite von morgen.

So etwas haben Charlotte Schneidmann und Peter Käfer noch nie gesehen: eine Leiche in einem mittelalterlichen Folterinstrument! DasOpfer ist Max Wenke, Musterschüler auf dem Elite-Intnernat Schloss Lemburg. Handelt es sich um einen besonders bizarren Selbstmord? Oder wurde der blendend aussehende und hochbegabte Max ermordert? Lehrer und Schüler erscheinen seltsam gleichgültig, als wäre Max' blutiges Ende nur ein kleiner Zwischenfall, den es schnell wie möglich zu vergessen gilt. Erst ein schockierendes Detail sprengt die Mauern des Schweigens - und lässt Charlotte und Käfer in Abgründe schauen, die sie nie in Schülerseelen vermutet hätten.

Der 3. Fall für Schneidmann und Käfer.


... So war's ...

So, zunächst die Warnung: hier wird mit Spoilern gearbeitet (und nicht zu knapp)!!
Auch wenn ich mich unterhalten fühlte während dem Lesen, bin ich doch enttäuscht.
Das ist das schwächste Buch von Fr. Drews. Irgendwie scheint, wenn man nach dem Lesen über das Buch nachdenkt, nichts mehr richtig zusammen zu passen und vieles wirkt unglaublich gestellt. Die Geschichte ist im wesentlichen solide und bietet eigentlich Potential.
So sind es aber mehrere Punkte, die einfach nur... boah sind.
Ich meine, wir leben im 21. Jahrhundert, alle Welt (und so auch die Schüler in diesem 'Elite'-Internat) hat Smartphones und Internet (was auch ausgiebig unter die Nase gerieben wird, wer gerade das neuste Smartphone hat). Und da kommt das Mädel auf die Idee, die Abtreibung selbst vorzunehmen - wie damals im Mittelalter? Äh, Logik? Selbst wenn das Internat dieses Thema weitgehend außen vor lässt, heute wird doch alles gegoogelt. Sogar die Krankheiten.
Und auch sonst - es werden immer wieder die eiskalten Schüler erwähnt. Nur, werden eigentlich nur genau drei Schüler öfters erwähnt, bzw. zwei andere nur am Rande. Von den anderen liest man nichts... und auch davon ist einer tot, die andere irgendwie ein bisschen unterbemittelt und derjenige, der ihr hilft genauso. Äh, Logik? Realität?
Auch der Klappentext leitet ein wenig irre - ich hatte hier eigentlich einen perfiden Krimi mit ausgebufften Schüler als Mörder erwartet, aber leider war alles mehr oder weniger Zufall und der Mörder war ein ganz anderer und jeder hatte seine Finger im Spiel und und und...
Das Drama um die zunächst ungewollte Schwangerschaft v. der Kommissarin war ganz nett und auch nicht zuviel, aber dass der andere Kommissar bei einem völlig zugekifften Mann Kekse isst und eine Rauschgiftvergiftung erleidet, weil in den Keksen Drogen waren, erscheint mir irgendwie... unlogisch. So blöd und so verfressen kann man doch als Kommissar nicht sein, oder?
Dennoch hatte ich das Buch rasch ausgelesen. Der Schreibstil war flüssig und zunächst erschien einem einiges auch logisch. Da ich die beiden ersten Bücher von Fr. Drews eigentlich gut fand, hoffe ich nun, dass das nächste wieder besser (und vor allen Dingen logischer ist).
Schade. (Ach und der Titel - der is ja mal eh.... )
Das können Sie besser, Frau Drews!!

Freitag, 3. Juli 2015

Kurzrezension: 'Phönixkinder' von Christine Drews

Christine Drews - Phönixkinder
Kriminalroman // Bastei Lübbe
368 Seiten // 8,99€


Wenn die Vergangenheit wie Phönix aus der Asche steigt...
Der Geruch nach Feuer liegt noch in der Luft, als Charlotte Schneidmann und Peter Käfer im Seniorenstift Sonnenschein ankommen. Einer der Bewohner, der demente Ludger Steinkamp, ist bis zur Unkenntlichkeit verkohlt. Alle Indizien deuten auf Brandstiftung, aber nicht nur das - das Opfer wurde regelrecht zu Tode gefoltert. Grausame Rache? Oder ein letzter Versuch, Informationen von Steinkamp zu erpressen? Die brandgefährlichen Spuren führen Charlotte und Käfer tief in die Vergangenheit des Münsterlandes.

Band 2 in der Reihe um Charlotte Schneidmann und Peter Käfer




... So war's ...


Wow - ich meine, Wow!
Das bisher beste Buch von Christine Drews. Nach dem guten Debüt-Buch, das aber kleine Schwächen aufwies, war ich hier, beim zweiten Buch von ihr, absolut gefesselt. Interessante Story, tolle Personenzeichnung, teilweise überraschende Mörder und vor allen Dingen ein Spannungsbogen, der sich bis zum Schluss hält. Hier hat die Autorin alles richtig gemacht! Gut find ich auch, dass die Bücher in sich geschlossene Geschichten haben, nur das Privatleben entwickelt sich weiter, ist aber nicht so schwer zu verstehen, wenn man das erste Buch nicht gelesen hat.
Der Schreibstil liest sich flüssig, die Sprache ist sehr bildhaft, so dass man, wenn man auch noch nie in Münster und Umgebung war, sich die Szenerie vorstellen kann.
Gut gelungen fand ich auch, wie Frau Drews die Sache mit den Demenzkranken angeht. Arbeite ja selbst in dem Bereich und ich finde, es ist ihr ganz gut gelungen, die Bewohner zu beschreiben.
Gut fand ich auch die eingeschobenen Kurzkapitel, die aus Sicht des Zündlers geschrieben wurden. Die anderen Kapitel wurden aus Sicht von Schneidmann oder Käfer geschrieben.Die Personen war durchweg interessant, diesmal konnte die Autorin vermeiden, dass die Protagonisten zwischendurch eindimensional wurden.

Ein durchweg gelungener Krimi, den ich innerhalb eines Nachmittags ausgelesen hatte (das will was heißen!).
Absolut zu empfehlen!!!