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Samstag, 8. September 2018

Rezension: 'Im Visier des Mörders' von Sharon Bolton

Sharon Bolton - Im Visier des Mörders
Thriller // Goldmann // 2018
478 Seiten // 10,00€ // Klappbroschur
* Werbung // Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Goldmann zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!







Eigentlich müsste sie tot sein, wie die elf anderen. 
Doch sie hat überlebt und sie kann niemandem mehr trauen.
Friedliche Morgenstimmung liegt über der Moorlandschaft des Northumberland National Park.Zwölf Menschen genießen die prachtvolle Aussicht, die ihnen der Ausflug mit einem Heißluftballon bietet - und müssen plötzlich am Boden einen Mord mitansehen. Wenige Stunden später sind elf der Ballonfahrer tot. Nur eine Frau hat den Absturz offensichtlich überlebt. Sie wird von der Polizei gesucht. Doch noch jemand hat großes Interesse daran, sie zu finden. Denn sie hat das Gesicht des Mörders gesehen...









... So war's ...

Zum Geburtstag schenkt Jessica ihrer Schwester eine Ballonfahrt. Isabell lebt als Nonne in einem Kloster.
Doch statt einen schönen Geburtstag zu erleben, geht es für die zwei Schwestern richtig schief. Der Ballon stürzt letztendlich ab und Jessica ist plötzlich allein, ganz allein auf sich gestellt. Sie kann der Polizei nicht trauen und flieht daher auf eigene Faust.
Und sie muss sich beeilen, denn der Mörder, dessen Gesicht sie gesehen hat, ist ihr immer dicht auf den Fersen. 

Gleich auf den ersten 10 Seiten wird die Geschichte in die Vollen gefahren. 
Bolton versucht schnell Spannung aufzubauen und das gelingt es ihr auch, dennoch rückt sie zu lange mit der Sprache nicht raus, was für mich persönlich die Stimmung nimmt.

Halten konnte Bolton die Spannung leider trotz Verfolgungsjagd nicht.  Insbesondere der Mittelteil empfand ich als langatmig. Erst zu Ende hin nimmt das Ganze wieder Fahrt auf.
Es gibt viele Wendungen, was ich selten für etwas Schlechtes halte, die, die aber hier passieren, fand ich als zu gewollt, als das sie gelungen waren.

Die Protagonistin war mir leid unsympathisch. Ich verstand auch lange Zeit ihre Handlungen und ihre Haltung nicht. Es fiel mir schwer nachzuvollziehen, warum Jessica, selbst Polizistin, nicht zur Polizei will und deswegen lieber Hals über Kopf flieht.
Nach und nach wird die Geschichte zwar entblättert, aber dies ist mir etwas zu zögerlich und auch, da es sich zieht, wird mit der Zeit etwas verwirrend.  

Das Buch war zwar irgendwie spannend, so richtig mitgerissen hat mich die Story aber nicht.
Sharon Bolton ist eine gute Autorin und ich habe schon wirklich viele Bücher von ihr gelesen, das hier ist leider eines ihrer weniger gelungeneren Bücher.
Schade. 

Montag, 20. August 2018

Kurzrezension: 'Totenlied' von Tess Gerritsen

Tess Gerritsen - Totenlied
Thriller // blanvalet // 2016
314 Seiten // 9,99 € // Taschenbuch


 

Wenn das Totenlied erklingt,
gibt es kein Entkommen....

Von einer Italienreise bringt die Violinistin Julia Ansdell als Souvenir ein altes Notenbuch mit. Es enthält eine handgeschriebene, bislang unbekannte Walzerkomposition. Julia ist fasziniert von dem Stück, doch jedes Mal, wenn sie die aufwühlende Melodie spielt, geschehen merkwürdige Dinge. Etwas Bösartiges geht von dem Walzer aus; es scheint das Wesen von Julias dreijähriger Tochter zu verändern. Weil niemand ihr Glauben schenkt, reist Julia heimlich nach Italien, um nach der Herkunft der mysteriösen Komposition zu forschen...




... So war's ...

Julia Ansdell ist aus beruflichen Gründen in Italien und beschließt, nicht nur ihrem Mann und ihrer Tochter ein Souvenir mitzubringen, sondern auch sich selbst zu beschenken.
Sie entdeckt in einem kleinen Abtiquitäten eine Mappe mit Zigeuner-Melodien. Aus diesem flattert eine Partitur eines Walzers, welche handschriftlich verfasst wurde.
Julia nimmt sich dieses Andenken mit.
Doch als sie zuhause das erste Mal diese Noten spielt, passiert etwas schreckliches. Und als sie das Lied nochmals spielt passiert erneut schreckliches - und jedes Mal ist die kleine Tochter von Julia die Täterin.
Julia kann nicht glauben, dass ihre Tochter so bösartig sein, bekommt aber dennoch Angst vor ihr. Und vor dieser bösartigen Melodie.

Tess Gerritsen war mir primär nur durch die TV-Serie Rizzoli & Isles bekannt und ich wusste nicht, ob sie mir so zusagt - der Klappentext des Buches fand ich allerdings superspannend.
Superspannend ist auch das Buch.
Parallel zur Geschichte von Julia wird auch in die Geschichte von Lorenzo eingegangen, der zur Zeiten des Nazi-Regimes in Italien lebt und leidenschaftlicher Geiger ist.
Jedoch ist er auch Jude. Nun kann man sich vorstellen, was, da die Nazis auch in Italien wüteten, mit Lorenzo passiert.

Gerritsen baut hier durch zunächst zwei Handlungssträngen eine Geschichte auf, die nicht das ist, was sie scheint. Sie ist zunächst sehr mystisch und das gefällt mir sehr, auch das völlig unerwartete Ende find ich gelungen. Gerritsen kann die Spannung bis zum Schluss halten.

Sehr gelungenes Buch und sehr zu empfehlen!

Montag, 13. August 2018

Reader Problems Book Tag


Reader Problems Book Tag

Original von About to Read


1. You have 20,000 books in your TBR, how in the world do you decide what to read next?
20.000 Bücher? Oh man - das wäre ja wundervoll. Irgendwie - aber irgendwie auch ein bisschen zuviel. Aber wie immer, würde ich mich von meiner Stimmung leiten lassen. Hab ja dann jetzt genug Auswahl.
Kriegt man dazu auch irgendwie zusätzlich Lesezeit?

2. You’re halfway through a book and you’re just not loving it. Do you put it down or are you committed?
Ja, ich würde es vermutlich weglegen. Während ich früher auch die 'nicht so guten' Bücher fertig gelesen habe, ist mir jetzt meine (knapp bemessene) Zeit manchmal zu schade dafür. Dann lese ich lieber etwas, dass mir gut gefällt - schließlich hab ich ja jetzt einen sehr großen SuB!

3. The end of the year is coming and you’re behind on your reading challenge, do you try to catch up? And if so, how?
Hmmm - nein, ich glaube, ich würde mich nicht stressen lassen. Schließlich ist das kein Wettbewerb, sondern nur eine Richtlinie.

4. The covers of a series you love do not match, how do you cope?
I don't care - mir ist sowas relativ egal. In meinen Regalen siehts eh aus wie Kraut und Rüben.

5. Everyone and their mother loves a book that you do not. Who do you bond with over your shared feelings?
Hmmm - eigentlich spreche ich nicht so oft über Bücher - in der Regel eigentlich nur mit meiner Mama und meiner Besten, aber wir sind alle nicht auf Hypes aus und wir lesen auch nicht immer das gleiche Genre.

6. You’re reading a book in public and you’re about to start crying. How do you deal?
Ich lese gar nicht so häufig in der Öffentlichkeit. Meist gehe ich gezielt wohin und nehme daher keine Bücher mit. Und während Bahn- & Busfahrten kann ich leider auch nicht lesen, wobei ich meist mein eigenes Auto nutze. Und wenn es passieren würde, dass ich in der Öffentlichkeit heule wegen einem guten Buch - es würde wahrscheinlich eh keiner wahrnehmen.

7. The sequel to a book you loved just came out but you’ve forgotten a lot of what happens. Are you going to reread it?
Ja - ich liebe Rereads, vor allem von Büchern, die ich sehr gern gelesen habe.

8. You do not want anyone to borrow your books, how do you politely say no when someone asks?
Entweder ' Sorry - hab ich schon jemandem anderen ausgeliehen', wenn derjenige nicht sehen kann, ob es tatsächlich in meinem Regal steht oder wenn er es sieht, sage ich ' Oh - dass wollte ich morgen meiner Arbeitskollegin mitbringen'. Wobei ich eigentlich nicht so engstirnig bin - ich verleihe schon mal ein Buch (außer Bildbänden und so).

9. You have picked up and put down 5 books in the last month. How do you get over this reading slump?
Dann gibt es eben mal eine Zeit, in der nicht so gelesen wird. Ich wende mich dann meist intensiver Blogs und Zeitschriften und auch dem TV zu. Ich lese also nicht nichts, sondern vermehrt kurze Sachen und weniger komplex - das hilft hin und wieder.

10. There are so many books coming out that you are dying to read, how many do you end up buying?
Kommt drauf an - sind es Bücher, die ich sehnsüchtigst erwarte, dann kaufe ich sie auch neu. Sonst warte ich, bis sie günstiger zu haben sind und schlage dann zu. 

11. After you purchase all of these books that you’re dying to read how long do they sit on your shelves before you get to them?
Sehnsüchtigst erwartete Bücher werden fast immer gleich gelesen - bei Büchern, bei denen ich warten konnte, kann ich dann meist auch noch ein bisschen länger warten. Und dann ist da ja wieder die Sache mit der Stimmung und so...

Und du so??

Sonntag, 12. August 2018

Kurzrezension: 'Monsieur Blake und der Zauber der Liebe' von Gilles Legardinier

Gilles Legardinier - Monsieur Blake und der Zauber der Liebe
Roman // Goldmann // 2014
410 Seiten // 8,99€ // Taschenbuch




Andrew Blake, erfolgreicher Geschäftsmann aus London, hat den Tod seiner geliebten Frau diane nicht überwunden. Er braucht dringend eine Veränderung. Und so lässt er sein altes Leben hinter sich und nimmt in einem Herrenhaus in Frankreich inkognito eine Stelle als Butler an. Dort arbeiten mit ihm: die feldwebelhafte Köchin Odile, der exzentrische Gärtner Phillipe und das junge Hausmädchen Manon. Bald schon bringt Andrew die entfremdeten Bewohner des Hauses durch seine weise, humorvolle Art einander näher. Und wer weiß, vielleicht erlebt auch er selbst noch einmal den Zauber der Liebe?






... So war's ...

Schön war's.

Andrew Blake, alternder Geschäftsmann, der aber irgendwie die Nase voll von Geschäften hat, braucht eine Auszeit. Die nimmt er sich nicht, wie man annehmen würde an einem Ort, an dem er von vorne bis hinten bedient wird, sondern an einem Ort, an dem er bedienen wird.
Er lernt dort die resolute, aber durchaus warmherzige Köchin und Haushälterin Odile kennen, außerdem den Gärtner Phillipe mit seinem Hund Youpla und das Zimmermädchen Manon, die in Schwierigkeiten gerät. Und natürlich die Dame des Hauses, allgemein nur Madame genannt, die selten aus ihren Zimmer kommt, aber jeden Morgen mit Andrew voller Ernst sämtliche Post, die eigentlich fast nur aus Werbung besteht, zu sortieren.


Primär ist das Buch für mich ein richtiges Wohlfühlbuch - es ist ein Liebesroman, die Liebe hat einen großen Stellenwert, aber eben nicht nur, es geht um Freundschaft, das Verzeihen können und das Zulassen können. Es geht um das einander helfen - und das man nicht immer geben muss, um etwas zu bekommen.
Das Buch versprüht gekonnt französischen Flair, gemischt mit englischer Sturheit.
Ich mag insbesondere die Figuren, die unterschiedlich sind und doch all miteinander an das Gute glauben.
Andrew wiederspiegelt den typisch britischen Humor, den ich so schätze & der erstaunlicherweise überraschend gut mit dem französischen Humor, hier insbesondere durch Phillipe, harmoniert.
Odile ist ein überraschender Sidekick. Aber auch die anderen Charaktere kommen interessant daher.
Ich mag, wie die Bewohner des Anwesens sich dort miteinander eingerichtet haben und würde direkt einziehen, wenn ich könnte.
Gilles Legardinier hat hier den richtigen Ton getroffen und mich immer wieder lachen und auch in Gedanken versinken lassen.
Vielen Dank dafür.

Dienstag, 7. August 2018

Kurzrezension: 'Origin' von Dan Brown

Dan Brown - Origin
Thriller // Bastei Lübbe // 2017
670 Seiten // 28,00€ // Hardcover


Die Wege zur Erlösung sind zahlreich. 
Verzeihen ist nicht der Einzige. 

Als der Milliardär und Zukunftsforscher Edmond Kirsch drei der bedeutendsten Religionsvertreter der Welt um ein Treffen bittet, sind die Kirchenmänner zunächst skeptisch. Was will ihnen der bekennende Atheist mitteilen? Was verbirgt sich hinter seiner 'bahnbrechenden Entdeckung', das Relevanz für Millionen Gläubige auf diesem Planeten haben könnte? Nachdem die Geistlichen Kirschs Präsentation gesehen haben, verwandelt sich ihre Skepsis in blankes Entsetzen.

Die Furcht vor Kirschs Entdeckung ist begründet. Und sie ruft Gegner auf den Plan, denen jedes Mittel recht ist, ihre Bekannt,achung zu verhindern. Doch es gibt jemanden, der unter Einsatz des eigenen Lebens bereit ist, das Geheimnis zu lüften und der Welt die Augen zu öffnen: Robert Langdon, Symbolforscher aus Harvard, Lehrer Edmond Kirschs und stets im Zentrum der größten Verschwörungen.

Band 5 der Robert-Langdon-Reihe


... So war's ...

Robert Langdon ist erneut unterwegs, diesmal im schönen Spanien. Er wurde von seinem ehemaligen Studenten, Edmond Kirsch, seines Zeichens Genie auf seinem Gebiet Zukunftsforschung, zu einer Präsentation, die die gesamte Menschheit und vor allem aber die Gläubigen auf den Kopf stellen soll, eingeladen.  Die Präsentation läuft anders wie vermutet und Robert Langdon ist mal wieder auf der Jagd und selbst auch Gejagter.
Diesmal wird er von der zukünftigen Königin Spaniens begleitet.

Hier hat mich die Geschichte um die Enthüllung des Kirschs itself enttäuscht - allerdings fand ich das Drumherum, der Ablauf der Präsentation, der Wille von Langdon Kirschs Präsentation zu veröffentlichen und auch die Verfolgungsjagd wieder sehr gelungen.  Bei Laune gehalten hat mich insbesondere Winston, über den ich aber noch nicht allzuviel verraten will.

Die Geschichte ist sehr spannend & flüssig geschrieben und hat mich auch sehr zum Weiterlesen angetrieben, über das Hauptthema, dass aber dann glücklicherweise doch nicht zu sehr breitgetreten wurde, nämlich, wie Kirsch die Religion vernichten und insbesondere die Gläubigen aufmischen will, war ich hingegen sehr enttäuscht und auch die Antwort, die Brown serviert hat, war irgendwie... lasch.
Auf die andere Art, wie will ein Dan Brown aufklären, woran sich schon seit Jahrhunderten die Geister den Kopf zerbrechen? Das schafft auch Brown nicht und damit kann ich letztendlich leben.


Unabhängig davon finde ich das Buch sehr gelungen und kann es nur empfehlen.

Montag, 6. August 2018

Kurzrezension: 'Inferno' von Dan Brown

Dan Brown - Inferno
Thriller //Bastei Lübbe // 2013
685 Seiten // 26,00€ // Hardcover



Mein Geschenk ist die Zukunft. 
Mein Geschenk ist die Erlösung. 
Mein Geschenk ist ... Inferno


Dante Alighieris 'Inferno', Teil seiner 'göttlichen Komödie', gehört zu den geheimnisvollsten Schriften der Weltliteratur. Ein Text, der vielen Leser noch heute Rätsel aufgibt. Um dieses Mysterium weiß auch Robert Langdon, der Symbolforscher aus Harvard. Doch niemals hätte er geahnt, was in diesem siebenhundert Jahre alten Text schlummert. Gemeinsam mit der Ärztin Sienna Brooks macht sich Robert Langdon daran, das geheimnisvolle 'Inferno' zu entschlüsseln. Aber schon bald muss er feststellen, dass die junge Frau ebenso viele Rätsel birgt wie Dantes Meisterwerk.

Und erst auf seiner Jagd durch halb Europa, verfolgt von finsteren Mächten und skrupellosen Gegnern, wird im klar: Dantes Werk ist keine Fiktion. Es ist eine Prohpezeiung. Eine Prophezeiung, die uns alle betrifft. Die alles verändern kann. Die Leben bringt. Oder den Tod.

Band 4 der Robert-Langdon-Reihe

... So war's ...

Robert Langdon ist in Florenz gelandet. Wie & warum, weiß er selbst nicht mehr so genau, aber es war auf jeden Fall gefährlich, schließlich liegt er im Krankenhaus. Gefährlich geht es auch weiter, denn im Krankenhaus kann er nicht bleiben und wird von der Ärztin Sienna gerettet. Doch warum ist jemand hinter ihm her und warum spielt Dantes 'Inferno' darin so eine große Rolle?

Dan Brown hat mich mit 'Inferno' mal wieder total in seinen Bann gezogen. Wenn die Geschichte in etwa gleich moderiert ist wie die vorherigen Bücher, fand ich es trotzdem total spannend und mochte auch insbesondere diese Schnitzeljagd durch Italien.
Dante Alighieris 'Die göttliche Komödie' hab ich nie gelesen und wusste auch nicht so wirklich, worum es ging. Das ist aber absolut kein Hindernis, sondern es wird ausreichend zur Sprache gebracht beziehungsweise erklärt.

Interessant fand ich die Ausgangsposition, in der Langdon diesmal startet, die hatten wir so bei Dan Brown noch nicht und machte die ganze Sache auch gleich nochmal ein bisschen spannender. Das Ende fand ich sehr überraschend, hätte mir da aber gerne noch eine etwas genauere Erlärung erbeten. Es war mir etwas zu abrupt.

Ein rasanter Thriller, der einen durch Italien, insbesondere Florenz und Venedig jagt und einfach nur Spaß macht!

Freitag, 3. August 2018

Kurzrezension: 'Ewige Schuld' von Linda Castillo

Linda Castillo - Ewige Schuld
Thriller // Fischer // 2018
365 Seiten // 10,99€ // Taschenbuch



"Sie sagen, ich sei vom rechten Weg abgekommen.
Sie glauben, dass jetzt nur noch Gott mir helfen kann."

Seit zwei Jahren sitzt Joseph King wegen des Mordes an seiner Frau Naomi hinter Gittern. Er gilt als ein 'gefallener' Amischer, einer der ständig mit dem Gesetz in Konflikt geriet. Doch diese Tat hat er immer vehement bestritten. Jetzt ist er ausgebrochen, hat seine fünf Kinder als Geiseln genommen. Als Kate Burkholder die Kinder auf eigene Faust befreien will, wird sie von King überwältigt. Seine Forderung lautet: Du kannst gehen, aber finde den Mörder meiner Frau!

Band 9 der Kate-Burkholder-Reihe




... So war's ... 

Joseph King ist ein Kindheits-Freund von Kate Burkholder, der Polizeichefin von Painters Mill. Ehemals amisch findet sie oft eher den Zugang zu den Amischen, als die restliche Polizei. Doch diesmal benötigt sie eher den Zugang zur den anderen Polizeibehörden, der ihr aber, aufgrund Vorurteilen, verwehrt bleibt. Schließlich wird sie vom Fall abgezogen.
Kate versucht, die Forderung von King allein zu erfüllen, denn der Rest zeigt kein Interesse, und macht sich auf einen gefährlichen Weg.

Schon im Vorfeld war ich vom Klappentext nicht so sehr überzeugt, denn noch ein gefallener Amischer (Kate ist ja gewissermaßen auch eine)... war das nicht zu viel?
Tatsächlich fand ich die Geschichte zwar recht flüssig und gewissermaßen auch spannend geschrieben, zumindest konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, allerdings fehlte für mich ein bisschen das Herzblut, dass man sonst in den anderen Geschichten von Castillo entdecken kann. Auch das Ende kam mir etwas zu abrupt.
Auf die andere Art, beim mittlerweile 9. Band einer Reihe, darf es ja auch mal etwas schwächeln - letztendlich sind es Kleinigkeiten, die mich stören, und sie sind verzeihbar.

Kate-Burkholder-Anfänger empfehle ich in jedem Fall den Start mit Band 1 - zuviele nützliche Informationen fehlen sonst. 

Donnerstag, 2. August 2018

Kurzrezension: 'Kluftinger' von Volker Klüpfel & Michael Kobr

Volker Klüpfel & Michael Kobr - Kluftinger
Kriminalroman // Ullstein // 2018
477 Seiten // 22,00€ // Hardcover




Endlich Opa! Kommissar Kluftingers Freude über sein erstes Enkelkind wird schnell getrübt: Auf dem Friedhof entdeckt er eine Menschentraube, die ein frisch aufgehäuftes Grab umringt, darauf ein Holzkreuz - mit seinem Namen. Nach außen hin bleibt Kluftinger gelassen. Als jedoch eine Todesanzeige für ihn in der Zeitung auftaucht, sind nicht mehr nur die Kollegen alarmiert - sein ganzes Umfeld steht Kopf. Um dem Täter zuvorzukommen, muss der Kommissar tief in seine eigene Vergangenheit eintauchen. Doch die Zeit ist knapp, denn alles deutet darauf hin, dass Kluftingers angekündigter Tod unmittelbar bevorsteht.

Band 10 der Kluftinger-Reihe




... So war's ...


 Dies also der nunmehr 10.Band der Reihe um den ehrenwerten Herrn Kluftinger, seines Zeichens Kommissar aus dem schönen Allgäu. Als Jubiläumsband deklariert geht es diesmal richtig zur Sache.
Jemand hat es auf den unfreiwillig komischen Kommissar abgesehen, ein Kreuz, eine Todesanzeige und schließlich auch noch Sterbebildchen, alle mit Kluftis Namen, tauchen auf und versetzen den Kommissar in Unruhe. Schließlich will doch der frischgebackene Opa sein Butzele aufwachsen sehen!
Auf der Suche nach demjenigen, der Klufti an den Kragen will, versinkt er immer wieder in Episoden aus der Vergangenheit und tatsächlich kommt er dem Täter schließlich näher... 

Kluftinger muss nun also mal ein paar Federn lassen und endlich (immerhin über 15 Jahre hinweg verschwiegen!) werden einige seiner größten Geheimnisse aufgedeckt - nur aber um gleich neue Geheimnisse zu schaffen. Die Fans werden also durchaus bei Laune gehalten.


Gewohnt humorig mit einem größtenteils sinnstiftenden Fall machte dieser Band wieder richtig Spaß und war in kürzester Zeit ausgelesen.
Sehr hevorzuheben ist meiner Meinung nach auch, der diesmal etwas nachdenkliche, ja, vielleicht sogar ein bisschen melancholische Aspekt, der zwar eine gewisse Ernsthaftigkeit in den Roman bringt, aber dem Buch durchaus gut tut. Vielleicht hab ich nicht ganz so sehr gelacht wie beim letzten Buch, gut unterhalten gefühlt hab ich mich trotzdem.
Das Buch hatte ich rasch ausgelesen und freue mich bereits jetzt auf den nächsten Band!



Donnerstag, 12. Juli 2018

Rezension: 'Beim Morden bitte langsam vorgehen' von Sara Paborn

Sara Paborn - Beim Morden bitte langsam vorgehen
Roman // DVA // 2018
265 Seiten // 18,oo€ // Hardcover
* Werbung // Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von DVA zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür.



"Die Ehe ist ein Krieg. Ist es da nicht logisch, dass sie auch so endet wie alle Kriege? Einer stirbt!"

Die Leute leben einfach zu lange. Und die wenigsten haben das verdient. Horst jedenfalls nicht. Nach 39 Ehejahren voller Sticheleien hat Irene endgültig genug von ihrem Mann. Als sie eines Tages in einer alten Schachtel Vorhang-Bleibänder findet, kommt ihr die beste Idee ihres Lebens ...










... So war's ...


Als 'Schwarzhumorig & intelligent ' wurde das Buch auf dem Klappentext beschrieben und das kann ich so absolut unterschreiben.
Geschrieben wird das Buch aus Sicht der Irene, die seit Jahren ihren Mann Horst und vor allem seine Sticheleien ertragen muss, nicht nur, dass er ihr nicht genug Platz zur Entfaltung lässt, nein, er merkt einfach nicht, dass er nur an sich denkt. Irene hingegen denkt gar nicht an sich, sondern an die Kinder und den Haushalt.

Irene findet schließlich im Keller, wohin sie von Horst mitsamt ihren geliebten Büchern verbannt wird, weil Horst im Dachgeschoss, wo die Bücher zuvor untergebracht waren, sich einen super modernen Musikraum einrichtet, eine Schachtel mit Bleibändern - ihr kommt dabei eine Idee. Und endlich mal ist Irene eine Frau, die keine halben Sachen macht.

Es wird die Geschichte einer Ehe erzählt, die sich in diesem Falle im Laufe der Jahre als eine Art Trugbild herausstellt. Der schöne Schein verfliegt recht bald und die rosarote Brille, die schon so manche in eine voreilig geschlossene Ehe getrieben hat, ist schon recht bald nicht mehr rosarot, sondern zeigt unnachgiebig jeden Fehlere und Unebenheit des anderen.
Und schließlich wird auch die Geschichte einer Frau erzählt, die sich für all die verschenkten Jahre rächt. Die Geschichte ist auf ihre Art bitterbös und ich gestehe es - ich fühlte mich manches Mal an die Ehe meiner Eltern erinnert. Mein Vater, im Alter so ichbezogen geworden, und meine Mutter, die das (noch?) so hinnimmt.
Irene ist ein Typ Charakter, den ich einerseits sympathisch finde und aber doch nicht recht greifen kann. Und auch Horst ist so ein Typ Mann, den ich nicht haben wollen würde und von dem ich mich gewiss nicht so behandeln lassen würde, den ich jetzt aber auch nicht absolut unleid bin.
Und ich glaube, das macht auch ein bisschen den Charme des Buches aus - niemand ist perfekt und niemand ist grundsätzlich schlecht in diesem Buch.
Denn wenn auch die beiden Charaktere zunächst unterschiedlich sind, unterscheiden sie sich in ihrem Bestreben eigentlich nicht.
 
Sara Paborn hat hier die richtige Sprache und die richtige Länge getroffen - ihr Stil lässt sich flüssig lesen und passt sehr gut zum Geschehen. Sie dosiert den schwarzen Humor im richtigen Maße. Ich fühlte mich sehr gut unterhalten und habe dieses Buch auch gleich mal meiner Mama ausgeliehen. Ich weiß ja jetzt, worauf ich die nächsten Wochen beim Papa achten muss, damit ich noch rechtzeitig vor dessen Ableben eingreifen kann (ja, das war ein Witz!).
Mit 'Beim Morden bitte langsam vorgehen' ist Sara Paborn ein Highlight gelungen. 
 

Mittwoch, 13. Juni 2018

Rezension: 'Die Buchhandlung der Träume' von Cristina di Canio

Cristina di Canio - Die Buchhandlung der Träume
Roman // Goldmann // Mai 2018
208 Seiten // 15,00 € // Klappbroschur
* Werbung // Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Goldmann zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!



Mit ihrer kleinen Buchhandlung am Stadtrand von Mailand hat sich Nina einen Traum erfüllt. Und seit sie eine besondere Idee hatte, ist ihr Laden zu einem beliebten Treffpunkt geworden: Jeder Kunde kann ein Buch, das für ihn eine große Bedeutung hat, dem zufällig nächsten Kunden schenken.
Auch wenn das Buchgeschenk anonym ist, entstehen auf diese Weise Freundschaften, ja sogar Liebespaare finden sich. Nur Nina selbst ist einsam, wenn sie abends die Türen ihrer Buchhandlung abschließt.
Bis eines Tages ein junger Musiker in einer Matrosenjacke in ihren Laden kommt und Nina eine Kiste voller antiquarischer Bücher bringt...






... So war's ...


Nina ist Buchhändlerin mit Leib und Seele. Sie besitzt eine Buchhandlung, in der die Wände lila sind, die Menschen ein und ausgehen und die sich schließlich mit der Aktion 'Il libro sospeso' rühmen kann.
'Il libro sospeso' ist bei den Neapolitanern, die das mit Kaffee machen, abgeschaut und ist eigentlich ne klasse Sache: Man geht in Ninas Buchhandlung, kauft ein Buch (ich meinte, irgendwo gelesen zu haben, dass dieses Buch einem selbst etwas bedeuten sollte) und lässt es durch Nina an jemanden weiterverschenken - den nächsten Kunden. Man sollte zuvor noch eine Widmung reinschreiben - mit Namen oder auch anonym, ganz wie man mag.

Erzählt wird die Geschichte um Nina und ihre Buchhandlung von der alten Dame Adele. Adele erzählt gerne, was gerade passiert, und, vor allem ausschweifend, auch von ihrem eigenen vergangenem Leben.

Mir fiel das Buch ja primär durch das wunderschöne Cover auf und auch den Klappentext fand ich sehr ansprechend. Die Idee, ein Buch einfach so an jemandem weiterzuverschenken, ohne ihn zu kennen, beflügelte direkt meine Phantasie.
Es wird ja gleich angekündigt, dass da Liebschaften und Freundschaften entstehen.
Leider hat der Klappentext etwas völlig anderes suggeriert - ich dachte, es geht um Ninas große Idee und was sie damit bewirkt bei Fremden und auch was diese Idee mit ihrem eigenem Leben macht - dies ist jedoch leider irgendwie zur Nebensache geworden. Und vielleicht auch um die Liebesgeschichte, die sich da im Klappentext anbahnt.
Das, was groß im Klappentext angekündigt ist, ist nur ein dünner Handlungsstrang. Von den versprochenen Freundschaften und Liebschaften war leider nur wenig zu lesen.

Ziemlich von Anfang an fand ich die Geschichte seltsam unzusammenhängend - Adele schiebt immer wieder Episoden aus ihrem Leben ein, endlos lange Episoden, schien mir und das nervte - sie lösten mich aus dem Lesefluss, weil diese Erzählungen aus der Vergangenheit so gar keinen Bezug auf Nina bildeten & auch, weil es manchmal schwer war zu unterscheiden, ob Adele noch von Nina oder schon wieder von sich erzählt - da wäre ein Absatz oder eine genauere Andeutung (evt. mit Jahreszahl oder sowas) nicht schlecht gewesen.
 Ich kam nicht richtig in die Geschichte rein, weil ich nicht wusste, nicht nachvollziehen konnte, worum es der Autorin ging, worauf es der Autorin ankam. Die ganze Geschichte hat nur sehr leise Töne von sich gegeben und verblasst leider schon in meinem Kopf.

Die Charaktere haben mir zudem nicht sehr zugesagt - Nina wirkte meist naiv und grundlos ruppig, Adele wirkte auf mich, obwohl sie sehr viel aus ihrem vergangenem Leben erzählte, seltsam blass und auch die anderen Darsteller wirkten fad und nichtssagend.

Schade - da ist eine tolle Idee und die hätte wahnsinnig viel Potential gehabt. Das wurde definitiv verschenkt und macht so die Geschichte zu etwas Langweiligem und Nichtssagendem.
Nur weil jemand Buchhändlerin ist und das Lesen liebt, heißt es nicht, dass er auch schreiben kann.


Cristina di Canio ist Buchhändlerin in Mailand und hat die Aktion 'Il libro sospeso' tatsächlich ins Leben gerufen. Ihre Buchhandlung ist sehr bekannt und dieses Buch ist ihr erstes Buch.

Freitag, 18. Mai 2018

Rezension: 'Hello Sunshine' von Laura Dave

Laura Dave - Hello Sunshine
Roman // blanvalet // 16.4.2018
379 Seiten // 9,99€ // Taschenbuch
* Werbung // Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Goldmann zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!




Sunshine Mackenzie lebt ihren Traum! Mit ihrer YouTube-Kochshow und ihren Lifestyle-Büchern begeistert sie Millionen von Fans. Sie ist einfach die Person, mit der jeder gern befreundet wäre. Noch dazu hat sie ihren Traummann geheiratet, den Architekten Danny, der ihr treu bei allem zur Seite steht. Alles scheint perfekt, bis ausgerechnet an ihrem fünfunddreißigsten Geburtstag herauskommt, dass die hochgelobten Rezepte aus der Show gar nicht von ihr sind. Die Fans sind empört, und Sunshine sieht nur einen Ausweg: Sie verlässt New York, um in einem kleinen Küstenstädtchen noch einmal von vorn zu beginnen …






... So war's ...


Der Klappentext suggeriert ja schon recht treffend, worum es geht.
Da ist Sunshine Mackenzie, sie lebt in NY und ist eine sehr bekannter You-Tube-Star. Alles dreht sich bei ihr ums Kochen und überhaupt - ihr ganzes Leben ist perfekt, schließlich hat sie Ruhm, Geld und den Traumman Danny, den sie schon aus der Zeit von vor dem Ruhm kennt.
Dann stellt sich heraus: Das Sonnenscheinchen kann gar nicht Kochen und die Rezepte sind auch nicht ihre, sondern die der Frau des Managers. Mit letzterem war sie auch noch in der Kiste und klar, dass Sunshine von heute auf morgen mit nichts mehr dasteht. Ihr Traummann Danny, den sie eigentlich tatsächlich liebt, ist da recht radikal, wer will schon eine Betrügerin als Frau? Es wird klar, dass an Sunshine nichts echt ist, bis auf den Vornamen. Sunshine heißt sie tatsächlich.

Sunshine bleibt nichts anderes übrig, als bei ihrer Schwester Rain (ja, wirklich) zu Kreuze zu kriechen, die aber eigentlich gar nichts mehr mit ihr zu tun haben will. Immerhin die Nichte hat noch Interesse an dem Sonnenschein - was aber nicht schwer ist, schließlich ist das Kind sechs Jahre alt  - und sah ihre Tante zuletzt live, als sie 2 Monate alt war.

Das Sonnenscheinchen, Sunshine Mackenzie, ist ein sehr oberflächlicher Typ, auch in ihrer Niederlage, die sie sich selbst zuzuschreiben hat (okay, nicht ganz allein, aber durchaus), ist sie immernoch der Meinung, dass sie recht unschuldig ist. Und selbst in ihrer Niederlage kann sie nicht akzeptieren, dass ihre 15 Minuten Ruhm, die jedem Menschen im Leben bescheinigt sind, nun mal um sind. Und selbst in der Niederlage, als sie bei ihrer Schwester zu Kreuze kriecht und von aller Welt verachtet und verspottet wird, weiß sie es nicht besser und lügt dennoch weiter.

Das ist meiner Meinung nach der größte Knackpunkt an der Geschichte - Sunshine lernt nicht aus ihren Fehlern. Auch die anderen Charakter sind nicht so mein Fall gewesen, waren mir unsympathisch.
Es kommt zwar alles, als man denkt und irgendwie hat das auch wieder Spaß gemacht - denn die Geschichte war für mich unvorhersehbar. Unterhaltsam fand ich die Geschichte durchaus und ich hatte sie auch recht schnell ausgelesen, eine gute Geschichte für zwischendurch.

Hätten die Charaktere mehr Wandlung durchgemacht bzw. etwas mehr Empathie gezeigt, hätte ich die Geschichte richtig gut gefunden.
So blieb die Geschichte aber leider hinter ihren Möglichkeiten zurück - schade.

Donnerstag, 17. Mai 2018

Rezension: Señor Gonzalez und der Garten des Lebens von Claus Mikosch

Claus Mikosch - Señor Gonzalez und der Garten des Lebens
Roman // Gütersloher Verlagshaus // 26.3.2018
192 Seiten // 14,00€  // Hardcover
* Werbung // Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Gütersloher Verlagshaus zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!




Niklas, Anfang 30, gerade arbeitslos geworden und irgendwie entwurzelt, beschließt eine Auszeit in Andalusien. Dort begegnet er Señor Gonzalez, einem alten Gärtner, der seit Jahrzehnten Gemüse auf natürliche Weise anbaut, »immer mit der Natur als Freund und Gehilfe«. Zuerst besucht Niklas den alten Mann hin und wieder, dann hilft er ihm täglich einige Stunden bei der Gartenarbeit. Dabei lernt Niklas nicht nur etwas über den Anbau von Lauch und Tomaten, sondern vor allem etwas über Gelassenheit, Achtsam- und Genügsamkeit. Señor Gonzalez, sein Wissen und seine Weisheit öffnen Niklas die Augen und helfen ihm, sein Leben neu auszurichten.






... So war's ... 

 Niklas ist arbeitslos, kurzfristig gekündigt, und entscheidet sich für eine Auszeit im sonnigen Andalusien, genauer Estepona, wo er schließlich Señor Gonzalez, einem passionierten Gärtner, begegnet. Der alte Gärtner zieht all seine Weisheit aus seinem Garten, auch wenn er Spanien nie verlassen hat & auch nicht besonders gebildet zu sein scheint, so hat er doch ein großes Wissen in sich. 
Niklas geht immer öfter zum Gärtner und lässt sich all die Weisheiten des alten Mannes erzählen, die ihn zum Nachdenken und auch zum Verstehen bringen. 

Señor Gonzalez kam gerade zur rechten Zeit. Nicht nur für Niklas, sondern auch für mich. Gerade bin ich ein bisschen skeptisch, was mein Leben angeht und ich weiß, dass einem ein Garten viel geben kann. Ich war sehr auf die Umsetzung durch Mikosch gespannt. 
Und ich muss sagen, Mikosch hat seine Sache wirklich gut gemacht. Nicht nur Niklas wurde zum Nachdenken und zum Verstehen gebracht, sondern auch ich. 
Nicht in allen Sachen gleich und auch nicht alles habe ich annehmen können, aber doch einiges. 

Manchmal hatte ich zwar das Gefühl, dass mir der lehrende Zeigefinger etwas zu oft erhoben wurde, vielleicht war aber auch mein Problem, dass ich mich zu sehr angesprochen fühlte - eben, weil ich was ändern muss. So genau weiß ich das auch noch nicht. 
Fakt ist, dass sich ganz viele Menschen eine Scheibe von Señor Gonzalez abschneiden könnten und sollten, ich auf jeden Fall habe mir fest vorgenommen, in manchen Dingen die Sichtweise des alten Gärtners zu bemühen und mir öfters vor Augen zu führen, wie man es besser machen kann. 

Das Buch ist auf jeden Fall ein kleines Highlight für mich.

Donnerstag, 26. April 2018

Rezension: 'Simon vs. The Homo Sapiens Agenda' von Becky Albertalli

Becky Albertalli - Simon vs. The Homo Sapiens Agenda
Roman // Balzer & Bray // 2015
17,99$ // 301 Seiten // Hardcover

Sixteen-year-old and not-so-openly gay Simon Spier prefers to save his drama for the school musical. But when an email falls into the wrong hands, his secret is at risk of being thrust into the spotlight. Now Simon is actually being blackmailed: If he doesn't play wingman for class clown Martin, his sexual identity will become everyone's business. Worse, the privacy of Blue, the pen name of the boy he's been emailing with, will be jeopardized.
With some messy dynamics emerging in his once tight-knit group of friends, and his email correspondence with Blue growing more flirtatious every day, Simon's junior year has suddenly gotten all kinds of complicated. Now, changeaverse Simon has to find a way to step out of his comfort zone before he's pushed out - without alienating his friends, compromising himself, or fumbling a shot at happiness with the most confusing, adorable guy he's never met.



... So war's ...


Simon, 16 Jahre alt und schwul, hat so ein E-Mail-Ding am Laufen mit einem Typen, der sich Blue nennt. Als wäre das nicht schon anstrengend genug, laufen einige andere Dinge ziemlich schief.
Simon lernt sich selbst besser kennen und womöglich besteht die Chance, dass er Blue doch in echt trifft, doch?

Das wohl meist gepriesene Buch der letzten zwei-drei Jahre. Und wahnsinnig umhypt. Bis auf wenige Ausnahmen lass ich von stark gehypten Büchern in der Regel die Finger oder lese sie erst, wenn der Hype schon längst vergessen ist & doch durfte dieses Buch schon recht früh auf meine Wunschliste wandern. Ich finde, dass es gute Literatur, die Homosexualität betreffen, viel zu wenig gibt.
Entschieden hab ich mich letztendlich für die englische Ausgabe - es gibt aber auch eine deutsche Übersetzung. Demnächst erscheint sogar die Verfilmung.

Ich gestehe, nach den ersten paar Seiten war ich mir nicht sicher, ob mir die Geschichte zusagt. Der Einstieg empfand ich ein bisschen als unglücklich und auch dieses E-Mail-Ding hat mich etwas abgeschreckt - ich bin da, glaub ich, einfach hoffnungslos altmodisch. Ich glaube nicht, dass man sich wirklich übers Internet verlieben kann und bisher hab ich das auch im Freundeskreis so nicht erlebt.
Aber schließlich fand ich Zugang zu Simon, denn ich mochte seine leicht-nerdige, humorvolle Art sehr.
Ich mochte, dass Simon einfach nur Durchschnitt war - das ist überhaupt nicht negativ gemeint, aber mal ganz ehrlich - wieviele Außenseiter und wieviele Superstars gibt es schon in einer Klasse? Genau - die meisten Schüler sind einfach wie ich und du. Mit ihren Eigenarten und Macken. Mit einer normalen Familie, die sich umeinander kümmert. Mit einer, vielleicht auch zwei Handvoll Freunden, von denen vielleicht ein bis zwei die besten Freunde sind. In vielen Punkte konnte ich mich sehr mit Simon identifizieren und das mochte ich.

Ich mochte auch, das alles etwas ruhiger von statten ging. Albertalli lässt sich Zeit beim Erzählen und streut immer mal wieder Hinweise ein zu Blue - manchmal hab ich ernsthaft versucht herauszufinden, wer Blue ist - es ist mir nicht gelungen. Kurz vor Schluss hätte ich mir ein bisschen mehr Power gewünscht, da hat mich dann mal kurz genervt, dass Blue sich so ziert.

Was mir ebenso gefiel, waren die Anspielungen auf z.B. Harry Potter. 

Große Punkte der allgemeinen Diskussion waren ja, ob es wirklich funktioniert, dass Albertalli, ihres Zeichen eine Frau, sich in einen schwulen Jugendlichen reinversetzen kann. Ob man als Hetero-Frau wirklich über männliche Homosexualität schreiben kann.
Nun, ich bin zwar auch eine Frau und kann das daher nur aus diesem Aspekt beurteilen, aber ich finde, sie hat ihre Sache gut gemacht. Sehr gediegen, so wie sich das für die amerikanische Mittelschicht gehört.
Überhaupt finde ich dieses Diskussion eigentlich etwas... blöd. Bei anderen Autoren wurde ja auch nicht in Frage gestellt, ob sie sich ins andere Geschlecht reinversetzen können und ob sie als heterosexueller Mensch nachvollziehen können, was ein homosexueller Mensch fühlt.
Ich finde - ja, man kann das nachvollziehen. Schließlich ist jeder auch Mensch und Liebe ist immer das gleiche, starke Gefühl - ich weiß, dass es da keinen Unterschied bei diesem Gefühl gibt, egal, ob der Gegenüber ein Mann oder eine Frau (*) ist.

(* Natürlich spreche ich hier ALLE an, auch wenn ich mich in der Nennung auf männlich und weiblich sowie Homosexualität beschränke.)

Mittwoch, 18. April 2018

Rezension: 'The Brutal Telling' von Louise Penny

Louise Penny - The Brutal Telling
Thriller // sphere // 2013
506 Seiten // 7,99 £ // Taschenbuch





In the heart of the forest, in the dead of the night, two men sit before a growling fire. A few hours later, one is dead, his secrets following him to the grave.
Without a weapon, a motive, or a suspect, Chief Inspector Armand Gamache soon uncovers clues to the victim's life of lies. But even after his death, a web of deception is still being woven...





... So war's ...

The Brutal Telling ist der 5. Band in der Reihe um Chief Inspector Armand Gamache und seinen Mitarbeitern, die seit einer Weile immer wieder in Three Pines, einem versteckt liegendem kleinen Örtchen mitten in den Wäldern Kanadas, zu tun haben - in keiner anderen idyllischen Ortschaft wird so oft gemordet wie hier.
Diesmal trifft die Ermittlergruppe ein harter Fall. In Oliviers Bistro wird eine Leiche gefunden. Und es kommt noch schlimmer...


Ich liebe die Reihe um Three Pines und war wahnsinnig enttäuscht, als diese Reihe nicht mehr übersetzt wurde, weil sich (angeblich) zu wenig Leser dafür interessierten.
Schon vor langer Zeit hab ich mir den 5. Band auf englisch geholt (weil auf englisch geht die Reihe weiter und hat bereits insgesamt 12 veröffentlichte Bände), aber bisher hab ich ihn nie gelesen, weil ich es mir nicht zugetraut habe. Seitdem ich nun öfters zu englischer Literatur greife und ein bisschen Übung habe, war es an der Zeit.
Der Eingang fiel mir sehr schwer, obwohl die Sprache sehr melodisch erscheint und ich das meiste auch verstanden habe.
Ich fand den Anfang etwas zäh. Unabhängig von der Sprache. Die Ermittler kommen nicht so recht vom Fleck, nach dem die Leiche in Oliviers Bistro gefunden wurde, und eiern hilflos in der Gegend rum. Diese sinnlosen Überlegungen & dieses ewige Rumgeschwafel machten mich etwas mürbe. Und gerade als ich aufgeben wollte, wurde das Buch besser und dann sogar richtig spannend. Die Spannung hielt bis zum Schluss und machte das Buch dadurch noch zu einem richtigen Leseereignis.

Das Ende lies mich sprachlos zurück und, ich muss es leider sagen, hat eine tiefgreifende Änderung in Three Pines hinterlassen. Ja, da ist so ein richtig fieser Cliffhanger mit dabei und ich hoffe sehr, dass im nächsten Buch das Thema nochmals aufgegriffen wird.

Ich werde mir die anderen Bände definitiv besorgen und es mir endlich wieder in Three Pines, dem mörderischstem Dorf in Kanada, so richtig gemütlich machen.

Freitag, 13. April 2018

Rezension: 'Rumo & Die Wunder im Dunkeln' von Walter Moers

Walter Moers - Rumo & Die Wunder im Dunkeln
Roman // Piper // 2004
693 Seiten // 12,95 € // Taschenbuch


Selbst die größten Helden haben klein angefangen.

Rumo – der Wolpertinger aus Walter Moers’ Bestseller »Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär« – macht sich selbstständig und geht seinen Weg: Wie er kämpfen und lieben lernt, Feinde besiegt, Freunde gewinnt und das Böse kennenlernt und wie er schließlich auszieht, um das größte Abenteuer seines Lebens zu bestehen, davon erzählt das bislang spannendste, ergreifendste und komischste Werk von Walter Moers.

 »Es gibt Wunder, die müssen im Dunkeln geschehen« -Professor Doktor Abdul Nachtigaller




... So war's ...

Warum mal nicht von einem Reread eine Rezension schreiben? 'Rumo & Die Wunder im Dunkeln' hab ich schon oft gelesen, wie überhaupt alle Bücher von Walter Moers.

Rumo ist ein Wolpertinger, und zwar einer von der Sorte, die sogar auf zwei Beinen gehen und sprechen können. Zunächst weiß Rumo noch nicht viel und ehe er zeigen kann, was er kann, werden er und seine Familie (die aus Fhernhachen besteht) auf die Teufelsfelsen verschleppt. Und unter uns gesagt, die Teufelszyklopen, die dort leben, sind meiner Meinung nach die niederträchtigste Form von Kreatur, die es in Zamonien gibt.
Wie auch immer, auf den Teufelsfelsen trifft er Volzotan Smeik, eine Haifischmade, die zwar, wie alle Haifischmaden wohl, grundsätzlich egoistisch ist und auch gern gut lebt, aber gewissermaßen ein gutes Herz hat. Dumm ist Volzotan Smeik auch nicht - und so schaffen sie es, nicht als Zyklopenfutter zu enden.
Nachdem die beiden dem Teufelsfelsen entkommen, gehen sie ein Stück gemeinsam, ehe sich ihre Wege trennen. Schließlich ist Rumo auf der Suche nach dem silbernen Faden. 

Rumo kommt nach Umwegen in der Wolpertingerstadt 'Wolperting' an und findet zum einen heraus, warum er dort gelandet ist und was man so in der Zivilisation treibt. Hier findet er auch seinen silbernen Faden.Er lernt lesen, schreiben, findet einen Job und einen Freund, außerdem lernt er, wie man richtig kämpft.
Doch plötzlich, nachdem Rumo ausgezogen war, eine Holzschatulle aus Nurnenholz für seinen silbernen Faden zu besorgen, findet er ganz Wolperting leer vor und sogar der Grund, warum er in Wolperting gelandet ist, ist verschwunden. Rumo geht der Sache auf den Grund und lernt dabei die Wunder im Dunkeln kennen..

'Rumo & Die Wunder im Dunkeln' ist ein großartiges Buch.
Zamonien, und so auch wieder 'Rumo & Die Wunder im Dunkeln,' ist eine Welt voller Fantasie, voller außergewöhnlicher Wesen und unglaublichen Geschichten. Moers hat ein wahnsinniges Gespür für fesselnde Erzählungen und faszinierenden Charakteren. So sind beides Faktoren, die einen in diese Geschichte eintauchen lassen und einen auch nicht mehr loslassen.
Moers baut interessante Handlungsstränge ein, hat sehr interessante und spannenden Wendungen drin und man mag das Buch nicht weglegen. Auch nach mehrmaligem Konsum dieses Buches knabbere ich während dem Lesen immernoch an meinen Fingernägeln vor Aufregung.

Zwar hat das Buch seine kleinen Schwächen, wie z.B. als Rumo nach Wolperting kommt und sich in meinen Augen in manchen Sachen unglaublich und übertrieben doof anstellt. Da geht er mir für eine Weile mal ganz schön auf die Nerven.
Aber im gesamten Gesehen ist dieses Buch großartig. Sehr brutal, sehr blutig, aber großartig.

Dem ein oder anderen Leser könnte dieses Buch zu brutal sein - und das ist absolut verständlich. Moers geht nicht ziemperlich mit den Beschreibungen um - Folter und Gewalt liegt an der Tagesordnung. Ohne würde dieses Buch aber auch nicht funktionieren.

In diesem Buch kommt mein liebstes Zitat von Moers vor: 'Lest, soviel ihr könnt! Lest Straßenschilder und Speisekarten, lest die Anschläge am Bürgermeisteramt, lest von mir aus Schundliteratur - aber lest! Lest! Sonst seit ihr verloren!'

In diesem Sinne also:
Lest! Lest dieses Buch, sonst seit ihr verloren!

Samstag, 7. April 2018

Rezension: 'Totenfang' von Simon Beckett

Simon Beckett - Totenfang
Thriller // rororo // 2017
556 Seiten // 10,99€ // Taschenbuch


Hunter is Back!
Leo Villiers ist spurlos verschwunden. Der Spross der einflussreichen Familie soll eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben - und wird verdächtigt, sie und sich selbst umgebracht zu haben. Als man an einer Flussmündung eine stark verweste Männerleiche findet, scheinen die Vermutungen bestätigt. Doch dem forensischen Anthropologen David Hunter kommen Zweifel. Denn tags darauf treibt ein einzelner Fuß im Wasser, der definitiv zu einer anderen Leiche gehört. Während seiner Nachforschungen kommt Hunter in einem abgeschiedenen Bootshaus der Familie Trask unter, die ihm mit unverhohlener Feindseligkeit begegnet. Und sie scheinen nicht die Einzigen im Ort zu sein, die etwas zu verbergen haben.


... So war's ...

Sehnsüchtig erwartet und dann doch etwas abgeschreckt von den negativen Rezensionen wagte ich mich erst jetzt an das Buch.
Ja, es stimmt. Das Buch ist nicht zu vergleichen mit seinen Vorgängern. Und ja, es hat seine Längen.
Aber... es ist nicht so schlecht. Ich mochte die Geschichte an und für sich gerne.

Hunter wird zu einer verwesten Leiche gerufen, die in den Backwaters gefunden wurde - während alle davon ausgehen, dass sich dabei um Leo Villiers handelt, ist sich Hunter da nicht so sicher. Zumindest scheint ihm nicht alles koscher zu sein.
Nach einer unangenehmen Begegnung mit dem englischen Regen und damit verbundenen mit einem unfreiwilligen Bad kommt er bei den Trasks unter - ausgerechnet der Familie, die sicher nichts dagegen hat, Villiers tot zu sehen. Schließlich gilt Villiers dafür verantwortlich, Trasks Ehefrau Emma Darby umgebracht zu haben und irgendwo verschwinden lassen zu haben.
Hunter beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und sticht damit wahrlich in ein Wespennest. Sind Trasks wirklich schuldig? Ist Villiers an Emmas Tod schuldig? Was ist eigentlich mit Leos Vater?

Sehr gelungen fand ich die Kulisse - zum einen in den Backwaters, eine verschlungene Flusswelt & der dort wohnenden Familie Trask. Zum anderen die Szenerie auf dem Meer mit den Maunsell Sea Forts. Das hat mir wahnsinnig zugesagt. Aber auch sonst hatte Beckett ein Händchen für die Kulisse und die Szenerie in diesem Buch.

Anfangs fand ich die Geschichte etwas schleppend, ja, gemächlich - ich wusste nicht so recht, wo mich die Reise hinführen soll. Doch dann nimmt die Geschichte langsam Fahrt auf, kommt immer wieder mit neuen Wendungen um die Ecke und hält so die Spannung am Laufen.
Es ist ein langer Weg, bis klar ist, wer der Täter ist und der hat mich durchaus überrascht, aber es bleibt wie gesagt spannend. Überhaupt fand ich die ganze Geschichte gut durchdacht, sie hat im Grunde bis aufs i-Tüpfelchen gestimmt. 
In zwei Dingen schwächelt die Geschichte:
Mit dem Ende war ich nicht ganz glücklich, obwohl es schlüssig war, aber das ist eine persönliche Sache.
Und sie ist gut und sie ist spannend, aber eben nicht ganz so gut, wie ich die ersten Bücher um Hunter fand.

Letztendlich ist das Buch für die lange Durststrecke, die wir seit dem letzten Hunter-Buch hatten, aber absolut ein Durstlöscher und hat definitiv eine Tatsache ganz klar bewiesen:  Hunter is back!

Freitag, 30. März 2018

Kurzrezension: 'Die verschwundene Dienerin' von Tarquin Hall

Tarquin Hall - Die verschwundene Dienerin
Roman // Heyne // 2010
8,95€ // 384 Seiten // Taschenbuch




Vish Puri, der indische Privatdetektiv aus Neu-Delhi, hat einen besonders schwierigen Fall: Ein hoch angesehener Anwalt wird des Mordes an seinem Hausmädchen verdächtigt. Puri soll nun für ihn herausfinden, wohin das Mädchen verschwunden ist und ob es vielleicht tatsächlich ermordet wurde. Keine leichte Aufgabe bei einem Volk von über einer Milliarde Menschen. Aber Puri hat bisher alle seine Fälle gelöst.










... So war's ...

Das Buch lockte mich mit der Aussage, dass es sich hier um den indischen Hercule Poirot handeln soll. Zunächst war ich etwas skeptisch, da das Buch von einem Engländer geschrieben wurde, aber ich muss schon ehrlich sagen, dass Tarquin Hall seine Sache gut gemacht hat. Er vermischt das typische Poirot-Gehabe ganz gut mit der indischen Kultur.
Der Fall an und für sich fand ich nicht als das große Highlight & manchmal fand ich die Nebengeschichten des Buches etwas unpassend, aber das Drumherum, insbesondere das verdeutlichen der indischen Kultur,  machte das Buch zu einer leicht zu lesenden und unterhaltsamen Lektüre. Gut gefallen haben mir auch die Charaktere, obwohl ich gelegentlich den ein anderen oder anderen 'Namen' durcheinander geworfen habe.
Und letztendlich hat mich dann doch auch der Fall in seinen Bann fangen können.
Das Buch ist auf jeden Fall für Fans von Agatha Christie's Hercule Poirot geeignet.

Freitag, 16. März 2018

Kurzrezension: 'Karwoche' von Andreas Föhr

Andreas Föhr - Karwoche
Kriminalroman // Knaur* // 2013
414 Seiten // 9,99€ // Taschenbuch





Autorennen am Achenpass: Mit 150 km/h rauschen Polizei­obermeister Kreuthner und sein Spezl Kilian Raubert den Pass Richtung Tegernsee hinab. Bei einem halsbrecherischen Überholmanöver fegt Kreuthner fast ein entgegenkommendes Auto von der Straße – am Steuer ausgerechnet sein Chef, Kommissar Wallner. Kreuthner versucht, die Wettfahrt als dienstliche Aktion zu tarnen, und führt spontan eine Straßenkontrolle durch. Dabei bietet sich den Polizisten ein schockierendes Bild: Im Laderaum von Rauberts Lkw kniet eine Tote, das Gesicht zu einer grotesken Fratze verzerrt …
Band 3 der Wallner & Kreuthner-Reihe

 

 

 

... So war's ...


Weil der letzte Wallner & Kreuthner-Band Lust auf mehr gemacht hat, hab ich gleich noch zu Band 3 gegriffen.
Dieser Band hat mir auch von der Geschichte her & vom Fall her definitiv mehr zugesagt.
Insbesondere Kreuthner fand ich in dieser Geschichte richtig klasse: ich mag, dass er um keine Ausrede verlegen ist. Dieses Slap-Stickhafte von Kreuthner wechselt sich in der richtigen Dosis mit der Ernsthaftigkeit durch Wallner & des Ermittleralltags ab und macht so richtig Spaß zum Lesen. Föhr findet hier das richtige Maß und das ist, was ihn in meinen Augen zu einem guten Autor macht.
Dieses Buch wartet mit einem gut durchdachten Plot sowie vielen Wendungen auf und birgt Spannung von der ersten bis zu letzten Seite. Das Finale ist nochmals so richtig spannend, obwohl man den Täter erahnen kann.
Einzig ein Punkt hab ich zu kritisieren: Manfred, Wallners Opa, hat wieder eine ähnliche Geschichte wie bereits in Schafkopf bekommen, ohne das beide aufgeklärt wurden - ich hoffe, dass das in Band 4 sich endlich auflöst, sonst wirds langweilig. 

Man merkt einmal mehr, dass Föhr ein talentierter Geschichtenerzähler ist und legt mit diesem dritten Band auf jeden Fall die Messlatte wieder ein Stück höher. Ich finds klasse, wie sich Föhr auch immer wieder selbst herausfordert.


Donnerstag, 15. März 2018

Kurzrezension: 'Schafkopf' von Andreas Föhr

Andreas Föhr - Schafkopf
Kriminalroman // Knaur* // 2012
448 Seiten // 9,99€ // Taschenbuch



Polizeiobermeister Kreuthner hat sich in einer durchzechten Nacht auf eine unselige Wette eingelassen: Er muss das Polizeisportabzeichen machen! Um seinen alkoholgeschwängerten Körper vorzubereiten, joggt er nun – noch nicht ganz ausgenüchtert – auf den Riederstein. Als er dem Kreislaufkollaps nahe am Gipfel ankommt, wird dem Bergwanderer neben ihm der Kopf weggeschossen. Kommissar Wallner und sein Team stoßen bei ihren Ermittlungen auf einen geheimnisvollen Vorfall, der zwei Jahre zurück liegt. Ein weiterer Mord geschieht, und allmählich laufen die Fäden an jenem Juniabend zusammen, an dem eine legendäre Runde Schafkopf gespielt wurde …

Band 2 der Wallner & Kreuthner-Reihe

 

 

... So war's ...


Das war mal wieder ein guter Krimi, wobei ich von Vornerein sagen muss, dass er im Vergleich zu anderen bereits gelesenen Wallner & Kreuthner - Büchern von Andreas Föhr eher etwas schwach erscheint.
Das lag in meinen Augen daran, weil die Geschichte etwas konstruiert wirkte - hier und da wurde etwas zu viel gewollt und manchmal hatte ich auch ein bisschen Probleme mit den Protagonisten - die waren nicht alle sympathisch und manche konnte ich überhaupt nicht verstehen. Desweiteren sagte mir auch die Thematik nicht immer so zu. 
Ein paar Fehler sind mir außerdem aufgefallen, allerdings fallen die nicht dramatisch ins Gewicht & ich kann sie getrost verschmerzen.
Trotz dieser zwei Kritikpunkte hat Föhr aber durchaus eine solide Geschichte aufgebaut & hatte einen ordentlichen Spannungsbogen aufgebaut, der einen durchgehend bei Laune hält. An diesen Krimis mag ich besonders Kreuthner sehr gern, der bringt die nötige Abwechslung zu dem ernsthaften Kriminaler-Alltag. Kreuthner hat es nämlich faustdick hinter den bayrischen Ohren. Aber überhaupt mag ich den Blick in das bayrische Dorfleben.
Auch wenn man nach einer Weile ahnen kann, wer der Täter ist, fand ich das Ende sehr gelungen.

 'Schafkopf' ist ein leicht zu lesender Krimi, welcher bayrisches Lokalkolorit excellent rüber bringt, er hat seine Schwächen, macht aber dennoch Spaß und Lust auf mehr.


Donnerstag, 8. März 2018

Rezension: 'Das Inselhaus' von Leonora Christina Skov

Leonora Christina Skov - Das Inselhaus
Kriminalroman // btb // 9.1.2018
416 Seiten // 10,00€ // Taschenbuch
* Werbung // Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von btb zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!




"So sieht Bosheit aus, las sie. Ihr Herz klopfte zu schnell. Ich dachte, früher oder später würdest du deine wohlverdiente Strafe schon bekommen, doch du bliebst verschont. Und daran hast du dich gewöhnt, nicht wahr?"

Sieben Menschen, die einander noch nie getroffen haben. Ein gemeinsamer Arbeitsaufenthalt auf einer einsamen Insel .
Wer hat die Einladung verschickt und warum wohnen sie in einem Haus aus Glas?
Welches Spiel wird hier gespielt?
Wer steckt hinter den unerklärlichen Vorfällen, die sich plötzlich auf der Insel ereignen?




 

... So war's ...


Ohje - ich merk jetzt schon, dass ich mich mit dieser Rezension nicht leicht tue.
Bisher hat das Buch überwiegend eher schlechte Rezensionen und lediglich im Schnitt 2,5 Sterne.
Und ich glaube, wir alle hatten das gleiche Problem: Der Klappentext sprach uns wahnsinnig an, lies automatisch das Kopfkino in die Vollen gehen. Ich meine: Hallo?
Eine einsame Insel, draußen im stürmischen Meer - lediglich ein Gebäude steht hier und das ist Glas. Komplett aus Glas. Sieben Menschen, die sich nicht kennen, die aber alle ein Geheimnis haben, sind gezwungen, hier vier Wochen auszuhalten - wohl unter dem Deckmantel, ihre künstlerische Karriere und Arbeit voranzutreiben. Regelmäßigen Fährbetrieb? Internet? Festnetztelefon? 'Wir arbeiten daran' sagt Herr Winter, der Verwalter, den gibts nämlich immerhin, samt Koch Igor, von dem man im Grunde aber nur Geschirrgeklapper hört.
Draußen vor den Fenstern befindet sich die Natur, deren ungeballte Kraft allein schon mein Kopfkino angekurbelt hat, es gibt nämlich ein Moor, Wald und die stürmische See...

Ja - und da sind wir schon bei meinem ersten Problem, was ich mit diesem Buch habe: Statt ein bisschen mit zum Beispiel der sich schon förmlich aufdrängenden Natur zu spielen und sie zum Spannungsaufbau zu nutzen, wird sie zwar erwähnt, aber erscheint seltsam matt.
Auch überhaupt, vieles bleibt seltsam matt. Als die erste Person verschwindet, ist die Reaktion eher... träge, emotionslos, schulterzuckend? Ich meine, wenn auch alle Protagonisten gewissermaßen einen ähnlichen Charakter aufweisen (noch so ein Punkt, der mir aufstieß), gibt es doch Abstufungen - doch irgendwie scheint das Verschwinden der Person allen irgendwie egal zu sein. Schließlich nervte die verschwundene Person ja auch total. So logisch.

Dann auch diese versteckten Andeutungen, die nicht weiter ausgeführt wurden und man einfach nur dachte: 'Was will die Autorin damit sagen? Was bezweckt sie damit? Sollte das ein Versuch zum Spannungsaufbau sein? Warum wird er nicht weiter geführt?"


Allgemein finde ich, dass so viel Potential in dieser Geschichte steckt - so viel Potential, welches schulterzuckend registriert, aber nicht genutzt wurde.
Gerade auch beim Aspekt, dass die Personen verschwinden / sterben, werden wenig Worte verloren - man hätte all das viel mehr psychologischer aufbauen können. In dieser Geschichte wäre so viel Spannung drin, wenn man nur die richtigen Knöpfe bedienen würde.

Obwohl die Autorin mich doch auf Kurs halten konnte und ich mich nicht durch dieses Buch gequält habe, fehlt mir doch dieses gewisse Etwas. Die Spannung, das Besondere - etwas, was dieses Buch ausmachen und unter anderen Büchern hervorheben würde.
Ich finde das persönlich schade, denn irgendwie mochte ich Skovs Art zu schreiben. Es machte Spaß, die Geschichte nach und nach zu verstehen, aber da ist definitiv viel Luft nach oben.

Ebenso war mir das Ende zu lasch und ich hatte noch viele Fragen, die nicht beantwortet wurden.

Alles in allem muss ich sagen, dass die Geschichte schon langsam verblasst in meinem Kopf. Mir tut es leid um die vielen verpassten Chancen, denn es hätte eine richtig gute Geschichte werden können, eine, die sich mit Agatha Christies 'Und dann gabs keines mehr' nahezu auf eine Stufe hätte stellen lassen können. So aber bleibt sie weit unter diesem Niveau.