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Samstag, 8. September 2018

Rezension: 'Im Visier des Mörders' von Sharon Bolton

Sharon Bolton - Im Visier des Mörders
Thriller // Goldmann // 2018
478 Seiten // 10,00€ // Klappbroschur
* Werbung // Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von Goldmann zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!







Eigentlich müsste sie tot sein, wie die elf anderen. 
Doch sie hat überlebt und sie kann niemandem mehr trauen.
Friedliche Morgenstimmung liegt über der Moorlandschaft des Northumberland National Park.Zwölf Menschen genießen die prachtvolle Aussicht, die ihnen der Ausflug mit einem Heißluftballon bietet - und müssen plötzlich am Boden einen Mord mitansehen. Wenige Stunden später sind elf der Ballonfahrer tot. Nur eine Frau hat den Absturz offensichtlich überlebt. Sie wird von der Polizei gesucht. Doch noch jemand hat großes Interesse daran, sie zu finden. Denn sie hat das Gesicht des Mörders gesehen...









... So war's ...

Zum Geburtstag schenkt Jessica ihrer Schwester eine Ballonfahrt. Isabell lebt als Nonne in einem Kloster.
Doch statt einen schönen Geburtstag zu erleben, geht es für die zwei Schwestern richtig schief. Der Ballon stürzt letztendlich ab und Jessica ist plötzlich allein, ganz allein auf sich gestellt. Sie kann der Polizei nicht trauen und flieht daher auf eigene Faust.
Und sie muss sich beeilen, denn der Mörder, dessen Gesicht sie gesehen hat, ist ihr immer dicht auf den Fersen. 

Gleich auf den ersten 10 Seiten wird die Geschichte in die Vollen gefahren. 
Bolton versucht schnell Spannung aufzubauen und das gelingt es ihr auch, dennoch rückt sie zu lange mit der Sprache nicht raus, was für mich persönlich die Stimmung nimmt.

Halten konnte Bolton die Spannung leider trotz Verfolgungsjagd nicht.  Insbesondere der Mittelteil empfand ich als langatmig. Erst zu Ende hin nimmt das Ganze wieder Fahrt auf.
Es gibt viele Wendungen, was ich selten für etwas Schlechtes halte, die, die aber hier passieren, fand ich als zu gewollt, als das sie gelungen waren.

Die Protagonistin war mir leid unsympathisch. Ich verstand auch lange Zeit ihre Handlungen und ihre Haltung nicht. Es fiel mir schwer nachzuvollziehen, warum Jessica, selbst Polizistin, nicht zur Polizei will und deswegen lieber Hals über Kopf flieht.
Nach und nach wird die Geschichte zwar entblättert, aber dies ist mir etwas zu zögerlich und auch, da es sich zieht, wird mit der Zeit etwas verwirrend.  

Das Buch war zwar irgendwie spannend, so richtig mitgerissen hat mich die Story aber nicht.
Sharon Bolton ist eine gute Autorin und ich habe schon wirklich viele Bücher von ihr gelesen, das hier ist leider eines ihrer weniger gelungeneren Bücher.
Schade. 

Dienstag, 22. November 2016

Rezension: 'Schlangenhaus' von Sharon Bolton

Sharon Bolton - Schlangenhaus
Thriller // Manhattan
506 Seiten // 19,95€



Die Wahrheit tut nicht weh. Sie tötet. 

Eine rätselhafte Schlangenplage, mysteriöse Todesfälle und die Rückkehr eines Alptraums, der längst vergessen schien...
Der Schrecken beginnt an einem friedlichen Morgen in einem idyllischen englischen Dorf: Im Kinderbett eines schlafenden Babys wird eine Schlange entdeckt und die junge Tierärztin Clara Benning zu Hilfe gerufen. Doch das ist erst der Anfang. Eine wahre Schlangenplage sucht den Ort heim, und es kommt zu rätselhaften Todesfällen. Clara versucht, eine Erklärung für die Vorgänge zu finden, und stößt auf eine Spur, die fünzig Jahre in die Vergangenheit führt. Doch die Menschen, die wissen, was damals geschah, schweigen eisern. Bis die Wahrheit mit tödlicher Macht ans Licht drängt...


 
 
 
... So war's ...

Eine Schlangenplage bricht in einem kleinen Dorf aus und die dort ansässige Tierärztin, Clara, die eher introvertiert ist, weil sie nach einem Unfall as Baby ein entstelltes Gesicht hat, versucht, die Ursachen aufzudecken.

Vielleicht sollte ich auch gleich zu Beginn erwähnen, dass man als Schlangenphobiker das Buch vielleicht besser nicht lesen sollte - denn Frau Bolton schreibt sehr detailreich, spielt manchmal mit der Sprache und manchmal mit der Fantasie des Menschen. Die Schlangen hingegen reichen von giftig zu ungiftig und sind obwohl Opfer als doch auch Mörder.


Gleich von Anfang, wie ich es bei Sharon Bolton so sehr mag, spinnt sie eine düstere und dichte Atmosphäre, man wird direkt mit hinein gezogen in die Geschichte und taucht hinterher geflasht wieder auf. Innerhalb kürzester Zeit hatte ich das Buch gelesen, ja schon direkt durchgesuchtet (wie man so schön neudeutsch sagt) und war absolut gefangen.
Sehr gut gelungen empfand ich, dass die Schlangen nicht nur Randfigur waren, sondern auch ein paar interessante Fakten genannt wurden;
auch die Charakter waren ganz gut ausgearbeitet, hier und da sind sie leider ein bisschen platt geraten, aber - wie gewohnt sind die Menschen bei Bolton einerseits nett und gute Nachbarn, andererseits auch äußerst undurchschaubar.
Interessant fand ich auch, was Clara sich da zusammenreimt, weil sie einzelne Puzzlestücke nur zusammentragen kann und einige wesentliche Teile fehlen. Auch deswegen interessant für mich, weil ich bis zum Schluss nicht wirklich eine Ahnung hatte, wer der Täter nun ist.
Auch was denn nun tatsächlich alles war, damals wie heute, finde ich als gelungen beschrieben.
Lediglich das Ende ist in Hinsicht der Geschichte ein bisschen fad geraten, schade - aber dennoch überwiegt die gute Story und macht das Ende wieder wett.

Dennoch muss ich auch noch sagen:
Obwohl ich das Buch nur so verschlungen habe und es mich durchweg gut unterhalten hat, finde ich nicht, dass das hier eins ihrer besten Bücher ist. Das kann sie besser!

Dienstag, 19. April 2016

Rezension: 'Bluternte' von Sharon Bolton

Sharon Bolton - Bluternte
Thriller //Manhattan
512 Seiten // 8,99€



Es gibt eine Zeit zu leben. 
Für die Familie Fletcher mit ihren drei Kindern müsste der Ort eigentlich das Paradies sein: das stille, von der Zeit vergessene Dorf in Lancashire. Sie ahnen nicht, dass dieses Paradies eine sehr dunkle Seite hat. 
Eine zu sterben. 
Für Gilian Royle ist die Idylle schon längst zerstört. Vor drei jahren kam ihre kleine Tochter bei einem Brand ums leben. Aber Gilian hofft noch immer, sie lebend wiederzufinden, selbst wenn man sie verrückt hält. Aber ist sie das wirklich?
Und eine zu töten.
Als durch ein Zufall ein Grab freigelegt wird, in dem die Überreste dreier Mädchen liegen, gibt es keinen Zweifel mehr: Der kleine Ort hütet ein tödliches Geheimnis.







... So war's ...

Familie Fletcher, bestehend aus Mama, Papa und drei Kindern, ist ein kleines Dorf namens Heptonclough in Lancashire gezogen. Direkt neben die alte Abteiruine, die auch als die alte Kirche bezeichnet wird. Die beiden Söhne spielen immer wieder auf dem alten Friedhof, der ebenfalls an das Grundstück der Fletchers grenzt.
Außerdem zieht auch ein neuer Vikar in das Dorf, der die seit langer Zeit geschlossene zweite, neuere Kirche wieder öffnet.
Sowohl die Fletchers als auch der Vikar werden freundlich in der Dorfgemeinschaft aufgenommen und freunden sich auch miteinander an. Zunächst verläuft das Leben in dem Dorf ruhig, obwohl bald klar ist, dass in dem Dorf nicht alles mit rechten Dinge zu geht und eine unheimliche Stimmung erzeugt. Denn dann beginnen die Kinder Stimmen vom alten Friedhof zu hören und eine seltsame Gestalt zu sehen. Und dann stürzt auch noch die Mauer, die das Fletcher Grundstück zum Friedhof trennt, ein und offenbart die Leichen dreier Mädchen und damit verbunden eine Tragödie.

Also, Leute, ich muss schon sagen, dass Frau Bolton die Sache voll drauf hat!
Das kann ich nach einem Buch gewissenhaft behaupten.
Ich bin ja, wie schon oft erwähnt, ein Fan von subtilen Beschreibungen und mysteriösen Vorkommnissen, die sich anschließend in eine natürliche Erklärung auflösen.
Und genau darauf setzt Frau Bolton in diesem Buch.
In diesem Buch spinnt sie ihre Geschichte so feinsinnig und mit vollem Gefühl für die Sprache, sie drückt genau im richtigen Moment die richtigen Knöpfe und erzeugt so nur mit Worten genau das Gefühl, was gerade auch die Charaktere in diesen Momenten haben.
Meiner Meinung nach ist das große Kunst und es schafft nicht jeder, mir beim Lesen eine Gänsehaut zu verschaffen.
Sie spielt mit den Ängsten, die fast jeder Mensch kennt, und nutzt sie für sich um eine gruselige Stimmung zu erzeugen. Und so profan sich das anhören mag mit dem Grusel - es ist nichts anders, man gruselt sich, man schaut sich um, ob man wirklich allein ist, zieht die Bettdecke etwas enger um sich.
Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht des noch jungen Vikars Harry Laycock, der körperlich angeschlagenen Psychologin Evi Oliver und dem ältesten Kind der Fletchers, dem 10-jährigen Tom. Frau Bolton schafft es hierbei, jeder Person seinen Charakter zu geben, sie hat auch alle anderen Charaktere detailreich und gut ausgearbeitet. Sie vermittelt über die Erzähler deren Ängste und Gefühle, schafft es gut, sich in ein 10-jähriges Kind zu versetzten.

Sharon Bolton hat es geschafft - sie hat ein Buch geschrieben, welches man in möglichst kurzer Zeit zu Ende lesen muss, weil es so unglaublich spannend ist und in welchem man total versinken kann. Mir ging es tatsächlich so, dass ich mich in manchen Momenten an Stelle der Protagonisten gefühlt habe und statt ihnen ich durch die Nebel des Hochmoors gelaufen bin.

Frau Bolton - dazu kann man nur eines sagen: Gut gemacht!
Und an alle Leser:  Hier gilt - Unbedingt Lesen!