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Dienstag, 14. Februar 2017

Kurzrezension: 'Welche Farbe hat die Angst?' von Barbara Rose

Barbara Rose - Welche Farbe hat die Angst?
Jugendroman // Boje
270 Seiten //12,99€




Eigentlich soll es für die fünfzehnjährige Katta ein ganz normaler Sommermalkurs werden. Doch dann macht ihr Lehrer sie darauf aufmerksam, dass ihre Bilder auf fast unheimliche Weise dem Stil von Miriam ähneln. Sie hat vor vielen Jahren ebenfalls bei ihm gelernt, ist dann jedoch unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen. Was ist damals wirklich passiert? Katta fühlt eine starke Verbundenheit mi dem fremden Mädchen und taucht immer tiefer in ihre Vergangenheit ein. Aber was ist, wenn sie dem Täter von damals dabei zu nahe kommt?

 

 

 

... In ein paar Sätzen ...

Vorneweg - Spoilergefahr!

Ach man - ich will gleich von Anfang an ehrlich sein - ich bin enttäuscht.
Denn obwohl es nicht schlecht war, war es einfach etwas komplett anderes, als ich erwartet hatte.
Erwartet hatte ich einen Jugendkrimi, sogar einen Jugendthriller, der mit den Ängsten der jungen Leute spielt; der einen fesselt und unter Umständen von einer ungewöhnlichen Beziehung (egal, ob sexuell oder nicht) zwischen Katta und Josef, dem Mallehrer, erzählt; ja, etwas unterschwellig Böses bereithält und einen erschaudern lässt - schließlich ist der Klappentext ja auch schon sehr spannend.

Nun, dass Buch war einerseits gut geschrieben, es war bestimmt nicht langweilig. Aber wenn auch Spannung aufgebaut wurde und man lange nicht wusste, wer nun der Täter ist, ist mir persönlich das Buch doch zu oft vom Thema 'Krimi' abgerutscht. Mal ging es ewig um die Liebe und dann ging es wieder um Übersinnliches, was ich ja an und für sich mag (gerade das mystische), das hier aber leider total fehlplatziert wirkte und mich kurz auflachen lies.
Ich bleibe leider sehr enttäuscht zurück. Für einen Teenie sicher okay, aber ich hätte da noch mehr Potential gesehen. Es liegt vermutlich daran, weil ich mit einer völlig falschen erwartung an das Buch hingegangen bin. Schade.

Freitag, 16. Dezember 2016

Kurzrezension: 'Sternschnuppenstunden' von Rachel McIntyre

Rachel McIntyre - Sternschnuppenstunden
Roman // magellan
303 Seiten // 16,95€


Ganz ehrlich: Manchmal wäre er dich ganz praktisch, dieser Ritter in straglender Rüstung, der mit senem weißen Ross um die Ecke kommt, wenn es mal brenzlig wird. Bei mir hätte der Kerl jedenfalls täglich Gelegenheit, sich nützlich zu machen, so oft, wie Molly mir mit ihren Lästerschwestern auflauert. Aber wer hätte gedacht, dass der Ritter in Gestalt meines Englischlehrers bei mir auftaucht?
Gut, das Pferd hatte er nicht dabei, aber Mollys dämliches Gesicht werde ich nie vergessen, als er mir zugelächelt hat. Mir, Lara, Königing der Unberührbaren! Danke, Mr. Jagger! Hätte nie geglaubt, dass ich das mal sage: Ich freue mich richtig auf die Schule morgen...





... In ein paar Sätzen ...


Mein kleines romantisches Herz war von der Grundlage dieses Romans vollauf angetan. Die große Liebe zwischen Lehrer und Schülerin - hach, lässt einen in Erinnerungen schwelgen (nicht, dass da je mehr war als eine Schwärmerei für den Chemie-Lehrer, aber trotzdem) und lässt einen auch verstehen, was da zunächst so vor sich geht. Leider war auch ich damals nicht völlig frei von Mobbing und gehörte den Außenseitern an, aber ich war wenigstens nicht ganz ohne Freunde und mich hat es mit der Mobberei auch nicht so hart getroffen. Ich konnte trotzdem sehr gut nachvollziehen, wie sich die Hauptprotagonistin gefühlt hat.
Frau McIntyre hat eine fesselnde Sprache, ein bisschen jugendlich, aber durchaus verständlich und witzig. Mit dieser Geschichte fühlte ich mich trotz allem wohl.

Mein letzter Rest Pubertät (was da eben noch so mit 27 Jahren vorhanden ist), war von dem Ende allerdings so überhaupt nicht begeistert. Auch wenn es vernünftig klingt und es warscheinlich die Beste Art ist, mit etwas abszuschließen, wehrt sich mein kleine romantisches Herz mit der noch verbliebenen Unvernunft einer pubertierenden 16-Jährigen dagegen. So darf es nicht enden. Nein!
Dennoch ein wunderbares Jugend-Buch, welches ich innerhalb eines Vormittags ausgelesen hatte. 

Dienstag, 3. Mai 2016

Rezension: 'Die Wolke' von Gudrun Pausewang

Gudrun Pausewang - Die Wolke
Jugendroman // Ravensburger
223 Seiten // 5,00€





Eine todbringende Wolke über Deutschland
Was niemand wahrhaben wollte, passiert:
Deutschland erlebt einen Super-GAU. 
Die 14-jährige Janna-Berta verliert ihre Familie und landet selbst im Lazarett.












... So war's ...

 ES ist passiert - das was niemand glaubte, geschieht auch in Deutschland. Ein Reaktorunfall in Grafenrheinfeld löst einen Super-GAU aus und die Welt steht kopf. Eine Wolke voll mit giftigem Regen droht über Schlitz und Umgebung niederzuprasseln. Janna-Berta und ihr kleiner Bruder Uli sind in mitten dieser Geschichte, ohne Eltern und müssen fliehen. Erstes Ziel ist Bad Hersfeld und dessen Bahnhof, um mit dem Zug nach Hamburg zur Tante zu kommen. Doch unterwegs stirbt Uli, rücksichtslos zu Tode gefahren, und Janna-Berta wird von verschiedenen Menschen aufgegriffen, ehe sie alleine zusammenbricht und im Lazarett landet.
Doch Janna-Bertas Geschichte ist noch nicht zu Ende.

Normalerweise kann ich mit klassischen Kinder -und Jugendromanen eher nichts anfangen, zumindest mit denen nicht, die auch im Unterricht gelesen werden. 'Als Hitler das rosa Kaninchen stahl' war so ein Fall. Doch 'Die Wolke', die hätte ich unglaublich gern im Unterricht gelesen.
Denn  das Buch hat mich gefesselt, ich habe mit Janna-Berta mitgefühlt und ich fühlte mich dort reinversetzt.
Das Buch ist nicht herausragend künstlerisch - es gibt bessere Autoren, die auch bessere Endzeit-Romane geschrieben haben. Das ist Fakt. Aber das macht den Roman nicht schlechter, als er ist. Er ist solide und gut aufgebaut, die Sprache ist einfach und vermittelt ein Bild.
Viele Leser bemängelten die mangelnde Randinformationen, zum Beispiel die Frage 'Warum ist der Super-GAU passiert?' und auch die Aufklärung an und für sich, was Atomkraft ist, fehlte, aber auch die zum Teil eindimensionale Charakterbeschreibung war bei anderen ein großer Minuspunkt. Doch so platt find ich die Charaktere gar nicht. Ich meine, man kann die Beziehung zwischen Helga (Tante aus Hamburg) und Janna-Berta nicht so ganz verstehen, aber das liegt wohl auch einfach an den Vorurteilen, dass einem von den Eltern manchmal mitgegeben wird. Andererseits kann ich Janna-Berta auch verstehen, dass es nicht einfach ist mit jemandem zusammen zu leben, der nicht weiß, was man erlebt hat und einen zu zwingen versucht, das Geschehene zu vergessen, obwohl man noch nicht bereit dafür ist. Und dann war da Elmar, der mir persönlich ein wenig suspekt erschien.
Andere wiederum befanden das Werk als zu hetzerisch - sicher wurde Stimmungsmache gegen Kernkraftwerke und Atomstrom gemacht. Und obwohl es zur Geschichte passte, hätte ich auch den Aspekt interessant gefunden, wenn man überhaupt keine Ahnung von Kernkraftwerk etc. gehabt hätte (wobei Janna-Berta, obwohl Tochter von Gegner, auch nicht so viel Ahnung hatte). Doch auch hier muss ich sagen, dieser 'Ich hab es doch gesagt (dass alles besser ist, wenn es keine Kernkraftwerke gibt)!'-Moment blieb glücklicherweise aus.
Pausewang polarisiert mit diesem Werk, das war wohl schon immer so.
Alles in allem fand ich die Geschichte gut und sie geisterte mir tagelang danach noch im Kopf rum. Vor allem die Frage ' Was würde ich an Janna-Bertas Stelle tun?' regte mich immer wieder zum Nachdenken an.

Bestimmt gibt es geeignetere Literatur zur Aufklärung und zur Vermittlung, wie es sich anfühlen könnte, ein Denkanstoß gibt 'Die Wolke' aber dennoch und ich fühlte mich (darf man so sagen?) durchaus gut unterhalten!