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Montag, 24. August 2015

Kurzrezension: 'Das wilde Buch' von Juan Villoro

Juan Villoro - Das wilde Buch
Kinderbuch // Hanser
Seiten // €



In den Ferien bekommt der 13-jährige Juan von seinem belesenen Onkel Tito einen seltsamen Auftrag: er soll das sogenannte wilde Buch finden, ein rebellisches Buch, das sich dem Gelesenwerden widersetzt. Juan, der nicht gerade ein Büchernarr ist, macht sich etwas widerwillig auf die Suche. Doch dann erwartet ihn in der riesigen Bibliothek seines Onkels eine Überraschung: Zwischen raumhohen Regalen mit sonderbaren Spiegel-, Raub- und Schattenbüchern entdeckt er Exemplare, die sich bewegen, ja lebendig scheinen und ihn auf immer neue Wege und Gedanken bringen. Plötzlich erlebt Juan tatsächlich ein aufregendes (Bücher-)Abenteuer. Nur das wilde Buch bleibt verboren. Zu ihm kann nur Zugang finden, wer eine Verbindung zum echten Leben herstellt...


 

... So war's ...

Wow! Ein tolles Buch!
Hauptsächlich vom Klappentext und ein wenig von der Aufmachung eingefangen, fing ich an zu lesen und hab mich total schnell in die Geschichte eingefunden. Da ist der leicht verrückte Onkel, der sein Haus zu einer riesigen Bibliothek umgewandelt hat und da ist Juan, der mit Büchern zunächst nicht viel anfangen kann. Mit malerischen Worten und einem Feingefühl erbaut Herr Villoro eine wunderbare Szenerie, in der die Geschichte stattfindet. Eine Szenerie voller Bücher, voller Magie und einer beneidenswert großen Haus-Bibliothek.
Herr Villoro hat sich wirklich viel Mühe mit diesem Werk gegeben und es ist ein Buch, welches ich ganz bestimmt mal meinen Kindern vorlegen werde. Einfach, weil es so schön geschrieben ist.  Ein bisschen verrückt, mit jeder Menge Witz und eine üppigen Prise Mysteriosität.
Mit allerlei Umwandlungen (Beispiel: 'man verlegt sein Buch, es wandert von selbst' wird umgewandelt in 'die Bücher sind lebendig, bewegen sich selbst in ihrer Bibliothek'), die die große Liebe zur Literatur bezeugen, hab ich auch einige wahre Sätze in diesem Kleinod gefunden.
Am allerbesten gefällt mir dieser kurze Abschnitt, der mich eine Weile innehalten und lächeln lies:
"Es stimmt schon, komplett normal bin ich nicht, aber wer will schon so gewöhnlich sein wie ein Putzlappen? Nur Menschen, die sich durch irgendetwas unterscheiden sind interessant."

Ich finde es ein ganz wunderbares Buch und ich bin wirklich froh, dass ich darüber gestolpert bin. 

 

Und was denkt ihr?

Samstag, 15. August 2015

Rezension: 'Das Haus der verschwundenen Kinder' von Claire Legrand

Claire Legrand - Das Haus der verschwundenen Kinder
Kinderbuch // Heyne
320 Seiten // 14,99 €

 

Hüte Dich vor den Erwachsenen!
Im beschaulichen Belleville sind die Menschen höflich, ordentlich und pünktlich. Sie haben keine Geheimnisse voreinander. Wäre da nicht das Heim von Mrs. Cavendisch, ein düsteres Anwesen, das über der Stadt thront. Alle störrischen Kinder verschwinden hinter seinen dunklen Mauern. Manche kehren irgendwann zurück, andere nicht. Doch Mrs. Cavendish hat nicht mit der mutigen Victoria gerechnet: Ganz allein dringt sie in das Innerstes des Heims vor, um ihren besten Freund Lawrence zu retten.

















... So war's ...


Allein schon die Aufmachung des Buches hat mich schon in seinen Bann gezogen. Das Cover, die Innengestaltung war mit sehr viel Liebe verbunden.
Das Negative war, dass der Klappentext eine ein bisschen andere Geschichte suggeriert hat.

Der Schreibstil war zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, hat mich aber dann trotzdem neugierig gemacht. Spannend und bildhaft erzählt Frau Legrand ihre Geschichte.
Hauptprotagonistin Viktoria (ja, der Name ist sehr treffend) ist anfangs sehr anstrengend. Sie wirkt arrogant und ist eine richtige Streberin. Sie will immer die Beste, Hübscheste und Klügste sein. Sie freut sich,  wenn alles seine Ordnung hat und verhält sich so, wie es von ihr erwartet wird - brav.
Ihre Eltern können stolz auf sie sein und sind es wohl auch. Stellenweise wirkte es aber eher, als wäre den Eltern das Schlaue Kind herzlich egal.  Der ganze Ort wirkt ziemlich lieblos und kalt. Manche Figuren wirken ein bisschen überzeichnet, manche etwas zu durchscheinend.
Doch Viktoria entwickelt sich. Wo am Anfang bei ihr eher die Überheblichkeit hervorstach, da zeigte sich hinterher wahrer Mut und Stärke.
Eine Geschichte, verpackt mit Grusel, eine Geschichte, bei der alles ein wenig anders anmutet. Eine Geschichte, wie man sie teilweise aus früheren Jahren erwarten würde.


Gewundert hat mich auch, dass das Buch für ab 12-Jährige ist. Frau Legrand hat eine sehr bildhafte Methode, die Vorgänge zu beschreiben. Selbst ich hab eine Gänsehaut bekommen. Ob das so für Kinder geeignet ist? Ich weiß nicht.


Dennoch bin ich sehr zufrieden mit der Geschichte und möchte sie weiter empfehlen.



Was denkt ihr?