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Donnerstag, 8. März 2018

Rezension: 'Das Inselhaus' von Leonora Christina Skov

Leonora Christina Skov - Das Inselhaus
Kriminalroman // btb // 9.1.2018
416 Seiten // 10,00€ // Taschenbuch
* Werbung // Dieses Buch wurde mir freundlicherweise von btb zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!




"So sieht Bosheit aus, las sie. Ihr Herz klopfte zu schnell. Ich dachte, früher oder später würdest du deine wohlverdiente Strafe schon bekommen, doch du bliebst verschont. Und daran hast du dich gewöhnt, nicht wahr?"

Sieben Menschen, die einander noch nie getroffen haben. Ein gemeinsamer Arbeitsaufenthalt auf einer einsamen Insel .
Wer hat die Einladung verschickt und warum wohnen sie in einem Haus aus Glas?
Welches Spiel wird hier gespielt?
Wer steckt hinter den unerklärlichen Vorfällen, die sich plötzlich auf der Insel ereignen?




 

... So war's ...


Ohje - ich merk jetzt schon, dass ich mich mit dieser Rezension nicht leicht tue.
Bisher hat das Buch überwiegend eher schlechte Rezensionen und lediglich im Schnitt 2,5 Sterne.
Und ich glaube, wir alle hatten das gleiche Problem: Der Klappentext sprach uns wahnsinnig an, lies automatisch das Kopfkino in die Vollen gehen. Ich meine: Hallo?
Eine einsame Insel, draußen im stürmischen Meer - lediglich ein Gebäude steht hier und das ist Glas. Komplett aus Glas. Sieben Menschen, die sich nicht kennen, die aber alle ein Geheimnis haben, sind gezwungen, hier vier Wochen auszuhalten - wohl unter dem Deckmantel, ihre künstlerische Karriere und Arbeit voranzutreiben. Regelmäßigen Fährbetrieb? Internet? Festnetztelefon? 'Wir arbeiten daran' sagt Herr Winter, der Verwalter, den gibts nämlich immerhin, samt Koch Igor, von dem man im Grunde aber nur Geschirrgeklapper hört.
Draußen vor den Fenstern befindet sich die Natur, deren ungeballte Kraft allein schon mein Kopfkino angekurbelt hat, es gibt nämlich ein Moor, Wald und die stürmische See...

Ja - und da sind wir schon bei meinem ersten Problem, was ich mit diesem Buch habe: Statt ein bisschen mit zum Beispiel der sich schon förmlich aufdrängenden Natur zu spielen und sie zum Spannungsaufbau zu nutzen, wird sie zwar erwähnt, aber erscheint seltsam matt.
Auch überhaupt, vieles bleibt seltsam matt. Als die erste Person verschwindet, ist die Reaktion eher... träge, emotionslos, schulterzuckend? Ich meine, wenn auch alle Protagonisten gewissermaßen einen ähnlichen Charakter aufweisen (noch so ein Punkt, der mir aufstieß), gibt es doch Abstufungen - doch irgendwie scheint das Verschwinden der Person allen irgendwie egal zu sein. Schließlich nervte die verschwundene Person ja auch total. So logisch.

Dann auch diese versteckten Andeutungen, die nicht weiter ausgeführt wurden und man einfach nur dachte: 'Was will die Autorin damit sagen? Was bezweckt sie damit? Sollte das ein Versuch zum Spannungsaufbau sein? Warum wird er nicht weiter geführt?"


Allgemein finde ich, dass so viel Potential in dieser Geschichte steckt - so viel Potential, welches schulterzuckend registriert, aber nicht genutzt wurde.
Gerade auch beim Aspekt, dass die Personen verschwinden / sterben, werden wenig Worte verloren - man hätte all das viel mehr psychologischer aufbauen können. In dieser Geschichte wäre so viel Spannung drin, wenn man nur die richtigen Knöpfe bedienen würde.

Obwohl die Autorin mich doch auf Kurs halten konnte und ich mich nicht durch dieses Buch gequält habe, fehlt mir doch dieses gewisse Etwas. Die Spannung, das Besondere - etwas, was dieses Buch ausmachen und unter anderen Büchern hervorheben würde.
Ich finde das persönlich schade, denn irgendwie mochte ich Skovs Art zu schreiben. Es machte Spaß, die Geschichte nach und nach zu verstehen, aber da ist definitiv viel Luft nach oben.

Ebenso war mir das Ende zu lasch und ich hatte noch viele Fragen, die nicht beantwortet wurden.

Alles in allem muss ich sagen, dass die Geschichte schon langsam verblasst in meinem Kopf. Mir tut es leid um die vielen verpassten Chancen, denn es hätte eine richtig gute Geschichte werden können, eine, die sich mit Agatha Christies 'Und dann gabs keines mehr' nahezu auf eine Stufe hätte stellen lassen können. So aber bleibt sie weit unter diesem Niveau.