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Dienstag, 16. Januar 2018

Rezension: 'Giftgrün' von Bettina Plecher

Bettina Plecher - Giftgrün
Kriminalroman // Rowohlt // 2013
294 Seiten // 9,99€ // Taschenbuch



Friedas erste richtige Stelle als Stationsärztin an einem Münchner Klinikum beginnt mit einem Paukenschlag: Schon am zweiten Tag ist ihr Doktorvater tot. Kolchizin-Vergiftung, stellt Friedas Mitbewohner, der Toxikologe Quast, schnell fest. Für die Klinikleitung ist der Fall damit geklärt – nicht das erste Mal, dass ein Hobbykoch beim Kräutersammeln im Englischen Garten Bärlauch mit der hochgiftigen Herbstzeitlose verwechselt hat. Doch Frieda und Quast hegen Zweifel. Und tatsächlich stellt sich heraus, dass der Tote selbst einige Leichen im Keller hatte – und dass Professor Naders Ableben mehr als einem Kollegen an der Eisbachklinik durchaus gelegen kommt ...




... So war's ...

Um ehrlich zu sein, das Cover hat mich ja ein bisschen vermuten lassen, das wäre so ein Krimi alá Kluftinger. Ist er aber gar nicht .
Im Gegenteil - er ist zwar durchaus amüsant, verkommt aber nicht zur Komik & ist nebenbei überwiegend gut durchdacht.

Spannend von der ersten bis fast zur letzten Seite empfand ich die Geschichte - die Auflösung des Falles kommt leider im Vergleich etwas lasch daher & hat mich etwas enttäuscht.
Hierbei fand ich, dass die Auflösung zu plötzlich und zu lustlos daherkam und irgendwie auch fast von allein, ohne das Zutun unserer Protagonisten, was ich irgendwie unnötig finde - das Ende wirkt einfach irgendwie dahingeschmiert und lässt bei mir noch Fragen offen.

Klasse fand ich die zwei Hauptfiguren, Quirin Quast und Frieda May, beides Ärzte in einer großen Klinik. Etwas unfreiwillig wohnen sie zusammen, arrangieren sich aber miteinander und manches Mal brizzelt es auch etwas zwischen den beiden. Hin und wieder verhalten sich die beiden kindisch & manchmal spielte mir Frau Plecher etwas zu sehr mit Klischees und Plattitüden. Kann man sich drübert aufregen, da dieses Buch aber keine hohe Literatur beansprucht, muss man sich nicht drübert aufregen.

Schön hätte ich es gefunden, wenn noch mehr der bayrische Dialekt seinen Weg ins Buch gefunden hätte. Das hätte das ganze etwas abgerundet.
Frau Plecher hat einen flüssigen Erzählstil, der einen zum Lesen antreibt, und festigte nebenbei das Bild, gerade im Krankenhaus, durch ein bisschen Fachwissen ab, ohne dabei aber zu schwadonieren. Das fand ich als sehr gelungen.

Wenn man also über die kleinen Makel hinweg sieht, hat man hier einen unterhaltsamen, leichten Krimi der Art Whodunit vorliegen & auch ich fühlte mich gut unterhalten.