Becky Albertalli - Simon vs. The Homo Sapiens Agenda
Roman // Balzer & Bray // 2015
17,99$ // 301 Seiten // Hardcover
Sixteen-year-old and not-so-openly gay Simon Spier prefers to save his drama for the school musical. But when an email falls into the wrong hands, his secret is at risk of being thrust into the spotlight. Now Simon is actually being blackmailed: If he doesn't play wingman for class clown Martin, his sexual identity will become everyone's business. Worse, the privacy of Blue, the pen name of the boy he's been emailing with, will be jeopardized.
With some messy dynamics emerging in his once tight-knit group of friends, and his email correspondence with Blue growing more flirtatious every day, Simon's junior year has suddenly gotten all kinds of complicated. Now, changeaverse Simon has to find a way to step out of his comfort zone before he's pushed out - without alienating his friends, compromising himself, or fumbling a shot at happiness with the most confusing, adorable guy he's never met.
... So war's ...
Simon, 16 Jahre alt und schwul, hat so ein E-Mail-Ding am Laufen mit einem Typen, der sich Blue nennt. Als wäre das nicht schon anstrengend genug, laufen einige andere Dinge ziemlich schief.
Simon lernt sich selbst besser kennen und womöglich besteht die Chance, dass er Blue doch in echt trifft, doch?
Das wohl meist gepriesene Buch der letzten zwei-drei Jahre. Und wahnsinnig umhypt. Bis auf wenige Ausnahmen lass ich von stark gehypten Büchern in der Regel die Finger oder lese sie erst, wenn der Hype schon längst vergessen ist & doch durfte dieses Buch schon recht früh auf meine Wunschliste wandern. Ich finde, dass es gute Literatur, die Homosexualität betreffen, viel zu wenig gibt.
Entschieden hab ich mich letztendlich für die englische Ausgabe - es gibt aber auch eine deutsche Übersetzung. Demnächst erscheint sogar die Verfilmung.
Ich gestehe, nach den ersten paar Seiten war ich mir nicht sicher, ob mir die Geschichte zusagt. Der Einstieg empfand ich ein bisschen als unglücklich und auch dieses E-Mail-Ding hat mich etwas abgeschreckt - ich bin da, glaub ich, einfach hoffnungslos altmodisch. Ich glaube nicht, dass man sich wirklich übers Internet verlieben kann und bisher hab ich das auch im Freundeskreis so nicht erlebt.
Aber schließlich fand ich Zugang zu Simon, denn ich mochte seine leicht-nerdige, humorvolle Art sehr.
Ich mochte, dass Simon einfach nur Durchschnitt war - das ist überhaupt nicht negativ gemeint, aber mal ganz ehrlich - wieviele Außenseiter und wieviele Superstars gibt es schon in einer Klasse? Genau - die meisten Schüler sind einfach wie ich und du. Mit ihren Eigenarten und Macken. Mit einer normalen Familie, die sich umeinander kümmert. Mit einer, vielleicht auch zwei Handvoll Freunden, von denen vielleicht ein bis zwei die besten Freunde sind. In vielen Punkte konnte ich mich sehr mit Simon identifizieren und das mochte ich.
Ich mochte auch, das alles etwas ruhiger von statten ging. Albertalli lässt sich Zeit beim Erzählen und streut immer mal wieder Hinweise ein zu Blue - manchmal hab ich ernsthaft versucht herauszufinden, wer Blue ist - es ist mir nicht gelungen. Kurz vor Schluss hätte ich mir ein bisschen mehr Power gewünscht, da hat mich dann mal kurz genervt, dass Blue sich so ziert.
Was mir ebenso gefiel, waren die Anspielungen auf z.B. Harry Potter.
Große Punkte der allgemeinen Diskussion waren ja, ob es wirklich funktioniert, dass Albertalli, ihres Zeichen eine Frau, sich in einen schwulen Jugendlichen reinversetzen kann. Ob man als Hetero-Frau wirklich über männliche Homosexualität schreiben kann.
Nun, ich bin zwar auch eine Frau und kann das daher nur aus diesem Aspekt beurteilen, aber ich finde, sie hat ihre Sache gut gemacht. Sehr gediegen, so wie sich das für die amerikanische Mittelschicht gehört.
Überhaupt finde ich dieses Diskussion eigentlich etwas... blöd. Bei anderen Autoren wurde ja auch nicht in Frage gestellt, ob sie sich ins andere Geschlecht reinversetzen können und ob sie als heterosexueller Mensch nachvollziehen können, was ein homosexueller Mensch fühlt.
Ich finde - ja, man kann das nachvollziehen. Schließlich ist jeder auch Mensch und Liebe ist immer das gleiche, starke Gefühl - ich weiß, dass es da keinen Unterschied bei diesem Gefühl gibt, egal, ob der Gegenüber ein Mann oder eine Frau (*) ist.
(* Natürlich spreche ich hier ALLE an, auch wenn ich mich in der Nennung auf männlich und weiblich sowie Homosexualität beschränke.)
