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Samstag, 7. April 2018

Rezension: 'Totenfang' von Simon Beckett

Simon Beckett - Totenfang
Thriller // rororo // 2017
556 Seiten // 10,99€ // Taschenbuch


Hunter is Back!
Leo Villiers ist spurlos verschwunden. Der Spross der einflussreichen Familie soll eine Affäre mit einer verheirateten Frau gehabt haben - und wird verdächtigt, sie und sich selbst umgebracht zu haben. Als man an einer Flussmündung eine stark verweste Männerleiche findet, scheinen die Vermutungen bestätigt. Doch dem forensischen Anthropologen David Hunter kommen Zweifel. Denn tags darauf treibt ein einzelner Fuß im Wasser, der definitiv zu einer anderen Leiche gehört. Während seiner Nachforschungen kommt Hunter in einem abgeschiedenen Bootshaus der Familie Trask unter, die ihm mit unverhohlener Feindseligkeit begegnet. Und sie scheinen nicht die Einzigen im Ort zu sein, die etwas zu verbergen haben.


... So war's ...

Sehnsüchtig erwartet und dann doch etwas abgeschreckt von den negativen Rezensionen wagte ich mich erst jetzt an das Buch.
Ja, es stimmt. Das Buch ist nicht zu vergleichen mit seinen Vorgängern. Und ja, es hat seine Längen.
Aber... es ist nicht so schlecht. Ich mochte die Geschichte an und für sich gerne.

Hunter wird zu einer verwesten Leiche gerufen, die in den Backwaters gefunden wurde - während alle davon ausgehen, dass sich dabei um Leo Villiers handelt, ist sich Hunter da nicht so sicher. Zumindest scheint ihm nicht alles koscher zu sein.
Nach einer unangenehmen Begegnung mit dem englischen Regen und damit verbundenen mit einem unfreiwilligen Bad kommt er bei den Trasks unter - ausgerechnet der Familie, die sicher nichts dagegen hat, Villiers tot zu sehen. Schließlich gilt Villiers dafür verantwortlich, Trasks Ehefrau Emma Darby umgebracht zu haben und irgendwo verschwinden lassen zu haben.
Hunter beginnt auf eigene Faust zu ermitteln und sticht damit wahrlich in ein Wespennest. Sind Trasks wirklich schuldig? Ist Villiers an Emmas Tod schuldig? Was ist eigentlich mit Leos Vater?

Sehr gelungen fand ich die Kulisse - zum einen in den Backwaters, eine verschlungene Flusswelt & der dort wohnenden Familie Trask. Zum anderen die Szenerie auf dem Meer mit den Maunsell Sea Forts. Das hat mir wahnsinnig zugesagt. Aber auch sonst hatte Beckett ein Händchen für die Kulisse und die Szenerie in diesem Buch.

Anfangs fand ich die Geschichte etwas schleppend, ja, gemächlich - ich wusste nicht so recht, wo mich die Reise hinführen soll. Doch dann nimmt die Geschichte langsam Fahrt auf, kommt immer wieder mit neuen Wendungen um die Ecke und hält so die Spannung am Laufen.
Es ist ein langer Weg, bis klar ist, wer der Täter ist und der hat mich durchaus überrascht, aber es bleibt wie gesagt spannend. Überhaupt fand ich die ganze Geschichte gut durchdacht, sie hat im Grunde bis aufs i-Tüpfelchen gestimmt. 
In zwei Dingen schwächelt die Geschichte:
Mit dem Ende war ich nicht ganz glücklich, obwohl es schlüssig war, aber das ist eine persönliche Sache.
Und sie ist gut und sie ist spannend, aber eben nicht ganz so gut, wie ich die ersten Bücher um Hunter fand.

Letztendlich ist das Buch für die lange Durststrecke, die wir seit dem letzten Hunter-Buch hatten, aber absolut ein Durstlöscher und hat definitiv eine Tatsache ganz klar bewiesen:  Hunter is back!