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Samstag, 21. Oktober 2017

Rezension: 'Todesreigen' von Andreas Gruber

Andreas Gruber - Todesreigen
Thriller // Goldmann
572 Seiten // 9,99€
* Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Goldmann-Verlag zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!



Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen haben, wird Sabine Nemez – Kommissarin und Ausbilderin beim BKA – misstrauisch. Vieles weist auf eine jahrzehntealte Verschwörung und deren von Rache getriebenes Opfer hin. Sabine bittet ihren ehemaligen Kollegen, den vom Dienst suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder, um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der dringenden Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfüllten Mörder in die Quere kommt, sondern auch seinen einstigen Freunden und Kollegen, die alles tun würden, um die Sünden ihrer Vergangenheit endgültig auzulöschen ...




... So war's ...


Nach dem etwas enttäuschenden dritten Band um Sabine Nemez und Maarten Sneijder (Verzeihung, ich meinte natürlich, Maarten S. Sneijder), hat es Andreas Gruber mit diesem 4. Band geschafft, wieder zur Höchstform aufzulaufen! 
Es gibt eine merkwürdige Anhäufung von Selbstmorden und vermeintlichen Unfallopfern bei Sabine Nemez Kollegen. Sie fängt an sich danach zu erkundigen, wird auch einem Fall zugeteilt, als ihr noch mehr Merkwürdigkeiten auffallen, wird sie skeptisch und beginnt richtig zu ermitteln, wenn ihr auch permanent Steine in den Weg gelegt werden. Es zeigt sich, dass die vermeintlich Guten nicht immer die Guten sind und die Bösen nicht ausschließlich böse sind. 
In diesem Fall ist vieles mehr Schein als Sein und Korruption ist ein großes Thema.

Bereits im Prolog geht es los mit der Spannung und die reißt auch das gesamte Buch über nicht ab, im Gegenteil, die Spannung steigt sogar immer weiter an und man kann das Buch kaum zur Seite legen. Dabei - und das muss ich wirklich mal sagen - wirkt die Spannung aber keinesfalls erzwungen, sondern eins ergibt sich aus dem anderen.
Gruber hat einen sehr flüssigen Schreibstil in diesem Buch und das ist auch, was die Spannung mitaufrechthält. Der Krimi ist sehr komplex gehalten, man wird gleich zu Beginn mit einer Vielzahl an Personen überhäuft, was mich persönlich nicht störte, weil die Charaktere sich doch recht von einander abheben. 
Interessant fand ich dabei die Zeitsprünge, die Gruber eingebaut hat, anfangs war ich zwar noch etwas skeptisch, schließlich aber doch überzeugt davon, sprang ich gemeinsam mit den Charakteren zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin un her. Bei den Vergangenheitsrückblenden handelt es sich um Rückblicke von ein paar Tage bis zu 20 Jahren. Man sieht also, der Grundstein für diesen Fall wurde bereits vor langer Zeit gelegt. 
Sehr gelungen war, wie Gruber die Grenzen verschleiert hat. Ist der, der der vermeintlich Gutes tut, tatsächlich gut? Ich habe hier auch ein Wechselbad der Gefühle erlebt, weil ich nicht wusste, wie ich manches empfinden soll. Es zeigt sich einmal mehr, dass eben nicht alles ausschließlich schwarz und weiß ist, sondern es viele Grauzonen gibt.

Dieses Buch ist wahrlich rasant erzählt und erhält von mir sämtliche Daumen nach oben.
Einziger Kritikpunkt: Nemez ist mir am Schluss etwas zu ausdauernd, zu Übermensch - aber andererseits angesichts des ansonsten perfekten Krimis ist das eigentlich nicht der Rede wert.

Alle Sneijder-Fans - eine unbedingte Leseempfehlung!!!
Und für alle Krimi-Liebhaber (und die, die es noch werden wollen), die bis dato noch nicht mit Maarten S. Sneijder in Berührung gekommen sind - lest unbedingt die Reihe! Es lohnt sich wahrlich!

Mittwoch, 24. August 2016

Rezension: 'Todesmärchen' von Andreas Gruber

Andreas Gruber - Todesmärchen
Thriller // Goldmann
540 Seiten // 9,99€
*Dieses Buch wurde mir vom Goldmann-Verlag zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür!




Und wenn sie nicht gestorben sind...
In Bern wird die kunstvoll drapierte Leiche einer Frau gefunden, in deren Haut der Mörder ein geheimnisvolles Zeichen geritzt hat. Sie bleibt nicht sein einziges Opfer. Der niederländische Profiler Maarten S. Sneidjer und die BKA-Kommissarin Sabine Nemez lassen sich auf eine blutige Schnitzeljagd ein - doch der Killer ist ihnen immer einen Schritt voraus. Währenddessen trifft die junge Psychologin Hannah in einem Gefängnis für geistig abnorme Rechtsbrecher auf Piet van Loon. Der wurde einst von Sneidjer hinter Gitter gebracht. Und wird jetzt zur Schlüsselfigur in einem teuflischen Spiel...








... So war's ...

Vorneweg - ich bin ein großer Fan von dem Ermittlerpaar Sneidjer und Nemez, die beiden ersten Bände von ihnen hab ich nur so verschlungen und habe außerdem sehnsüchtig auf diesen dritten Band gewartet. Andreas Gruber hat seine Sache bisher gut gemacht und hat mich voll in seinen Fängen.

Und dann bekam ich diesen Band.
Voller Neugierde und Spannung begann ich zu lesen. Die beiden Ermittler werden unfreiwillig als Team eingeteilt und zu einem in Bern geschehenen Mord geschickt. Gruber verknüpft hier von Anfang die Stränge ohne dem Leser zuviel zu verraten, führt den Leser auf falsche Fährten. Es werden nach und nach die Morde miteinander verbunden, ohne das man genau ahnt, was die Ursache der Gemeinsamkeit ist.
Als zunächst zweiten Hauptstrang erzählt Gruber die Geschichte der jungen Psychologin Hannah, die sich Arbeit in einem Gefängnis gesucht hat - nicht ohne Hintergrundgedanken.
Es ist klar, dass die beiden Geschichten in eine große Geschichte verlaufen - aber wie sie es tun? Hammerhart.
 Das Grundgerüst und die Plotidee sind Bombe und auch die detailreiche Ausarbeitung, die Gruber geleistet hat, ist schlüssig und greift ineinander. Er hat volle Lotte auf die Spannungsdüse gedrückt und auch dabei Intelligenz walten lassen. So wie ich das mag. Eigentlich.

Und doch... bin ich irgendwie enttäuscht. Dieser Band liest sich nicht so flüssig wie die anderen beiden Bände; ich habe wirklich lange gebraucht, obwohl es spannend war und obwohl die bekannten Charaktere sich nur geringfügig verändert haben (verändern müssen sie sich ja auch) und wieder hervorragend ausgearbeitet sind, ebenso die neuen Charaktere. Obwohl das Buch eigentlich eine Super-Story verbirgt und sich sehen lassen kann.
Was mich gehindert hat, kann ich nicht genau sagen - leider muss ich aber sagen, dass vom rein subjektiven Gefühl her, das hier für mich der schwächste Band der (vorläufigen) Triologie ist.

Das tut meiner Liebe zu Andreas Grubers Ermittler aber keinen Abbruch, jeder hat eben mal schlechte Tage. Und das Buch kann sich trotz allem sehen lassen und verspricht einige spannende Stunden!