Andreas Gruber - Todesreigen
Thriller // Goldmann
572 Seiten // 9,99€
* Dieses Buch wurde mir freundlicherweise vom Goldmann-Verlag zur Verfügung gestellt - vielen Dank dafür!
Nachdem eine Reihe von Kollegen auf brutale Art Selbstmord begangen haben, wird Sabine Nemez – Kommissarin und Ausbilderin beim BKA – misstrauisch. Vieles weist auf eine jahrzehntealte Verschwörung und deren von Rache getriebenes Opfer hin. Sabine bittet ihren ehemaligen Kollegen, den vom Dienst suspendierten Profiler Maarten S. Sneijder, um Hilfe. Doch der verweigert die Zusammenarbeit, mit der dringenden Warnung, die Finger von dem Fall zu lassen. Dann verschwindet Sabine spurlos, und Sneijder greift selbst ein. Womit er nicht nur einem hasserfüllten Mörder in die Quere kommt, sondern auch seinen einstigen Freunden und Kollegen, die alles tun würden, um die Sünden ihrer Vergangenheit endgültig auzulöschen ...
... So war's ...
Nach dem etwas enttäuschenden dritten Band um Sabine Nemez und Maarten Sneijder (Verzeihung, ich meinte natürlich, Maarten S. Sneijder), hat es Andreas Gruber mit diesem 4. Band geschafft, wieder zur Höchstform aufzulaufen!
Es gibt eine merkwürdige Anhäufung von Selbstmorden und vermeintlichen Unfallopfern bei Sabine Nemez Kollegen. Sie fängt an sich danach zu erkundigen, wird auch einem Fall zugeteilt, als ihr noch mehr Merkwürdigkeiten auffallen, wird sie skeptisch und beginnt richtig zu ermitteln, wenn ihr auch permanent Steine in den Weg gelegt werden. Es zeigt sich, dass die vermeintlich Guten nicht immer die Guten sind und die Bösen nicht ausschließlich böse sind.
In diesem Fall ist vieles mehr Schein als Sein und Korruption ist ein großes Thema.
Bereits im Prolog geht es los mit der Spannung und die reißt auch das gesamte Buch über nicht ab, im Gegenteil, die Spannung steigt sogar immer weiter an und man kann das Buch kaum zur Seite legen. Dabei - und das muss ich wirklich mal sagen - wirkt die Spannung aber keinesfalls erzwungen, sondern eins ergibt sich aus dem anderen.
Gruber hat einen sehr flüssigen Schreibstil in diesem Buch und das ist auch, was die Spannung mitaufrechthält. Der Krimi ist sehr komplex gehalten, man wird gleich zu Beginn mit einer Vielzahl an Personen überhäuft, was mich persönlich nicht störte, weil die Charaktere sich doch recht von einander abheben.
Interessant fand ich dabei die Zeitsprünge, die Gruber eingebaut hat, anfangs war ich zwar noch etwas skeptisch, schließlich aber doch überzeugt davon, sprang ich gemeinsam mit den Charakteren zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin un her. Bei den Vergangenheitsrückblenden handelt es sich um Rückblicke von ein paar Tage bis zu 20 Jahren. Man sieht also, der Grundstein für diesen Fall wurde bereits vor langer Zeit gelegt.
Sehr gelungen war, wie Gruber die Grenzen verschleiert hat. Ist der, der der vermeintlich Gutes tut, tatsächlich gut? Ich habe hier auch ein Wechselbad der Gefühle erlebt, weil ich nicht wusste, wie ich manches empfinden soll. Es zeigt sich einmal mehr, dass eben nicht alles ausschließlich schwarz und weiß ist, sondern es viele Grauzonen gibt.
Dieses Buch ist wahrlich rasant erzählt und erhält von mir sämtliche Daumen nach oben.
Einziger Kritikpunkt: Nemez ist mir am Schluss etwas zu ausdauernd, zu Übermensch - aber andererseits angesichts des ansonsten perfekten Krimis ist das eigentlich nicht der Rede wert.
Alle Sneijder-Fans - eine unbedingte Leseempfehlung!!!
Und für alle Krimi-Liebhaber (und die, die es noch werden wollen), die bis dato noch nicht mit Maarten S. Sneijder in Berührung gekommen sind - lest unbedingt die Reihe! Es lohnt sich wahrlich!

