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Freitag, 16. März 2018

Kurzrezension: 'Karwoche' von Andreas Föhr

Andreas Föhr - Karwoche
Kriminalroman // Knaur* // 2013
414 Seiten // 9,99€ // Taschenbuch





Autorennen am Achenpass: Mit 150 km/h rauschen Polizei­obermeister Kreuthner und sein Spezl Kilian Raubert den Pass Richtung Tegernsee hinab. Bei einem halsbrecherischen Überholmanöver fegt Kreuthner fast ein entgegenkommendes Auto von der Straße – am Steuer ausgerechnet sein Chef, Kommissar Wallner. Kreuthner versucht, die Wettfahrt als dienstliche Aktion zu tarnen, und führt spontan eine Straßenkontrolle durch. Dabei bietet sich den Polizisten ein schockierendes Bild: Im Laderaum von Rauberts Lkw kniet eine Tote, das Gesicht zu einer grotesken Fratze verzerrt …
Band 3 der Wallner & Kreuthner-Reihe

 

 

 

... So war's ...


Weil der letzte Wallner & Kreuthner-Band Lust auf mehr gemacht hat, hab ich gleich noch zu Band 3 gegriffen.
Dieser Band hat mir auch von der Geschichte her & vom Fall her definitiv mehr zugesagt.
Insbesondere Kreuthner fand ich in dieser Geschichte richtig klasse: ich mag, dass er um keine Ausrede verlegen ist. Dieses Slap-Stickhafte von Kreuthner wechselt sich in der richtigen Dosis mit der Ernsthaftigkeit durch Wallner & des Ermittleralltags ab und macht so richtig Spaß zum Lesen. Föhr findet hier das richtige Maß und das ist, was ihn in meinen Augen zu einem guten Autor macht.
Dieses Buch wartet mit einem gut durchdachten Plot sowie vielen Wendungen auf und birgt Spannung von der ersten bis zu letzten Seite. Das Finale ist nochmals so richtig spannend, obwohl man den Täter erahnen kann.
Einzig ein Punkt hab ich zu kritisieren: Manfred, Wallners Opa, hat wieder eine ähnliche Geschichte wie bereits in Schafkopf bekommen, ohne das beide aufgeklärt wurden - ich hoffe, dass das in Band 4 sich endlich auflöst, sonst wirds langweilig. 

Man merkt einmal mehr, dass Föhr ein talentierter Geschichtenerzähler ist und legt mit diesem dritten Band auf jeden Fall die Messlatte wieder ein Stück höher. Ich finds klasse, wie sich Föhr auch immer wieder selbst herausfordert.


Donnerstag, 15. März 2018

Kurzrezension: 'Schafkopf' von Andreas Föhr

Andreas Föhr - Schafkopf
Kriminalroman // Knaur* // 2012
448 Seiten // 9,99€ // Taschenbuch



Polizeiobermeister Kreuthner hat sich in einer durchzechten Nacht auf eine unselige Wette eingelassen: Er muss das Polizeisportabzeichen machen! Um seinen alkoholgeschwängerten Körper vorzubereiten, joggt er nun – noch nicht ganz ausgenüchtert – auf den Riederstein. Als er dem Kreislaufkollaps nahe am Gipfel ankommt, wird dem Bergwanderer neben ihm der Kopf weggeschossen. Kommissar Wallner und sein Team stoßen bei ihren Ermittlungen auf einen geheimnisvollen Vorfall, der zwei Jahre zurück liegt. Ein weiterer Mord geschieht, und allmählich laufen die Fäden an jenem Juniabend zusammen, an dem eine legendäre Runde Schafkopf gespielt wurde …

Band 2 der Wallner & Kreuthner-Reihe

 

 

... So war's ...


Das war mal wieder ein guter Krimi, wobei ich von Vornerein sagen muss, dass er im Vergleich zu anderen bereits gelesenen Wallner & Kreuthner - Büchern von Andreas Föhr eher etwas schwach erscheint.
Das lag in meinen Augen daran, weil die Geschichte etwas konstruiert wirkte - hier und da wurde etwas zu viel gewollt und manchmal hatte ich auch ein bisschen Probleme mit den Protagonisten - die waren nicht alle sympathisch und manche konnte ich überhaupt nicht verstehen. Desweiteren sagte mir auch die Thematik nicht immer so zu. 
Ein paar Fehler sind mir außerdem aufgefallen, allerdings fallen die nicht dramatisch ins Gewicht & ich kann sie getrost verschmerzen.
Trotz dieser zwei Kritikpunkte hat Föhr aber durchaus eine solide Geschichte aufgebaut & hatte einen ordentlichen Spannungsbogen aufgebaut, der einen durchgehend bei Laune hält. An diesen Krimis mag ich besonders Kreuthner sehr gern, der bringt die nötige Abwechslung zu dem ernsthaften Kriminaler-Alltag. Kreuthner hat es nämlich faustdick hinter den bayrischen Ohren. Aber überhaupt mag ich den Blick in das bayrische Dorfleben.
Auch wenn man nach einer Weile ahnen kann, wer der Täter ist, fand ich das Ende sehr gelungen.

 'Schafkopf' ist ein leicht zu lesender Krimi, welcher bayrisches Lokalkolorit excellent rüber bringt, er hat seine Schwächen, macht aber dennoch Spaß und Lust auf mehr.


Donnerstag, 16. November 2017

Rezension: 'Schwarzwasser' von Andreas Föhr

Andreas Föhr - Schwarzwasser
Kriminalroman // Knaur*
391 Seiten // 14,99€




In einer Winternacht wird Klaus Wartberg erschossen. Der Sechzigjährige lebte in einem abgelegenen Haus und galt als unzugänglich und menschenscheu.
Am Tatort verhaften Kommissar Wallner und seine Leute eine verstörte junge Frau. Hat sie Wartberg ermordet? Auch der Tote selbst gibt den Ermittlern Rätsel auf: Denn einen Klaus Wartberg hat es nie gegeben seine Papiere sind gut gemachte Fälschungen, der Lebenslauf ist frei erfunden, Freunde oder Familie gibt es nicht. Wer also ist der Tote? Und warum musste er eine andere Identität annehmen?

Band 7 der Wallner- & Kreuthner-Reihe





... So war's ...


Kreuthner hat's faustdick hinter den Ohren. Diesmal ist er ohne Führerschein unterwegs und braucht so Manfred, den Vater von Wallner, als Fahrer - der sieht zwar nichts mehr, hat aber immerhin noch den Lappen. Außerdem ist Kreuthner endlich der Hundsgeigerin näher gekommen, die gerne mit zu ihm nach Hause möchte - allerdings malt sie sich ein großes Haus mit vielen Büchern und keinen Mängel aus. Kreuthner hat zwar ein Haus, aber das ist klein und sehr angeranzt und Bücher findet man auch eher keine drin. Doch Kreuthner ist ja nicht doof - er nimmt einfach das Haus vom Wartberg, der ist ja nicht zuhause.
Doch - ist er. Allerdings mausetot - und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Den Erzählstil von Föhr mag ich inzwischen gern, ich erinnere mich noch, dass ich beim ersten Buch nicht so überzeugt war, aber dass ist inzwischen 8 Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe und ich meine mich zu erinnern, dass Kreuthner damals eher eine Randfigur war und daran mags vielleicht auch gelegen haben. Kreuthner ist meiner Meinung nach eindeutig die stärkste Figur in der Reihe und auch wieder in diesem Buch.
Nun hab ich ja die Bücher nicht alle gelesen und schon gar nicht in der richtigen Reihenfolge, aber das fand ich jetzt nicht hinderlich, weil die wichtigsten Sachen in den Büchern nochmals kurz angesprochen werden - so zum Beispiel die Situation mit Wallners Schwester, es war zwar nicht super ausführlich, aber das notwendigste wird erwähnt.

Der Krimi war sehr spannend aufgebaut, man tappt eine Weile im Dunkeln und ehrlich gesagt hatte ich mit dieser Auflösung nicht gerechnet. Föhr hält die Spannung im richtigen Maße aufrecht, verliert sich nicht in Privaterzählereien über die Ermittler, obwohl man trotzdem die wichtigsten Dinge über das Privatleben der Ermittler weiß, und schreibt in herrlichem Dialekt (zumindest, wenn der Kreuthner spricht). Das mag ich sowieso sehr.

Der Krimi spricht sowohl meine humoristische Seite (das eher durch Kreuthner) an, sowie auch meine - Achtung, jetzt kommt's - intellektuelle & ernste Seite (dies dann eher durch Wallner) - der Krimi hat also komödiantische Einwürfe, ohne dabei aber die Logik und die Ernsthaftigkeit zu verlieren - das kann er wirklich gut, der Herr Föhr. Chapeau!

Alles in allem ein wirklich zu empfehlender Krimi über die Miesbacher Ermittler. Kreuthner und Wallner sind zwar sehr unterschiedlich, harmonieren aber trotzdem perfekt zusammen. Das gibt dem Krimi die richtige Würze!

Dienstag, 10. Januar 2017

Kurzrezension: 'Wolfsschlucht' von Andreas Föhr

Andreas Föhr - Wolfsschlucht
Kriminalroman // knaur*
394 Seiten // 14,99 €



Ende April am Tegernsee: Kommissar Clemens Wallner ermittelt in gleich zwei mysteriösen Fällen: Ein Bestattungsunternehmer versinkt mitsamt seinem Leichenwagen in der Mangfall, während gleichzeitig eine junge Frau verschwindet. Ihr Wagen wird kurz darauf im Gebirge gefunden – aufgespießt von einem Maibaum. Im Lauf der Ermittlungen stellt sich heraus, dass beide Ereignisse auf eigenartige Weise zusammenhängen – und dass bei beiden Wallners anarcho-bayerischer Kollege Leonhardt Kreuthner seine Finger im Spiel hat, dem diesmal ein genialer Plan für einen Maibaumklau aus dem Ruder gelaufen ist.





... In ein paar Sätzen ...


Andreas Föhr hat mit 'Wolfsschlucht' bereits seinen 6. Band um Kommissar Wallner und seine Kollegen Kreuthner und Co. herausgebracht. Ich habe damals den 1. Band gelesen und fand ihn okay, aber nicht so überragend, dass er im Kopf blieb. Als ich dieses Buch anfing zu lesen, war mir das gar nicht so bewusst.
Aber - obwohl ich vier Bände zwischen drin nicht gelesen habe, bin ich sofort in den 6. Band reingekommen, es waren ein paar kurze Insider drin, die aber nicht störten und teilweise sogar nochmals erklärt wurden.
Der Krimi war spannend, aber auch gemütlich und typisch bayrisch geschrieben. Ich hab mich wohl gefühlt, weil er so irgendwie gerade durch die Maibaum-Geschichte mich so an mein Heimatdorf erinnerte. Die Szenerie wurde sehr eindrucksvoll beschrieben und auch die einzelnen Kapitel endeten zwar mit Cliffhanger, wurden aber im nächsten Kapitel aufgelöst, so dass man zwar dran blieb, aber auch nicht den Überblick verlor. Gerade Charaktermäßig sind zwar ein paar eher flach geblieben, einfach weil sie Randfiguren waren, aber im Wesentlichen kamen bei mir die Charaktere gut an.
Mit 'Wolfsschlucht' ist Föhr einen unterhaltsamen, teils humorvollen, teils ernsten Krimi geschrieben. 'Wolfsschlucht' hat mir richtig Spaß gemacht und ich werde mir sicherlich auch die anderen verbliebenen Bände noch einverleiben.