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Donnerstag, 16. November 2017

Rezension: 'Schwarzwasser' von Andreas Föhr

Andreas Föhr - Schwarzwasser
Kriminalroman // Knaur*
391 Seiten // 14,99€




In einer Winternacht wird Klaus Wartberg erschossen. Der Sechzigjährige lebte in einem abgelegenen Haus und galt als unzugänglich und menschenscheu.
Am Tatort verhaften Kommissar Wallner und seine Leute eine verstörte junge Frau. Hat sie Wartberg ermordet? Auch der Tote selbst gibt den Ermittlern Rätsel auf: Denn einen Klaus Wartberg hat es nie gegeben seine Papiere sind gut gemachte Fälschungen, der Lebenslauf ist frei erfunden, Freunde oder Familie gibt es nicht. Wer also ist der Tote? Und warum musste er eine andere Identität annehmen?

Band 7 der Wallner- & Kreuthner-Reihe





... So war's ...


Kreuthner hat's faustdick hinter den Ohren. Diesmal ist er ohne Führerschein unterwegs und braucht so Manfred, den Vater von Wallner, als Fahrer - der sieht zwar nichts mehr, hat aber immerhin noch den Lappen. Außerdem ist Kreuthner endlich der Hundsgeigerin näher gekommen, die gerne mit zu ihm nach Hause möchte - allerdings malt sie sich ein großes Haus mit vielen Büchern und keinen Mängel aus. Kreuthner hat zwar ein Haus, aber das ist klein und sehr angeranzt und Bücher findet man auch eher keine drin. Doch Kreuthner ist ja nicht doof - er nimmt einfach das Haus vom Wartberg, der ist ja nicht zuhause.
Doch - ist er. Allerdings mausetot - und so nimmt die Geschichte ihren Lauf.

Den Erzählstil von Föhr mag ich inzwischen gern, ich erinnere mich noch, dass ich beim ersten Buch nicht so überzeugt war, aber dass ist inzwischen 8 Jahre her, dass ich das Buch gelesen habe und ich meine mich zu erinnern, dass Kreuthner damals eher eine Randfigur war und daran mags vielleicht auch gelegen haben. Kreuthner ist meiner Meinung nach eindeutig die stärkste Figur in der Reihe und auch wieder in diesem Buch.
Nun hab ich ja die Bücher nicht alle gelesen und schon gar nicht in der richtigen Reihenfolge, aber das fand ich jetzt nicht hinderlich, weil die wichtigsten Sachen in den Büchern nochmals kurz angesprochen werden - so zum Beispiel die Situation mit Wallners Schwester, es war zwar nicht super ausführlich, aber das notwendigste wird erwähnt.

Der Krimi war sehr spannend aufgebaut, man tappt eine Weile im Dunkeln und ehrlich gesagt hatte ich mit dieser Auflösung nicht gerechnet. Föhr hält die Spannung im richtigen Maße aufrecht, verliert sich nicht in Privaterzählereien über die Ermittler, obwohl man trotzdem die wichtigsten Dinge über das Privatleben der Ermittler weiß, und schreibt in herrlichem Dialekt (zumindest, wenn der Kreuthner spricht). Das mag ich sowieso sehr.

Der Krimi spricht sowohl meine humoristische Seite (das eher durch Kreuthner) an, sowie auch meine - Achtung, jetzt kommt's - intellektuelle & ernste Seite (dies dann eher durch Wallner) - der Krimi hat also komödiantische Einwürfe, ohne dabei aber die Logik und die Ernsthaftigkeit zu verlieren - das kann er wirklich gut, der Herr Föhr. Chapeau!

Alles in allem ein wirklich zu empfehlender Krimi über die Miesbacher Ermittler. Kreuthner und Wallner sind zwar sehr unterschiedlich, harmonieren aber trotzdem perfekt zusammen. Das gibt dem Krimi die richtige Würze!