Walter Moers - Rumo & Die Wunder im Dunkeln
Roman // Piper // 2004
693 Seiten // 12,95 € // Taschenbuch
Selbst die größten Helden haben klein angefangen.
Rumo – der Wolpertinger aus Walter Moers’ Bestseller »Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär« – macht sich selbstständig und geht seinen Weg: Wie er kämpfen und lieben lernt, Feinde besiegt, Freunde gewinnt und das Böse kennenlernt und wie er schließlich auszieht, um das größte Abenteuer seines Lebens zu bestehen, davon erzählt das bislang spannendste, ergreifendste und komischste Werk von Walter Moers.
»Es gibt Wunder, die müssen im Dunkeln geschehen« -Professor Doktor Abdul Nachtigaller
... So war's ...
Rumo ist ein Wolpertinger, und zwar einer von der Sorte, die sogar auf zwei Beinen gehen und sprechen können. Zunächst weiß Rumo noch nicht viel und ehe er zeigen kann, was er kann, werden er und seine Familie (die aus Fhernhachen besteht) auf die Teufelsfelsen verschleppt. Und unter uns gesagt, die Teufelszyklopen, die dort leben, sind meiner Meinung nach die niederträchtigste Form von Kreatur, die es in Zamonien gibt.
Wie auch immer, auf den Teufelsfelsen trifft er Volzotan Smeik, eine Haifischmade, die zwar, wie alle Haifischmaden wohl, grundsätzlich egoistisch ist und auch gern gut lebt, aber gewissermaßen ein gutes Herz hat. Dumm ist Volzotan Smeik auch nicht - und so schaffen sie es, nicht als Zyklopenfutter zu enden.
Nachdem die beiden dem Teufelsfelsen entkommen, gehen sie ein Stück gemeinsam, ehe sich ihre Wege trennen. Schließlich ist Rumo auf der Suche nach dem silbernen Faden.
Rumo kommt nach Umwegen in der Wolpertingerstadt 'Wolperting' an und findet zum einen heraus, warum er dort gelandet ist und was man so in der Zivilisation treibt. Hier findet er auch seinen silbernen Faden.Er lernt lesen, schreiben, findet einen Job und einen Freund, außerdem lernt er, wie man richtig kämpft.
Doch plötzlich, nachdem Rumo ausgezogen war, eine Holzschatulle aus Nurnenholz für seinen silbernen Faden zu besorgen, findet er ganz Wolperting leer vor und sogar der Grund, warum er in Wolperting gelandet ist, ist verschwunden. Rumo geht der Sache auf den Grund und lernt dabei die Wunder im Dunkeln kennen..
'Rumo & Die Wunder im Dunkeln' ist ein großartiges Buch.
Zamonien, und so auch wieder 'Rumo & Die Wunder im Dunkeln,' ist eine Welt voller Fantasie, voller außergewöhnlicher Wesen und unglaublichen Geschichten. Moers hat ein wahnsinniges Gespür für fesselnde Erzählungen und faszinierenden Charakteren. So sind beides Faktoren, die einen in diese Geschichte eintauchen lassen und einen auch nicht mehr loslassen.
Moers baut interessante Handlungsstränge ein, hat sehr interessante und spannenden Wendungen drin und man mag das Buch nicht weglegen. Auch nach mehrmaligem Konsum dieses Buches knabbere ich während dem Lesen immernoch an meinen Fingernägeln vor Aufregung.
Zwar hat das Buch seine kleinen Schwächen, wie z.B. als Rumo nach Wolperting kommt und sich in meinen Augen in manchen Sachen unglaublich und übertrieben doof anstellt. Da geht er mir für eine Weile mal ganz schön auf die Nerven.
Aber im gesamten Gesehen ist dieses Buch großartig. Sehr brutal, sehr blutig, aber großartig.
Dem ein oder anderen Leser könnte dieses Buch zu brutal sein - und das ist absolut verständlich. Moers geht nicht ziemperlich mit den Beschreibungen um - Folter und Gewalt liegt an der Tagesordnung. Ohne würde dieses Buch aber auch nicht funktionieren.
In diesem Buch kommt mein liebstes Zitat von Moers vor: 'Lest, soviel ihr könnt! Lest Straßenschilder und Speisekarten, lest die Anschläge am Bürgermeisteramt, lest von mir aus Schundliteratur - aber lest! Lest! Sonst seit ihr verloren!'
In diesem Sinne also:
Lest! Lest dieses Buch, sonst seit ihr verloren!




