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Freitag, 13. April 2018

Rezension: 'Rumo & Die Wunder im Dunkeln' von Walter Moers

Walter Moers - Rumo & Die Wunder im Dunkeln
Roman // Piper // 2004
693 Seiten // 12,95 € // Taschenbuch


Selbst die größten Helden haben klein angefangen.

Rumo – der Wolpertinger aus Walter Moers’ Bestseller »Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär« – macht sich selbstständig und geht seinen Weg: Wie er kämpfen und lieben lernt, Feinde besiegt, Freunde gewinnt und das Böse kennenlernt und wie er schließlich auszieht, um das größte Abenteuer seines Lebens zu bestehen, davon erzählt das bislang spannendste, ergreifendste und komischste Werk von Walter Moers.

 »Es gibt Wunder, die müssen im Dunkeln geschehen« -Professor Doktor Abdul Nachtigaller




... So war's ...

Warum mal nicht von einem Reread eine Rezension schreiben? 'Rumo & Die Wunder im Dunkeln' hab ich schon oft gelesen, wie überhaupt alle Bücher von Walter Moers.

Rumo ist ein Wolpertinger, und zwar einer von der Sorte, die sogar auf zwei Beinen gehen und sprechen können. Zunächst weiß Rumo noch nicht viel und ehe er zeigen kann, was er kann, werden er und seine Familie (die aus Fhernhachen besteht) auf die Teufelsfelsen verschleppt. Und unter uns gesagt, die Teufelszyklopen, die dort leben, sind meiner Meinung nach die niederträchtigste Form von Kreatur, die es in Zamonien gibt.
Wie auch immer, auf den Teufelsfelsen trifft er Volzotan Smeik, eine Haifischmade, die zwar, wie alle Haifischmaden wohl, grundsätzlich egoistisch ist und auch gern gut lebt, aber gewissermaßen ein gutes Herz hat. Dumm ist Volzotan Smeik auch nicht - und so schaffen sie es, nicht als Zyklopenfutter zu enden.
Nachdem die beiden dem Teufelsfelsen entkommen, gehen sie ein Stück gemeinsam, ehe sich ihre Wege trennen. Schließlich ist Rumo auf der Suche nach dem silbernen Faden. 

Rumo kommt nach Umwegen in der Wolpertingerstadt 'Wolperting' an und findet zum einen heraus, warum er dort gelandet ist und was man so in der Zivilisation treibt. Hier findet er auch seinen silbernen Faden.Er lernt lesen, schreiben, findet einen Job und einen Freund, außerdem lernt er, wie man richtig kämpft.
Doch plötzlich, nachdem Rumo ausgezogen war, eine Holzschatulle aus Nurnenholz für seinen silbernen Faden zu besorgen, findet er ganz Wolperting leer vor und sogar der Grund, warum er in Wolperting gelandet ist, ist verschwunden. Rumo geht der Sache auf den Grund und lernt dabei die Wunder im Dunkeln kennen..

'Rumo & Die Wunder im Dunkeln' ist ein großartiges Buch.
Zamonien, und so auch wieder 'Rumo & Die Wunder im Dunkeln,' ist eine Welt voller Fantasie, voller außergewöhnlicher Wesen und unglaublichen Geschichten. Moers hat ein wahnsinniges Gespür für fesselnde Erzählungen und faszinierenden Charakteren. So sind beides Faktoren, die einen in diese Geschichte eintauchen lassen und einen auch nicht mehr loslassen.
Moers baut interessante Handlungsstränge ein, hat sehr interessante und spannenden Wendungen drin und man mag das Buch nicht weglegen. Auch nach mehrmaligem Konsum dieses Buches knabbere ich während dem Lesen immernoch an meinen Fingernägeln vor Aufregung.

Zwar hat das Buch seine kleinen Schwächen, wie z.B. als Rumo nach Wolperting kommt und sich in meinen Augen in manchen Sachen unglaublich und übertrieben doof anstellt. Da geht er mir für eine Weile mal ganz schön auf die Nerven.
Aber im gesamten Gesehen ist dieses Buch großartig. Sehr brutal, sehr blutig, aber großartig.

Dem ein oder anderen Leser könnte dieses Buch zu brutal sein - und das ist absolut verständlich. Moers geht nicht ziemperlich mit den Beschreibungen um - Folter und Gewalt liegt an der Tagesordnung. Ohne würde dieses Buch aber auch nicht funktionieren.

In diesem Buch kommt mein liebstes Zitat von Moers vor: 'Lest, soviel ihr könnt! Lest Straßenschilder und Speisekarten, lest die Anschläge am Bürgermeisteramt, lest von mir aus Schundliteratur - aber lest! Lest! Sonst seit ihr verloren!'

In diesem Sinne also:
Lest! Lest dieses Buch, sonst seit ihr verloren!

Donnerstag, 1. Februar 2018

Rezension: 'Die Stadt der träumenden Bücher // Teil 1 & Teil 2' von Walter Moers & Florian Biege

Walter Moers & Florian Biege - Die Stadt der träumenden Bücher / 
Teil 1: Buchhaim & Teil 2: Die Katakomben
Graphic Novel // Knaus // 6.11.2017/ 9.1.2018
109 Seiten/ 128 Seiten  // 25,00€ // Hardcover

Als der Pate des jungen Dichters Hildegunst von Mythenmetz stirbt, hinterlässt er ihm ein geheimnisvolles Manuskript. Dieses ist so makellos, dass Hildegunst nicht anders kann, als dem Geheimnis seiner Herkunft nachzugehen. Die Spur führt nach Buchhaim, der "Stadt der träumenden Bücher", wo Bücher nicht nur spannend oder komisch sind, sondern in den Wahnsinn treiben oder sogar töten können.

Teil 1, "Buchhaim", erzählt, wie Hildegunst nach Buchhaim kommt, es ihn in die Katakomben verschlägt, wo Bücherjäger sein Leben bedrohen, und wie er in der Ledernen Grotte auf die geheimnisvollen Buchlinge trifft.

Teil 2, "Die Katakomben", erzählt, wie Hildegunst aus der Gemeinschaft der Buchlinge vor den bösartigen Bücherjägern fliehen muss, anschließend dem Schattenkönig begegnet und den Rückweg an die Oberfläche Zamoniens antritt.

... So war's ... 

Brauchts wirklich ein Graphic Novel zu einem Buch, dass so großartig ist? Dass die pure Liebeserklärung an das Buch und das geschriebene Wort ist?
Das hab ich lange überlegt, auch schon während die Graphic Novel noch in der Entstehung war.

Mittlerweile hab ich beide Bände in meinem Besitz und hab sie auch ausführlichst angeschaut.
Ich würde sagen, dass man sie gar nicht so sehr mit dem Roman vergleichen kann. Die Graphic Novels kratzen nur an der Oberfläche des Romans, drehen sich absolut um das Visuelle. Manches wurde sehr gekürzt und auch oft genug wurde etwas weggelassen, dafür wurden aber die Bilder äußerst detailreich.
Auch wenn sie sich teilweise sehr von den Zeichnungen von Walter Moers abheben, haben sie ganz ihren eigenen Zauber und zogen mich in ihren Bann. Man konnte vieles entdecken.

Mir persönlich hat der zweite Band noch besser gefallen, wie der erste Band.

Teil 1 wartet mit einem Glossar und einer Panorama-Klapptafel auf, Teil 2 hingegen hat einen Ausschnitt des 'Making-of' im Abschlussteil. Das war sehr interessant zu sehen, wie das läuft.

Zwei Kritikpunkte habe ich: 1.) Ich finde, Buchhaim etwas zu kurz behandelt, gerade weil nun der visuelle Aspekt in Vordergrund rutscht, hätte ich mir persönlich gewünscht, hier noch ein bisschen mehr von diesem Traum eines jeden Lesers erhaschen zu dürfen. 2.) Und auch von der Darstellung der Ledernen Grotte bin ich enttäuscht, die habe ich mir ganz anders vorgestellt. 

Letztendlich bin ich aber absolut überzeugt und lege diese beiden Graphic Novels jedem Zamonien-Liebhaber ans Herz!

Samstag, 1. August 2015

Rezension: 'Zamonien - Von A wie Anagrom Ataf bis Z wie Zamomin' von Anja Dollinger/ Walter Moers

Anja Dollinger/ Walter Moers - Zamonien - Von A wie Anagrom Ataf bis Z wie Zamomin
Lexikon //  Knaus
312 Seiten // 22,99 €

 

Zamonien - mythenumwobener Kontinent

Alles, was man über Walter Moers' phantastischen Kontinent Zamonien wissen sollte:
Über Buchhaim und Brummli, Hel und Haifischmaden, Kakertratten und Kometenwein, Orm und Olz, Schrecksen und Stollentrolle, Untenwelt, Unvorhandene Winzlinge und vieles andere mehr...
Über 150 Artikel, verschwenderisch illustriert.




 

... So war's ...


Wer, wie ich, ein großer Fan von Moers' Kontinent Zamonien ist, für den ist dieses Buch quasi Pflicht. Diese Pflichte mag ich eigentlich nicht so und trotzdem empfinde ich es hier als richtig angebracht.
Denn solange wir auf Moers' nächsten Roman (der erst dieses Jahr im Oktober erscheint) warten, ist das eine gute Möglichkeit die Wartezeit zu verkürzen. Wenn auch der Hauptinitiator Fr. Dollinger war, steckt doch überraschend viel Moers drin.
Etwas skeptisch fing ich an zu lesen, schließlich ist es auch nicht so einfach, ein Lexikon als Buch zu lesen, wo es doch eigentlich ein Nachschlagwerk ist. Aber tatsächlich hatte ich das Buch innerhalb kürzester Zeit ausgelesen. Viel bekanntes, vieles, dass aufgefrischt werden musste, und doch so manch unbekanntes konnte ich hier erfahren.
Unterhaltsam, mitunter spannend und in gewohnter Moers-Manie wird hier über einige Spezies des Kontinent Zamonien geplaudert (wobei mir aber eine Frage immernoch auf der Seele brennt - WIE SIEHT EINE BERGHUTZE OHNE HAARE AUS?)
Manche Figuren wurden nur am Rande und nicht in einem eigenen Eintrag erwähnt, find ich schade, hätte aber andererseits wahrscheinlich den Rahmen gesprengt und wäre vielleicht auch irgendwann zuviel geworden. Aber so ist ein kleines, meiner Meinung nach kostbares Kleinod herausgekommen, gespickt mit schönen, vielen Zeichnungen (verschwenderisch illustriert), zum immer mal wieder durchblättern und beim Erneuten Lesen der Zamonien-Romane eine kleine Unterstützung.
Das Buch ist toll - aber insgeheim warte ich immernoch auf Prof. Nachtigallers 'Lexikon der erklärungsbedürftigen Wunder, Daseinsformen und Phänomene Zamoniens und Umgebung'.

Kurzum - wer mit Zamonien, Blaubär und Mythenmetz etwas anfangen kann und sich die Wartezeit zum nächsten Zamonienroman mit einem kleinen, wunderschönen Buch verkürzen möchte, ist hier absolut richtig! Zugreifen!